Spielanalyse | Paris Saint-Germain überrollt Barça

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„Ici c’est Paris!“ Dieser Spruch hat am gestrigen Abend so gut zum Spiel der Pariser gepasst, denn hat man eine Machtdemonstration sehen können. Paris Saint-Germain hat dem FC Barcelona vier Tore zum Valentinstag (ein-)geschenkt. Es war ein ganz besonderes Spiel für die Pariser. Mit viel Liebe empfang man den FC Barcelona und bearbeitete seine Akteure nach allen Regeln der Taktik-Kunst. Luis Enrique stockte der Atem: „Wie soll ich denn nun reagieren?“ Eine Frage, mit der er sich sicherlich auch nach dem Spiel beschäftigt hat. Mit 4:0 bezwangen die Gastgeber den FC Barcelona, sodass PSG nun mit mehr als einem Bein im Viertelfinale der Champions League steht. 

Barça zeigt in einem Spiel alle Probleme der gesamten Spielzeit auf

Der FC Barcelona agierte im typischen Spielsystem. Überwiegend wurde gestern allerdings ein 4-4-2-System gespielt. PSG scheute nicht davor zurück, den Ball ebenfalls laufen zu lassen und in vielen Spielsituationen die Spielkontrolle an sich zu reißen. In der ersten Halbzeit konnte man aus diesem Grund auch schnell die Probleme bei den Katalanen erkennen. Das Mittelfeld der Blaugranas entpuppte sich als große Schwachstelle, denn konnte man den schnellen Bewegungen der Akteure von Paris Saint-Germain nicht folgen. Es entstanden große Räume zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld. Das war allerdings nicht die einzige Problematik im Defensivspiel, denn die Katalanen schafften es kaum, Überzahlsituationen auf den Außenpositionen zu generieren, sodass den Gastgebern kaum Schwierigkeiten bereitet wurden, sich durch zu kombinieren. Derartige Probleme machten sich insbesondere während des Umschaltspiels bemerkbar, vor allem dann, wenn man sich zuvor in der Offensivbewegung befand. Der Zugriff auf die gegnerischen Spieler ging komplett abhanden.

In der zweiten Halbzeit änderte sich dieses Bild nicht. Der FC Barcelona schaffte es auch diesmal nicht, die Lücken zwischen Mittelfeld und Abwehr zu stopfen, sodass es für PSG auch diesmal ein Leichtes war, durchzudringen. Offensiv konnten die Katalanen noch weniger ausrichten. Bis auf eine Großchance in der ersten und eine weitere Torchance in den Schlussminuten der zweiten Halbzeit war der FC Barcelona inexistent. Viele Ballverluste von Messi und Co. prägten das Aufbau- und Offensivspiel. Der Druck im Mittelfeld durch Paris Saint-Germain in Kombination mit der mangelnden Bewegung der Blaugranas taten ihr Übriges.

Paris Saint-Germain nutzt Fehler des FC Barcelona eiskalt aus

PSG hingegen zeigte sich von einer fantastischen Seite. Zunächst pressten die Pariser hoch im 4-3-3-System. Mit der vorderen Dreierkette ging man insbesondere die Innenverteidigung und den Torwart an, denen kaum Zeit gegeben worden ist, zu handeln und das Spiel aufzubauen beziehungsweise den Ball sicher zum nächsten Mann zu bringen. Im Laufe der Partie und vor allem nach dem 1:0 zog man sich etwas weiter zurück in Richtung Mittelfeld. Die Pariser lauerten hier auf Kontermöglichkeiten, pressten allerdings phasenweise und zwangen den FC Barcelona somit weiterhin zu Fehlern in der eigenen Hälfte. So ist es nicht verwunderlich, dass das 2:0 nach einem unnötigen Ballverlust von Lionel Messi im Mittelfeld entstand. Darüber hinaus agierte man auch in der Defensive souverän. Dem FC Barcelona wurden kaum Möglichkeiten gegeben, bis ins letzte Spielfelddrittel vorzudringen. Zog sich PSG zurück, ist zunächst ein 4-1-4-1 zu sehen gewesen. Folglich hatte man während des Aufbauspiels des FC Barcelona regelmäßig einen weiteren Spieler zwischen der Defensiv- und Mittelfeldkette stehen. Befanden sich die Blaugranas nun in der Mittelfeldregion, verschoben die Pariser in ein 4-4-2-System und übten so auch Druck auf das zentrale Mittelfeld der Katalanen aus. Dem FC Barcelona war es daher kaum möglich, im Mittelfeld Fuß zu fassen. Regelmäßige Rückpässe prägten daher das Spiel Barças.

In der zweiten Halbzeit agierten die Gastgeber zurückhaltender, aber dennoch gefährlich. Man zog sich nun weiter zurück. Immerhin war man sich über eine Sache bewusst: Der Gegner heißt immer noch FC Barcelona! Durch das konsequente Zurückziehen hat man es den Gästen nun schwerer gemacht, ins letzte Spielfelddrittel zu gelangen. Allerdings verschoben auf der anderen Seite die Verteidiger als auch die Mittelfeldspieler des FC Barcelona in höhere Regionen, da der Druck seitens Paris abnahm. Dass dahinter eine bestimmte Idee stand, mussten die Katalanen schmerzlichst erfahren: Zwei Konterangriffe, zwei Tore. Mit 4:0 lag der FC Barcelona nun zurück und konnte nichts mehr ausrichten. Paris hat die nun höhere Positionierung des FC Barcelona infolge des eigenen Zurückziehens eiskalt ausgenutzt.

Fazit

Es war ein Spiel, in dem alle Schwächen der Katalanen offenbart worden sind: Die mangelnde Pressingresistenz, die mangelnde Dynamik (insbesondere im Mittelfeld) und diverse Probleme, den Gegner taktisch auszuspielen. Paris Saint-Germain wusste es, in den entscheidenden Momenten da zu sein. Mit schnellen Spielzügen hat man jeglichen Versuch des FC Barcelona abwehren und auch umspielen können. Insgesamt agierten die Blaugranas für ein Achtelfinalspiel der Champions League zu lethargisch und ideenlos. Daher haben es sich die Akteure von Paris sogar verdient, den FC Barcelona mit ganz viel Liebe zum Fußball und einem 4:0 aus dem Stadion zu schießen.

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