Rafinha Alcántara: Wie ein Phönix aus der Asche

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Rafinha Alcántara stand beim FC Barcelona eigentlich vor dem Aus, doch nun feiert er ein überraschendes Comeback. Die zahlreichen Verletzungen der Offensivspieler sind seine große Chance, es doch noch bei Barça zu packen. 

Nach der Niederlage gegen Athletic Bilbao am ersten Spieltag gab es im heimischen Camp Nou die Siegpremiere für den FC Barcelona. Im Zentrum des Interesses: Natürlich Antoine Griezmann, der sich mit zwei Toren und einer Vorlage beim Publikum der Katalanen vorstellte. Natürlich Ansu Fati, der als zweitjüngster Barça-Spieler aller Zeiten sein Debüt für die Blaugrana feierte. Auch Carles Pérez, ein weiterer Debütant, erhielt Aufmerksamkeit und provoziert sogar Vergleiche mit dem jungen Pedro Rodríguez. Ein weiterer Spieler, der allerdings bereits seinen x-ten Anlauf beim FC Barcelona nimmt, steht hingegen eher weniger im Zentrum der Betrachtung – Rafinha Alcántara.

Eine lange Leidenszeit

Dabei war der Mittelfeldspieler eigentlich bereits auf Barças Abschussliste. Lange hatte man die Hoffnung, dass Rafinha es doch noch schaffen könnte, sich einen Platz im katalanischen Starensemble zu sichern oder wenigstens als guter Ergänzungsspieler zu dienen, doch die Hoffnung schwand immer weiter.

Auch Leihen zu Celta Vigo 2013/2014 und Inter Mailand 2017/2018 konnten die Karriere des ‚ewigen Talentes‘ nicht in Gang bringen. Nach dem Gastspiel in Italien kehrte Rafinha zur Saison 2018/2019 zum FC Barcelona zurück – man versuchte es ein weiteres Mal. Doch hatte Rafinha in den letzten Jahren sowieso Probleme damit, sich bei Barça Einsatzzeit zu verschaffen, setzte ihn in der letzten Saison auch noch ein Kreuzbandriss außer Gefecht, wodurch er insgesamt 217 Tage ausfiel und 41 Saisonspiele verpasste. 

Enorme Konkurrenz

Nicht die beste Voraussetzung, wenn man sich bei einem Klub wie Barça durchsetzen möchte. Hinzu kam noch der enorme Konkurrenzdruck in der Offensive, der nun durch den Transfer von Antoine Griezmann nochmal ordentlich Fahrt aufgenommen hat.

Noch im Juni tummelten sich mit Lionel Messi, Luis Suárez, Philippe Coutinho, Ousmane Dembélé und Malcom gleich fünf Spieler an vorderster Front, die in der Gunst von Ernesto Valverde vor dem La-Masia-Absolventen standen. Hinzu kommen die sich immer noch anhaltenden Bemühungen um eine Rückkehr des brasilianischen Superstars Neymar. Wo also sollte da noch Platz für Rafinha sein? Barcelona wollte Rafinha verkaufen, Valencia war interessiert, der Deal stand kurz bevor – doch dann legte Besitzer Peter Lim ein Veto ein – Leihe ja, Kauf nein. 

Eine Einwechslung ändert alles

Dann wurde Malcom an Zenit St. Petersburg verkauft, während Barça-Kapitän Lionel Messi die Vorbereitung komplett verpasste aufgrund der Copa America und seiner Wadenverletzung. Also ging die Saison los, und Rafinha war noch ein Spieler der Blaugrana. Zu den Verletzten gesellten sich im Auftaktspiel in Bilbao auch noch Luis Suárez und Ousmane Dembélé.

Ernesto Valverde musste früh im Spiel reagieren, Offensivkräfte auf der Bank waren absolute Mangelware – denn Coutinho saß wegen eines bevorstehenden Wechsels zum FC Bayern München nur auf der Tribüne.

Somit schlug die Stunde Rafinhas. Ein Vertrauen, das der ehemalige Jugendspieler der Blaugrana zurückzahlen sollte. Zwar reichte es für ihn nicht zu einem Torerfolg, doch Rafinha zeigte eine großartige Leistung inmitten einer blassen Mannschaft. Er war an nahezu jeder Offensivaktion beteiligt, kombinierte sich mit seinen Mitspielern ins vorderste Drittel, gewann viele Zweikämpfe in der Offensive und hatte mit zwei Aluminiumtreffern im Abschluss einfach Pech. Eine echte Man-of-the-Match-Performance, die ihm sogleich einen Startplatz im zweiten Ligaspiel gegen Betis bescherte.

Und wieder zahlte Rafinha zurück. Gegen Real Betis war er erneut einer der besten Spieler auf dem Platz. Besonders die Kombinationen mit Antoine Griezmann waren eine Augenweide und auch ansonsten war Rafinha bestens ins Mannschaftsgefüge integriert, sodass die verletzungsbedingten Ausfälle nicht ins Gewicht fielen. Ein Tor gelang dem brasilianischen Nationalspieler zwar immer noch nicht, er vergab zwei aussichtsreiche Chancen, dennoch hat man ihn im Trikot des FC Barcelona selten so stark und spielfreudig gesehen wie dieser Tage.

Plötzlich wieder gefragt – Vertragsverlängerung steht bevor

Durch die Leihe Coutinhos und die Verletzungen Dembélés und Suárez‘ ist in den kommenden Wochen ein fester Platz in der Offensive freigeworden, Rafinhas Polyvalenz gibt Valverde zudem weitere Optionen, denn er kann als Zentraler Mittelfeldspieler mit Offensivdrang ebenso wie auf den Flügeln eingesetzt werden. Und er ist auch ein Spieler, der sich anstandslos auf die Bank setzt und sich gut im Ensemble zurechtfindet. Genau der Typ Rollenspieler, der jeder Mannschaft gut tut.

Sollte Neymar nicht verpflichtet werden können, sind die Einsatzchancens Rafinas in dieser Saison hoch – besonders, falls beispielsweise Ivan Rakitic den Verein doch noch verlassen sollte, denn dann wären zwei Plätze auf zwei Positionen frei. Es heißt, Barcelona plane gar, den Vertrag des Brasilianers zu verlängern, da sein Arbeitspapier nächsten Sommer ausläuft. Auch deshalb sollte er eigentlich verkauft werden. Doch es sieht so als, als habe sich das Blatt gewendet – sofern nicht doch noch ein Last-Minute-Kaufangebot reinflattert.

Rafinha könnte sich nach einer langen Leidenszeit nun also doch zu einem wichtigen Spieler für die Katalanen entwickeln – in der Versenkung der Verletzungen verschwunden, könnte er sich erheben wie der so oft zitierte ‚Phönix aus der Asche‘.

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