Valverde ein weiteres Jahr Barça-Coach: Pro und Contra

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Am heutigen Freitag gab der FC Barcelona offiziell die Vertragsverlängerung von Ernesto Valverde bekannt. Valverde wird den Katalanen somit auch 2019/20 erhalten bleiben und eventuell auch darüber hinaus, da im Vertrag eine Option auf ein weiteres Jahr inkludiert ist. Barças Cheftrainer gewann in seiner ersten Saison das nationale Double und ist mit der Blaugrana gegenwärtig noch in allen Wettbewerben gut vertreten. Die Meinung der Culers zu Valverde ist allerdings gespalten. Wir haben uns daher kurz Pro und Contra angesehen.

Pro

Bei Kader und Präsidium beliebt: Einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Zusammenarbeit ist, dass die Chemie zwischen den einzelnen Parteien stimmt. Laut übereinstimmenden Medienberichten wird Valverde vom Barça-Kader, gerade von den “Schwergewichten” Lionel Messi, Gerard Piqué, Sergio Busquets und Co. sehr geschätzt. Auch das Präsidium äußerte sich immer wieder positiv zu ihm. Die Spieler sollen auch eine entscheidende Rolle bei der Verlängerung gespielt haben, wenn man den Medien glauben darf.

Ergebnisse stimmen: Auch, wenn das gegenwärtige Barça spielerisch nicht immer die pure Unterhaltung bietet, muss man Valverde zugutekommen lassen, dass die Ergebnisse bis dato meistens stimmen. Seine Statistiken sind insgesamt beeindruckend und können sogar mit denen des legendären Pep Guardiola mithalten bzw. sie sogar übertreffen. Zwei Spiele, die eben für immer negativ in Erinnerung bleiben werden, sind die Blamage in Rom und die Slapstick-Einlage in Levante. Bei beiden Spielen trägt er zumindest eine große Teilschuld.

Ruhige Arbeit, keine Skandale: Zank mit Medien gibt es keinen, ebenso keine Berichte von Streitigkeiten innerhalb des Vereins etc. Ernesto ist ein ruhiger und gewissenhafter Arbeiter, der jede Form von unnötigen Reibereien vermeidet.

Integration und Entwicklung von Spielern: Dieser Punkt ist etwas ambivalent. Die positive Integration von Arthur und auch die nun steigenden Einsatzminuten von Aleñá muss man Valverde in jedem positiv anrechnen. Auch, dass Lenglet sofort in die Mannschaft gefunden hat und Semedo sich immer mehr gesteigert hat, muss bis zu einem gewissen Grad dem Trainer angerechnet werden. Die Entwicklung von Umtiti in der Hinrunde des letzten Jahres war ebenfalls beachtlich. Alba ist unter Valverde so gut wie vermeintlich noch nie.

Lernfähigkeit: Auch wenn Valverde in einigen Punkten stur ist, muss man ihm seine Lernfähigkeit zugestehen. Die Rotationspolitik ist in diesem Jahr zwar noch nicht immer verständlich, aber hat sich gerade in den letzten Wochen deutlich verbessert. In der Copa hat er die Spiele bis dato immer richtig eingeschätzt, auch wenn es zweifelhaft ist, ob nach einer Hinspielniederlage das aufreibende Rückspiel wirklich schonender ist als zwei Partien mit Sparflamme zu spielen, aber trotzdem souverän aufzusteigen.

Contra

Spielweise oft wenig attraktiv: Zugegeben, richtige “Wow-Spiele” gibt es unter Valverde selten und der Ligaalltag ist oft etwas trist. Natürlich wird der Kader älter, aber das starre Verwalten, das meistens sogar mehr Arbeit bedeutet, weil der Gegner sich dadurch oft den zweiten Atem holt, ist oft traurig anzusehen.

Unverständliche Wechsel: Die Auswechslungen von Arthur für Arturo Vidal in der Hinrunde waren nicht immer nur der Kondition geschuldet. Das Ersetzen eines Virtuosen durch einen Arbeiter ist für Valverde oft ein probates Mittel und wurde auch mit Paulinho bereits so praktiziert. Dass Barça damit oft mehr Probleme als Lösungen bekommt, scheint Valverde noch nicht aufgefallen zu sein.

Stammplatzgarantie: Bei Luis Suárez könnte man den Mangel an Alternativen und das blinde Verständnis mit Lionel Messi als Begründung für die Vielzahl an Minuten nennen und könnte diese Begründung durchaus als rechtfertigbar betrachten, bei Rakitić sind die vielen Einsätze, obwohl der Spieler ganz offensichtlich überspielt ist, oft unverständlich. Mit Aleñá hätte man auf der Bank einen Spieler, der für die Blaugrana bis dato noch kein wirklich schlechtes Spiel bestritten hat, als Option. Riqui Puig und Oriol Busquets würden sich für ihre Leistungen bei der Barça B zumindest Cameo-Auftritte verdienen, wenn das Spiel bereits entschieden ist. Dass ein Startplatz vielleicht zu früh kommt, will ich nicht bestreiten, aber beim Stand von 3:0 könnte man Riqui in der 70. Minute schon gerne einmal einwechseln.

Fehlender Belohnungseffekt: Semedo kennt das Gefühl, nach einer überzeugenden Leistung im nächsten Spiel keine Minuten zu sehen, wohl zu gut. Malcom hat zwar noch nicht so viele Spiele überzeugt, hätte sich aber manchmal auch einen Einsatz mehr verdient gehabt.

Mutlosigkeit, keine Innovation: Während Pep Guardiola in fast jedem Spiel mit neuen Ideen aufzuzeigen wusste und auch Tito Vilanova sich innovativ präsentierte, kann sich Ernesto Valverde in Sachen Innovationsbereitschaft sogar hinter Tata Martino und Luis Enrique anstellen. Ersterer probierte in der ersten Saisonhälfte relativ viel Neues, Letzterer erkannte in Sergi Roberto das Potenzial zum Rechtsverteidiger und schaffte es, Messi, Suárez und Neymar zum gefürchtetsten Sturmtrio Europas zu formen. Bei Barças derzeitigem Coach fehlen derartige Innovationen leider.

Fazit

Insgesamt ist die Entscheidung wohl die richtige. Es gibt keine wirkliche Alternative zu Valverde und die Spieler arbeiten gern mit ihm. Es bleibt abzuwarten, wie die restliche Saison verläuft. Barça hat noch gute Chancen auf alle Titel, könnte jedoch auch ohne Weiteres leer ausgehen. Der Februar wird entscheidend und hoffentlich sind Trainer und Spieler auf ihrem besten Level. Sollte die Saison in einer Katastrophe enden, ist es durchaus vorstellbar, dass Valverde nicht weitermacht, auch wenn Bartomeu erst kürzlich Gegenteiliges behauptete. Sollte die Saison gut enden, hat sich der Barça-Coach ein weiteres Jahr ohnehin verdient.

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