Rezension | „Barça. Evolution des Fußballs“

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Der FC Barcelona ist tot, es lebe der FC Barcelona! Wie Fußballer einem sinkenden Stern neuen Glanz verleihen können. Barçawelt hat sich einmal mehr ein Buch für euch angesehen und im Folgenden wollen wir daher unsere Eindrücke mit euch teilen. Wir lieben es, über den FC Barcelona zu schreiben, ebenso lieben wir es jedoch auch, über ihn zu lesen. Es freut uns immer riesig, wenn es im deutschsprachigen Raum ein neues Buch gibt. Daher konnten wir es auch diesmal nicht sein lassen, es zu lesen.

Camp Nou, Barcelona. Im Stadion des FC Barcelona herrscht Stille. Nach 76 Minuten zeigt die Anzeigetafel 3:0 für den FC Bayern München, der am 01.05.2013 zum Halbfinalrückspiel der Championsleague nach Katalonien gereist war. Im Grunde hatte kein Fan der Blaugrana an eine Wende der 4:0 Niederlage im Hinspiel geglaubt. Doch dieses summierte 7:0 war selbst für die größten Optimisten der absolute Tiefpunkt. „Das Ende einer Ära – Bayern das neue Barça“ resümierte ,die Zeit‘. Zwei Jahre später. Wieder steigt das Halbfinalspiel gegen die Münchner, wieder steht auf der Anzeigetafel im Camp Nou eine drei und eine null – nur fielen die Tore für die Mannschaft aus Katalonien. Mit einer beeindruckenden Leistung schlug Barça den deutschen Rekordmeister mit zwei Toren von Lionel Messi und einem Treffer vom Brasilianer Neymar. Was konnte dazu führen, dass genau jener FC Barcelona, einst dem Untergang geweiht, nun seine Kritiker eines besseren belehrte?

Dieser Frage nahm sich der bekennende Barçafan Klaus Dermutz in seinem Buch „Barça. Evolution des Fußballs“ an. Zu Beginn versucht er den schleichenden Zerfall des FC Barcelona zu begründen und gevol widmeht dabei auf die schwierige Zeit der Katalanen, beginnend mit dem Jahr 2012, ein. Wesentliche Punkte bilden dabei die Abschiede von Pep Guardiola und Carles Puyol sowie der tragische Tod Francesc Vilanovas, genannt »Tito«, 2014. Den Wiederaufstieg des FC Barcelona versucht er mit einigen wesentlichen Veränderungen, welchen sich Barça im Jahre 2014 unterzog, zu erklären. Der neue Trainer Luis Enrique, der mit Äußerungen wie „Der Führer hier bin ich“ für Schlagzeilen sorgte, spielt dabei eine ebenso große Rolle, wie die „Reifung Messis“ und die Integration des brasilianischen Stürmerstars Neymar. Augenmerkt liegt vor allem auf den Leistungen der Spieler, welche zum jüngsten Erfolg des FC Barcelona beitrugen. Messi wird dabei zu einer handelnden Figur, welche den verloren geglaubten Pathos und fast vergessene Euphorie zurück erobert. Im Epilog versteht der Leser erst recht, welch tragende Rolle der FC Barcelona für Katalonien und seine Fans spielt. Dermutz zeigt deutlich auf, dass die Verehrung des FC Barcelonas eine Herzensangelegenheit ist und über normale Fankultur hinausragt – auch und gerade in schlechten Zeiten.

Nach dem Abgang von Luis Enrique gewährt dieses Buch die wunderbare Möglichkeit, die letzten Jahre nostalgisch Revue passieren zu lassen: Sei es Messi, der mit Kolumbus verglichen wird oder der Dreizack Poseidons, verkörpert von Messi, Suárez und Neymar. Ohne Neymar muss Barça nun ein neues Kapitel schreiben. Hoffen wir, dass wir auch in der kommenden Saison besondere Momente mit Barça erleben dürfen. Diese könnten dann in einem neuen Buch von Klaus Dermutz festgehalten werden, damit wir auch in Zukunft in Erinnerung schwelgen können. 

Auch, wenn die letzten Wochen für alle Barçafans sicher keine einfachen waren – Hoffnung besteht immer: El Barça ha mort, visca el Barça!

Das Buch:

Klaus Dermutz: Barça. Evolution des Fußballs. Klever Verlag, Wien 2015, 250 Seiten, 16,90 Euro

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