Hansi Flick missfallen die sich häufenden Fragen zu Julián Alvarez, dessen Wechsel von Atlético Madrid zum FC Barcelona sich offenbar endgültig erledigt hat. Die Bosse beider Vereine wählen hingegen scharfe Worte.
Flick: „Ist im Moment nicht mein Problem“
Der Präsident des FC Barcelona äußert sich, der Aufsichtsrat von Atlético Madrid äußert sich, der Geschäftsführer von Atlético Madrid äußert sich, der Vizepräsident des FC Barcelona äußert sich – und das alles binnen nicht einmal 30 Stunden.
Eines war an diesem Donnerstagabend, als der FC Barcelona im Camp Nou den Athletic Club empfing, vorprogrammiert: Auch Hansi Flick würde nach dem Abpfiff wieder mit der Causa Julián Alvarez konfrontiert werden. Und so kam es dann auch.
Den deutschen Cheftrainer der Katalanen ermüden die Fragen bezüglich des nun praktisch sicher gescheiterten Transfers und dem drohenden Risiko, die Saison ohne echten Mittelstürmer zu bestreiten, aber offensichtlich immer mehr.
„Ich will darüber nicht reden. Es ist kein Spieler von uns. Ich will diese Dinge nicht kommentieren. Wir haben gewonnen und alles andere ist im Moment nicht mein Problem“, sagte Flick nach dem 2:0 in der Pressekonferenz. Direkt danach gab es jedoch eine Nachfrage zu Alvarez. Der 61-Jährige bekräftigte: „Ich will nicht über Julián reden, okay? Ich bin auch nicht in diese Dinge involviert. Deco und die anderen machen ihren Job und ich mache meinen Job.“
„Das Wichtigste ist, dass wir Chancen kreiert haben“
Die zuvor 90 Minuten machten angesichts so mancher vergebenen Top-Gelegenheit jedenfalls den Eindruck: Eine Verstärkung für die Angriffszentrale würde nicht schaden, auch wenn Raphinha, der Neuner in der Not, erneut treffen konnte.
Wäre es mit einem klassischen Torjäger gegen die Basken leichter verlaufen? Flick: „Vielleicht ja, vielleicht nein. Das Wichtigste für mich ist, dass wir Chancen kreiert haben. Natürlich haben wir auch welche liegen lassen, aber das heißt nicht, dass es mit einem anderen Spieler im Strafraum besser wird. Wie wir Fußball spielen, ist gut, so wollen wir das Team spielen sehen.“
Atlético-Machtwort: „Keinen Transfer von Julián Alvarez zum FC Barcelona verhandeln“
Wegen Alvarez: Schlagabtausch zwischen Barça und Atlético
Alvarez wird man in diesem Team aller Voraussicht nach nicht sehen. Atlético ist zwar verkaufsbereit – aber nicht gegenüber Barça. Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín sagte am früheren Donnerstagabend am Rande der Champions-League-Auslosung gegenüber dem spanischen Bezahlsender MOVISTAR+: „Unsere Absicht und mein persönlicher Wunsch ist, dass er bei uns bleibt. Um zu den Großen zu gehören, braucht man große Spieler – und Julián ist einer. Wenn er glaubt, dass es nicht miteinander vereinbar ist, bei Atlético Madrid zu sein, werden wir nach einer Alternative suchen. Aber würde niemals, niemals zum FC Barcelona gehen.“
Barça-Vizepräsident Rafael Yuste war in Monaco ebenfalls vor Ort, unterhielt sich sogar mit Atlético-Präsident Enrique Cerezo – über Alvarez? Unklar. Bei MOVISTAR+ sagte er über Gil Marín: „Seine Aussagen zeugen von fehlender Erziehung und Respektlosigkeit. Der gesamte Klub, der Sportdirektor und der Trainer überschreiten eine rote Linie, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Sie empören mich, und ich teile diese Aussagen nicht.“ Gegenüber Reportern führte er aus: „Eine rote Linie zu überschreiten bedeutet, dass man einen Klub, zu dem man seit vielen Jahren eine Beziehung hat, nicht als widerwärtig bezeichnen kann. Das werden wir nicht zulassen.“

67 Prozent sagen, ohne einen neuen Neuner würde es gut gehen. na bitte
nächste Saison ist er nur noch die Hälfte wert.