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Lamine Yamal auf dem Weg zum Ballon d’Or: Was ihm noch fehlt

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Obwohl Lamine Yamal erst 19 Jahre alt ist, gehört er zum zweiten Mal in Folge zu den drei besten Spielern der Welt. Nach Platz zwei im Vorjahr landete Barcelonas Ausnahmetalent diesmal hinter Kylian Mbappé und Ballon-d’Or-Sieger Harry Kane auf Rang drei. Doch was fehlt dem Wunderknaben noch, um zum besten Spieler der Welt gewählt zu werden?

Kein Matchwinner in den großen Spielen

Eigentlich gilt Lamine Yamal als klassischer „Big-Game-Player“. Bei der EM 2024 war er der einzige Spieler des Turniers, der in jedem K.o.-Spiel eine Torbeteiligung verbuchte. Gegen Georgien, Deutschland und im Finale gegen England bereitete er jeweils einen Treffer vor. Hinzu kam sein traumhaftes Tor im Halbfinale gegen Frankreich.

Auch in der Saison 2024/25 glänzte der damals 17-Jährige auf der großen Bühne. Er traf nicht nur im Champions-League-Halbfinale gegen Inter Mailand, sondern auch im Viertel- und Achtelfinale gegen Borussia Dortmund und Benfica. Zudem erzielte er einen Treffer beim 2:0-Sieg gegen Espanyol Barcelona, mit dem Barça frühzeitig die Meisterschaft sicherte.

In der abgelaufenen Saison sah es allerdings etwas anders aus. Zwar traf Yamal in drei von vier Champions-League-K.o.-Spielen, verletzungsbedingt verpasste er jedoch das Saisonfinale. Damit fehlte er ausgerechnet beim Clásico gegen Real Madrid, in dem Barça vor heimischer Kulisse die Meisterschaft verteidigte. Auch bei der WM blieb das Juwel als Matchwinner aus, vielleicht wegen seiner Verletzung.

Mit einem Tor in der Vorrunde gegen Saudi-Arabien und einem herausgeholten Elfmeter gegen Frankreich stand er im Schatten seiner Teamkollegen. Ein Siegtreffer im Finale gegen Argentinien oder im Halbfinale gegen Frankreich hätte seine Chancen auf den Ballon d’Or wohl deutlich verbessert. Vor allem da sich Yamal auch daran messen muss, dass ein Mbappé beispielsweise als 19-Jähriger ebenfalls die WM gewann, aber im Gegensatz zu Yamal traf Mbappé im Finale und kam im gesamten Turnier auf vier Tore und eine Vorlage.

Spanien hatte wichtigere Spieler

Während Frankreich ohne Mbappé wohl kaum Weltmeister geworden wäre, war Spanien deutlich weniger von Yamal abhängig. Obwohl Ferran Torres kein Stammspieler war, erzielte er im Finale das Siegtor und bereitete im Achtelfinale gegen Portugal Mikel Merinos späten Siegtreffer vor. Merino selbst entschied sowohl das Duell mit Portugal als auch das Viertelfinale gegen Belgien mit späten Treffern.

Mikel Oyarzabal war mit fünf Treffern Spaniens bester Torschütze, während Dani Olmo und Marc Cucurella mit jeweils zwei Vorlagen aus dem Spiel heraus zu den wichtigsten Kreativspielern des Teams zählten. Hinzu kommt Pau Cubarsí, der als bester Nachwuchsspieler der WM ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Aymeric Laporte bildete er die Innenverteidigung und kassierte in acht Turnierspielen lediglich ein Gegentor. Wenig überraschend ein WM-Rekord. Damit krönte sich auch Cubarsí bereits mit 19 Jahren zum Weltmeister.

Geheimnis gelüftet: Kein Ballon d‘Or für Lamine Yamal

Ganz davon abgesehen ist es wohl noch außergewöhnlicher, in diesem Alter bereits als Stammverteidiger auf höchstem Niveau zu spielen statt als Angreifer. Dazu kam die spielbestimmende Zentrale um Fabián Ruiz und Rodri. Letzterer wurde sogar zum besten Spieler des Turniers gewählt – eine Auszeichnung, über die sich angesichts der übermenschlichen Leistungen von Lionel Messi und Kylian Mbappé mehr als nur streiten lässt.

Die individuellen Auszeichnungen fehlen

Während Rodri mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet wurde, räumten Kylian Mbappé und Harry Kane zahlreiche Torjäger-Auszeichnungen ab. Mbappé wurde als erster Spieler überhaupt bei zwei Weltmeisterschaften Torschützenkönig. Mit insgesamt 22 WM-Toren pulverisierte der 27-jährige Franzose zudem den bisherigen Rekord von Miroslav Klose (16). Darüber hinaus erzielte Mbappé die meisten Treffer in der Champions League (15) und in LaLiga (25).

Kane kam in der Königsklasse zwar auf „nur“ 14 Tore, stellte damit aber einen Rekord für die meisten Treffer in einer Champions-League-Saison auf, ohne Torschützenkönig zu werden. Zudem war der Engländer mit 36 Toren zum zweiten Mal der erfolgreichste Torschütze unter den fünf großen europäischen Ligen. Sechs WM-Tore und die WM-Bronzemedaille runden seine Ballon-dOr-würdige Saison perfekt ab.

Yamal wurde zwar zum besten Spieler der LaLiga 2025/26 gewählt, hatte im Endeffekte aber nur seine eigenen Mitspieler und Akteure von Real Madrid als ernsthafte Konkurrenten. Außerdem absolvierte Yamal nur 28 von 38 möglichen Ligaspielen und spielte nur 16 Partien durch. Zudem lässt sich darüber streiten, ob Yamal überhaupt der beste Spieler in seinem Verein ist. Raphinha lässt grüßen.

Messi und Ronaldo sind immer noch Lichtjahre entfernt

Gemessen an seinem Alter ist Yamal wohl die größte Ausnahmeerscheinung im Fußball seit Pelé. Doch der Ballon d’Or ist weder eine Auszeichnung für bloßes Potenzial noch für den talentiertesten oder spektakulärsten Spieler. Andernfalls hätte Ronaldinho mindestens fünf und Lionel Messi mindestens zehn Ballon-d’Or-Trophäen gewinnen müssen. Gerade Messi und sein ewiger Rivale Cristiano Ronaldo verdankten ihre Auszeichnungen jedoch vor allem ihrer außergewöhnlichen Torgefahr. Gemeinsam kommen beide auf aberwitzige 13 Ballon-d’Or-Trophäen.

Ergebnis beim Ballon d’Or: Die Plätze 1 bis 30 | Short-News im Barçawelt-Blog

Von der Saison 2007/08 bis 2018/19 gab es keine einzige Spielzeit, in der nicht mindestens einer von beiden zu den besten Torschützen der Champions League gehörte. Im selben Zeitraum wurde in den europäischen Topligen nur zweimal ein anderer Spieler Torschützenkönig als Messi oder Ronaldo. Während Messi den Goldenen Schuh sechsmal gewann, sicherte sich Ronaldo die Auszeichnung viermal. Neben ihrer schieren Anzahl an Toren waren es vor allem ihre Leistungen in entscheidenden Spielen und ihre Titel, die sie zu den prägenden Spielern ihrer Ära machten.

Während Messi zweimal in einem Königsklassen-Finale traf, gelang Ronaldo dieses Kunststück sogar viermal. In der K.o.-Phase sammelte Messi zudem 49 Tore und zwölf Vorlagen, Ronaldo kommt auf beeindruckende 67 Treffer und 15 Assists.

Yamals Zeit wird kommen

Die beiden Ballon-d’Or-Sammler vereinten damit alles, was den „besten Spieler der Welt“ auszeichnet: herausragende Statistiken, individuelle Auszeichnungen und entscheidende Leistungen auf der größten Bühne. Und genau das fehlt Yamal. Zumindest noch. Denn im direkten Altersvergleich ist der 19-Jährige deutlich weiter als die beiden besten Spieler aller Zeiten.

Yamal ist nämlich bereits vor seinem 20. Geburtstag Weltmeister, Europameister und (mindestens) dreifacher spanischer Meister. Hätte Yamal den Ballon d’Or in diesem Jahr gewonnen, wäre er der jüngste Sieger jemals. Und mit drei Kopa-Trophäen in Folge dürfte er aktuell einen unvergleichbaren Maßstab für zukünftige Nachwuchsspieler setzen. Es scheint also nur eine Frage der Zeit, bis er sich offiziell als „besten Spieler der Welt“ bezeichnen kann.

Kevin Leonhardt
Kevin Leonhardt
Großer Messi-Fan mit einer Schwäche für Miroslav Klose und KDB. Blaugrana-Anhänger seit 2014 und Freier Mitarbeiter seit 2024.

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