Zum Tode Maradonas: „D10S“ ist nun im Himmel

StartNewsZum Tode Maradonas: "D10S" ist nun im Himmel
- Anzeige -
- Anzeige -

Die argentinische Fußball-Legende Diego Armando Maradona ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Weltmeister von 1986, der zwischen 1982 und 1984 zwei Jahre das Trikot des FC Barcelona trug, starb am Mittwochmorgen argentinischer Zeit in seinem Haus in Tigres an einem Herzinfarkt.

Der Weltfußball hat den vielleicht größten, zumindest aber einen der größten Fußballer aller Zeiten verloren: Diego Maradona ist im Alter von nur 60 Jahren in seinem Privathaus in Tigres verstorben. Schon in den letzten Wochen war von dem schlechten Gesundheitszustand des argentinischen „Goldjungen“ zu lesen, als er vor vier Wochen kurz nach seinem 60. Geburtstag in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, da er, wie es zunächst kommuniziert wurde, an Depressionen und Blutarmut gelitten haben soll. Während seines stationären Aufenthalts wurde dann eine Gehirnblutung festgestellt und Maradona musste am 3. November operiert werden, ehe er kurz darauf das Krankenhaus wieder verlassen und man öffentlichen Bekundungen zufolge davon ausgehen durfte, dass es ihm nun wieder besser ging. Sein Anwalt teilte nun mit, dass „D10S“ (eine Kombination aus dem spanischen Wort „dios“, das Gott bedeutet, und seiner Rückennumer zehn), wie er in Argentinien genannt wird, am heutigen Morgen argentinischer Zeit an einem Herzinfarkt verstorben ist.  

Erste europäische Station

In der Fußballwelt bringt man das Genie Maradona vor allem mit seinen Auftritten in der argentinischen Nationalmannschaft und seiner Glanzzeit beim SSC Neapel in Verbindung, doch der nur 1,65 Meter kleine Edeltechniker spielte auch zwischen 1982 und 1984 für zwei Jahre für den FC Barcelona, bei seiner ersten Station in Europa. Für die damalige Ablöse von umgerechnet rund acht Millionen Euro wechselte Diego von den Boca Juniors nach Katalonien und sollte zum nächsten großen Superstar im Trikot der Blaugrana werden.

Leider wurde der für das Fußballland Argentinien größte Fußballer aller Zeiten aus vielerlei Gründen nie wirklich glücklich in Barcelona. Seine Zeit war von Krankheiten und Verletzungen geprägt, weshalb er nur selten seine Klasse bei Barça unter Beweis stellen konnte. In seiner ersten Saison erkrankte er nach seiner Ankunft an Hepatitis und fiel drei Monate aus, dennoch gelangen ihm in der Saison 1982/83 22 Tore und er gewann mit den Katalanen die Copa del Rey, den spanischen Ligapokal, der zur damaligen Zeit ausgetragen wurde, und den spanischen Supercup.

In negativer Erinnerung blieb der Fußballwelt in seiner zweiten Saison nachhaltig das brutale Foul von Athletic Bilbaos Schlächter Andoni Goikoetxea, als Maradona im Liga-Spiel brutal umgetreten wurde und in der Folge monatelang ausfiel. Als Maradona und Goikoetxea im Finale der Copa del Rey wieder aufeinandertrafen, endete das Spiel in einem Skandal und es kam zur brutalsten Schlägerei und Treterei in der Geschichte des spanischen Fußballs. 

Glücklich erst in Italien

So richtig kam der geniale Argentinier nie an, weder bei Barça noch in der Stadt Barcelona. Journalist Jimmy Burns, Autor des Buches ‚Hand of God‘, schrieb hierzu einmal: „Es war eine Kultur, Gesellschaft, Stadt und ein Land, mit denen er nicht vertraut war. Er war ein Lateinamerikaner, der in diese relativ kultivierte europäische Stadt kam und sich als Außenseiter fühlte. Er passte nicht wirklich hinein.“

Das traf so auch im Binnenleben mit der Mannschaft zu, unter dem deutschen Trainer Udo Lattek – einem Disziplinfanatiker – leistete sich Maradona immer wieder Undiszipliniertheiten, schwänzte Trainingsübungen und kam mit der deutschen Ernsthaftigkeit nicht zurecht. Spätestens nach dem Skandalspiel gegen Bilbao im Finale der Copa hatte Barças Präsident Josep Lluís Núñez die Nase von Maradona voll, den er als Initiator der Treterei verantwortlich machte, und verkaufte ihn für eine abermalige Rekordablöse von umgerechnet 12 Millionen Euro zum SSC Neapel, wo er seine beste und erfolgreichste Zeit erlebte und er bis heute vergöttert wird. Dennoch kam Maradona in den zwei Jahren bei 75 absolvierten Partien für die Katalanen insgesamt auf stolze 47 Tore und stellte seine Klasse deutlich unter Beweis.

In Italien avancierte er dann endgültig zum absoluten Superstar und wurde bereits bei seiner Ankunft von 75.000 frenetischen Anhängern Napolis beim ersten Training empfangen. Dort fühlte er sich als Kind, das in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen war, deutlich wohler als in der Metropole Barcelonas. In Neapel konnte er sich mit den Menschen und der Stadt identifizieren, auf die man in Mailand oder Turin verächtlich hinabblickte, wie es wohl Maradona auch seinerseits in Argentinien im Armenviertel am Rande von Buenos Aires erlebt hatte. Während seiner Zeit in Italien wurde er zweimal italienischer Meister und auch Weltmeister mit Argentinien 1986. 

Fußballwelt ist bestürzt 

Die Fußballwelt hat nun mit großer Trauer und Anteilnahme auf den Tod Maradonas reagiert; zahlreiche Fußballgrößen haben sich bereits zu Wort gemeldet und ihrer Trauer Worte verliehen. Lionel Messi, der Maradona als Nationaltrainer bei der WM 2010 erleben durfte und von „D10S“ viele Male als sein legitimer Nachfolger bezeichnet wurde, sprach von einem „traurigen Tag für alle Argentinier und für den Fußball. Er geht, aber er verlässt uns nicht ganz, denn Diego ist unsterblich. Ich behalte all die schönen Momente mit ihm und sende seiner Familie und seinen Freunden mein Beileid. Ruhe in Frieden.“

- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE