Vor Wahlen in Katalonien: Spanischer Ligaverband droht mit Rauswurf des FC Barcelona

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Am kommenden Sonntag (27. September) wird halb Europa nach Katalonien schielen – dort werden die mit Spannung erwarteten Regionalwahlen stattfinden. Derzeit liegt das Wahlbündnis „Junts pel Sí“ („Gemeinsam für ein Ja“) in Umfragewerten klar voran. Sollte künftig eine Abspaltung der Region Katalonien von Spanien Realität werden, kündigt Ligachef Javier Tebas den Rauswurf des FC Barcelona und sämtlichen anderen katalanischen Vereinen aus dem spanischen Sport an.

Der Präsident des Spanischen Ligaverbandes (LFP) – Javier Tebas

– erklärte kürzlich, dass bei einer eventuellen Unabhängigkeit von Katalonien sämtliche katalanischen Vereine – so auch der FC Barcelona – „nicht mehr in der Primera División spielen könnten. Das verlange die aktuelle Gesetzgebung“, so der Spanier weiter. Es gebe lediglich eine Ausnahmeregelung für den Staat Andorra. Doch ohnehin: „Katalonien wird sich nie von Spanien trennen. Es erfordert Reflexion und man muss die Konsequenzen kennen, die das mit sich bringt.“

„Junts pel Sí“ in Umfragewerten voran

„Junts pel Sí“ ist ein Wahlbündnis, das sich aus der national-konservativen Regierungspartei (CDC), dem Parteienbündnis Linke/Grüne (ICV), den Linksrepublikanern (ERC) sowie anderen Gruppierungen und Bürgerplattformen zusammensetzt. Die jüngsten Umfragewerte in der El País zeigen, dass man mit einer absoluten Mehrheit für das separatistische Wahlbündnis rechnen kann. Zwar würde man laut dieser Umfrage knapp unter dieser magischen Grenze landen, doch kann sich „Junts pel Sí“ wohl auf die parlamentarische Unterstützung der marxistischen Linkspartei (CUP) verlassen. Diese ist nicht Teil des Wahlbündnisses.

Ministerpräsident Mariano Rajoy spricht gleichzeitig jedoch von der verfasslich „garantierten unauflöslichen Einheit der spanischen Nation“. Zusätzlich richtete er noch einen Appell an die katalanischen Bürger: „Lasst euch nicht betrügen! Die Separatisten sind nur die Mehrheit, wenn ihr den Kopf hängen lasst und nicht zur Wahl geht.“

Laut einer weiteren Umfrage sprechen sich zwei Drittel der Katalanen gegen eine einseitige Unabhängigkeitserklärung aus. Die Gefahr vor einem EU-Austritt und dem Verlust des Euro scheint zu groß. Mögliche Unabhängigkeitsverhandlungen mit der spanischen Regierung dürften sich jedoch in jedem Fall als sehr schwer darstellen.

„Plataforma ProSeleccions Esportives Catalanes“ zeigt sich kämpferisch

Die „Plataforma ProSeleccions Esportives Catalanes“ ist eine Non-Profit-Organisation, die um die internationale Anerkennung von Katalonien als nationalen Sportverband kämpft. Im Zuge dessen unterstützt die Organisation auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region.

In einer Vierpunkte-Stellungnahme versichert die Plattform:

  • Barça wird dort spielen, wo man es möchte. Es ist bereits bekannt, dass man in der spanischen Liga weiterspielen möchte. Außerdem: Glaubt jemand, dass der LFP [spanischer Ligaverband] Barça gehen lassen würde?
  • Tebas und Cardenal lügen, wenn sie meinen, dass Katalonien immer [auch] Spanien sein werde. Katalonien ist das, was ihre Einwohner frei und demokratisch entscheiden.
  • Im dritten Punkt erinnert die Organisation, dass man – wie im Falle von Andorra – die Gesetze anpassen könne, sodass der FC Barcelona weiterhin in der Primera División spielen könne.
  • Punkt vier bezieht sich auf den Umstand, dass es „logisch“ wäre, wenn Barça und Espanyol weiterhin in der spanischen Liga spielen würden, da dies das Interesse beider Seiten widerpiegle. Sollte es wirklich zu einem Ausschluss kommen, wäre es leicht, sich auszumalen, dass eine andere europäische Liga ihre Pforten für einen Klub wie Barça öffne.

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