Spielerkritik | Lionel Messi und Co. können Hinspiel-Vorsprung nicht verteidigen

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Gegen die AS Roma schied der FC Barcelona trotz der Favoritenrolle auf der einen und des 4:1-Vorsprungs aus dem Hinspiel auf der anderen Seite völlig überraschend aus. Die Akteure der Blaugranas konnten während der gesamten Spielzeit nicht überzeugen, so dass man letztendlich sogar verdient aus dem Bewerb geflogen ist. Die Spielerkritik.

Marc-André ter Stegen

Marc-André ter Stegen war bei allen drei Gegentoren heute machtlos. Bei einer Passquote von 52 Prozent in der ersten Halbzeit, konnte er dem Spiel nicht wie gewohnt seinen Stempel aufdrücken. Diese verschlechterte sich sogar im weiteren Verlauf des Spiels auf eine Quote von 45 Prozent angekommener Pässe. Dennoch lässt sich festhalten, dass er prinzipiell das gehalten hat, was haltbar sein konnte. Barçawelt-Note: 3-, trotz seiner Schuldlosigkeit bei den Gegentoren muss von einer schwachen Partie die Rede sein.

Nélson Semedo

Nachdem Nélson Semedo in der ersten Halbzeit noch zu den sichersten Akteuren gehörte und in der Verteidigungslinie nach Umtiti sogar die beste Passquote hatte, verschlechterte er sich im weiteren Verlauf des Spiels und verschuldete sogar das entscheidende 3:0, nachdem er den Torschützen Manolas lediglich begleitet hat und nicht in den Zweikampf gegangen ist, so dass der spätere Torschütze ungestört einnetzen konnte. Barçawelt-Note: 4+, nachdem er noch zu den besseren Akteuren zählte, baute er in der zweiten Halbzeit stetig ab.

Gerard Piqué

Im Vergleich zu seinen Mitspielern agierte der Katalane noch sicher, indem er beispielsweise diejenige Person gewesen ist, die regelmäßig gefährliche Aktionen der Roma geklärt hat. Darüber hinaus lässt sich festhalten, dass Piqué noch am aktivsten im Offensivspiel eingebunden war, nachdem er regelmäßig versucht hat, lange Bälle hinter die Abwehrreihe der Italiener zu platzieren, was ihm allerdings nicht geglückt ist. Dennoch ist nicht zu vergessen, dass er den Elfmeter zum 2:0 verursacht hat, obwohl ein Verteidiger seiner Klasse sich nicht von Edin Dzeko so leicht abdrängen lassen darf – vor allem nicht in einer Situation, in der Umtiti sogar in der Nähe ist und helfen kann. Weiterhin leistete er sich zuvor den einen oder anderen Patzer, die gefährliche Situationen hervorriefen. Barçawelt-Note: 3, es war ein Spiel zwischen Genie und Wahnsinn. Trotz der Niederlage gehörte Piqué noch zu den besseren Akteuren.

Samuel Umtiti

Seitdem sich Umtitis Vertragsverlängerung als problematisch erweist, baut der Franzose stetig ab. In den direkten Zweikämpfen weiß er nicht mehr wie gewohnt seinen Körper einzusetzen, was dazu führt, dass sich in der heute ohnehin unsicheren Defensive eine offensichtliche Schwachstelle befunden hat, die man relativ einfach überspielen konnte. Lediglich ein gewonnener Zweikampf ist trotz der besten Passquote in der Defensive für einen Innenverteidiger seines Formats zu wenig (zum Vergleich: Piqué fünf gewonnene Zweikämpfe). Auch er steht kurz vor dem Elfmeterpfiff eher teilnahmslos daneben. In der zweiten Halbzeit trat im Vergleich zur ohnehin schwachen ersten Halbzeit keinerlei Besserung ein. Barçawelt-Note: 4-, der schwächste Verteidiger in Barças Hintermannschaft. 

Jordi Alba

Auch Jordi Alba konnte am heutigen Abend insgesamt nicht glänzen, was allerdings nicht bedeutet, dass er nicht bemüht gewesen ist. Nachdem er in der ersten Halbzeit Edin Dzeko lediglich in Richtung Tor begleitet hat und seine Schnelligkeit gegen Strootman und Co. nicht ausspielen konnte, fing er sich etwas in der zweiten Halbzeit und war neben Piqué der „zuverlässigste“ Akteur in der Hintermannschaft. Bei einer Passquote von nur 74 Prozent gewann er immerhin nach Piqué die meisten Zweikämpfe. Ebenjene gewann er allesamt in der zweiten Halbzeit, was seine Steigerung nochmal unterstreicht. Er konnte offensiv aber keinerlei Impulse setzen. Barçawelt-Note: 3-, im Normalfall wäre es eine weitaus schlechtere Note geworden, allerdings agierte er im Vergleich zu seinen Mitspielern in der Defensive verhältnismäßig sicher.

Ivan Rakitić

Ivan Rakitic war über die gesamte Spielzeit bemüht, eine gewisse Struktur in das Spiel der Blaugranas zu bringen, was ihm allerdings misslang. Er versuchte sich ins Kombinationsspiel einzubringen, was am heutigen Abend allerdings ein schwieriges Unterfangen dargestellt hat. Letztendlich konnte er auch nicht seine Normalform abrufen und fiel im Verlauf des Spiels ab. Barçawelt-Note: 3-, sehr bemüht, aber glücklos.

Sergio Busquets

Sergio Busquets‘ Verletzungspause war ihm anzumerken. Er konnte nicht die sichere Anspielstation zwischen den Ketten darstellen, so dass den Katalanen bereits früh eine wichtige Komponente fehlte. Ohnehin leistete er sich äußerst schlampige Fehlpässe, die die AS Roma durchaus ausnutzen konnte, um insbesondere mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Barçawelt-Note: 4, ihm war seine Verletzungspause anzumerken, diese stellt dennoch keine Entschuldigung für Schlampigkeit dar.

Andrés Iniesta

Der Spanier konnte ebenfalls nicht überzeugen und leistete sich des Öfteren übermütige Aktionen, in denen er den Gegner mehrmals zu Gegenangriffen einlud – auch wenn er insgesamt das gesamte Spiel hinweg am konstantesten die beste Passquote gehabt hat. Er konnte das Spiel nicht wie gewohnt beruhigen und war eher nicht zu vernehmen. Barçawelt-Note: 4-, gemessen an seinen Fähigkeiten war er der schwächste Mittelfeldspieler bei den Katalanen, wobei ihm Busquets unter normalen Umständen (ohne vorherige Verletzungspause) den fragwürdigen Titel streitig gemacht hätte. 

Sergi Roberto

Sergi Roberto hatte in der ersten Halbzeit die besten Torchance für die Katalanen, doch er scheiterte kläglich gegen den sicheren Alisson, denn sein Schuss war alles andere als platziert. Ansonsten zeigte er sich bemüht, aber glücklos. Gemessen an seinen Fähigkeiten und der Spielweise der Roma und der eigenen Mannschaft, konnte man von Sergi Roberto keine Wunderdinge erwarten. Trotz der engen Räume zeigte sich Roberto sicher im Passspiel. Barçawelt-Note: 4+, er war bemüht, aber konnte gegen die Roma auf seiner Position nichts ausrichten. 

Luis Suárez

Was soll man zum Uruguayer sagen? Dass er bemüht gewesen ist, stellt keiner infrage. Dass er auch die undankbaren Wege läuft, stellt ebenfalls keiner infrage. Aber am Ball zeigt sich Luis Suárez alles andere als auf Barça-Niveau und sorgt schon früh nach der Ballannahme dafür, dass die eigenen Angriffe im Keim ersticken. Darüber hinaus fällt er zu leicht, ohne dass Barça irgendetwas davon hätte. Es ist so, als würde der FC Barcelona mit Suárez in der Startelf gleichzeitig mit einem Mann weniger spielen. Barçawelt-Note: 6, irgendwann muss diese Note vergeben werden. Geduldig ist man mit dem Uruguayer ohnehin, aber er stellt in dieser Form keinerlei Hilfe für die Blaugranas dar – ganz im Gegenteil!

Lionel Messi

Lionel Messi war insbesondere in der ersten Halbzeit noch sehr bemüht und nach Piqué noch der zuverlässigste Akteur. Die gefährlichste Chance durch Sergi Roberto legte Lionel Messi auf. Darüber hinaus setzte er mehrmals zum Abschluss per Freistoß an, allerdings ohne den Funken von Gefahr zu versprühen. In der zweiten Halbzeit war immer weniger von Messi zu sehen, was vor allem dadurch bedingt war, dass er sich mehr und mehr vom Spiel quasi zurückzog. Nachdem er bis in die Mitte der zweiten Halbzeit noch oft im Mittelfeld vorzufinden war, um das Spiel aufzubauen, ist von ihm hinterher immer weniger gekommen. Barçawelt-Note: 4+, Messi hat während des Spiels immer weiter abgebaut und schaffte es in der kritischen Phase nicht, das Zepter in die Hand zu nehmen.

André Gomes

André Gomes wurde für Iniesta eingewechselt, konnte das Spiel aber nicht mehr beruhigen. Für eine Bewertung ist er allerdings zu kurz auf dem Spielfeld gewesen.

Ousmane Dembélé

Der Franzose zeigte sich nach seiner Einwechslung bemüht und versuchte hie und da mal einen Torschuss abzugeben, aber auch er war glücklos. Für eine Bewertung ist er zu kurz auf dem Spielfeld gewesen.

Paco Alcácer

Paco Alcácer konnte dem Spiel auch nicht mehr seinem Spiel aufdrücken. Keine Bewertung.

Ernesto Valverde

Ernesto Valverde versuchte das Spiel mit derselben Formation wie im Hinspiel über die Bühne zu bringen. Mit Sergi Roberto auf der Außenbahn sollte ein Spieler da sein, der Semedo in der Defensive hilft, aber auch Offensivakzente setzen kann. Im Verlauf des Spiels erwies sich diese Entscheidung allerdings als falsch, da die Katalanen insbesondere über die Außenbahn keine Gefahr ausstrahlen konnten und die Dynamik abhanden gegangen ist. Es wäre deshalb wünschenswert gewesen, wenn Valverde reagiert hätte und Dembélé einwechselt, um die Gegner zumindest auf dieser Seite einzuschränken, denn ist der Franzose weitaus dynamischer und am Ball technisch versierter als Sergi Roberto. Darüber hinaus lässt sich außerdem festhalten, dass in Bezug auf die Personalie Luis Suárez keinerlei konsequente Haltung zu vernehmen ist, was dazu führt, dass man durchaus eingeschränkt ist. Derzeit ist Luis Suárez vielmehr eine Stärke des Gegners. Barçawelt-Note: 4, es war ein Zusammenspiel unglücklicher Entscheidungen, die dieses Ergebnis begünstigt haben. Dennoch ist festzuhalten, dass der Trainer nicht ausschließlich die Schuld am Ausscheiden trägt. Die Akteure des FC Barcelona sollten über die Klasse und Erfahrung verfügen, ein solches Spiel über die Bühne zu bringen. Die Hauptschuld am Ausscheiden liegt folglich nicht beim Trainer, sondern bei den Spielern, die auf ganzer Linie versagt haben.

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