Víctor Font: „Glaube nicht, dass Bartomeu zurücktreten wird“

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Präsidentschaftskandidat Víctor Font stellte in einem Interview klar, dass der Misstrauensantrag keinem Wahlkampfzweck diente. Darüber hinaus zeigte er die Bedeutung der mehr als 20.000 gesammelten Unterschriften auf und schoss gegen Amtsinhaber Josep Maria Bartomeu.

Der Misstrauensantrag gegen den Vorstand des FC Barcelona war im ersten Anlauf erfolgreich, mehr als 20.000 Unterschriften wurden eingereicht. Diese werden nun überprüft und final ausgezählt. In einem großen Interview mit der Mundo Deportivo äußerte sich Víctor Font, Präsidentschaftskandidat und Unterstützer des Antrags, über den Erfolg des Misstrauensantrag, einen möglichen Rücktritt von Präsident Josep Maria Bartomeu sowie darüber, warum das Misstrauensvotum dermaßen wichtig für die Zukunft der Blaugrana ist.

Víctor Font…

…über die Bedeutung der mehr als 20.000 gesammelten Unterschriften zur Unterstützung des Misstrauensantrags: „Es zeigt, wie die Realität des Klubs gerade aussieht. Diese beispiellose Mobilisierung ist ein eindeutiger Indikator dafür, dass sich der Verein nicht in einer sportlichen, sondern in einer echten institutionellen Krise befindet.“

…auf die Frage, wie er sich am Misstrauensantrag beteiligt hat: „Angefangen hat alles mit einem virtuellen Treffen mit den acht initiierenden Fangruppierungen, die uns drei Präsidentschaftskandidaten, Lluís Fernàndez Alà, Jordi Farré und mich, eingeladen haben. Farré hatte bereits entschieden, am nächsten Morgen mit dem Antragsverfahren zu beginnen. Wir machten es zu einer Bedingung unserer Unterstützung des Antrags, dass dieser nicht für Wahlzwecke genutzt würde.“ 

…auf die Frage, warum er nicht auf dem Foto, das bei der Zustellung der Unterschriften vor der Geschäftsstelle des FC Barcelona gemacht wurde, zu sehen ist: „Aus dem bereits genannten Grund, dass bei dieser Aktion unbedingt darauf geachtet werden musste, dass sie nicht für Wahlkampfzwecke eingesetzt wurde. Deshalb sind wir nicht auf dem Foto zu sehen, um keinen Vorteil für die Wahlen zu erzielen.“

…auf die Frage, ob Josep Maria Bartomeu noch vor den Wahlen zurücktreten sollte: „Ja, nach dem 2:8 und als Folge all der Ereignisse, die Teil dieser institutionellen Krise sind. Obwohl wir für institutionelle Stabilität sind, sollte dies jetzt geschehen, damit ein neues Projekt die Entscheidungen im Alltag des Klubs treffen kann. Aus diesem Grund hätten nach dem 2:8 die Interessen des Klubs in den Vordergrund gestellt werden müssen. Der Rücktritt des Vorstandes und die Möglichkeit, ein neues Projekt von Grund auf neu zu beginnen, wären das Beste für den Verein gewesen. Wenn wir damals [nach der Niederlage gegen den FC Bayern, Anm. d. Red.] daran geglaubt haben, dann heute umso mehr, da wir nun ein demokratisches Zeichen dafür haben, dass eine absolute Mehrheit der Mitglieder das Gleiche will.“

 

…auf die Frage ob er glaubt, dass Bartomeu bald zurücktreten werde: „Ich glaube nicht, weil er es trotz so vieler Möglichkeiten, wie dem ‚Bartogate‘, der Causa Messi und anderen, die alleine schon einen Rücktritt verdient hätten, noch nicht getan hat.“

…auf die Frage, ob er seinen Regierungsplan fertig hätte, falls morgen Wahlen wären: „Ja, wir haben 2013 mit der Arbeit an diesem Projekt begonnen. Es erschien damals unplausibel, dass so viel auf einmal auf den Verein zukommen würde. Wir hatten eine Diagnose erstellt, aber wir haben zu kurz gedacht. Die Vorhersage einer Pandemie oder einer institutionellen Krise, die im Klub durch ‚Bartogate‘ ausgelöst wurde, war undenkbar. Nun, Gott sei Dank, gibt es diese Planung schon so lange, und wir sind in der Lage, angesichts der Krise und des Ernstes der Situation ab heute eine Lösung anzubieten. Mit einem Plan. Wenn ich von einem Projekt spreche, dann spreche ich von einem Regierungsplan und einem sehr soliden Team, sowohl auf Vorstandsebene als auch in den Führungsstrukturen im Sport und in der Wirtschaft, was für eine erfolgreiche Bewältigung dieser zukünftigen Herausforderungen von grundlegender Bedeutung ist.“

…auf die Frage, ob ihm von seiner Familie oder von Freunden von einem Engagement beim FC Barcelona abgeraten wurde: „Ja, Leute, die mich kennen und lieben, und die sogar Verantwortlichkeiten im Klub innehatten, haben mir gesagt, dass ich das nicht tun sollte, dass Barça immer mit Ärger einhergehe. Und das ist es, was geändert werden muss. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend für den barcelonismo. Wir spielen, um das Eigentumsmodell aufrechtzuerhalten, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, und aus diesem Grund ist das Projekt, das wir in Händen halten, notwendig.“

 

…auf die Frage, ob es in Zeiten einer Pandemie mit Hinsicht auf einen möglichen Stimmenverlust riskant wäre, die Wahlen vorzuverlegen: „Man muss den Mitgliedern etwas klarzumachen: Die Differenz [der kürzeren Amtszeit des aktuellen Vorstands bei einem erfolgreichen Misstrauensvotum, Anm. d. Red.] beträgt nicht nur zwei Monate von Januar bis März, wie es gesagt wird. Der große Unterschied besteht darin, dass der Vorstand [bei einem erfolgreichen Misstrauensvotum] im Oktober keine Entscheidungen mehr treffen würde. Sollte das Votum nicht erfolgreich sein, trifft der Vorstand – selbst wenn die Wahlen im März stattfinden – noch bis zum 30. Juni Entscheidungen. Das ist ein Unterschied von acht Monaten. In dieser Zeit ist es notwendig, grundlegende Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel die Frage nach Messis Zukunft und wie man ihn davon überzeugen kann, dass die Zukunft Barças eine attraktive ist, sowie die zu erneuernden Partnerschaften mit Rakuten und Beko, Themen wie das Espai Barça, die Erneuerung des Kaders etc.“

…auf die Frage, ob er sich aufgrund seiner langen Vorbereitung als Favorit im Wahlkampf sieht: „Nein, denn diese Dinge sind neu für mich. Ich habe keinerlei Erfahrung mit Wahlen, und manchmal reichen Projekte und gute Teams nicht aus, um zu gewinnen. Es wird vom Wahlszenario abhängen, aber wir sind zuversichtlich, vorbereitet und überzeugt davon, dass der Klub das braucht, woran wir seit 2013 arbeiten. Außerdem sehen wir, dass es ringsherum Zweifel gibt. Kandidaten zweifeln immer noch daran, ob sie den Schritt wagen sollen oder nicht, und das bestärkt unsere Idee, dass es wichtig war, so früh wie möglich mit allem begonnen zu haben.“

 

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