Kommentar: Dembélé gegen Neymar?

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Die Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied des französischen Flügelstürmers Ousmane Dembélé reißen nicht ab. Vor allem Disziplinlosigkeiten sollen der Grund dafür sein, dass der ehemalige Dortmunder seinen Kredit bei einigen Vereinsfunktionären, sowie bei einigen Spielern innerhalb der Mannschaft, verspielt haben soll. Gleichzeitig berichteten mehrere Medien, dass Dembélés unmittelbarer Vorgänger in Barcelonas Angriffsspiel, Neymar, erneut das Objekt der Begierde in Katalonien geworden ist. Angeblich sei auch der Brasilianer unzufrieden bei seinem aktuellen Arbeitgeber Paris Saint-Germain und strebe seinerseits eine Rückkehr in die katalanische Küstenstadt an. Mehrere Medien bringen nun ein Tauschgeschäft der beiden ins Spiel. Dieser Artikel soll dazu genutzt werden, die Gerüchte zu kommentieren, die Spekulationen einzuordnen und ein wenig Licht in die Causa Dembélé-Neymar zu bringen.

Die Ausgangssituation bei Dembélé

Beginnen wir damit, einmal darzustellen, wie sich die gegenwärtige Situation bei beiden Spielern am besten beschreiben lässt. Auf Seiten des FC Barcelona ist man extrem unzufrieden mit Ousmane Dembélé. Diese Unzufriedenheit lässt sich grundsätzlich nicht einmal auf das Sportliche beziehen. Wenn Dembélé gespielt hat, war er in den meisten Fällen ein Spieler, der die Mannschaft deutlich besser machte. Gerade zu Beginn der Saison galt er als eine Art Unterschiedspieler, welcher Barça nicht nur einmal wertvolle Punkte besorgt hat, sei es durch entscheidende Pässe oder Tore. Diese Qualität sorgte für eine weit größere Akzeptanz bei Fans, Verantwortlichen und Spielern, als es in der eher grauen Vorsaison noch der Fall war.

Doch langsam aber sicher entschied sich der Franzose, an sein unrühmliches Verhalten aus dem Ende seiner Dortmunder Zeit anzuknüpfen. Er erschien zu spät oder gar nicht zum Training, aß ungesundes Fast-Food oder oder zockte mit Freunden bis tief in die Nächte auf Spielekonsolen. Der Geduldsfaden bei den meisten, die es mit dem FC Barcelona halten, scheint gerissen zu sein. Auch der Flügelstürmer selbst scheint mittlerweile das Weite suchen zu wollen und so sicherte die Vereinsführung ihm wohl eine Wechselerlaubnis im Winter zu. Einem Transfer steht also wohl nichts im Wege, ob nach Paris oder woanders hin.

Die Ausgangssituation bei Neymar

Auch bei Dembélés brasilianischem Pendant stehen die Zeichen auf Abschied. Ob dies bereits in näherer Zukunft der Fall sein wird, oder doch erst in einigen Jahren, lässt sich schwer sagen. In jedem Fall macht es den Eindruck, als wolle Neymar seit seiner Ankunft in der französischen Hauptstadt in erster Linie weg.

Nachdem der Brasilianer es anfänglich sichtlich genoss, nicht mehr im Schatten des besten Spielers aller Zeiten zu stehen und die Herzen der Pariser Fans im Sturm eroberte, stellte sich schnell so etwas wie Ernüchterung ein. In beinahe jedem Spiel mit Beteiligung von PSG merkte man klar, wie überlegen diese Mannschaft dem Rest der französischen Eliteliga war und vor allem, wie überlegen insbesondere Neymar seinen Gegenspielern war. Die Spiele von Paris Saint-Germain gerieten zu regelmäßigen Zirkusveranstaltungen, in denen der Brasilianer seine Gegenspieler reihenweise demütigte. Auch die bisherige Saison stellt da keine Ausnahme dar, was schon allein dadurch unterstrichen wird, dass Paris nach 14 Spieltagen immer noch verlustpunktfrei dasteht.

Neymar scheint erkannt zu haben, dass er in der französischen Liga nicht die Aufmerksamkeit bekommen wird, die ihm nach eigener Auffassung zusteht. Zusätzlich wird ihm mittlerweile selbst der Status des absoluten Superstars streitig gemacht, und zwar von keinem geringeren als Weltmeister Kylian Mbappé. Die einzige Frage, die es zu beantworten gilt ist: Was muss geschehen, damit Paris Saint-Germain seinen Starspieler wieder gehen lässt?

Ein Dembélé-Neymar-Tausch – Die Folgen für Paris

Womöglich hat der FC Barcelona genau die richtige Antwort auf diese Frage. Paris bräuchte in erster Linie einen gleichwertigen Ersatz, oder einen Ersatz, welcher theoretisch das Potential hätte, in die Rolle des absoluten Superstars hineinzuwachsen. Einen solchen Spieler hat Barça mit Ousmane Dembélé in seinen Reihen. Wenn es jemanden gäbe, der den Franzosen zu absoluter Leistungsbereitschaft bringen könnte, sowie ihm klar macht, was er erreichen kann, wenn der endlich den Lebenswandel eines Profispielers durchziehe, dann kann aus der Spielerkarriere des Franzosen durchaus noch eine Erfolgsgeschichte werden.

Da trifft es sich doch gut, dass seit diesem Sommer ausgerechnet Thomas Tuchel den Trainerstuhl in der französischen Hauptstadt übernommen hat. Eben jener Thomas Tuchel, unter dem Dembélé in der Saison 2016/2017 seinen Durchbruch im Signal Iduna Park in Dortmund hatte und unter dem der Franzose den internationalen Durchbruch schaffte. Nicht auszuschließen, dass sich diese Erfolgsstory bei einer erneuten Zusammenkunft der beiden wiederholen könnte. Wenn es einen Trainer gibt, von dem man es momentan am ehesten erwartet, alles aus dem jungen Flügelstürmer rauszuholen, dann ist es wohl der 45-jährige Deutsche.

Dementsprechend klingt es gar nicht mal so abwegig, dass Paris einem Tausch der beiden tatsächlich zustimmen könnte, da sich dadurch die Möglichkeit bieten würde, einen unzufriedenen Star loszuwerden und gleichzeitig einen Spieler zu bekommen, welcher das Potential bietet, in Zukunft für ähnliche Furore zu sorgen.

Ein Dembélé-Neymar-Tausch – Die Folgen für Barça

Der FC Barcelona hingegen würde nur einen Spieler verlieren, welcher mit seinem momentanen Verhalten alles andere als positiv zu einem angenehmen Mannschaftsklima beiträgt und mit seiner Faulheit und seiner mangelnden Disziplin mittelfristig keine ernsthafte Alternative für Ernesto Valverde sein kann, vor allem wenn es in die K.O.-Spiele der Champions-League geht.

Was der FC Barcelona braucht, ist eine ernsthafte Alternative auf dem linken, offensiven Flügel und vor allem einen Spieler, welcher Messi in der Offensive entlasten kann. Es braucht jemanden wie Neymar. Der Brasilianer begleitet bei Paris Saint-Germain momentan eine Rolle, die der von Messi bei Barcelona sehr ähnlich ist. Nominell als Flügelstürmer aufgestellt, befindet sich Neymar im Spiel der Pariser die meiste Zeit in der Mitte und hilft dabei, das Kombinationsspiel und die eigene Offensive aus der Zentrale heraus anzukurbeln. Von dort aus versteht er es wie kein Zweiter, gefährliche Pässe in die Spitze oder auf die Außen zu spielen, sowie selbst zu schnellen Dribblings und Torabschlüssen anzusetzen.

Gleichzeitig kann man nicht davon ausgehen, dass Neymar in Paris die grundlegenden Fähigkeiten eines klassischen Flügelstürmers verloren hat. Nach wie vor verfügt er über einen schnellen Antritt und extrem gefährliche Dribblings, die er im Eins-gegen-Eins bzw. gegen mehrere Gegenspieler einsetzen kann. Dabei würden eventuell ganz neue Möglichkeiten für Barças Offensive entstehen. So könnten Messi und Neymar bis zu einem gewissen Grad starr auf ihren Flügeln verweilen, um mehrere Mitspieler auf sich zu ziehen. Das ansonsten recht spielschwache Mittelfeld hätte so mehr Raum für Kombinationen und könnte außerdem von den Außenverteidigern in der Zentrale unterstützt werden, ähnlich wie es Pep Guardiola aktuell mit Manchester City vormacht.

Eine andere Variante wäre es, wenn beide sich abwechselnd in die Zentrale einschalten und dort das Mittelfeld unterstützen würden. Die jeweilige Außenposition würde in diesem Fall vom Außenverteidiger auf der Seite des nach innen gerückten Flügelstürmers übernommen werden, was sich durch die Offensivstärke von Barças Außenverteidigern anbieten würde. Diese Variante wird von Barcelona gegenwärtig schon praktiziert, allerdings ausschließlich von Seiten Messis. Neymar auf der anderen Seite könnte Messi entlasten und Barças Spiel weniger vorhersehbar machen.

Ein letzter Vorteil eines Neymar-Deals wäre wohl die Tatsache, dass auch ein Lionel Messi mit der Zeit nicht jünger wird und man mit Neymar einen legitimen Nachfolger in den eigenen Reihen hätte, welcher die Offensive der Katalanen in den Jahren nach Messi auf seinen Schultern tragen könnte. Natürlich kann man einen Messi niemals Eins-zu-Eins ersetzen, aber wenn man sich Barcelonas aktuelle Abhängigkeit von La Pulga vor Augen führt, fällt es nicht schwer sich auszumalen, dass der FC Barcelona einen Spieler mit ähnlichen Qualitäten braucht und gleichzeitig einen Spieler, welcher eine Vielseitigkeit mit sich bringt, wie es sie auf der Welt außer Messi wohl nur der Brasilianer in sich vereint, wenn auch nicht in derart ausgeprägter Form.

Fazit

Angesichts der vielen Vorteile, welche ein Tausch für alle Beteiligten mit sich bringen würde, fällt es schwer sich vorzustellen, dass die Protagonisten dieser Geschichte nicht zumindest einmal über den Deal nachdenken. Der FC Barcelona bekommt einen verlässlichen Superstar für die Offensive, welcher aktuell und zukünftig gebraucht wird und verliert einen Spieler, in den man die Hoffnung gesetzt hatte, dieser Star zu werden.

Paris Saint-Germain verliert einen unzufriedenen Spieler, den sie nur recht ungern abgeben würden, bekommt allerdings mit Dembélé ein Supertalent, welches der Mannschaft bei professionellem Verhalten schon jetzt helfen kann und sich in den richtigen Händen zu einem absoluten Superstar der Zukunft entwickeln könnte. Hinzu kommt der nicht zu vernachlässigende Faktor, dass man dann mit Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé die beiden wohl größten französischen Offensivtalente in seinen Reihen hätte, was hinsichtlich des Marketings und der Identifikation mit den einheimischen Fans wohl nicht das Schlechteste wäre. Vorraussetzung wäre jedoch ein komplettes Überdenken der Einstellung und des Lebensstils seitens Dembélés. Die Zweifel daran, dass der junge Franzose dies schafft, könnten dafür sorgen, dass PSG den Deal platzen lässt – selbst wenn man mit Tuchel über den Trainer verfügt, dem es zuzutrauen wäre, Dembélé in diese Richtung zu bewegen.

Neymar und Dembélé schlussendlich kommen beide von Klubs weg, bei denen sie nicht ihre Zukunft sehen und spielen trotzdem weiter im Konzert der ganz Großen mit. Eine Verlockung, welcher beide schlussendlich erliegen könnten. In jedem Fall klingt dieser Deal nach einer klassischen Win-Win-Situation und könnte schlussendlich allen Beteiligten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

 

 

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