FC Villarreal gegen FC Barcelona: Finaleinzug trotz mäßiger Leistung

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Durch den 3:1-Sieg im Hinspiel reiste der FC Barcelona mit einem erheblichen Vorteil zum FC Villarreal. Trotz des Vorteils nach dem Hinspiel war den Katalanen klar, dass es ein schwieriges Unterfangen werden könnte, was dann auch im Spiel bestätigt wurde. Villarreal zeigte eine engagierte Leistung und setzte der Blaugrana sehr zu. Schlussendlich setzte sich Barça dennoch durch, weil man einfach abgezockter und cleverer agierte.

 

Villarreal agiert durchdacht

Obwohl die Gastgeber zwei Tore brauchten, gingen sie mit einem kühlen Kopf ins Spiel. Es war ihnen klar, dass es nicht sinnvoll wäre, von Beginn an kopflos nach vorne zu spielen, da Barça zu leicht kontern könnte. Von daher spielte Villarreal in ihrem gewohnten 4-4-2 sehr geordnet und diszipliniert. Der Plan von Marcelinos Team war es, sich nicht zu weit nach hinten drängen zu lassen und gleichzeitig bei eigenen Angriffen gegnerische Konter zu vermeiden. Dass man dann direkt zu Beginn der Partie in Rückstand geriet, war natürlich sehr unglücklich für Villarreal, aber prinzipiell änderte das Tor nur sehr wenig. Dass man es schafft, zu null zu spielen, wäre zwar möglich gewesen, doch man plante bei den Gastgebern sicherlich auch irgendwo damit, dass man ein Tor kassiert und dann eben drei braucht. Somit wäre das Gegentor psychologisch sicherlich nicht allzu schwierig zu verarbeiten.

Nach dem frühen Rückstand war das “gelbe U-Boot” die bessere Mannschaft und kontrollierte das Spiel. Die Gastgeber ließen den Ball gut laufen und schafften es immer wieder sich Möglichkeiten herauszuspielen. Hierbei sprangen jedoch kaum wirkliche Großchancen heraus. In der Regel waren es Abschlüsse aus spitzem Winkel oder anderen ungünstigen Positionen, weshalb Marc-André ter Stegen selten wirklich geprüft wurde. Nichtsdestotrotz zog Villarreal ihr Spiel gut auf und schaffte es ziemlich gut, Barça vom eigenen Tor fernzuhalten. Dennoch versprühten die Katalanen immer Gefahr, auch wenn sie nicht die volle Spielkontrolle hatten.

Der Ausgleich kurz vor der Halbzeit gab den Gastgebern nochmals Aufwind, aber es blieb auch im zweiten Durchgang vieles beim Alten – Villarreal spielte gut, vergab aber praktisch jede Torchance. Nach einem sehr rüden Foul sah Pina dann die Rote Karte, welche dafür sorgte, dass Villarreal komplett zum Erliegen kam. Die Blaugrana hatte nun keine Probleme damit, den Ball zu halten und Villarreal dadurch quasi unschädlich zu machen. Von den Gastgebern kam auch kaum noch etwas und die beiden letzten Tore setzten dann nur noch faktisch den Deckel auf ein schon entschiedenes Halbfinale.

Barça musste viel leiden

Trotz des frühen Führungstreffers fand Barça nicht gut ins Spiel. Man hatte große Probleme damit, den Ball gut laufen zu lassen und ein flüssiges Spiel aufzubauen. Stattdessen rannte man dem Ball sehr oft hinterher und ließ Villarreal das Spiel machen. Das ist prinzipiell gar nicht das Spiel der Blaugrana und dennoch funktionierte es irgendwie, wenngleich man schon einige Chancen zuließ. Aber die Mannschaft von Luis Enrique wusste, wie sie ohne Ball zu spielen hatte, was vor wenigen Jahren noch nicht ganz so gut aussah. Pep Guardiola sagte nicht umsonst, dass seine Mannschaft ohne den Ball sehr schlecht sei und man ihn daher immer so schnell wie möglich zurückerobern müsse. Unter Luis Enrique kann die Mannschaft auch ohne Ball gut spielen, wobei es gegen Villarreal nicht ganz so funktionierte wie erhofft. Geplant war wahrscheinlich, dass man sich ein wenig zurückzieht, sodass Villarreal aufrückt und man dann selbst kontern kann. Dies gelang zwar auch ein paar Mal, aber insgesamt sah es eher so aus, dass man versuchte an den Ball zu kommen, dies aber nicht schaffte und dann einen Torschuss zuließ.

Eine unglaubliche Wirkung hatte dann die Einwechslung von Xavi, der das Spiel direkt an sich riss und beruhigte. Er war der Fixpunkt im Spiel des FC Barcelona und ordnete es, sodass die Katalanen wieder in einen Spielfluss kamen und Villarreal dominieren konnten. Gegen Granada zeigte Xavi seine neue Seite, dass er nicht mehr der Fixpunkt sein muss und dem Team nun auch anders helfen kann. Gegen Villarreal war er nun wieder der “alte Xavi”, weil eben genau er in diesem Spiel gebraucht wurde. Dieser Xavi ist goldwert für die Mannschaft, weil er mittlerweile mehr Facetten mitbringt und dem Team sowohl als Starter als auch als Einwechselspieler enorm helfen kann.

Probleme hatte Barça auf den Außenbahnen, wo Martín Montoya und Jordi Alba zu oft einrückten, weshalb Villarreal oft über die Außen gefährlich wurde. Genau dies war auch der Grund für das Gegentor. Montoya rückt zu weit ein und ist dann zu spät, um die Flanke zu unterbinden. Im Zentrum ist Jordi Alba auch zu weit eingerückt, weshalb niemand mehr bei Jonathan dos Santos stand, der problemlos das Tor erzielen konnte. Wobei man Alba hier noch in Schutz nehmen kann, da mit dem am Boden liegenden Sergio Busquets ein Spieler fehlte. Normalerweise hätte Busquets nach der Flanke wohl im Zentrum gestanden, wodurch Alba bei dos Santos hätte bleiben können.

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