Celtic Glasgow gegen FC Barcelona: Mannschaftsanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Im Celtic Park setzte es gestern die erste Niederlage in dieser Champions League Saison für den FC Barcelona. Dabei spielten die Katalanen nicht wirklich schlecht, brillieren konnten sie aber auch nicht. Im Folgenden werden wir uns die genauen Gründe für die Niederlage anschauen:

Barcelona begann das Spiel wie gewohnt mit Victor Valdés im Tor. Vor ihm verteidigten Dani Alves, Marc Bartra, Javier Mascherano und Jordi Alba. Im Mittelfeld sicherte Alex Song wieder für den in der Champions League gesperrten Sergio Busquets ab, während Xavi und Andrés Iniesta vor allem offensiv Akzente setzen sollten. Im Sturm vertraute Tito Vilanova auf Pedro, Lionel Messi und Alexis Sánchez.

Defensivleistung

In den ersten ca. 20 Minuten verteidigte Barcelona sehr konzentriert und sicher. So gelang es Celtic kaum einmal für Entlastung zu sorgen. Barcelona gewann die meisten Bälle schon in Höhe der Mittellinie, was auch an der guten Defensivarbeit der Offensivspieler lag. In dieser Zeit hielt Dani Alves sich offensiv noch etwas zurück, im Vergleich zu Jordi Alba, welcher fast die ganze Zeit vorne anzutreffen war. Somit war die linke Seite von Barça defensiv verwundbarer als die rechte, was auch Celtic bemerkte. So ist es kein Zufall, dass die Gastgeber sich genau über diese Seite eine Ecke erkämpften, welche sie dann auch zur schmeichelhaften Führung nutzen konnten.

Was genau lief bei diesem Tor schief? Wie schon einige Male zuvor in dieser Saison stimmte die Zuordnung von Barcelona bei einem gegnerischen Standard nicht. So musste Jordi Alba ins Kopfballduell mit Wanyama, welches er aufgrund seiner physischen Nachteile dem Celtic-Spieler gegenüber fast gar nicht gewinnen konnte.

Nach diesem Tor gelang es Celtic noch weitere vier Mal gefährliche Angriffe aufzuziehen. Dies lag an dem insgesamt nicht wirklich guten Zweikampfverhalten der Akteure von Tito Vilanova. Gerade Alex Song und Marc Bartra zeigten sich da nicht immer voll auf der Höhe. So gewannen zwar beide einige Zweikämpfe, aber gerade Song kam auch einige Male zu spät und wusste sich dann nur mit Fouls zu helfen. Nachdem er schon früh die gelbe Karte sah, hatte er am Ende Glück nicht die Ampelkarte zu sehen. Bartra hingegen ging zweimal zu ungestüm auf seinen Gegenspieler, weshalb dieser relativ leicht an ihm vorbeikommen konnte. In der zweiten Halbzeit stimmte nach einer gegnerischen Flanke dann seine Abstimmung mit Valdés überhaupt nicht, weshalb Celtic fast zum 2-0 kam, aber Bartra konnte seinen Fehler selber ausbügeln.

Das 2-0 in der 82. Minute fiel nach einem langen Abschlag von Fraser Forster. Zu diesem Zeitpunkt war der FC Barcelona wiedermal komplett ungeordnet, was aber auch daran lag, dass die Mannschaft sich immer mehr nach vorne warf um noch zum Ausgleich zu kommen. So geschah es, dass der lange Abschlag von Forster Xavi auf unnötigste Weise zu Watt durchrutschte, welcher alleine vor Valdés die Nerven behielt und die Vorentscheidung herbeiführte.

Ansonsten war Celtic offensiv kaum gefährlich und konzentrierte sich fast nur auf die Verteidigung, was aber letztlich zu einem zwar glücklichen, aber dennoch irgendwo durchaus verdienten Sieg der Schotten führte.

Barcelona ließ zwar quantitativ nicht viele Chancen zu, dafür aber zwei bis drei richtig gute, was sich diesmal auch rächte. Die Defensive zeigte sich in den entscheidenden Szenen nicht wirklich sattelfest und führte eben dazu, dass Barcelona dieses Spiel verloren hat.

Offensivleistung

Offensiv probierte Vilanova es mit Alexis Sánchez vor Messi im Zentrum, um die kompakte Defensive der Schotten zu knacken. Der Chilene war für die Mannschaft eine Anspielstation vorne, welche gerade im ersten Durchgang den Ball oft sehr gut halten und prallen lassen konnte. Dies verschaffte Barça hin und wieder etwas Raum, welchen sie aber nicht nutzen konnten. Darüber hinaus verhinderte diese hohe Positionierung von Sánchez, dass die schottischen Innenverteidiger herausrücken und Messi zwischen den Linien stellen konnten.

Durch diese zentrale Positionierung von Sánchez war es von Nöten, dass Jordi Alba schon fast als Flügelstürmer agierte um dem Spiel der Katalanen die nötige Breite zu verleihen. Er wurde auch oft gut freigespielt, jedoch konnten seine Hereingaben nicht genutzt werden, weil entweder keiner in der Mitte war, der Gegner schneller da war, oder weil Fraser Forster fast alles halten konnte, was auf sein Tor kam.

Auf der rechten Seite war es zu Beginn so, dass Pedro für die Breite sorgte und Alves sich nicht ganz so weit vorne aufhielt, sondern eher im Mittelfeld. Im weiteren Spielverlauf war es dann aber eher der Fall, dass Alves immer offensiver wurde und somit auch für die Breite sorgte. Pedro zog es dann auch mehr ins Zentrum, wo er eigentlich überall anzutreffen war und immer wieder versuchte, durch seine Läufe Gefahr heraufzubeschwören. Dani Alves probierte es sehr oft mit Flanken in den Strafraum, welche teilweise auch gefährlich wurden, jedoch trotzdem geklärt werden konnten.

Eine weitere Besonderheit in diesem Spiel war, dass Lionel Messi ab der zweiten Halbzeit als rechter Flügelstürmer agierte, um dann immer wieder Richtung Strafraum zu ziehen und dann zum Abschluss zu kommen, oder gefährliche Pässe zu spielen. Wirklich geklappt hat dies aber nicht. Die gefährlichsten Aktionen von Messi kamen, als er noch in seiner gewohnten freien Rolle als falsche Neun agierte. Im zweiten Durchgang blieb er dann weitestgehend unter seinen Möglichkeiten, trotz seines späten Tores.

Xavi und Iniesta hielten sich fast ausschließlich kurz vor dem gegnerischen Strafraum auf und versuchten ununterbrochen eine Lücke in der gegnerischen Defensive zu finden, was aber fast nie klappte. Daher versuchten es die beiden immer wieder mit Distanzschüssen, welche aber keine Gefahr versprühen konnten.

Gegen Ende kamen noch Cesc Fàbregas, David Villa und Gerard Piqué, welche sich alle im oder kurz vor dem Celtic-Strafraum aufhielten, aber auch nicht so richtig gefährlich werden konnten. Die Ausnahme hierbei bildet das 1-2, an dem sowohl Villa, als auch Fàbregas beteiligt waren.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Barcelona es zwar schaffte sich immer wieder Chancen herauszuspielen, diese aber nicht nutzen konnte. Die Katalanen kamen auch zu wirklich großen Chancen, jedoch wirkten sie gerade in der zweiten Halbzeit zunehmend uninspiriert und einfallslos, weil Celtic leidenschaftlich verteidigte, auch wenn sie nicht immer ganz sicher wirkten. Zudem hatte Barcelona bei den Chancen, die sie hatten auch Pech, dass zweimal das Aluminium im Weg stand.

Fazit

Barcelona dominierte das Spiel und erspielte sich auch einige Chancen. Diese konnte man aber nicht nutzen, was an Pech, dem gegnerischen Torhüter und dem eigenen Unvermögen lag. Defensiv ließ man zwar nicht viele Chancen zu, dafür aber zwei bis drei richtig gute. Celtic spielte leidenschaftlich und schaffte es den Katalanen die Lust am Spiel zu nehmen, weshalb der Sieg zwar glücklich, aber nicht gänzlich unverdient ist.

Für Barcelona ist diese Niederlage vielleicht ein Warnschuss zur rechten Zeit. Dieser führt den Spielern nochmals vor Augen, dass man jedes Spiel verlieren kann und konsequenter und zielstrebiger spielen muss. Wirklich tragisch ist diese Niederlage nicht, da Barcelona weiterhin seine Gruppe anführt und alles selbst in der Hand hat.

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