Spielanalyse | FC Barcelona – Mönchengladbach: Barça lässt den ‚Fohlen‘ keine Chance

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Am letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase bezwang der FC Barcelona am gestrigen Abend die Gäste aus Mönchengladbach mit 4:0. In der ersten Halbzeit war es Lionel Messi, der den FC Barcelona mit 1:0 zur Führung schoss. Arda Turan erzielte daraufhin in der zweiten Halbzeit drei Tore für die Katalanen und sorgte für den 4:0-Endstand. Die Blaugranas gaben den ‚Fohlen‘ kaum eine Chance, sich zu entfalten, sodass sie nicht ins Spiel gekommen sind.

Im Tor befand sich diesmal Jasper Cillesen. Die Abwehrkette wurde von Lucas Digne, Javier Mascherano, Samuel Umtiti und Aleix Vidal gebildet. Im Mittelfeld agierten Denis Suárez, Andrés Iniesta und André Gomes, der diesmal die Sechserposition bekleidet hat. Das Sturmtrio bestand aus Lionel Messi, Paco Alcácer und Arda Turan.

Borussia Mönchengladbach zieht sich weit zurück

‚Die Fohlen‘ zogen sich schon seit Beginn des Spiels weit in die eigene Hälfte zurück. Ein Offensivpressing war nicht zu sehen. Wohl deswegen, weil man weiß, dass die Katalanen in der Regel im heimischen Camp Nou besser mit solchen Drucksituationen umzugehen wissen als in der Ferne, was auch vor allem in dieser Spielzeit tatsächlich so ist. Durch eine stabile Defensive sollte das primäre Ziel möglichst wenige Gegentore hinzunehmen oder gar einen Punkt aus Katalonien zu klauen, realisiert werden. Hierbei verschoben die Gladbacher bei gegnerischem Ballbesitz, sobald sich der Ball am Mittelkreis befand, in ein 4-4-2-System. Erst nachdem der FC Barcelona weiter nach vorne drang, verdichtete sich das Netz. Die Abstände zum nächsten Nebenmann wurden kleiner gehalten. Der äußere Mittelfeldspieler rückte je nach Spielverlagerung in die Außenverteidigerposition ein, sodass eine Fünferabwehrkette entstand. Weiterhin rückte ein Stürmer ins Mittelfeld, um auch hier mindestens genauso Spieler aufzubieten wie beim Gegner. Man wollte insbesondere Unterzahlsituationen vermeiden und nach Ballgewinnen durch schnelle und direkte Abspiele nach vorne für Torgefahr sorgen. Es entstand also eine 5-4-1- oder gar ein 6-3-1-System, wenn beide äußeren Mittelfeldspieler sich nach hinten orientierten. Nachdem man in der ersten Halbzeit bereits mit 1:0 in Rückstand geriet, man in dieser Halbzeit allerdings grundsätzlich nicht allzu schlecht verteidigt hat, passierte in der zweiten Halbzeit das komplette Gegenteil. Man verlor immer mehr den Zugriff auf Lionel Messi und Co. und war immer einen Schritt – oder zwei Schritte – langsamer. Schlussendlich kassierte man noch drei Tore in der ersten Halbzeit, weil auch aufgrund der Langsamkeit die Abstände zum Nebenmann immer größer wurden und Schnittstellenpässe somit einfacher wurden.

Borussia Mönchengladbach im 4-4-2-System. Hierbei rückt ein Mittelfeldspieler auf und versucht die Ballzirkulation in der Nähe der Mittellinie zu stören.

BreiteAbstande Gladbach

Lionel Messi spielt durch die Lücke zwischen Innen- und Außenverteidiger. Zuvor zieht Denis Suárez den zentralen Verteidiger raus, sodass der Abstand zum Außenverteidiger größer wird. In der Folge erzielt Arda Turan das 3:0.

Der FC Barcelona lauffreudiger, ballsicherer und zielstrebiger als zuletzt

Die Katalanen zeigten im Hinblick auf die vergangenen Spiele nochmal eine Steigerung. Der El Clásico stellte schon eine Steigerung dar – vor allem in defensiver Hinsicht. Offensiv konnte man damals allerdings erst im Laufe der zweiten Halbzeit Akzente setzen, was auch dem Gegner Real Madrid geschuldet war. In dieser Partie zog man ein offensiver ausgerichtetes Pressing auf als zuletzt. In einem 4-1-3-2-System attackierten die Blaugranas bereits die ballführenden Verteidiger und drängten sie so oft in die Außenpositionen. Außerdem verstand man es gut, unter anderem dank Andrés Iniesta, den Ball sehr gut durch die eigenen Reihen laufen zu lassen und auch in den verdichteten Spielfeldabschnitten die Kontrolle zu erlangen, damit der Ball auch in diesen Abschnitten gut zirkulieren konnte. Aufgrund Iniestas Anwesenheit konnte Lionel Messi nun wieder offensiver agieren und so mehr Torgefahr ausstrahlen als zuletzt – auch wenn er während Iniestas Ausfall auch zu Torchancen gekommen ist. Das Aufbau- und Offensivspiel wirkte nun wesentlich kontrollierter und vor allem ruhiger. 

In der Defensivbewegung zog sich der FC Barcelona wie so oft in ein 4-4-2 zurück. Hierbei bewegte sich Arda Turan regelmäßig ins Mittelfeld zurück. Diese Defensivbewegung war allerdings eher seltener zu sehen, weil die Angriffe von den Borussen aus Mönchengladbach oft im Keim erstickt wurden. Dies lag vor allem daran, dass die Katalanen bei gegnerischem Ballbesitz in der Nähe des Balles regelmäßig Überzahlsituationen generieren konnten, was den Ballgewinn erleichtert hat. Dies lässt sich auch in der Statistik lesen, denn die Gäste konnten lediglich einen einzigen Schuss verbuchen – und dieser traf noch nicht einmal das Tor.

Ebenfalls hat sich das Spiel des FC Barcelona durch lange Bälle auf die Außenpositionen, insbesondere auf die rechte Seite, gekennzeichnet. Diese konnte Borussia Mönchengladbach nur ganz schlecht verteidigen. Der FC Barcelona spielte diese Bälle meist dann, als man auf der entgegengesetzten Seite stand. Die Borussia verschob dementsprechend auch, sodass die Außenposition je nach Spielausrichtung frei war. Aleix Vidal nutze diesen Umstand aus und konnte auch einen Assist verbuchen.

Wie hat sich Borussia Mönchengladbach im Vergleich zum Hinspiel verändert?

Die Gladbacher versuchten im Hinspiel vor allem den Katalanen die Kontrolle über das Spiel zu nehmen. Hierbei positionierten sie sich weiter vorne und behinderten im 3-4-3-System bereits den Spielaufbau des FC Barcelona. In dieser Formation war jedem Spieler von Borussia Mönchengladbach zumindest ein Gegenspieler im Mittelfeld zugeteilt. Weiterhin schaffte man es durch schnelle, präzise und direkte Spielzüge in die Offensive das Mittelfeld zu überbrücken, um die weit nach vorne gerückte Mannschaft des FC Barcelona auszukontern, was auch oft geschah.

Im Defensivspiel setzte man zwar weiterhin auf eine Fünferkette, wollte allerdings nicht nur einen Spieler, sondern zwei im Sturm haben. Diese banden die Innenverteidigung. Das Mittelfeld zeigte sich dynamisch und konnte auch dank der disziplinierten Verteidigungsarbeit problemlos verschieben. Interessant zu beobachten war, dass die drei Mittelfeldspieler in der Defensivformation die Aufgabe hatten, das Zentrum abzudichten und gefährliche Pässe zwischen den Ketten abzufangen.

In der gestrigen Begegnung war kaum etwas davon zu sehen. Borussia Mönchengladbach versuchte zwar das Mittelfeld zu verdichten, schaffte es aber nicht, das Laufpensum abzurufen, wozu sie im Hinspiel im Stande waren. Die Aggressivität ließ nach und die Katalanen konnten einfacher zwischen die Ketten spielen. Folglich geht das 4:0 insgesamt auch in Ordnung.

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