• Geburtsdatum: 24.06.1987
  • Geburtsort: Rosario, Argentinien
  • Nationalmannschaft: Argentinien
  • Größe: 169 cm
  • Position: Sturm
  • Bildquelle: PAU BARRENA/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
FC Barcelona Juvenil 2000-2003
FC Barcelona B 2003–2004
FC Barcelona seit 2004

Ein jeder kennt die größten Fußballvirtuosen der Welt, deren Namen auch nach Jahrzehnten wie ein Echo nachhallen - Pelé, Johan Cruyff, Michel Platini, Diego Maradonna und Zinedine Zidane haben dem Fußball Genialität eingehaucht und bilden heute den engen Kreis der unvergesslichen Legenden. Noch in 50 Jahren wird sich der Fußballliebhaber ihrer Kunst erinnern, er wird ihre Finten bewundern, ihre Tore bei einem edlen Tropfen Wein genießen und sich in tiefer Dankbarkeit verneigen. Wahrscheinlich wird er sich denken: „Das waren Spieler, mein lieber Mann." Einen Namen aber wird er besonders preisen, er wird ihn in besonderer Weise aussprechen: Die Rede ist von Lionel Messi. Längst in der Liga der besten Spieler aller Zeiten angekommen, scheinen die Grenzen für sein fußballerisches Schaffen fern und klein.

Die Anfänge einer einzigartigen Karriere

Die Chronologie von Lionel Messis Karriere liest sich auf den ersten Blick wie eine Geschichte aus Tausend und einer Nacht. Noch fast ein Kind, zieht es ihn in die große, weite Welt hinaus zum FC Barcelona, von wo aus er die ganze Fußballwelt für sich vereinnahmt. Der Weg von Messi an die Spitze der Welt war bei genauerem Hinsehen aber nicht mit Gold gepflastert; er war gespickt mit Hindernissen, die mit harter Arbeit und tiefer Überzeugung zunächst beseitigt werden mussten.

Am 24. Juni 1987 erblickte Lionel Messi in Rosario, Argentinien das Licht der Welt. Erste Hinweise auf sein schier unbegreifliches Talent kamen in seiner Kindheit zum Vorschein, auch wenn der Nachbar der Familie Messi, Rubén Manicabale, bei 'la pulga' bereits im zarten Alter von neun Monaten verdächtige Zuckungen im Bein wahrgenommen haben will. Großmutter Celia glaubte an die Begabung von Leo und förderte ihren Enkel von Kindesbeinen an. Zuerst beaufsichtigte sie ihn beim Kick mit anderen Kindern, um ihn darauf in seinem Fortkommen bei seinem ersten Verein Grandoli FC zu unterstützen, dem er mit gerade mal fünf Jahren beitrat. Dem Jugendtrainer Salvador Aparicio fehlte damals ein Spieler, und so fragte er Großmutter Celia, ob sie ihren Enkel mitspielen lassen könnte. Messis Mutter war von der Idee wenig angetan, da die anderen Spieler alle größer und älter waren als ihr Sohn. Die Großmutter aber legte ein gutes Wort ein und damit den Grundstein für die Anfänge seiner Karriere. Leo konnte so sehr überzeugen, dass Aparicio ihn fortan unter seine Fittiche nahm und seine Entwicklung leitete. Wer weiß, wie es um Messi bestellt wäre, wenn seine Großmutter ihn bei seinem Wunsch, gegen den Ball zu treten, nicht so beharrlich unterstützt hätte. Der Argentinier weiß um die Bedeutung seiner im Jahre 1998 verstorbenen Großmutter für seinen Erfolg; wann immer er nach einem Tor in Richtung Himmel zeigt, sind seine Gedanken und sein Herz bei ihr, die sie den Durchbruch ihres Enkels nicht mehr miterleben konnte.

Sie konnte aber immerhin erahnen, wohin die Reise für Lionel geht. Im Jahr 1995 wechselte Leo zu den Newell's Old Boys und dribbelte alles und jeden in Grund und Boden. Zum damaligen Zeitpunkt war er acht Jahre alt. Im weiteren Verlauf stellte sich zum Leidwesen von Messi heraus, dass er an einer Wachstumsstörung litt, die einen von 20.000 Heranwachsenden betrifft. Dr. Diego war der damals behandelnde Arzt und verordnete ihm eine Spritzentherapie wie bei Diabetikern, die er diszipliniert und mit beachtlicher Gleichgültigkeit Tag für Tag anwandte. Die Kosten für die Therapie beliefen sich auf 900 Dollar, die die Familie nur mithilfe staatlicher Zuschüsse in den ersten beiden Jahren bezahlen konnte. Als dann in Argentinien die Wirtschaftskrise um sich griff und die Folgen auch auf das Gesundheitssystem zu überschwappen drohten, musste die Familie handeln, um den Traum ihres Sohnes am Leben zu erhalten.

Die Lösung schien nahe, als der damals zehnjährige Junge mit seinem Vater Jorge nach Buenos Aires reiste, um ein Probetraining bei River Plate zu absolvieren - und es lief zunächst gut, der Sohn von Jorge Messi konnte auf Anhieb überzeugen, sogar mehr als das. Und trotzdem war die Reise in die Hauptstadt nicht von Erfolg gekrönt, aufgrund befürchteter Unannehmlichkeiten mit Newell's nahm der argentinische Spitzenverein Abstand von einer Verpflichtung des kleinen Ausnahmekönners. Für die Familie brach eine Welt zusammen - wie sollten sie die Kosten für eine Behandlung von Leo aufbringen? Es dauerte jedoch nicht lange, bis der FC Barcelona an der Tür der Messis anklopfte. Die Talentscouts des katalanischen Traditionsvereins waren längst auf die Ausnahmeerscheinung im Fußball aufmerksam geworden und haben der Familie ein allzu verlockendes Angebot gemacht. Im Rahmen eines Probetrainings in Barcelona sollte der damals Zwölfjährige sein Können unter Beweis stellen, und so durchquerte sein Vater im September 2000 zusammen mit ihm den atlantischen Ozean, auf der Suche nach einem Weg, Leos Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Zu dieser Zeit gab es im Verein allerdings massive Turbulenzen, nach zwei Wochen fruchtlosem Aufenthalt in Barcelona - ein Probetraining war immer noch nicht zustande gekommen - waren sie gewillt, in ihren Heimatort zurückzukehren. Doch dann wandte sich doch noch alles zum Guten. Kurz vor ihrer Abreise organisierte der Verein ein Probetraining mit Spielern aus einem älteren Jahrgang, zu dem sich auch Carles Rexach einfand. Für ihn war sofort klar: „Den Jungen müssen wir unbedingt holen", und so unterzeichnete er einige Wochen später auf einer Serviette folgende Zeilen: „Ich, Carles Rexach, in meiner Funktion als technischer Sekräter für den FC Barcelona, verpflichte mich, Lionel Messi zu den vereinbarten Konditionen zu verpflichten, ungeachtet der Meinungen, die sich dagegen ausgesprochen haben." Der Beginn einer Liebesgeschichte.

Die ersten Schritte in Barcelona

Lionel Messi kam als ungeschliffener Rohdiamant nach Barcelona. Sein Talent verblüffte selbst die erfahrensten Jugendtrainer bei den Blaugranas, doch erst die Ausbildung in La Masia förderte all die Qualität zutage, die in 'la pulga' schlummerte und nur darauf wartete, von den richtigen Leuten abgerufen zu werden. Schon damals gab es für Leo kein Halten, sein Aufstieg war rasant und kein Ziel zu hoch. Mit gerade einmal 16 Jahren durfte er bereits ein wenig Luft in der ersten Mannschaft schnuppern im Testspiel des FC Barcelona gegen den FC Porto. Bezeichnenderweise ereignete sich dies noch vor seinem Debüt für die Barça B am 6. März 2004, die er nach nicht einmal einer ganzen Saison auch wieder verließ und ab der Saison 2004/2005 fester Bestandteil der ersten Mannschaft wurde. Sein Pflichtspieldebüt für die erste Mannschaft feierte Leo am 16. Oktober in der Liga gegen den Stadtrivalen Espanyol Barcelona, seinen ersten Treffer erzielte er gegen Albacete Balompié auf Vorlage von Ronaldinho in der 90. Spielminute. Am Ende der Spielzeit sprang für Messi die erste spanische Meisterschaft heraus.

In den folgenden Jahren wirbelte der argentinische Ausnahmekönner den europäischen Spitzenfußball mächtig auf, doch warfen ihn fortwährende Verletzungen in seiner Entwicklung immer wieder zurück. Auf Highlights wie seinen Hattrick im El Clásico gegen Real Madrid als 19-Jähriger folgten quälende Phasen und Ernüchterung. Die Wende brachte ein speziell auf die Bedürfnisse des Argentiniers abgestimmter Ernährungs- und Trainingsplan, dank dem Leo, sooft er auch von den Beinen geholt wurde, fortan von weiteren langwierigen Verletzungen verschont geblieben ist. Der FC Barcelona investierte viel in die körperliche Integrität seines Schützlings, während Superstar Ronaldinho sich um das seelische Wohlbefinden des jungen Messis kümmerte und sie ein Herz und eine Seele wurden. Messi verband damals ein tief freundschaftliches Verhältnis zu seinem kongenialen Partner aus Brasilien und zu Deco. Im Deckungsschatten der Superstars konnte Leo von ihnen lernen und sich schrittweise entwickeln, ohne einem zu hohen Druck ausgesetzt zu sein.

Lionel Messi, der Revolutionär

Der Zeitraum 2008-2011 war der erfolgreichste der Geschichte des FC Barcelona. Die meisten verbinden diese Zeit vor allem mit dem damaligen Trainer Pep Guardioa. Dieser jedoch hat den Spielball schnell zurückgespielt: Es sei die Ära des Lionel Messi gewesen. Im Ergebnis dürften beide maßgeblichen Anteil am Erfolg des FC Barcelona gehabt haben. Pep Guardiola erkannte, dass Messi in der Saison 2008/2009 in einigen Spielen zu wenige Ballkontakte bekam und auf der Außenbahn isoliert wirkte. Er verschrieb sich dem Credo, dass eine Mannschaft das Offensiv- und Defensivspiel besser kontrollieren könne, wenn sie das Zentrum beherrscht. Er entschied sich also, Messi ins Zentrum zu beordern und ihn dort wirken zu lassen. Beim 6:2-Erfolg über Real Madrid im Estadio Santiago Bernabéu, zu dem Messi zwei Tore beisteuerte, zeigte sich die Zerstörungskraft von Leo auf der Position der Falschen Neun. Im Zentrum war Barça mit Messi gegen die Doppelsechs Gago und Diarra in Überzahl, weil der Argentinier die Innenverteidiger Reals vor schwierige Entscheidungen stellte. Sie entschieden sich dafür, keinen Raum durch ein Hinausrücken aus der Abwehr zu entblößen, gaben damit aber die Hoheit auf dem Platz preis und gingen vor heimischer Kulisse sang- und klanglos unter.

Ich wurde Trainer, um herauszufinden, was der Gegner macht und um darauf Antworten zu finden.

Pep Guardiola

Viele Mannschaften versuchten fortan vergeblich, den FC Barcelona und Lionel Messi auf der Falschen Neun zu stoppen. Leo brach Bestmarken im Akkord und der FC Barcelona hangelte sich von Erfolg zu Erfolg. Vor allem dank diesem Schachzug war Barça über Jahre das Team, das es zu schlagen galt. Doch nichts währt ewig, und so nutzte sich dieses Modell mit Ablauf der Zeit immer mehr ab. Dem Argentinier fiel es zunehmend schwerer, auf der Position, die ihn groß herausgebracht hat, zu brillieren wie in alten Tagen. Die Gegner hatten Lösungen entwickelt und die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um Leo nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Vor allem José Mourinho hat Anschauungsunterricht darin gegeben, wie auch eine Falsche Neun aus dem Spiel genommen werden kann.

Auch unabhängig davon schien das Gleichgewicht des mittlerweile mehrfachen Weltfußballers gestört. Nachdem Guardiola den FC Barcelona im Jahr 2012 verlassen hatte, konnte er nicht mehr an die Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen. Seine Bewegungen wirkten nun schwerfälliger, er konnte der Mannschaft nicht mehr die große Stütze sein, die er vorher war. Zweifellos, er war immer noch herausragend und einzigartig, doch gemessen an den Wundertaten, die er zu leisten imstande ist, mangelte es ihm an vielem. In dieser ohnehin nicht einfachen Zeit taten die Medien ihr Übriges und schossen sich auf den wichtigsten Spieler in der Mannschaft ein. Messi nahm dem äußeren Anschein nach eine Trotzhaltung ein und fügte sich dieser Stimmung ob der Ohnmacht, an der sportlichen Situation der Mannschaft nur wenig ändern zu können. Er allein war nicht imstande, die ganzen Erwartungen, vor allem aber die sportlichen wie auch anderen Enttäuschungen im Verein zu schultern.

Die Auferstehung des besten Fußballers der Welt

Zur Saison 2014/2015 änderten sich die Vorzeichen für den FC Barcelona und Lionel Messi erheblich. Mit Luis Enrique übernahm ein mutiger Trainer mit Visionen die Mannschaft, die mit einigen hochkarätigen Spielern wie Luis Suárez und Ivan Rakitic angereichert wurde. Allein an der Körpersprache von Lionel Messi konnte jeder ab dem ersten Spieltag ablesen, wohin die Reise für ihn und den FC Barcelona gehen soll. Noch nie zuvor hat er sich in diesem Maße an den defensiven Aufgaben beteiligt, nie zuvor hat er sich in dieser Art in die Mannschaft eingebracht. Austrainiert und mental fokussiert war er der Mannschaft von Beginn an ein Leitwolf, an den sie sich halten konnte. Es wäre womöglich vermessen, von dem besten Messi aller Zeiten zu sprechen - als Komplettpaket aber war er tatsächlich noch nie so vollkommen wie in dieser Saison.

Messi hat den Spaß am Fußball wiedergefunden und Luis Enrique ein Konzept, in dem Messi seine Magie einfacher ausspielen kann. Gutmütig überließ der argentinische Weltstar Neuzugang Luis Suárez das Sturmzentrum und profitierte von den Bewegungen des Uruguayers, mit denen dieser die Verteidigung zu bearbeiten wusste. Im rechten Halbraum und auf der rechten Außenbahn kam ihm mit Ivan Rakitic die Präsenz eines physisch starken, taktisch intelligenten und sehr disziplinierten Spieler zugute, flankiert vom Brasilianer Dani Alves, dessen Formkurve mit fortgeschrittener Saisondauer immer steiler nach oben zeigte. Unter diesen Umständen war es für 'la pulga' ein Leichtes, die Form früherer Tage zu erreichen. Wesentlich schwieriger hingegen dürfte es gewesen sein, sich in seinem Spiel weiterzuentwickeln, ausgehend von einem Niveau, das ohnehin bereits das Maß aller Dinge bildete. Messi ist seit jeher für seine ausgezeichnete Trainingsmoral bekannt. In dieser Triple-Saison aber legte er noch ein paar Schippen drauf und demonstrierte eindrucksvoll, was eine professionelle Einstellung zum Fußballberuf auszeichnet. An trainingsfreien Tagen ging er mit gutem Beispiel voran und legte Sondereinheiten ein. Er setzte sich mit einem Ernährungsexperten in Verbindung, um seine plötzlich auftretende Übelkeit in den Griff zu bekommen. Messi wollte unzweideutig mit Barça hoch hinaus und übernahm mehr Verantwortung denn je, während sein Spiel deutlich an Reife gewann. Messi erfand sich neu, in dieser Verfassung waren er und der FC Barcelona nicht zu schlagen.

Nach dem Triple im Jahre 2015, dem ein Sieg bei der FIFA Klub WM folgte, durchlebte die Mannschaft um den mehrfachen Fußballer sportlich schwierige Zeiten. Die Phase der Dominanz kam zum Erlöschen und auch die Leistungskurve und die Ambitionen des Argentiniers zeigten wieder nach unten. Die Ursache hierfür liegt im Verborgenen - vielleicht waren er und seine Kameraden gesättigt vom Erfolg, vielleicht aber konzentrierte er seine Kräfte nur für die anstehende Copa América Centenario 2016. In der laufenden Saison wirkt Messi wieder deutlich ambitionierter und frischer. Er übernimmt spürbar mehr Verantwortung und trägt damit die ganze Mannschaft. Die Zeit wird zeigen, ob er mit seiner zurückgezogenen Rolle im Spiel des FC Barcelona sein Team wieder zurück auf die Siegerstraße führen kann.

Argentinische Nationalmannschaft: Dreimal war für Messi ein Titel zum Greifen nahe

In Barcelona kann sich Messi den Erwartungen nicht entziehen. Unabhängig davon, ob ein Spiel gut oder schlecht läuft, sind stets alle Augen gebannt auf ihn gerichtet. Er soll Angriffe einleiten, vor dem Tor vollstrecken, er soll die Wende bringen, als bester Fußballer der Welt vorangehen, und wenn er schon dabei ist, möge er der Anhängerschaft noch das ein oder andere Kunststückchen auf dem Silbertablet präsentieren. Dies ist keine leichte Situation für den Weltstar, er ist der wohl der einzige Fußballer der Welt, der einem solch hohen Erwartungsdruck ausgesetzt wird.

Noch komplizierter wird es für ihn, wenn die argentinische Nationalmannschaft im Spiel ist und sich das stolze argentinische Volk nicht weniger als Wundertaten von dem 1,69m großen Spieler erhofft. Es gab eine Zeit, da schienen Messi die an ihn herangetragenen Erwartungen zu erdrücken, was sich in verhältnismäßig bescheidenen Vorstellungen für seine Auswahl widerspiegelte. Einige seiner Landsleute kauften ihm nicht ab, dass er mit dem ganzen Herz bei der Sache war und für seine Nation genauso viel gibt wie für den FC Barcelona. Diese Meinungen verstummten mehrheitlich mit der WM 2014 in Brasilien. Die Weltmeisterschaft kam zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, auf Vereinsebene hat der argentinische Zauberfloh einen Tiefpunkt erreicht und auch persönlich lief es nicht rund. Noch dazu waren die Argentinier ein gutes Stück davon entfernt, als Mitfavorit auf den Turniersieg gehandelt zu werden. Das Ende des Turniers ist nur allzu gut bekannt: Argentinien gelang der Sprung in das Finale der WM, im Finale mussten sie sich nur knapp in der Nachspielzeit geschlagen geben. Javier Mascherano gab den Motor der Mannschaft, gewiss ein Zehnzylinder, während Messi das Herz und die Seele der Offensive in einem verkörperte. Vier Tore und ein Assist standen am Ende zu Buche und der Goldene Ball für den besten Spieler des Turniers. Es gab im Turnierverlauf viele Tore und schöne Aktionen zu bestaunen, doch nach Jahren wird mit Gewissheit der phänomenale Zuckerpass des Kapitäns der Argentinier in den Lauf von Ángel di María in Erinnerung bleiben, der sinnbildlich für die gesamte Klasse des Spielers stand.

Alles in allem blieb für Messi aufgrund der Finalniederlage gegen Deutschland trotz eines durchaus gelungenen Turniers ein äußert bitterer Nachgeschmack. Eine weitere Chance auf den ersten Titel Argentiniens nach über 20 Jahren war dahin, und daran sollte auch die Copa América ein Jahr später in Chile nichts ändern, sondern den über die Niederlage tief sitzenden Schmerz noch verfestigen. Wieder im Finale, wieder so nahe dran am Triumph, scheiterte die argentinische Auswahl diesmal im Elfmeterschießen gegen den chilenischen Gastgeber. Mascherano war am Boden zerstört und auch Messi fiel es sichtlich schwer, seine Emotionen im Zaum zu halten.

Anlässlich des 100. jährigen Jubiläums des Fußballverbandes CONMEBOL erhielt der Barça-Star nur ein Jahr später im Jahr 2016 die einmalige Gelegenheit, die in den USA ausgetragene Copa América Centenario 2016 zu gewinnen. Mit der Kapitänsbinde um den Arm führte der Dribbelkünstler seine Nationalmannschaft ins Finale, wo einmal mehr die Chilenen den Argentiniern im East Rutherford einen harten Kampf boten. Am Ende unterlagen die Gauchos mit 2:4 im Elfmeterschießen. Ausgerechnet Lionel Messi, der zum Finaleinzug seiner Auswahl fünf Treffer beigesteuert hatte, scheiterte vom Elfmeterpunkt. Im Anschluss an die Begegnung und offenbar noch im Bann seiner Trauer über die erneute Finalniederlage verkündete er seinen Abschied aus der Nationalmannschaft. Diese Entscheidung versetzte die Fußballwelt und ganz Argentinien in Aufruhr, in Buenos Aires fanden Demonstrationen für seinen Verbleib statt und sogar Staatsoberhaupt Mauricio Macri setzte alles daran, Messi doch noch umzustimmen. Mit Erfolg, nach weiteren Gesprächen - unter anderem auch mit dem neuen Trainer Edgardo Bauza - revidierte Leo seine Entscheidung. Bei der WM 2018 in Russland wird er voraussichtlich ein letztes Mal nach einem Erfolg mit der argentinischen Nationalmannschaft greifen.

Spielweise: Gambetta gepaart mit grenzenlosem Potenzial

„Er ist der beste Spieler aller Zeiten, ich vergleiche ihn mit Pelé. Ich bin so glücklich, diesen Fußball erleben zu dürfen", so Pep Guardiola im Jahre 2015. Er war auch derjenige, der verlautbart hat, dass Messi überall auf dem Feld eine gute Figur abgeben könnte, selbst wenn er in der Innenverteidigung auftreten müsste. Dieser Satz mutete im Nachhinein, auch wenn er nur so dahingesagt war, sehr wahrheitsgemäß an, als ein Foto von Messi im Internet die Runde machte, auf dem Messi sich im Training im Tor einfand und einen Ball knapp unter der Latte parierte. Dies führt zu der Frage: Gibt es etwas, das Messi nicht kann? Dieser Frage auf den Grund zu gehen, wäre sprichtwörtlich die Suche nach der Nadel im Häuhaufen.

Nicht lange Ausschau halten muss man aber nach seinen Kernstärken, die sich auch jemandem, der mit dem Fußball bisher nichts am Hut hatte, nach kurzer Beobachtung des Spielers sofort erschließen. Kraft und Leichtigkeit, Schnelligkeit und Eleganz, Explosion und Ruhe - Lionel Messi gelingt mit seinem Spiel die Quadratur des Kreises und sogar noch mehr. Was aber vor allem sein Wesen auf dem Feld prägt, ist seine Gambetta. Die Begrifflichkeit der Gambetta stammt aus Argentinien und ist die Bezeichnung für einen slalomartigen Dribbling-Stil, der nahtlos in den Bereich der darstellenden Kunst übergeht.

Die Gambetta ist eine andere Form des Tangos.

Jorge Valdano

Der größte Verfechter dieser Spielart war einst Diego Maradano. Als der Argentinier der Fußballbühne den Rücken kehrte, hinterließ er eine große Lücke, von der man meinte, dass sie so bald nicht geschlossen werden könnte. Und tatsächlich dauerte es lange, bis ein Spieler gleichen Kalibers in ähnlicher Weise die Emotionen unzähliger Fußball-Anhänger wieder zum Kochen bringen konnte; bis also Lionel Messi das Rampenlicht betrat. Ähnlich wie Diego Maradona verfügt Messi über einzigartige körperliche Voraussetzungen, die ihn für die Kunst der Gambetta prädestinieren: Tiefer Schwerpunkt, ein herausragendes Körpergefühl und nahezu unbegrenzte technische Möglichkeiten, die von einer ausgezeichneten Motorik zeugen. Ein schöneres Spektakel als die Gambetta können sich Fußballfans in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen.

Mit diesen Attributen verkörpert Leo Speerspitze einer jeden Mannschaft und ist immer in der Lage, den Durchbruch zu forcieren. Sowohl für seine Teamkameraden als auch für sich selbst - die Zahl seiner Assists spricht Bände, nicht weniger beeindruckend ist aber die Zahl seiner Tore, die er einer nicht minder bewundernswerten Schusstechnik zu verdanken hat. Im laufenden Spielbetrieb wie auch in ruhenden Phasen manövriert er den Ball stets präzise in die entlegensten Winkel eines Tores, ohne dass dies auf Kosten der Schusskraft gehen würde. Die Art und Weise, wie er dem Ball den nötigen Spinn verleiht, ist bereits ein Phänomen für sich.

Bereits diese Punkte rechtfertigen es, vom besten Fußballer aller Zeiten zu sprechen. Seine Einzigartigkeit wird aber evident, wenn die Komplexität seiner Handlungen auf dem Feld in den Blickpunkt gerückt wird. Messi ist ein Großmeister darin, schwierige Ausgangssituationen auf dem Platz durch noch komplexere Handlungen einer Lösung zuzuführen, häufig im Verbund mit anderen, die er in seine Überlegungen einbezieht. Hierin spiegelt sich zum einen seine Kreativität, die ihm die erforderlichen Ideen vermittelt. Die Tatsache, dass er häufig auch auf die richtigen Ideen zurückgreift, ist hingegen ein deutliches Indiz für eine außerordentliche (Fußball-)Intelligenz. Mit zunehmenden Alter drängt diese Facette in seinem Spiel mehr in den Vordergrund. Der Stürmer des FC Barcelona ist zweifellos nicht mehr so spritzig und so wendig wie früher, was sicherlich auch mit der Zunahme an Physis zusammenhängt. Gleichwohl ist sein Einfluss auf das Spiel größer denn je, weil er es versteht, seine Kreativität und Intelligenz stärker in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

„Ein Hurricane, wundervoll, der beste der Welt"

Es folgen einige Zitate von namhaften Persönlichkeiten über das Spiel von Leo Messi. Unter all ihnen besteht Einigkeit, dass Messi eine außergewöhnliche Erscheinung im Fußball ist.

„In den Vereinigten Staaten geben wir Hurricanes einen Namen. Falls irgendwann mal einer Lionel Messi genannt wird, solltest du am besten evakuieren.”

Ray Hudson, Kommentator

„Der einzige Weg, Lionel Messi zu stoppen, ist mit elf Mann gegen ihn zu spielen und ihn zu doppeln. Einer deckt ihn, der andere hilft aus. Wenn man in Unterzahl spielt, gibt es praktisch keine Chance, ihn aus dem Spiel zu nehmen.”

José Mourinho, Fußballtrainer

„Im Alter von 19 Jahren war keiner so wundervoll. Weder Pelé noch Maradona.”

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern München

„Ich wusste, als wir Kaká den Ballon D'Or überreichten, würde Messi eines Tages der beste Spieler auf der Welt sein. Mit jungen Leuten wie ihm braucht man Geduld, und das ist das Problem, das wir in Brasilien haben.”

Pelé,Fußballlegende

„Er ist wie eine Playstation.”

Reporter: „Wer ist der beste Spieler der Welt?”

Arsène Wenger: „Lionel Messi.”

Reporter: „Wer ist der beste Spieler aller Zeiten?”

Arsène Wenger: „Lionel Messi.”

- Arsène Wenger, langjähriger Trainer beim FC Arsenal London

„Ich weiß, dass ich gut gegen den FC Barcelona gespielt habe. Das Problem war, dass Messi nicht zu stoppen war.”

- Johnny Heitinga, Fußballspieler (Verteidiger)

„Ich habe den Spieler gesehen, der mich im argentinischen Fußball beerben wird, und sein Name ist Messi. Messi ist ein Genius und er kann sogar noch besser werden als ich es war.”

„Sein Potenzial ist endlos und ich glaube, er hat alles, um Argentiniens größter Fußballer zu werden.”

- Diego Armando Maradona, Fußballlegende

„Entscheidet selbst, was für Superlativen Messi erklären könnten. Mir fallen keine mehr ein. Es ist schon lange so, dass er hervorragend ist. Er ist mehr als entscheidend. Dass er dazu fähig ist, in diesem Alter das zu tun, was er gerade schon tut, ist beeindruckend. Das ist schon sinnlos.”

- Pep Guardiola, Trainerlegende beim FC Barcelona

„Cristiano versteht Englisch, Messi versteht Fußball.”

- Fabio Capello, Fußballtrainer

„Lionel Messi ist bei weitem der beste Spieler der Welt. Ich denke nicht, dass wir jemals einen anderen Spieler wie ihn sehen werden.”

Tito Vilanova, ehemaliger Barça-Trainer († 25.04.2014)

„Cristiano erinnert mich an den deutschen Tennisspieler Michael Stich. Er war dafür bestimmt, Geschichte zu schreiben, doch dann kam Boris Becker. Cristiano ist so schnell, so stark, so unglaublich. Aber er hat ein Problem: Lionel Messi.”

Jürgen Klopp, Fußballtrainer 

Lionel Messi: „Du musst für deinen Traum kämpfen"

Der fünffache Weltfußballer über seine Einstellung: „Du musst für deinen Traum kämpfen. Du musst dafür Opfer bringen und hart arbeiten.”

Fünfmal zeichnete die Jury Messi als Weltfußballer aus. Für Messi gibt es aber Wichtigeres: „Ich bevorzuge es, Titel mit der Mannschaft zu gewinnen statt individuelle Auszeichnungen zu erhalten oder mehr Tore als andere zu schießen. Mir geht es eher darum, ein guter Mensch als der beste Spieler auf der Welt zu sein. Wenn ich mich vom Fußball zurückziehe, will ich als guter Mensch in Erinnerung bleiben.”

Messi über das Geld als Motivation: „Geld ist kein Motivationsfaktor. Geld begeistert mich nicht oder macht mich zu einem besseren Spieler [...]. Mit einem Ball am Fuß bin ich schon glücklich.”

Die Ambitionen des Zauberdribblers: „Ich habe viele Jahre, um immer besser und besser zu werden, und das ist meine Ambition. Der Tag, an dem du merkst, dass man sich nicht mehr verbessern kann, ist für einen Spieler ein trauriger.”