Gerard Piqué hautnah (2): Barças Star lässt tief blicken und scherzt mit Cesc Fàbregas

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Im zweiten Teil des Interviews von Cadena COPE lieferte Gerard Piqué tiefe Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Dabei ging es im Kern auch um sein extrovertiertes Wesen und wie es sich in den letzten Monaten gewandelt hat. Spannende Themen wie der karitative Einsatz der Barça-Stars oder die Spielart der Mannschaft kamen ebenfalls nicht zu kurz. Garniert wurde das Ganze von zahlreichen humorvollen Momenten und Cesc Fàbregas, der per Telefon ebenfalls einige Fragen an den Innenverteidiger richtete.

Hier entlang geht es zum ersten Teil des Interviews mit Gerard Piqué. 

Ist es schwierig, Piqué zu sein?

„In gewissen Fragen schon, auf der anderen Seite aber haben wir es einfacher als andere Menschen. Ich würde sagen, das ist ein anderes Leben. Wir haben gewisse Privilegien, aber es fällt uns schwer, unser Privatleben zu kontrollieren.“

Wenn Barça die Champions League nicht gewinnt, welche andere Mannschaft würdest du gern mit der Trophäe sehen?

„Chelsea wäre eine der Mannschaften.“

Auch wenn dort Mourinho ist?

„Ja, dort ist Cesc, ein Freund …“

Gefällt dir dieses Real Madrid?

„Real Madrid hat eine tolle Mannschaft. Auch wenn sie derzeit eine schwere Zeit durchleben, haben zwei Monate zuvor einige gesagt, dass das die beste Mannschaft in der Geschichte sei. Man darf aber weder in die eine noch in die andere Richtung übertreiben. Das ist eine Mannschaft, die gute Fußballer in ihren Reihen hat. Ein schwerer Rivale im Kampf um die Meisterschaft und die Champions League.“

Was ist schwieriger: Gegen jemanden aus dem Trio Bale-Benzema-Cristiano zu verteidigen oder die Teilnahme an einer Modeschau der Marke Mango?

„Es ist schwieriger, gegen BBC zu verteidigen. Was Mango angeht, sind es nur zwei oder drei Minuten, während man dort über 90 Minuten verteidigen muss. Sie sind schnell, haben Qualität und sind einfach nur gut.“

Wer von ihnen ist am schwersten zu verteidigen?

„Alle drei sind sehr gut, haben aber eine unterschiedliche Charakteristik. Benzema unterscheidet sich völlig von den beiden anderen. Er stellt ein Gleichgewicht her, Bale und CR7 sind Raketen, schnelle Spieler, die viele Tore erzielen, vorbereiten können und sehr produktiv sind. Sie geben Real sehr viele Punkte.“

Atlético Madrid ist ein schwerer Rivale, aber ihr habt ein Mittel gefunden, nicht wahr?

„Nun, wir haben die letzten drei Spiele gegen sie gewonnen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass sie uns im Jahr zuvor aus der Champions League eliminiert haben. Wir wissen, wie gut die Mannschaft ist und wie schwer sie arbeitet. Wir wissen, dass es schwer ist, sie zu besiegen.“

Sind sie brutal?

„Nein, brutal sind sie nicht. Aber es stimmt schon, dass von den großen Mannschaften sie diejenige ist, die am häufigsten an der Grenze zum Foul spielt.“

Ist Neymar ein Provokateur?

„Überhaupt nicht. Ich kenne Neymar seit Jahren. Beim Confederations Cup haben wir angefangen, ihn erst richtig kennenzulernen. Als er zu Barça wechselte, hatte er den gleichen Stil. Es hat sich nichts geändert, er hat immer so gespielt. Ich denke nicht, dass er ein Provokateur ist.“

Spielt es sich gegen Real oder gegen Atlético besser?

„Man bereitet sich vollkommen anders auf die Partien vor. Gegen Atlético wirst du häufiger am Ball sein und auf Konter aufpassen. Gegen Real wissen wir, dass wir weniger Ballbesitz haben werden und das Spiel hin und her geht.“

Wünscht du dir ein katalonisches Finale in der Copa del Rey?

„Espanyol spielt sehr gut in dieser Saison und es ist klar, dass sie dich in einem Spiel besiegen können. Sie wären ein sehr schwieriger Rivale, aber zurzeit will ich nur den Einzug ins Finale. Wenn wir Villarreal passiert haben, schauen wir weiter.“

Stört es dich, wenn die Leute sagen, Barça hat aufgehört so zu spielen wie früher?

„Wir Profis gehören einem Verein mit einer bestimmten Geschichte an, der bestimmte Anhänger hat, die es gerne sehen, wenn wir siegen, und zwar auf eine bestimmte Art und Weise. Zu Zeiten von Pep Guardiola, vor vier oder fünf Jahren, spielten wir anders als jetzt. Ich denke aber nicht, dass die Leute heute mit unserem Spiel nicht zufrieden sind.“

Wir kennen die Realtät des Landes

Wundert es dich nicht, dass beim Halbfinale gegen Villarreal nur 50.000 Fans im Stadion waren?

„In der letzten Saison sah es genauso aus beim Halbfinale gegen Real Sociedad. Wir wissen, dass die Leute der Copa del Rey den geringsten Stellenwert beimessen. Wir wissen, dass die Leute am Mittwoch arbeiten und das Stadion daher nicht besuchen bzw. sich das Spiel vor dem Fernseher anschauen. Wir kennen die Realität des Landes … Ich würde dem daher keine Bedeutung beimessen. Wir wissen, dass wir die besten Fans haben und dass sie am Wochenende im Stadion sein werden.“

Wird Cristiano sein Formtief überwinden?

„Natürlich wird er das. Er hat Goldene Bälle gewonnen. Alle können in eine Krise fallen, aber Cristiano wird zurückkommen: heute, morgen oder übermorgen. Dann werden sich die Leute an seinem Niveau erfreuen können.“

 Mit wem würdest du feiern gehen, mit Cristiano oder Messi?

„Wenn keine Bilder in den Medien auftauchen, wäre das nur eine von vielen Feiern. Ich würde mit Messi gehen.“

Und ein romantisches Abendessen?

„Mit keinem von ihnen.“

Wer singt besser?

„Ich habe noch nicht gehört, wie Leo singt, deshalb neige ich zu Cristiano.“

Wer erzählt die besseren Witze?

„Davon hab ich auch keine Ahnung, keiner von ihnen ist ein großer Witzereißer.“

Wer braucht mehr Zeit, um sich anzuziehen?

„Cristiano.

Wer würde eher dein Geheimnis preisgeben?

„Keiner von ihnen. Das sind Personen, bei denen man sicher sein kann, dass sie keine Geheimnisse verraten werden.“

Ich fühle mich wohler dabei, mich stärker bedeckt zu halten

Wir hatten einen humorvollen Piqué, in letzter Zeit erscheinst du uns ein wenig verschlossener. Du beobachtest, kontrollierst, bist intelligenter …

Piqué lacht: „Diejenigen, die sagen, ich sei intelligent, sind meine Nächsten. Es ist einfacher, das zu der Familie zu sagen. Ich mag es, alles zu beobachten, was um mich herum passiert und darauf aufbauend mir meine Meinung zu bilden. Aber es stimmt, ich fühle mich wesentlicher wohler damit, mich in diesem Jahr mehr bedeckt zu halten. Vorher ging ich immer mit erhobenem Kopf, war mehr extrovertiert, dabei hat es mir gut getan, in den letzten Monaten bei den meinen und häufiger zu Hause zu sein. Ich wurde ruhiger und war nicht mehr so häufig in den Medien. Ich werde es weiterhin so halten, weil ich mich gut darin schlage.“

Warst du ein Musterschüler?

„Nein, ein Musterschüler nicht. Ich hatte immer gute Noten, aber ein nicht ansprechendes Verhalten. Es war immer das Gleiche: Beim Verhalten bin ich durchgefallen. Ich mochte es sehr, mich während des Unterrichts zu unterhalten.

Erzähl uns alles zu deinen karitativen Taten für die Hilfebedürftigen.

„Wir sind sehr privilegiert, und wenn wir denen helfen können, die es am schwersten haben, ihnen die Hand geben können, ist das gern gesehen. Ich arbeite mit UNICEF zusammen, mit der Fundation Talit.“

Piqué und alle anderen Spieler von Barça geben ein Prozent von ihren Einnahmen ab.

„Das ist eben Barça: Das wurde uns gelehrt und deshalb sind wir mehr als ein Klub. Die Foundation Barça leistet einzigartige Arbeit und arbeitet z.B. mit der Foundation Pies Descalzos von Shakira und anderen Organisationen zusammen.“

Das ist eben Barça

Und dann wäre da noch die karitative Aktion „Baby Shower“, die du aus Anlass der Geburt deiner Söhne ins Leben gerufen hast.

„Das ist spektakulär, weil wir beim ersten Mal viel Geld sammeln konnten – 100.000 Euro. Beim zweiten Mal gab es die Option, dass jede Mutter ihr „Baby Shower“ mit ihren Freundinnen unternehmen kann, damit jede von ihnen ihren Beitrag leisten kann.“

Und das Institut Guttman, das Menschen mit Gehirn- und Rückenmarksverletzungen hilft.

„Ich habe das Institut Guttman immer angesprochen, weil dort meine Mutter arbeitet. Das ist schwierig, sehr schwierig. Wenn ihr euch dort einmal umschaut, wird das eine brutale Lebenserfahrung sein. Das ist ein sehr schwerer Teil des Lebens und man muss ihm die Stirn bieten. Solchen Menschen, die Unfälle hatten oder mit einer Behinderung geboren wurden, muss geholfen werden. Man muss sich bemühen, ihnen ein neues Leben zu geben, in dem sie weitestgehend unabhängig sein können.“

Magst du es, wenn sie dich Piquénbauer nennen?

„Man, das ist ein Vergleich zu einem der Allergrößten …“

Bist du ein nachsichtiger Vater?

„Ich versuche, der beste Vater zu sein. Ich hatte einen vorbildlichen Vater vom ersten Tag an bis jetzt. Ich habe von ihm gelernt, was es heißt, Vater zu sein und seinem Sohn die ganze Liebe zu vermitteln, damit er später lieben kann.“

Dazu gehört auch der Wechsel der Pampers um drei Uhr nachts und das Geben des Fläschchens um fünf?

„Wenn die Arbeit es mir erlaubt. Einen Tag vor einem Spiel mache ich das natürlich nicht, am Donnerstag aber schon, wenn es denn erforderlich ist. Wenn er aufwacht, reagieren wir.“

Mag Milan den Fußball?

„Milan beginnt jetzt damit, sich die Spiele anzusehen. Gestern war er beim Spiel gegen Villarreal und hat mir gesagt, dass er das Spiel 90 Minuten lang verfolgt hat ohne wegzuschauen. Er weiß, wann Papa zu Boden fällt und sagt dann: ‚Papa ist gefallen.‘ Er ist interessiert und verfolgt die Spiele.“

Möchtest du, dass deine Söhne Fußballer werden?

„Ich wünsche mir, dass sie diejenigen werden, die sie sein wollen. Als ich klein war, wurde mir zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass ich Fußballer werden sollte. Bis zum 17. Lebensjahr habe ich Fußball als Spaß aufgefasst. Ich habe im Trikot von Barça gespielt, das war mein Traum. Ich habe aber so darauf geblickt, als würde ich am Wochenende mit meinen Freunden Fußball spielen. Mit 17 habe ich dann die Entscheidung getroffen nach England zu fahren und dort wurde mir bewusst, dass es nun mein Beruf ist. Das Gleiche erwarte ich von meinen Söhnen: Sie sollen das machen, was ihnen gefällt, bis sie ein entsprechendes Alter erreicht haben, um eine Entscheidung zu treffen.“

Hat das Vaterdasein dazu geführt, dass du gereift bist?

„Du nimmst viele andere Dinge bewusster wahr. Bis zum Erreichen eines entsprechenden Alters denkt man, dass die Eltern alles für dich tun mussten, weil sie deine Eltern waren, es war ihre Pflicht. Es gibt viele Dinge, über die du dir als Kind überhaupt keine Gedanken machst.“

Deine Partnerin ist in der gesamten Welt sehr bekannt. Wie gehst du damit um?

„Gut. Sehr gut. Besser, als ich es mir vorgestellt habe. Als wir damit begonnen haben, uns zu treffen, habe ich immer gedacht: ‚Verdammt, das wird sehr, sehr schwer.‘ Aber dem war nicht so. Wir beide passen uns an alles an, auch wenn es scheint, dass wir Weltstars sind. Das ist dann der Fall, wenn wir auf dem Platz oder der Bühne sind. Wir passen uns an jede Unterhaltung an, wenn wir mit Freunden essen gehen.“

Milan, Sasha … wann kommt eine Tochter, gibt es eine Chance auf einen gewöhnlicheren Namen?

„Wir haben noch nicht darüber nachgedacht. Wir versuchen immer, gute Namen zu finden, die nicht so oft verwendet werden. Damit sie schön klingen und damit sich die Kinder ein wenig besonders fühlen.“

Du hast gesagt, dass du deine Karriere mit 30 Jahren beenden willst. Es bleiben noch zwei …

„Ich liebe diesen Beruf immer mehr und würde ihn gerne länger ausüben. Heute kann ich dir sagen, dass ich meine Karriere hier in Barcelona beenden werde, ob nach diesem Jahr oder erst in sechs Jahren. Ich sehe mich nicht in den Farben einer anderen Mannschaft. Ich kann dir sagen, dass ich hier bleibe, und sollte der Tag kommen, an dem ich so müde sein werde, dass ich nicht mehr zurechtkomme, werde ich entscheiden, ob ich meine Karriere beende. Bis zu diesem Tag will ich aber so gut es geht daran erfreuen.“

Ich werde meine Karriere bei Barça beenden

Die Nationalmannschaft. Was geschah in Brasilien und wie siehst du der kommenden Weltmeisterschaft entgegen?

„In Brasilien hat niemand erwartet, dass so etwas passiert. Niemand hat das gewollt. Wir müssen das auf uns nehmen und akzeptieren, so wie die Erfolge bei der Welt- und Europameisterschaft. Man muss auch Niederlagen akzeptieren. Das war eine schlechte WM, aber ich denke, dass das nun hinter uns liegt. Jetzt muss eine gute Mannschaft für die Europameisterschaft 2016 gefunden werden, wir befinden uns diesbezüglich auf einem guten Weg. Es gibt Spieler wie Xavi oder Xabi Alonso, die ihren Rücktritt erklärt haben. Man muss den neuen Spielern Platz machen, das Niveau ist hoch: Isco, Koke, … Wir werden eine sehr konkurrenzfähige Mannschaft haben im Wettbewerb.“

Wenn du kein Innenverteidiger wärst, auf welcher Position würdest du gerne spielen?

„Als Mittelstürmer.“

Tiki Taka oder Waka Waka?

„Beides klingt sehr gut.

Gab es viel Gelächter in der Kabine wegen deines Bilds im mittelalterlichen Ritter-Kostüm?

„Das ist ein Outfit wie jedes andere auch. Ich habe mich gut darin gefühlt, aber dann hat es für großes Aufsehen gesorgt. In der Kabine gibt es viele Anhänger guter Mode, einige fahren darauf ab, vor allem Alves.

Cesc Fàbregas ruft im Studio an, um Gerard ein paar Fragen zu stellen.

Cesc: Haben sie dich schon ausgenommen?

„Noch nicht, denke ich. Ich halte die Hand am Puls.“

Cesc: Nachdem Puyi und ich weggegangen sind – mit wem hältst du es am meisten in Barcelona?

„Wir haben eine Gruppe Spanier bei uns: Busquets, Pedro, Jordi Alba, Xavi und Andrés. Wir gehen überall gemeinsam hin und verbringen viel Zeit bei den gemeinsamen Kader-Treffen. Dann gibt es noch eine Gruppe, die ich ‚Südamerikaner‘ nenne, bestehend aus Leo, Luis Suárez, Mascherano … die sehr gerne sprechen. Ich zähle mich ebenfalls zu ihnen, weil ich auch nicht ganz ruhig bin. In der Umkleide geht es gut zu, so wie früher, als du noch hier warst. Du hast natürlich dafür gesorgt, dass es noch besser war, aber wir können uns nicht beklagen (lacht).“

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