Wegen Super League: Barça könnte Ausschluss aus Champions League drohen

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Die UEFA möchte die zwölf teilnehmenden Vereine der Super League bestrafen, schlimmstenfalls ist sogar ein temporärer Ausschluss aus der Champions League für den FC Barcelona und Real Madrid möglich. Allerdings könnten der UEFA auch die Hände gebunden sein.

Vor wenigen Wochen erschütterte die Gründung der Super League – eine Alternative zur Champions League, die durch ein Dutzend von Europas Top-Klubs angetrieben wurde – die Fußballwelt. Während ein Großteil der Vereine aufgrund des Drucks vonseiten der UEFA sowie heftigen Protesten der Fans bereits nach zwei Tagen ihren Rücktritt aus dem neu gegründeten Wettbewerb bekanntgaben, sind drei Vereine, nämlich die beiden Haupt-Initiatoren Real Madrid und Juventus Turin sowie der FC Barcelona, nach wie vor Teil der Super League. Bei den Katalanen wäre es noch an den Klub-Mitgliedern, über einen weiteren Verbleib in diesem Wettbewerb abzustimmen.

Nun droht jedoch allen zwölf Vereinen ein Nachspiel. Wie der Nachrichtensender ESPN unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, hat die UEFA die vergangenen anderthalb Wochen mit den Klubs bezüglich der zu erwartenden Strafen verhandelt. Sofern sich die Vereine von der Super League distanzieren und zusagen, eine Errichtung dieses Wettbewerbs in Zukunft nicht weiter zu verfolgen, würde sie demnach eine leichtere Strafe erwarten. Manchester United, Manchester City, der FC Arsenal, der FC Chelsea, Tottenham Hotspur, der FC Liverpool und Atlético Madrid sollen diese Vereinbarung bereits akzeptiert haben, Inter Mailand stehe demnach ebenfalls kurz vor einer Annahme dieses Angebots.

UEFA-Chef: „Jeder wird zur Verantwortung gezogen“

Juventus Turin, der AC Mailand, Real Madrid und der FC Barcelona harren derzeit noch aus. Die Auffassung der UEFA ist es, dass alle zwölf Klubs gegen Artikel 51 der Statuten verstoßen haben, der besagt, dass „ohne Genehmigung der UEFA keine Kombinationen oder Allianzen zwischen… Vereinen, die direkt oder indirekt verschiedenen UEFA-Mitgliedsverbänden angehören, gebildet werden dürfen“.

Die beiden noch ausharrenden spanischen und italienischen Klubs glauben jedoch, am längeren Hebel zu sitzen, da sie in den Gründungsdokumenten der Super League die UEFA und FIFA „um Erlaubnis“ bitten, ihren eigenen Wettbewerb zu gründen und um „Anerkennung“ bitten. Von einer Loslösung der Verbände soll demnach nicht die Rede gewesen sein.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin machte klar, wie er über die Teams denkt. „Für mich gibt es drei Gruppen von diesen zwölf [Vereinen]. Die englischen sechs, die zuerst ausgestiegen sind, dann die anderen drei [AC Mailand, Inter Mailand und Atlético Madrid] nach ihnen und dann die, die glauben, dass die Erde flach sei und die denken, dass die Super League noch existiere [Juventus Turin, Real Madrid und der FC Barcelona]. Und da gibt es einen großen Unterschied zwischen diesen. Aber jeder wird zur Verantwortung gezogen werden. Auf welche Art und Weise, werden wir sehen.“

Champions-League-Ausschluss für Barça?

Laut ESPN könnte die höchstmögliche Bestrafung ein zweijähriger Ausschluss aus der Champions League und der Europa League sein. Sollte die UEFA tatsächlich ein Disziplinarverfahren eröffnen, würde sie jedoch gegen eine einstweilige Verfügung verstoßen, die von einem Madrider Gericht erlassen wurde, dies berichten weitere ESPN-Quellen, die den Mailänder Klubs sowie Real und Barça nahestehen sollen. Eine weitere Quelle bestätigte demnach, dass „es schwierig wäre, die ausharrenden Vereine ohne einen langwierigen und ungewissen Rechtsstreit zu bestrafen“. 

Ein tatsächlicher Ausschluss aus der Königsklasse – auch wenn es nur ein vorübergehender wäre – könnte jedoch ebenso lediglich ein Druckmittel der UEFA sein, um alle Vereine dazu zu bringen, sich von der Super League zu distanzieren. Denn klar ist, dass der UEFA nicht daran gelegen sein dürfte, auf Top-Klubs und Zuschauermagneten wie Real und Barça zwei Jahre lang zu verzichten. Dass es dennoch Strafen gegen alle zwölf Beteiligten geben wird, scheint bereits festzustehen – die Frage der nächsten Wochen wird nun sein, wie drastisch diese ausfallen werden.

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Bastian Quednau
Redakteur und Autor bei Barçawelt sowie bei Film-Rezensionen.de
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