Benfica Lissabon vs. FC Barcelona: Spielbericht + Einzelkritik

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Quelle: fcbarcelona.com

Wie fühlt man sich nach so einem Spiel als Barcelona-Fan? Freut man sich über den zweiten Champions League Sieg im zweiten Spiel oder trauert man ob der erneuten Verletzung von Carles Puyol, der nun acht Wochen pausieren muss?

Nun ja, das ist letzlich jedem selbst überlassen, aber in diesem Artikel wird es zunächst einmal nur ums Sportliche gehen, denn auch in dieser Hinsicht hatte das gestrige Spiel einiges zu bieten:

Das Spiel begann direkt sehr temporeich, da beide Mannschaften mutig nach vorne spielten. Benfica versuchte Barcelona früh zu stören und dann selbst frech nach vorne zu spielen. So kamen sie auch zu einigen guten Chancen im ersten Durchgang, von denen sie aber keine nutzen konnten, was auch an der guten Leistung von Victor Valdés lag. Die Gäste hingegen gingen in der sechsten Minute durch Alexis Sánchez in Führung, der nach Zuspiel von Lionel Messi nur noch einzuschieben brauchte. In der Folgezeit kam Barcelona noch zu weiteren guten Chancen, ein zweites Tor war ihnen vor der Pause aber nicht vergönnt.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ruhiger, vor allem weil Barcelona nun kontrollierter spielte und Benfica deutlich besser im Griff hatte. In der 54. Minute gelang dann Cesc Fàbregas mit dem 2-0 die Vorentscheidung. Vorbereiter war wieder Lionel Messi. Nach diesem Treffer bäumte sich Benfica nochmals auf, so richtig gefährlich wurden sich aber nicht mehr. Turbulent wurde es aber dennoch: Zunächst verrenkte sich Carles Puyol bei einem Aufprall auf den Boden den Ellbogen, was ihn zu einer erneuten Pause zwingt. In der 88. Minute gab es dann plötzlich die rote Karte für Sergio Busquets, ohne dass auch nur jemand den Grund dafür kannte. Benfica verlegte sich dann in den letzten Minuten nur noch auf Fouls und hatte Glück nicht noch zwei Platzverweise zu kassieren.

Einzelkritik:

Victor Valdés: Barcelonas Schlussmann hatte ungewohnt viel zu tun, war aber meistens souverän zur Stelle. Die meisten Schüsse, denen er sich gegenübersah, waren Pflichtaufgaben, welche er ohne Probleme bewältigen konnte. Einmal aber musste er sein Team in einer Eins-gegen-eins-Situation vor dem Ausgleich bewahren, als er lange stehen blieb und den Schuss dann mit seinem Bein abwehrte. Bei einem Distanzschuss von Benfica ganz zu Beginn schien er sich verschätzt zu haben, weshalb er den Ball nicht festhalten, sondern nur abwehren konnte. Unsicher wirkte er dann einmal in der zweiten Halbzeit, als er bei einer gegnerischen Flanke sein Tor verlassen hat, den Ball aber nur leicht berührte und nicht wirklich entschärfen konnte.

Dani Alves: Zeigte sich verbessert im Vergleich zu seinem Auftritt in Sevilla. Er war stets anspielbar und konnte die Bälle auch gut verwerten. Defensiv spielte er auch größtenteils sicher und konnte einige Bälle zurückgewinnen. Jedoch war er offensiv ungewohnt inaktiv und vor allem relativ wirkungslos. Das lag eventuell auch daran, dass die meisten Angriffe über die linke Seite liefen und er somit meistens nur Zuschauer war.

Carles Puyol: Kehrte nach seiner Verletzung früher als erwartet zurück und fand sich dann auch direkt in der Startelf wieder. Dort machte er ein klasse Spiel und gewann gefühlt jeden Zweikampf. Auch sein Passpiel war gewohnt gut. Leider verletzte er sich in der zweiten Halbzeit erneut und wird dem Team acht Wochen fehlen. Gute Besserung von dieser Stelle.

Javier Mascherano: War defensiv wie gewohnt stark, zeigte aber in der ersten Halbzeit ungewohnte Schwächen beim Passpiel. So spielte er zwei unverständliche Pässe genau in die Füße des Gegners, wodurch gefährlicher Kontersituationen entstanden. Insgesamt verlor er vier Bälle in der ersten Halbzeit, in der zweiten hingegen keinen einzigen.

Jordi Alba: Spielte sehr offensivfreudig und unterstützte seine Mannschaftskollegen im Angriff. So spielte er auch in der sechsten Minute den Pass zu Messi, welcher daraufhin das 1-0 durch Alexis Sánchez vorlegte. In der zweiten Halbzeit bereitete er per Flanke auch fast noch das 3-0 durch Messi vor. Defensiv agierte er besser als noch in Sevilla, hatte aber in den ersten 17 Minuten auch noch das ein oder andere Problem mit den schnellen Angriffen von Benfica. Danach wirkte er jedoch deutlich sicherer.

Sergio Busquets: Machte gestern ein sehr gutes Spiel. Er fing viele Bälle ab und spielte unglaublich routiniert und souverän. Er verlor so gut wie keinen Ball und wirkte die ganze Zeit über extrem sicher. Zusammen mit Xavi spielte er mehr Pässe als das gesamte Team von Benfica (220 zu 176). In der starken Anfangsphase von Benfica rückte er bei deren Kontern vielleicht etwas zu weit in den Strafraum, wodurch im Rückraum viel Platz für nachrückende Benfica-Spieler entstand, die diesen Platz aber nicht ausnutzen konnten. In der 88. Minute sah Busquets dann eine unverständliche rote Karte.

Xavi: Wirkte wieder präsenter im Vergleich zum Samstag und war extrem sicher. Er koordinierte und lenkte das Spiel von Barça und verlor nur relativ wenige Bälle. Zudem spielte er auch einen sehr guten langen Ball nach vorne zu Alexis Sánchez, welcher aber das 2-0 verpasste. Kurz vor der Halbzeit versuchte er eine scharfe Flanke von Pedro im gegnerischen Sechzehner zu “pflücken”, was ihm aber nicht gelang. Gleichzeitig nahm er damit auch Sánchez die Chance jene Flanke zu verwerten.

Cesc Fàbregas: Er spielte erneut stark, wenngleich er auch einige Fehlpässe in seinem Spiel hatte. Er wirkte präsent und bot sich immer wieder für Doppelpässe an und suchte zugleich sehr oft den Weg zum Tor. So war es ihm vorbehalten das 2-0 nach einem solchen Lauf zu erzielen. Später wurde er gegen Andrés Iniesta ausgewechselt.

Pedro Rodríguez: Kam nur schwer ins Spiel und wurde erst in der 40. Spielminute gefährlich. Zuvor agierte er “nur” als Anspielstation, welche den Ball zwar gut verwerten und verteilen konnte, aber selbst für kaum Gefahr sorgte. Seine beste Szene in der Anfangsphase war ein öffnender Pass auf Xavi, welcher die Einleitung zum 1-0 war. In der 40. Minute wurde er dann erstmals richtig gefährlich als er eine scharfe Flanke in den Strafraum spielte, die aber sowohl Xavi als auch Sánchez verpassten. Im zweiten Durchgang war er dann aktiver, wenn auch nur phasenweise. Durch ungewohnte technische Fehler bei der Ballan- und mitnahme brachte er es nach zwei guten Zuspielen im Strafraum nicht fertig selbst ein Tor zu erzielen. In der 82. Minute wurde er von David Villa ersetzt.

Lionel Messi: War sehr aktiv, was man nicht zuletzt an seinem Pressingverhalten sehen konnte. Er lief sich immer wieder frei und versuchte vorne seine Mitspieler frei zu spielen, was man gerade bei dem Treffer zum 2-0 sehr gut sehen konnte, welchen er herrvorragend vorbereitete. Auch Sánchez wurde kurz nach der Halbzeit sehr gut von Messi freigespielt, verpasste aber das 2-0. Im ersten Durchgang zeigte sich Messi aber ungewohnt fehlerhaft bei kurzen Pässen, was zu dem ein oder anderen gefährlichen Konter führte. Selbst sorgte er auch für Torgefahr, als er nach Zuspiel von Alexis Sánchez nur knapp an Artur scheiterte. Im zweiten Durchgang gelang ihm dann auch fast noch ein Kopfballtor nach einer Flanke von Jordi Alba. Messi hat nun seit drei Spielen kein Tor mehr erzielt, dafür aber fünf Vorlagen gegeben.

Alexis Sánchez: Zeigte seine bisher wohl beste Saisonleistung, was nicht nur an seinem wichtigen Tor zum 1-0 lag. Er zeigte sich auf der linken Seite immer anspielbar und konnte die Bälle sehr gut halten. Jedoch zeigte er sich zu fehlerhaft bei den Versuchen den Ball zurück ins Zentrum abzulegen, wodurch einige Angriffe nicht gut zu Ende gespielt wurden. Einmal gelang ihm ein solcher Pass aber und dadurch erzielte Messi fast das 2-0. Selbst gefährlich wurde er – ungeachtet seines Tores – noch zweimal. Einmal schoss er nach Pass von Xavi über das Tor und das andere Mal nach Zuspiel von Messi neben das Tor. Wieder mal sehr stark war wie gewohnt seine Defensivleistung, durch welche er einige Bälle zurückgewinnen konnte.

Andrés Iniesta: Kam im Laufe der zweiten Halbzeit für Cesc Fàbregas und fügte sich direkt sehr gut in das Spiel von Barcelona ein. Er zeigte sich stets anspielbar und sehr ball- und passsicher. So gelang es ihm in den ca. 20 Einsatzminuten mehr Pässe zu spielen als jeder Spieler von Benfica Lissabon.

Alexandre Song: Kam für den verletzten Carles Puyol und zeigte eine gute Leistung, wenngleich man erwähnen muss, dass seine Defensivkünste kaum gefordert wurden.

David Villa: Wurde neun Minuten vor dem Ende für Pedro eingewechselt und hatte keine wirklich nennenswerte Aktion zu bieten.

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