FC Barcelona gegen Ajax Amsterdam – Spielanalyse

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Es ist endlich soweit, die Champions League ist zurück! Der FC Barcelona startete mit einem Heimspiel gegen Ajax Amsterdam in dieses Turnier und siegte vermeintlich locker mit 4-0.

 Tata Martino gab Cesc Fàbregas den Vorzug vor Xavi. Ansonsten war alles wie erwartet:

Einwechslungen:

71. Xavi für Fàbregas
71. Pedro für Neymar
79. Bartra für Piqué

Defensiv mit einem Hauch von Barça

Die Holländer, die prinzipiell einen ähnlich offensiven Stil wie Barça zu spielen pflegen, passten sich dem Gegner an und richteten ihr Hauptaugenmerk auf die Defensive. Sie standen kompakt in der eigenen Hälfte und verstanden es gut, Barças Mittelfeld zu stören und oftmals daran zu hindern, etwas Kreatives auf die Beine zu stellen. Dazu standen auffallend häufig zwei eigene Mittelfeldspieler bei Barças Achtern Iniesta und Fàbregas, um diese nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Mindestens einer dieser Spieler versuchte dann auch seinen jeweiligen Barça-Gegenspieler in Manndeckung zu nehmen. Auch Messi wurde gut bearbeitet, wenn er sich zurückfallen ließ, jedoch schaffte er es einige gefährliche Situationen heraufzubeschwören.

Konnte Ajax das Mittelfeld der Katalanen noch vergleichsweise gut unter Kontrolle halten, so war ihre rechte defensive Seite phasenweise komplett überfordert. Dies lag daran, dass die meisten Holländer im Zentrum standen und van Rhijn somit oftmals alleine gegen Neymar spielen musste –  ein Duell, welches er vor allem in den ersten 20 Minuten sehr oft zu führen hatte und praktisch immer verlor.
Über die linke Seite ließ Ajax nicht ganz so viel zu, zeigte sich aber auch dort immer wieder etwas wacklig und hatte einmal großes Glück, als der Schiedsrichter den enteilten Alexis Sánchez zu Unrecht wegen einem Foulspiel zurückpfiff.

Beachtlich war Amsterdams Bestreben, sich spielerisch aus allen Situationen zu lösen. Selbst wenn sie am eigenen Strafraum stark bedrängt wurden, lösten sie diese Situationen quasi immer spielerisch, fast schon im Stile von Barcelona. Dass diese Vorgehensweise nicht immer die beste ist, beweisen zwei Szenen: Zum einen der unnötige Ballverlust der Gäste beim 4-0 sowie der Ballverlust von Barça, der letztlich in einem Elfmeter resultierte. Beide Male wäre es sinnvoller gewesen, den Ball einfach rauszuhauen, denn so schön und effektiv das spielerische Lösen solcher Probleme ist, man sollte es nicht überreizen, denn ein kleiner Fehler kann hierbei direkt zu einem Gegentor führen.

Offensiv zu harmlos, bis nach dem k.o.

Die holländischen Gäste hielten sich im ersten Durchgang defensiv noch recht wacker, versäumten es aber für Entlastung zu sorgen. Die meisten Konterchancen wurden durch schlampige Abspiele oder technische Fehler unterbunden, während andere durch Einfallslosigkeit oder einfach gutes Abwehrverhalten des Gastgebers gestoppt wurden. Im ersten Durchgang gab es zwei gute Chancen für Ajax, aber beide Male scheiterten die Holländer am hervorragend aufgelegten Víctor Valdés: Zunächst parierte dieser einen Kopfball, welchen Mascherano nach einer Fehleinschätzung von Bojans Flanke nicht mehr verhindern konnte, und danach entschärfte er einen Schuss, der viel gefährlicher hätte kommen müssen.

Danach kam offensiv erstmal nichts mehr von den Gästen. Barcelona machte mit der Zeit die Tore und Ajax schwanden die Kräfte und die Hoffnungen sowieso, denn spätestens nach dem 3-0 war das Spiel entschieden. Nach dem 4-0, dem endgültigen k.o., kamen die Gäste aber wieder nach vorne. Sie zwangen Valdés zu zwei sehr guten Paraden und holten einen Elfmeter heraus, den sie aber auch nicht nutzen konnten – und das lag wiederum an Barças starkem Schlussmann.

Ajax zeigte sich bemüht und gefällig, machte aber letztlich einfach zu viele Fehler, sowohl offensiv – wo man die Chancen, die man hatte, einfach nicht verwertete – als auch defensiv, wo sie sich nicht nur bei den Gegentoren teils viel zu naiv verhielten. Über weite Strecken des Spiels war ihre defensive Leistung solide, aber in den entscheidenden Szenen eben nicht. So beispielsweise beim 2-0, bei dem sich die Gäste im Camp Nou auskontern lassen, was natürlich niemals in dieser Art und Weise geschehen darf.

FC Barcelona – kaum mehr als nötig war

Barça spielt nicht von Beginn an volles Tempo. Die Katalanen spielten geduldig und legten sich den Gegner zurecht. Nach und nach erspielten sie sich einige Chancen, vor allem über den sehr starken Neymar und den dreifachen Torschützen Messi. Das erste Tor fiel dann durch einen Freistoß und weitere Treffer gab es erst nach der Pause.
Nach dem 2-0 ergaben sich immer mehr Räume, auch weil Ajax leicht einbrach und somit war es letztlich für die Katalanen ein Leichtes, dieses Spiel souverän über die Runden zu bringen.

Doch es fiel auf, dass die Zentrale gerade im ersten Durchgang zu wenig Einfluss auf das Spiel hatte. Sowohl Fàbregas als auch Iniesta, dieser vor allem im zweiten Durchgang, machten ihre Sache ordentlich und begingen kaum Fehler. Jedoch fehlten die entscheidenden Impulse nach vorne, welche gegen eine defensiv relativ kompakte Mannschaft sehr hilfreich gewesen wären. Natürlich spielte hierbei auch die teils praktizierte Manndeckung von Ajax eine Rolle, aber dagegen muss man eine Lösung finden und es schaffen sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Und dann auch mal individuell zu befreien, da dies auch dem Team zugute kommen würde.
In Halbzeit zwei wurden dann beide stärker, auch weil die Gäste schwächer wurden. Interessant war Xavis Leistung nach seiner Einwechslung. Natürlich hatte Ajax zu diesem Zeitpunkt schon etwas abgebaut, dennoch wirkte Xavi sehr frisch und kreativ. Er belebte das Spiel, gab gute Impulse nach vorne und war auch gegen den Ball sehr brauchbar. Es bleibt zu hoffen, dass Martino ihn auch weiterhin regelmäßig schonen wird. Denn Xavi ist immer noch ein fantastischer Fußballer, aber um das zu zeigen, muss er einfach komplett fit sein und das geht in seinem Alter nur, wenn man ihm genug Pausen gibt.

Neymar war auf dem linken Flügel ein absoluter Aktivposten. Er hielt den Gegner in Schach, zeigte sich spiel- und dribbelfreudig und auch selbstbewusst. Das kam vor allem in seinen Torabschlüssen zum Ausdruck. Teilweise fällt noch auf, dass die Abstimmung mit dem Team noch nicht so ganz stimmt, aber das wird mit der Zeit kommen, ebenso wie die Tore. Aber auch ohne Tore ist Neymar ein unglaublich belebender Faktor im Spiel des FC Barcelona, der den Katalanen sehr viel bietet, defensiv wie offensiv. Seine Pässe müssen zwar teils auch noch etwas feinjustiert werden, aber nachdem er in den bisherigen Spielen fast immer querlegte, ist es ihm nicht zu verdenken, dass er gegen Ajax mal etwas öfter den eigenen Abschluss suchte.

Defensiv über weite Strecken souverän, aber nicht über 90 Minuten

Der FC Barcelona wirkte defensiv ziemlich ordentlich. Adriano hatte seine Seite im Griff, Alves ebenso. Busquets wurde nicht so sehr alleine gelassen wie gegen Sevilla und erledigte seinen Job auch wieder zuverlässig. Piqué und Mascherano spielten beide solide bis gut, hatten aber auch einige kleinere Fehler beziehungsweise Abstimmungsprobleme in ihrem Spiel. Dass Ajax diese nicht nutzen konnte, lag hauptsächlich an Valdés, aber auch teilweise an der eigenen Unzulänglichkeit der Gäste. Über die Fehler nach dem 4-0 kann man eventuell noch hinwegsehen, da das Spiel entschieden war und die Konzentration nachgelassen hat. Jedoch dürfen solche Fehler wie die beiden, die zu den guten Möglichkeiten für Ajax im ersten Durchgang führten, einfach nicht vorkommen.
Gerade bei so einem engen Spielstand muss man komplett fokussiert zu Werke gehen in der Defensive. Man ist verpflichtet, seine Gegenspieler im Auge zu behalten und im Mannschaftsverbund die Lücken – soweit es geht – zu stopfen, damit der Gegner nicht zu Chancen kommt. Das war in diesem ersten Champions League Spiel des FC Barcelona nicht immer der Fall und daran muss gearbeitet werden, denn sowohl in der Liga als auch in Europa werden noch Gegner kommen, die solche Fehler ausnutzen werden.

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