Spielanalyse | Barça bezwingt Juventus Turin

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Mit 3:0 hat der FC Barcelona sich gegen Juventus Turin am ersten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase durchgesetzt und somit die gute Form aus den letzten Spielen bestätigt. Lange Zeit befanden sich die Mannschaften auf Augenhöhe, bis Lionel Messi das 1:0 kurz vor der Halbzeitpause erzielt hat. Daraufhin war zunehmend ein Spiel auf ein Tor zu sehen – nämlich auf das Tor von Buffon. Dieser musste in der zweiten Halbzeit zwei weitere Gegentreffer hinnehmen. Ivan Rakitić erzielte das 2:0, Messi machte mit seinem Doppelpack den Sieg und die Tabellenführung perfekt.


Der FC Barcelona startete mit Marc-André ter Stegen im Tor. Die Viererkette bestand aus Nélson Semedo, Gerard Piqué, Samuel Umtiti und Jordi Alba. Das Mittelfeld wurde von Sergio Busquets, Andrés Iniesta und Ivan Rakitić gebildet. Im Sturm startete der Neuzugang Ousmane Dembélé neben Luis Suárez und Lionel Messi.


Ein Spiel auf Augenhöhe: Barça und Juventus schenken sich nichts

Juventus Turin setzte zu Beginn der Partie zunächst auf ein hohes Pressing, mit dem die Katalanen tief in die eigene Hälfte gedrückt werden sollte. In der Theorie würden die Blaugranas nur schwierig über die Mittellinie kommen und folglich kaum Torgefahr ausstrahlen. Zwar schafften es die Italiener, den FC Barcelona weitestgehend daran zu hindern, gefährlich vor das Tor zu gelangen, muss auf der anderen Seite wiederum festgehalten werden, dass die Blauroten das gegnerische Pressing relativ einfach umspielen konnten. Hierbei ließ sich Sergio Busquets zunächst tief zwischen den beiden Innenverteidigern fallen, wonach die beiden Außenverteidiger aufgerückt sind. Hierdurch wurde es dem FC Barcelona möglich, die komplette Breite des Spielfelds zu bespielen, was den Verteidigern und auch Marc-André ter Stegen die Aufgabe erleichterte, den Ball sicher an den Mann zu bringen. Es war beim gegnerischen Pressing also ein 3-4-3 zu sehen. Dennoch schaffte es Barça vorerst nicht, gefährliche Aktionen vor dem gegnerischen Tor zu kreieren – ganz im Gegenteil: Juventus Turin wusste sehr wohl, wie zu agieren ist, um den FC Barcelona vom letzten Spielfelddrittel fernzuhalten. Im 3-4-3-System, welches die Rückzugsformation nach dem Pressing von Turin war, wusste die ‚alte Dame‘ die Lücken im Mittelfeld zu schließen. Hierbei deckten die Mittelfeldspieler die gesamte Spielfeldbreite bei gegnerischem Ballbesitz ab, während der Dreiersturm vor allem im Zentrum die Anspielstationen zu stören versuchte. Konnten sich die Blaugranas dagegen im Mittelfeld festsetzen, rückte Juventus noch tiefer in einem 4-3-2-1-System ein, womit die Zwischenräume gut abgedeckt worden sind. Man lauerte folglich auf die Fehler des Gegners, um eiskalt zuzuschlagen.

FC Barcelona und Juventus Turin mit derselben Vorgehensweise nach Fehlern

Passierten eben jene Fehler, so schalteten die beiden Mannschaften schnell um. Nur sah es am Anfang danach aus, als würde der FC Barcelona nicht wirklich zum Zug kommen und Juve dem 1:0 näher sein. Immerhin war das Spiel der Gastgeber zunächst auch von einigen Ungenauigkeiten geprägt, wie auch die erste Chance für Juventus zeigt, als Umtiti zu schnell aus der Verteidigungslinie rausrückt und so Freiräume für den Gegner schafft. Der darauffolgende Fernschuss hätte gut und gerne im Tor landen können, Marc-André ter Stegen reagiert allerdings wunderbar und pariert. Auch in der Folgezeit verliert Messi zweimal leichtsinnig den Ball im Mittelfeld – einmal pfeift der Schiedsrichter einen Freistoß für ‚la pulga‘, beim zweiten Mal – nur wenige Sekunden später – schaltet Juventus auf fairem Wege um und hätte mit etwas mehr Genauigkeit den Ball auch gefährlich vor das Tor bringen können. Barças defensives Umschalten zum 4-4-2 klappt bis dahin nicht reibungslos, sodass die Abstände zwischen Mittelfeld und Abwehr während der Defensive noch zu groß und für Juventus zu einfach zu bespielen sind. Ein weiterer Grund für die mangelnde Offensivgefahr bei den Blaugranas ist die Positionierung Luis Suárez gewesen. Da er in der Regel auf der Außenbahn stand und Lionel Messi als Freigeist agiert hat, war das Zentrum verwaist, sodass die Mitte weniger gut bespielt werden konnte und dort auch weniger Spieler gebunden werden konnten. Den Hausherren fehlte es folglich an der Durchschlagskraft in der Mitte.

Dennoch sollte nicht Juventus das Tor erzielen, sondern der FC Barcelona mit der ersten guten Chance in diesem Spiel. In der 45. Spielminute treibt Messi den Ball nach vorne. Juventus fand sich zuvor in der Offensivbewegung und schafft es nicht rechtzeitig nachzurücken. Jordi Alba sprintet wie gewohnt die linke Seite entlang und bindet den gegnerischen Außenverteidiger, wogegen sich Luis Suárez ins Zentrum orientiert. Messi spielt Luis Suárez an, dieser lässt klatschen und Messi netzt in der 45. Minute in gewohnter Manier ins lange Eck zum 1:0 ein. Auch das 3:0 durch Lionel Messi entsprang eines schnellen Umschaltens. Auch hier treibt Messi den Ball wieder schnell nach vorne, zieht gegen zwei Spieler nach innen und zieht ab – Buffon ist machtlos! Beim zweiten Treffer schafft es der FC Barcelona dagegen die gesamte Spielfeldbreite zu bespielen und hebelt auf diese Weise die Defensivordnung der Italiener aus. Luis Suárez, der im Zentrum an den Ball gelang, zieht hierbei mehrere Spieler auf sich, sieht aber, dass auf der rechten Seite Messi durchstartet. Weil sich der Außenverteidiger in Richtung Suárez orientiert, ist diese Seite frei. Messi befindet sich nun im Strafraum, seine Hereingabe wird zwar noch geblockt, aber im Rückraum steht der Kroate Rakitić richtig, der sicher trifft.

Barça schaltet ein paar Gänge zurück, Juventus kommt nicht mehr ins Spiel

Infolge des 3:0 sah sich der FC Barcelona in der Lage, ein paar Gänge zurück zu schalten. Es schlichen sich dadurch zwar wieder Fehler ein, diese konnten allerdings in der Regel ausgemerzt werden, denn schaffte es Juve eben nicht auf diese Fehler angemessen zu reagieren. Das Pressing der Gäste wurde schwächer und unkontrollierter, sodass zwischen der Verteidigungs- und der Offensivlinie eine große Lücke klaffte, die die Katalanen einfach bespielen konnten. Daher blieb es auch beim 3:0.

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