FC Barcelona – Bayer Leverkusen: Barça reagiert gut auf anfängliche Probleme

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Im zweiten Champions-League-Gruppenspiel wollte der FC Barcelona gegen einen direkten Konkurrenten um den Gruppensieg die ersten drei Punkte einfahren. Bayer Leverkusen trat, wie man das unter Roger Schmidt von ihnen kennt, mutig auf und stellte Barça vor einige Probleme. Die Blaugranas fanden nach einer schwachen ersten Halbzeit aber die passenden Antworten und konnte sich letztlich verdient mit 2:1 durchsetzen.

 {spielstand h:FC Barcelona a:Bayer Leverkusen e:2:1}

Erste Halbzeit: Leverkusen trumpft auf

In den ersten zehn Minuten machte Barça ein gutes Spiel, wenngleich die erste gute Chance den Gästen aus Leverkusen gehörte. Chicharito scheiterte aus kurzer Distanz an Marc-André ter Stegen, nachdem Bellarabi sich gegen Piqué durchsetzte und den Ball in die Mitte spielte. Danach wirkten die Blaugranas recht souverän. Man stand gut gestaffelt, arbeitete gut gegen den Ball und kam gut mit dem Pressing von Bayer klar. Ein solches Pressing führt naturgemäß zu Lücken, wenn es nicht greift, was auch im Camp Nou der Fall war. Barça kam schnell zu zwei guten Möglichkeiten, wobei gerade jene von Sandro hervorzuheben ist. Nach gutem Zusammenspiel und Laufweg, stand der junge Kanarier alleine vor Bernd Leno, scheiterte aber am stark reagierenden Torhüter.

Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs machten die Gastgeber zunehmend Fehler, was an dem immer besser greifenden Pressing der Leverkusener lag. Man merkte Barça das Fehlen weiterer pressingresistenter Spieler, wie Lionel Messi oder Jordi Alba, an. Leverkusen positionierte sich extrem gut, sodass man in den meisten Situationen guten Zugriff auf den ballführenden Spieler, sowie dessen direkte Anspielstationen hatte. Dies kostet aber natürlich viel Kraft, weshalb Bayer nach Ballgewinnen zu oft eben jene sowie die nötige Ruhe fehlte, um diese Aktionen richtig zu Ende zu spielen. Insgesamt agierten die Gäste in dieser Hinsicht zu hektisch, wodurch sie weitere gute Angriffsansätze nur ungenügend zu Ende spielen konnten.

Die Führung für Bayer fiel dann nach einer Ecke. Papadopoulos kam im Fünfer unbehindert zum Kopfball und traf ohne Probleme. Ter Stegen ist hier kein Vorwurf zu machen, da der Weg vor ihm blockiert ist und es in dieser Situation für ihn schlicht unmöglich war, an den Ball zu kommen. Mathieu hingegen blieb im Luftduell einfach stehen und ließ Leverkusens Innenverteidiger so viel zu leicht an den Ball kommen. Auch Luis Suárez machte seinen Job nicht, wie erhofft, was ihm auch ter Stegen direkt nach dem Treffer klarmachte. Suárez sichert bei Eckbällen fast immer den kurzen Pfosten ab, diesmal stand er aber zu weit von diesem weg. Nur dadurch konnte der Ball überhaupt zu Papadopoulos kommen. So stand Suárez lediglich Mathieu und ter Stegen im Sichtfeld, sicherte aber nicht seine Zone ab.

Bis zur Pause wirkte es weiterhin so, als habe Leverkusen das Spiel im Griff. Sie hatten zwar weniger Ballbesitz, arbeiteten gegen den Ball aber so gut, dass sie sehr sicher wirkten. Eine weitere Chance gab es zudem auch noch, als Bellarabi sich erneut gegen Piqué durchsetzte und an einem starken Reflex von ter Stegen scheiterte.

Aber auch Barça wurde vor der Pause noch gefährlich. Nach einer guten Bewegung von Neymar, wurde dessen Schuss abgewehrt, sodass er an den Pfosten ging. Von dort kam der Ball zu Sandro, dessen Schuss auf der Linie von Papadopoulos geklärt wurde. Sandro hätte in dieser Situation gut daran getan, den Ball nicht flach, sondern hoch aufs Tor zu bringen, da er dann für einen Feldspieler kaum abzuwehren ist. Bernd Leno war sowieso schon geschlagen.

Sandro machte insgesamt ein ordentliches Spiel. Er arbeitete sehr viel und schaffte es auch immer wieder gut den Ball zu behaupten. Seine Laufwege waren ebenfalls gut und führten zu zwei sehr guten Chancen (eine davon in der zweiten Halbzeit). Wie schon gegen Las Palmas vergab er aber alle drei großen Chancen, was ein wenig verwundert, da er letzte Saison noch so sicher vor dem Tor war. Auf der Leistung kann er jedenfalls aufbauen, jetzt braucht er noch ein Tor, damit der Knoten platzt.

Zweite Halbzeit: Barça findet die passende Antwort

Die zweite Halbeit begann dann mit einer Großchance für Leverkusen. Mathieu verlor den Ball, woraufhin Bellarabi den völlig freistehenden Chicharito im Strafraum anspielte. Der brachte es dann fertig den Ball über das Tor zu schießen. Danach spielte praktisch nur noch Barça. Die Katalanen ließen den Ball nun besser laufen und bewegten sich viel besser. Gerade Neymar rückte nun viel öfter ins Zentrum, wodurch es dort mehr Anspielstationen gab. Die Blaugranas versuchten nun oft zentral durch die Linien der Leverkusener zu spielen. Dabei verlor man zwar auch einige Bälle, kamen sie jedoch an, hatte man nur noch die Defensive vor sich. So ergaben sich auch immer mehr Chancen, unter anderem durch Neymar, Sandro oder Piqué. Der Ball wollte aber einfach nicht reingehen.

Leverkusen ließ sich immer mehr nach hinten drängen und kam kaum noch zu Entlastungsangriffen. Man merkte ihnen die schwindende Kraft an, die auch dafür sorgte, dass man nach Ballgewinnen quasi nichts mehr mit dem Ball anzufangen wusste, weil die Zuspiele viel zu unpräzise waren oder man sich einfach festlief.

Barça brachte Sergi Roberto, Alba und Munir, was dem Spiel eine völlig neue Dynamik gab. Gerade Jordi Alba war ein unglaubliches Upgrade zu Mathieu, der als Linksverteidiger ein sehr schwaches Spiel machte. Nach vorne bewegte er sich zu langsam und zudem noch teilweise falsch. Da passte die Abstimmung mit den restlichen Spielern zu oft nicht. Außerdem konnte er vorne mit dem Ball fast nichts anfangen. Defensiv hatte er ebenfalls einige Probleme, gerade wenn er von hinten unter Druck gesetzt wurde. Er reagierte viel zu langsam und wirkte vom Kopf her abwesend. Sein Fehler ermöglichten Leverkusen auch die einzige Chance im zweiten Durchgang, als Chicharito das Tor aber klar verfehlte.

Jordi Alba agierte viel dynamischer und offensiver. Gleichzeitig war er defensiv viel sicherer und unglaublich pressingresistent. Alleine durch seine Schnelligkeit gelang es ihm immer wieder Lücken, zu reißen und dem Gegner zu entgehen. Speziell die Bewegung, wenn er von Außen nach innen ins Mittelfeld vorstößt, brachte viel Unordnung in das Leverkusener Spiel und half Barça extrem.

Auch Sergi Roberto und Munir machten ihre Sache sehr gut. In diesem Fall lag das aber nicht nur an der reinen Qualität der Spieler. Ivan Rakitić ist klar der bessere Spieler im Vergleich zu Sergi Roberto und der Kroate war auch gegen Leverkusen gut. Doch Sergi Roberto brachte frische Beine ins Spiel, was gegen diese müde Gästemannschaft viel Wert war. Auch spielerisch war er richtig gut, hatte gute Ideen, bewegte sich gut und verlor kaum Bälle. dazu erzielte er das wichtige 1:1. Munir zeigte zum ersten Mal in einem schwierigen Spiel echte Joker-Qualitäten und überzeugte nach seiner Einwechslung. Er war am Ball gut, spielfreudig und selbst gefährlich. Sein Schuss leitete das 1:1 ein, sein Dribbling samt Pass bereiteten das 2:1 vor und danach verpasste er das 3:1 nur knapp.

Fazit

Bayer Leverkusen hat Barça das Leben in der ersten Halbzeit sehr schwer gemacht und hatte einige gute Chancen. Aber schon in dieser Phase hatten auch die Gastgeber ihre Möglichkeiten und hätten schon treffen müssen. Wie schon zuletzt vergaben die Blaugranas zu viele Chancen und machten defensiv zu viele Fehler. Im zweiten Durchgang reagierte man aber gut und wurde viel sicherer in seinen Aktionen. Sergio Busquets als Achter wegen der Verletzung von Iniesta funktionierte sehr gut. Sein Ballgewinn leitete das 1:1 ein. Jordi Albas Einwechslung ließ das Spiel endgültig kippen, während auch Munir und Sergi Roberto einen sehr großen Einfluss auf das Spiel hatten.

Leverkusen fehlte es insgesamt an der nötigen Ruhe, um aus ihren Ballgewinnen mehr zu machen. Ihr intensives Pressing übertrug sich auf ihr gesamtes Spiel, was dazu führte, dass sie oftmals zu hektisch und unüberlegt agierten.

Über 90 Minuten betrachtet war Barça die bessere Mannschaft, hatte mehr Chancen und auch die bessere, weshalb sie am Ende verdient gewannen. Dennoch war der erste Durchgang nicht gut, was einfach am Fehlen von weiteren pressingresistenten Spielern lag. Lionel Messi ist hierbei nicht einmal unbedingt das Problem, sondern viel mehr das Fehlen von Jordi Alba. Die Wirkung, die er auf das Spiel hatte war kaum zu übersehen und ist nicht vergleichbar mit jener von Mathieu, der wiederum später in der Innenverteidigung einen guten Job machte.

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