Rotation und Blamage-Gefahr: Barças Pokal-Derby auf ungewohntem Untergrund

StartCopa del ReyRotation und Blamage-Gefahr: Barças Pokal-Derby auf ungewohntem Untergrund
- Anzeige -

Das erste Spiel in der Copa del Rey hält für den FC Barcelona direkt ein Stadtderby bereit: Es geht zum Drittligisten UE Cornella, der nur wenige Kilometer vom Camp Nou entfernt beheimatet ist. Für Jordi Alba ist es ein Wiedersehen mit seinem Jugendverein, für Riqui Puig und Ilaix Moriba die Chance auf Einsatzminuten. Unsere Vorschau zum Spiel.

Es war die Sensation in der zweiten Runde des spanischen Pokals: Atlético Madrid, souveräner Tabellenführer in LaLiga, verlor völlig überraschend mit 0:1 beim Drittligisten UE Cornella und musste vorzeitig die Heimreise antreten.

Nun folgt für Cornella direkt das nächste “Spiel des Jahres”, wie es Barças Cheftrainer Ronald Koeman ausdrückte: Mit dem FC Barcelona gastiert der große Nachbar im 1.500 Zuschauer fassenden Camp Municipal de Cornella, das gerade einmal eine 15-minütige Autofahrt vom Camp Nou entfernt liegt.

In Zeiten eines eng-getakteten Spielplans ist diese stressfreie und unkomplizierte Anreise nicht zu unterschätzen. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Platz des Camp Municipal de Cornella: Er besteht aus Kunstrasen. Für Koeman ein Dorn im Auge: “Auf Kunstrasen zu spielen ist für mich kein Fußball”, sagte der Niederländer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. “Der Ball springt anders und ist schneller”, erklärte Koeman.

Als Ausrede wolle er das allerdings nicht gelten lassen. “Wir müssen gut spielen und liefern.” Anders als im Pokal läuft es in der Liga für Cornella momentan nicht so gut: Von den letzten fünf Spielen wurden drei verloren, darunter gab es auch eine 0:1-Niederlage just gegen die Zweitvertretung des FC Barcelona. Barça B hat den Profis also vorgemacht, wie es geht, auf Cornellas Kunstrasen zu bestehen.

Jordi Alba kehrt zu UE Cornella zurück

Eine besondere Note hat die Partie für Jordi Alba. Im Jugendalter entschied sich Alba nach sieben Jahren in Barças Talentschmiede La Masia für einen Wechsel zu Cornella. Insgesamt zwei Jahre, von 2005 bis 2007, spielte der Barça-Linksverteidiger für die Verdiblancos.

Dort lief er mit der Rückennummer Zehn auf und entwickelte die Charakteristika seines Spiels, die wir heute kennen: Unermüdliche Läufe auf der linken Außenbahn, sowohl offensiv als auch defensiv. Ein Wiedersehen wird es für Barcelonas Nummer 18 übrigens auch geben: Sein früherer Teamkollege Álex Talavera ist mittlerweile Präsident des Vereins.

 

Chance für Reservisten um Pjanic, Firpo, Puig und Co.

Ob Alba gegen seinen Ex-Verein überhaupt spielen darf, steht auf einem anderen Blatt. Es ist zu erwarten, dass Cheftrainer Ronald Koeman vielen Stammspielern eine Pause gönnen wird, darunter womöglich auch Alba. Junior Firpo hofft auf eine der seltenen Einsatzchancen.

Ganz sicher pausieren muss Sergiño Dest: Der Neuzugang aus Amsterdam, der schon im Supercopa-Halbfinale gegen Real Sociedad nicht mitwirken konnte, hat erneut Beschwerden im rechten Oberschenkel. Auf der Pressekonferenz bestätigte Koeman Dests Ausfall, der auch in Elche am Sonntag voraussichtlich nicht mitmachen wird. Man müsse “abwarten, ob er am Sonntag spielen kann”, so Koeman.

Generell dürfte sich das Gesicht der Startelf nahezu komplett verändern. So könnten Samuel Umtiti und Riqui Puig mal wieder eine Bewährungschance von Anfang an bekommen, ebenso wie der zweite Torwart Norberto Neto. Interessant wird auch zu beobachten sein, ob Miralem Pjanic von Beginn an spielt. Der Neuzugang aus Turin ist bislang noch überhaupt nicht bei Barça angekommen und zumeist außen vor. 

Was für Pjanic gilt, gilt auch für Francisco Trincao. An Antoine Griezmann, Lionel Messi und Ousmane Dembélé gibt es für den Portugiesen zurzeit kein Vorbeikommen. Zudem wartet er immer noch auf sein erstes Tor im Barça-Dress. Ein Tor gegen Cornella könnte möglicherweise der Brustlöser sein, auf den er schon so lange wartet. Koeman bescheinigte dem Portugiesen, “auf einem guten Weg zu sein”, auch wenn er “wegen des großen Wettkampfs zuletzt nicht viel gespielt hat”.

Feiert Ilaix Moriba sein Debüt?

Besonderes Augenmerk liegt auch auf Ilaix Moriba. Der frisch gebackene 18-Jährige, der am 19. Januar seinen 18. Geburtstag feierte, könnte ein verspätetes Geburtstagsgeschenk erhalten und sein Debüt für die Blaugrana feiern. Experten bescheinigen dem zentralen Mittelfeldspieler bereits ein ähnliches Potenzial wie Paul Pogba oder dem ehemaligen Barça-Star Yaya Toure.

Wie groß die Hoffnungen der Katalanen in ihr Talent sind, zeigt auch, dass sie ihn zum bestverdienendsten Profi im gesamten Nachwuchsbereich des Vereins machten. Aber auch den anderen jungen Spielern aus Barça B könnte die Kunstrasen-Thematik in die Karten spielen. Denn laut Koeman sind “vor allem die jungen Spieler unseres Kaders viel mehr gewöhnt, auf solchen Plätzen zu spielen”. Schließlich duellieren sich die Nachwuchsteams von Cornella und Barcelona in den jüngeren Altersklassen.

Trotz der voraussichtlich umfangreichen Rotation und des Kunstrasens gilt: Ein Sieg gegen den Drittligisten ist Pflicht. Alles andere wäre eine herbe Blamage. Unterschätzen sollten die Katalanen ihren kleinen Nachbarn allerdings nicht, sonst könnte es ihnen am Ende wie Atlético Madrid gehen.

- Anzeige -
- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE