FC Barcelona – Tottenham: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Am heutigen Dienstag traf der FC Barcelona zum letzten Champions-League-Gruppenspiel auf die Londoner Mannschaft von Tottenham Hotspur. Für Barça ging es um nichts mehr, da der katalanische Klub bereits vor der Partie als Gruppenerster der Gruppe B feststand. Tottenham hingegen kämpfte noch um den Einzug in die KO-Runde und konnte einem (in Relation zur Aufstellung) recht starkem Barcelona durchaus viel entgegen setzen, sodass sich Barça häufiger bei Schlussmann Jasper Cillessen bedanken konnte und die Spurs im Camp Nou ein Remis erreichten. Woran das lag? Im Rahmen unserer 3 Brennpunkte erfahrt ihr es.

Barças Mittelfeld

Mehrere erfreuliche Nachricht für alle Barça-Fans fanden sich bereits in der Startaufstellung des amtierenden Tabellenführers der spanischen Eliteliga. Beginnen wir im Mittelfeld. Dort standen mit Arthur und Carles Aleñá zwei Spieler auf dem Feld, welche das Mittelfeld des katalanischen Klubs in den nächsten Jahren entscheidend prägen könnten. Komplettiert wurde das Trio in der Zentrale von Ivan Rakitić, welcher die alleinige 6er-Position von Sergio Busquets übernahm. Das Mittelfeld machte seine Sache dabei durchaus nicht schlecht, auch wenn es dem Trio in dieser ungewohnten Konstellation sichtlich schwer viel, ein dominantes Spiel aufzuziehen, insbesondere, da es gegen eine Topmannschaft wie Tottenham ging. Arthur und Rakitić waren dabei vor allem für das Absichern der Angriffe und das initiieren von ballsichernden und organisatorsichen Aktionen verantwortlich. Aleñá sollte gemeinsam mit dem oft nach innen rückenden Coutinho für das Bieten von Anspielstationen in der offensiven Linie vor den Stürmern sorgen und somit Torgefahr in Barcelonas Spiel bringen. Das klappte nur bedingt, da Tottenham es gut verstand, das Mittelfeld dicht zu machen und diese Anspiele zu unterbinden. Darüber hinaus war es für den FC Barcelona sehr schwer Torgefahr zu kreieren, da Munir in der Sturmspitze keine besonders verlässliche Passoption darstellte, wenn Coutinho oder Aleñá dann mal am Ball waren. Die Dominanz wurde zur zweiten Halbzeit zunächst etwas stärker, als Busquets und Messi ins Spiel kamen. Busquets war in der Lage, dem Spiel mehr Ordnung zu geben, als es Rakitić vermochte und überspielte zudem die gegnerischen Pressinglinien ein ums andere mal mit präzisen Schnittstellenpässen. Zudem agierte Aleñá durch die Herreinahme von Messi etwas zurückgezogener und konzentrierte sich neben Busquets und Arthur mehr um das Kombinationsspiel im Mittelfeld. Mit zunehmender Spieldauer (und bedingt durch ein unter Zugzwang stehendes Tottenham) geriet der FC Barcelona allerdings mehrmals kräftig ins Schwimmen. In dieser Phase wollte man sich auf ein sicheres Konterspiel fokussieren, zu dem allerdings oftmals die defensive Stabilität fehlte, was den Londonern viele gefährliche Torchancen bescherte. Dies lag vor allem an einer weiteren Entscheidung des Trainers.

Miranda von Beginn an

Mit der Aufstellung von Miranda auf der Linksverteidigerposition sorgte Valverde zunächst für leuchtende Augen unter den Anhängern des FC Barcelona. Der Youngster machte seine Sache durchaus ordentlich, vergaß, beflügelt durch eine starke erste Halbzeit, allerdings oftmals die Defensivarbeit. Seine Aufgabe bestand vor allem im Bearbeiten der linken Seite, sowohl offensiv als auch defensiv. Das lag, wie bereits beschrieben, daran, dass Coutinho sich in erster Linie auf das Verstärken der offensiven Zentrale fokussierte. Insgesamt funktionierte das in der ersten Halbzeit wirklich gut. Immer wieder kam Miranda über die linke Seite, blieb dabei allerdings recht ungefährlich. Trotz allem waren seine Aktionen wichtig für die Breite des Spiels und speziell dafür, die gegnerische Defensive in seine Richtung zu ziehen, um der Zentrale etwas mehr Platz zu verschaffen. In der zweiten Halbzeit, speziell in Tottenhams langer Drangphase, klappte das weniger, da sich Miranda zu sehr auf der offensiven Außenposition aufhielt. Später wurde dieser Fehler korrigiert und der Youngster orientierte sich eher an die Seite von Vermaelen und Lenglet in die Innenverteidigung, wodurch die linke Seite meistens komplett vernachlässigt wurde, was zu vielen Angriffen seitens der Spurs über diese Außenbahn führte. Coutinho orientierte sich dorthin zwar defensiv, jedoch zeigte sich, dass dessen Fähigkeiten in der Verteidigung bei weitem nicht ausreichen, um es auf diesem Niveau mit Spielern dieses Kalibers aufzunehmen. In jedem Fall war dies taktisch äußerst unklug gelöst, was jedoch eher Valverde zuzuschreiben ist, als Miranda.  

Dembélé in der Startformation

Überraschend, gerade durch die vor dem Spiel ausgesprochenen Sanktionen, stand Ousmane Dembélé in Barças Startformation. Er lieferte dabei phasenweise sehr gut ab, was in seinem recht frühen Führungstreffer mündete. Diesen erzielte er nach einer starken Balleroberung und einem schnellen Sprint vorbei am gegnerischen Verteidiger, dem einer von Dembélés typischen Richtungswechsel folgte, mit dem der Gegner verladen wurde. Es war einer dieser Momente, in dem man sich fragte, welchen Stellenwert der junge Franzose in Barcelonas Team hätte, wenn er die ständigen Disziplinlosigkeiten vermeiden würde. Insgesamt kam allerdings recht wenig vom Flügelstürmer. Bis auf ein bis zwei ähnlich spektakuläre Aktionen war von Dembélé nicht allzu viel zu sehen. Diese müssen außerdem vor dem Hintergrund relativiert werden, dass der Franzose mit Tottenhams Walker-Peters meistens einen Champions-League-Debütanten und somit ein absolutes Mismatch gegen sich hatte, welches seinerseits in vielen Situationen eine recht unglückliche Figur abgab. Das war unter anderem beim angesprochenen Führungstreffer der Fall. In der 76. Minute war sein Arbeitstag beendet und er wurde für Denis Suárez ausgewechselt. Die wenigen hellen und trotzdem oft entscheidenden Momente sollten ihn trotz allem auch in den nächsten Spielen nahe an der Startformation halten.

 

 

 

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