Vorgezogene Präsidentschaftswahlen: Entscheidung bei Vorstandssitzung am Montag?

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In Folge des blamablen Ausscheidens des FC Barcelona in der Champions League steigt der Druck auf Präsident Josep Maria Bartomeu. Die für Sommer 2021 angesetzten Präsidentschaftswahlen könnten vorgezogen werden – doch auch ein baldiger Rücktritt Bartomeus scheint nicht mehr völlig unmöglich.

Barças historische 2:8-Klatsche gegen den FC Bayern wird weitreichende Folgen haben. Laut spanischen Medien steht die Entlassung von Quique Setién unmittelbar bevor und Abwehrchef Gerard Piqué hat sogar seinen Rücktritt aus der Mannschaft angeboten – sofern, wie Piqué sagte, ein Umbruch gewünscht sei, würde er diesem nicht im Wege stehen. Unabhängig davon könnte sich auch in der Führungsetage bald etwas tun.

Ein Großteil des Drucks liegt nun auf Präsident Josep Maria Bartomeu. Der 57-Jährige stand unter anderem aufgrund von fragwürdigen Personalentscheidungen, der finanziell schlechten Situation des Klubs und wegen des Barçagate-Skandals zuletzt heftig in der Kritik. Seine Amtszeit läuft noch bis Sommer 2021, nun könnte sie jedoch schon früher enden.

Bereits wenige Minuten nach dem Schlusspfiff in Lissabon kündigte Bartomeu Konsequenzen an: „Wir müssen Entscheidungen treffen. Einige haben wir schon getroffen, über andere werden wir in den nächsten Tagen nachdenken.“ Nach Informationen des Radiosenders RAC1 hat Bartomeu eine Dringlichkeits-Versammlung des Vorstands für Montag anberaumt.

 

 

Fliegt Setién am Montag?

Die genauen Tagesordnungspunkte dieses Treffens sind nicht bekannt, es dürfte mindestens um den Kopf Setiéns gehen sowie eine Nachfolgerliste erstellt werden – auf der Ex-Spurs-Trainer Mauricio Pochettino bereits ganz oben stehen soll. Wie die Mundo Deportivo berichtet, könnte zudem in Kürze ein neues Datum für die Präsidentschaftswahlen 2021 bekanntgegeben werden, welches am Montag wohl noch einmal vom Vorstand abgenickt werde dürfte.

Gemäß der Satzung des FC Barcelona müssen die Wahlen zwischen März und Juni stattfinden. Ein Urnengang außerhalb dieses Zeitfensters ist nur möglich, wenn der Präsident sowie 50 Prozent des Vorstandes zurücktreten würden, oder wenn 75 Prozent des Vorstandes ihren Rücktritt einreichen würden – dabei wäre es dann auch unerheblich, ob der Präsident sein Amt ebenfalls niederlegt oder nicht. Laut der MD deute zurzeit vieles auf den März als Termin hin.

Auf die Frage, ob es denn Neuwahlen geben werde, antwortete Bartomeu nach dem Bayern-Spiel noch offen: „Wie gesagt, wir haben schon vor der Champions League einige Entscheidungen getroffen und werden diese in den nächsten Tagen verkünden. Heute ist nicht der Tag, um Entscheidungen im Eifer des Gefechts zu treffen.“

 

Tritt Bartomeu zurück?

Die SPORT wiederum berichtet, dass Bartomeu nicht die Absicht habe, zurückzutreten. Demnach wolle er sein Amt „aus Verantwortungsbewusstsein“ weiter ausüben. Doch auch dort heißt es, dass er daran denke, die Wahlen vorzuziehen, damit der neue Vorstand Zeit hat, sein Projekt vorzubereiten.

Als möglicher neuer Termin wird der Zeitraum zwischen Januar und März genannt, und zumindest für Neuwahlen bis Februar benötige es – wie oben bereits geschrieben – zahlreiche Rücktritte von Vorstandsmitgliedern – und gegebenenfalls auch von Bartomeu.

Víctor Font und Joan Laporta – zwei der Präsidentschaftskandidaten aus der Opposition, auch wenn Ex-Präsident Laporta seine Kandidatur zwar angedeutet, nie aber offiziell verkündet hat – sollen sich einig sein, Bartomeu zum Rücktritt und zur Durchführung vorgezogener Wahlen aufzufordern, behauptet die SPORT.

Hintergrund des Zögerns Bartomeus soll sein, dass er vermeiden möchte, dass die kommende Saison nur dem Übergang dient. Er möchte weiterhin personelle Entscheidungen treffen, damit die Mannschaft nicht kopf- und planlos in die neue Saison geht, andererseits will er jedoch auch vermeiden, den neuen Präsidenten direkt durch bereits getroffene Entscheidungen zu gefährden.

So oder so scheinen vorgezogene Neuwahlen plötzlich doch möglich zu sein. Bisher hatte sich Bartomeu immer vehement gegen diese gewährt. Je mehr der Druck auf Josep Maria Bartomeu in den nächsten Tagen steigt, desto früher könnten die Neuwahlen tatsächlich stattfinden.

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