FC Barcelona gegen FC Bayern München: Spielanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Durch eine erneute Niederlage gegen den deutschen Rekordmeister scheidet der FC Barcelona verdient aus der Champions League aus.


Das Spiel der Bayern

Bayern trat – bis auf Dante – mit seiner Topbesetzung an und war darauf bedacht, defensiv sicher zu stehen und dann durch einen Konter den Finaleinzug praktisch perfekt zu machen. Wie man am Ergebnis sieht, klappte dies ganz gut. Die Münchner agierten sehr konzentriert und ließen nur wenig zu. Chancen hatte Barcelona dennoch, jedoch waren diese aus verschiedenen Gründen kaum einmal gefährlich. Bayern selbst kam zu einigen guten Konterchancen, aufs Tor schossen sie aber nur zweimal. Auch deswegen ist das Ergebnis am Ende zu hoch und vermittelt ein Bild von einem Spiel, wie es eigentlich nicht stattfand.

Wie umgehen mit der gelben Angst?

Ganze sechs Spieler der Bayern waren gelb vorbelastet und somit in Gefahr bei der nächsten Verwarnung das Finale zu verpassen. Was machte Jupp Heynckes? Ließ er alle Vorbelasteten draußen oder ging er volles Risiko? Bis auf Dante, der vom zuletzt sehr starken Van Buyten ersetzt wurde, spielten alle gelb Vorbelasteten, die auch im Normalfall zur Startelf gehören, sprich Lahm, Schweinsteiger und Martínez.

Gerade diese Spieler mussten dann natürlich darauf achten, keine unnötigen Fouls zu begehen und den Gegner im Notfall auch einfach mal vorbeilassen. Ein Javi Martínez ist beispielsweise eigentlich ein Spieler, der gerne mal auch etwas rustikaler zur Sache geht, aber im Camp Nou hielt er sich zurück und verhielt sich taktisch sehr diszipliniert. Auch ohne diese etwas rustikalere Spielweise machte er ein gutes Spiel und wirkte sehr präsent. Philipp Lahm beging sein erstes Foul schon in den Anfangsminuten, jedoch war es auch gleichzeitig sein letztes. Von da an galt für ihn dasselbe wie für seine „Leidensgenossen“, er spielte ruhig und abgeklärt und lief in keiner Phase des Spiels Gefahr, eine gelbe Karte zu sehen.

Dadurch, dass eben diese drei Spieler sich etwas zurückhalten mussten, kam es noch mehr als schon im Hinspiel darauf an, dass die vier offensiven Spieler mit nach hinten arbeiteten. Dies taten sie auch sehr gut. Gerade die Flügelspieler Robben und Ribery mussten auch aus dem Grund, dass bei Barcelona Alves und Adriano sehr hoch spielten, mit nach hinten gehen, um ihre Außenverteidiger zu unterstützen. Auch Müller und Mandzukic arbeiteten sehr gut nach hinten und setzten Barcelona unter Druck. Sie halfen vor allem ihrer gelb vorbelasteten Doppelsechs phantastisch und nahm großen Druck von ihr, da sie den Gegner direkt mitbearbeiteten und so auch oft die Möglichkeit bestand, dass – wenn man Foul spielen muss – dies einer der zu Hilfe geeilten Offensivspieler übernehmen konnte.

Das Spiel von Barcelona

Barcelona versuchte insgesamt viel, aber man merkte einfach, dass die Mannschaft physisch auf dem Zahnfleisch geht. Offensiv versuchte man immer wieder für Gefahr zu sorgen, aber es brachte am Ende alles nichts. Defensiv ging man mit einer sehr offensiven Dreierkette ein großes Risiko ein, was in der zweiten Halbzeit auch bestraft wurde.

Klassisch oder mit viel Risiko?

Barcelona startete nicht wie gewohnt mit einer Viererkette, sondern mit einer sehr offensiven Dreierkette. Alves und Adriano agierten als Mittelfeldspieler bzw. als Flügelstürmer. Sie halfen zwar auch immer wieder hinten aus, aber gegen die schnellen Konter der Bayern waren sie oft zu spät dran, da sie es verständlicherweise nicht schafften, in der nötigen Geschwindigkeit über den ganzen Platz zu rennen.

Hinten verteidigten Bartra, Song und Piqué. Diese Drei machten das auch insgesamt gut. Sie gewannen viele Zweikämpfe und unterbanden viele mögliche Konter der Bayern, auch durch gut getimtes Herausrücken. Bartra wirkte das eine oder andere Mal noch etwas unerfahren, aber insgesamt machte er seine Sache – wie schon im Hinspiel – sehr ruhig und gut. Er spielte konzentriert und wirkte zwar, wie gesagt etwas unerfahren, aber gleichzeitig auch selbstbewusst.

Wie entstanden die Tore?

Kamen die Bayern mal mit ihren Kontern durch, so konnten die Defensivspieler diese noch im letzten Moment klären. Früh in der zweiten Halbzeit klappte dies aber nicht mehr. Ein langer Ball von Alaba auf Robben wurde nicht gut verteidigt von der eingerückten und noch unsortierten Barcelona-Abwehr. Danach blieb Adriano im Eins-gegen-Eins zu passiv gegen Robben, wodurch dieser in seiner gewohnten Manier einziehen und vollenden konnte.

Beim 2-0 wird Robben nicht gestört und kann ungehindert zu Ribery durchstecken, der dann in die Mitte flankt, wo Piqué den Ball ins eigene Netz befördert. Diese Szene war bezeichnend für das Spiel: Piqué will den Ball klären, haut ihn aber mit seinem Schienbein ins eigene Tor.

Der letzte Treffer entstand auch über Ribery. Der Franzose nahm Tempo auf und wurde von Song nicht genügend  gestört. Der Kameruner schaffte es nicht, bei dem erhöhten Tempo mit genügend Physis dagegen zu halten, vielleicht auch, weil er kein Foulspiel riskieren wollte. Ribery flankt dann in die Mitte, wo Bartra einmal zu spät kommt und Müller dann einköpft.

Fazit

Alles in Allem war Barcelona wirklich bemüht, aber man sah der Mannschaft einfach an, dass sie physisch irgendwann nicht mehr konnte. Spätestens nach dem 0-1 war dann auch die Luft raus und die Mannschaft litt merklich auf dem Feld. Nach vorne versuchte man Gefahr auszustrahlen, aber insgesamt war es einfach zu harmlos. Der Ball wollte auch einfach nicht reingehen. Xavi schoss aus guter Position über das Tor, Pedro und Villa schossen aus guten Positionen zu zentral und zu ungefährlich, Villa köpft an den Pfosten, Pedros einzig guter Schuss wird stark von Neuer pariert und letztlich blieb es dann torlos für Barça.

Barcelona spielte in der ersten Halbzeit insgesamt gut, aber es war einfach nicht genug. Jedoch drückt das 0-3 auch nicht aus, wie es wirklich war. Die Bayern hatten weniger Chancen, aber die gefährlicheren. Dass es 0-3 ausging, spiegelt nicht den Spielverlauf wieder und das schmerzte Spieler und Fans noch mehr.

Der FC Bayern ist der hochverdiente Finalist, gewann aber beide Spiele – bei aller Überlegenheit – zu deutlich. Am Ende sehen die Ergebnisse drastischer aus, als sie sind und das ist wohl das Schmerzlichste für Barcelona. Man muss jetzt im Sommer die bekannten Schwachstellen im Kader beheben und dann einen neuen Versuch starten, die Champions League zu gewinnen.

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