3 Brennpunkte zum Spiel: Rom-Debakel hat Spuren hinterlassen

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Durch eine 0:4-Klatsche gegen den FC Liverpool verspielte der FC Barcelona seinen Hinspiel-Vorsprung und verpasst damit das Finale der Champions League. Im Fokus der Brennpunkte: Jordi Albas rabenschwarzer Abend und der psychologische Effekt des Rom-Debakels. 

Jordi Albas schwarzer Abend

Der spanische Linksverteidiger spielt eine seiner besten Saisons überhaupt bisher, aber an der Anfield Road machte er sein schwächstes Spiel der Saison. Das erste Tor schenkte er unnötig her, als er Mané in seinem Rücken übersah und den Ball leichtsinnig nach hinten köpfte. Vor dem 2:0 versuchte er an seinem Gegenspieler vorbei zu laufen, verlor dabei aber den Ball, was schließlich zu dem Tor führte. Vor dem gegnerischen Tor tauchte er auch einmal auf, vergab dabei eine große Chance, wenngleich der Ball auch nicht allzu leicht zu kontrollieren war und Alisson stark parierte. Ansonsten war Alba offensiv zwar präsent und presste auch gut, doch es fehlten die wirklich klaren, die wirklich guten Aktionen nach vorne. Zu viele seiner wenigen Hereingaben kamen zu ungenau, wodurch die ein oder andere Möglichkeit nicht gut genug zu Ende gespielt wurde. Ein rabenschwarzer Abend für den ansonsten so zuverlässigen Dauerläufer. 

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Eigentlich alles im Griff und trotzdem raus

Liverpool begann sehr stark und Barcelona brauchte ein wenig, um sich aus dem Pressing der Gastgeber zu befreien. Nach ungefähr zehn Minuten hatte sich die Blaugrana aber angepasst und hatte das Spiel eigentlich im Griff. Nach vorne setzte man immer wieder gefährliche Nadelstiche, konnte die vielen Chancen aber nicht nutzen. Im zweiten Durchgang begann es ähnlich, bis die Blaugrana den Reds das 2:0 schenkte, der unmittelbare Doppelschlag von Wijnaldum zum 3:0 machte das Hinspielergebnis wett. Danach beruhigte sich das Geschehen allerdings wieder und die Mannen von Ernesto Valverde hatten das Spiel wieder im Griff Barça war auf das 3:1 aus, schien die Kontrolle über das Spiel zu haben und ruhig zu bleiben – doch in die gute Phase folgte schließlich das schlitzohrige Tor der Gastgeber nach einem Eckball, das die Entscheidung herbeiführte. Im Endeffekt schenkte Barça zu einfach die Tore her und war vor dem Tor nicht konsequent genug, denn mehr Chancen hatte Barcelona. Liverpool nutzte einfach nur jede ihrer Chancen. Insgesamt – so komisch das klingen mag – nicht mal unbedingt ein schlechtes Auswärtsspiel. Wenn die Unkonzentriertheiten hinten und vorne nicht gewesen wären.

Rom im Hinterkopf

Wie genau dieses Ergebnis zustande gekommen ist, lässt sich nur schwer erklären – Psychologie dürfte aber ein großer Faktor sein. Durch Wijnaldums Doppelschlag stand es plötzlich 0:3 und es ist stark davon auszugehen, dass den Barcelona-Spielern das Debakel in Rom in den Kopf kam. Nach dem 0:1 fanden sie schnell ins Spiel und kontrollierten es gut, aber nach diesem Doppelschlag schienen die Geister der Vergangenheit zurück zu kehren und das, obwohl Barcelona auch danach noch vieles richtig machte, aber selbst einfach nicht mehr gut genug nach vorne spielte. Es ist eigentlich unfassbar, dass so eine Mannschaft zwei Jahre in Folge auf eine solche Weise ausscheidet, allerdings gibt es gravierende Unterschiede zur Pleite in Italien: Letztes Jahr schied man völlig verdient aus, denn die Leistung in Rom war von hinten bis vorne katastrophal. Dieses Jahr ist es nur schwer zu fassen, wie man ausscheiden kann, nachdem man so wenig zugelassen hat und in der ersten Halbzeit selbst so viele gute Möglichkeiten kreieren konnte. Die Mannschaft machte das lange Zeit wirklich ordentlich und scheiterte letztlich nur an sich selbst – und wahrscheinlich am psychologischen Effekt des Rom-Debakels 2018.

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