Kommentar: Wenn man Barça-Sportdirektor wäre…

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Wir werfen einen Blick darauf, wie der Kader des FC Barcelona nächste Saison aussehen sollte. Dabei betrachten wir jede Trikotnummer und sehen uns an, wer sie nächste Saison erhält, wer sie abgeben muss oder ob sie leer bleibt und warum. 

Zugegeben, ich halte eigentlich nicht viel davon wie wild über potenzielle Transfers zu diskutieren, weil sie einmal in den Medien genannt wurden oder irgendjemand auf Twitter der Meinung ist, dass Spieler XY gut zu Barça passen würde. Manchmal macht es aber einfach Spaß, sich in die Rolle des Barça-Sportdirektors zu versetzen und darüber nachzudenken, wie der optimale Kader eigentlich aussehen sollte. Daher habe ich mich entschlossen, einfach einmal dieser irgendjemand von Twitter bzw. in diesem Fall von Barçawelt zu sein.

Barça hat an sich ja bereits einen Kader, der qualitativ seines Gleichen sucht, doch wie sich heuer bei einigen Personalien zeigt, wurde dieser Kader nicht immer mit einem großen Blick auf das Gesamte zusammengestellt. Der FC Barcelona offenbarte beispielsweise in der Innenverteidigung Personalsorgen und Ernesto Valverde musste außerdem mit einigen Spielern arbeiten, die seiner Meinung nach aber keine Zukunft mehr beim FC Barcelona hatten. Zusätzlich gibt es das nahezu unlösbare Problem, Ousmane Dembélé, Malcom und Philippe Coutinho entsprechend einzusetzen, unter der Prämisse, dass Lionel Messi und Luis Suárez gesetzt sind.

Die Probleme kurz beschrieben beschäftigen wir uns direkt damit, wie der Kader nächste Saison aussehen sollte. Dabei betrachten wir jede Trikotnummer und sehen uns an, wer sie nächste Saison erhält, wer sie abgeben muss oder ob sie leer bleibt und warum.

Analyse

#1 – Marc-André ter Stegen: Über Barças Nummer 1 müssen gar nicht viele Worte verloren werden. Ter Stegen gilt als einer der besten Torhüter der Welt und es gibt zweifelsfrei keinen, der besser für das Spiel des FC Barcelona geeignet ist als der Deutsche.

#2 – Nélson Semedo: Den Portugiesen hatten in der Vergangenheit bereits einige ein wenig abgeschrieben, doch in den letzten Spielen zeigt er immer häufiger, dass er eine Zukunft auf der Rechtsverteidigerposition hat. Im Clásico war er defensiv exzellent und mit etwas mehr Selbstvertrauen klappt dann hoffentlich auch in der Offensive mehr. Beim Zusammenspiel mit Dembélé kann man aufgrund der Geschwindigkeit der beiden als Gegner gut und gerne weiche Knie bekommen.

#3 – Gerard Piqué: Der mittlerweile 32-jährige Innenverteidiger zeigte im Clásico ebenfalls, dass er in großen Spielen immer liefert. Piqué wächst immer mehr in die Rolle des Abwehrchefs hinein und ist trotz der wechselnden Kollegen die Konstante in Barças Innenverteidigung. Bei der Vereinslegende ist ein Abgang zurecht undenkbar, aber Verschnaufpausen werden in Zukunft wohl ob des Alters häufiger notwendig werden.

#4 – Ivan Rakitić => Matthijs de Ligt: Bei der Trikotnummer 4 gibt es in meiner Planung eine große Veränderung. Ivan Rakitić, der bei Barça fünf wirklich außergewöhnliche Jahre verbracht hat, würde seinen Platz im Mittelfeld abgeben. Einen erfahrenen Spieler, der konstant seine Leistungen abgerufen hat, abzugeben, birgt immer gewisse Risiken. Barça hat mit Sergio Busquets, Arthur Melo, Frenkie de Jong und Carles Aleñá in der nächsten Saison vier spielstarke Spieler in seinen Reihen. Busquets ist dabei der absolut erfahrene Routinier, während Arthur, de Jong und Aleñá die Zukunft von Barças Mittelfeld darstellen, während mit Riqui Puig und Oriol Busquets zwei weitere Ausnahme-Talente in den Startlöchern stehen. Um noch etwas mehr Erfahrung in das Mittelfeld zu bringen, würde ich unter gewissen Umständen auf kurze Sicht Éver Banega vom FC Sevilla verpflichten, mehr dazu dann aber bei Trikotnummer 7.

Nun zur Begründung, warum Matthijs de Ligt zu Barça kommen sollte. Gerard Piqué ist 32 und könnte unter Umständen ein Spieler sein, der seine Karriere etwas früher beendet, um sich auf das Leben nach dem Profifußball auf dem Platz vorzubereiten. Matthijs de Ligt ist 19 und könnte nicht nur statt Gerard Piqué auflaufen, sondern auch neben ihm. Barça hatte mit Piqué und Puyol und mit Piqué und Mascherano lange Zeit zwei rechtsfüßige Akteure in der Innenverteidigung. Da Umtitis Fitnesszustand weiterhin ungewiss wirkt und Barça heuer massive Probleme in der Innenverteidigung hatte, wäre die Verpflichtung von de Ligt meiner Meinung nach folgerichtig. Damit würde Todibo allerdings vorerst verliehen werden. Falls man in Todibo ähnlich große Hoffnungen wie in de Ligt setzt, könnte man auch das Risiko mit ihm eingehen. Ich persönlich würde bei Todibo allerdings eine Leihe bevorzugen, da de Ligt doch schon mehr Profierfahrung hat. Zusätzlich wäre de Ligt für Notfälle auch mit de Jong kompatibel. Über die Möglichkeit einer Dreierkette sollte Valverde zumindest nachdenken. Mit de Ligt, Piqué und Umtiti oder Lenglet könnte diese durchaus Früchte tragen und Barças Spiel unberechenbarer machen.

#5 – Sergio Busquets: Über Busquets muss man auch nicht lange diskutieren, allerdings ist es evident, dass ihm etwas Entlastung gut tun würde.

#6 – Todibo bzw. Denis Suárez => Frenkie de Jong: Mit Frenkie de Jong hat sich Barça die wohl heißeste Aktie auf dem Mittelfeldmarkt gesichert und schaut einer rosigen Zukunft im Mittelfeld entgegen. Denis Suárez wurde zu Arsenal verliehen und für seine weitere Karriere wäre ein Abgang von Barça mit Sicherheit förderlich. Denis hat bei Barça einige Chancen erhalten und war nicht wirklich erfolgreich. Es wäre ihm zu gönnen, bei einem anderen Top-Club Fuß zu fassen und seine Position zu finden. Todibo kommt aus Frankreich und hat kaum Profispiele in den Beinen. Er hat mit Sicherheit großes Potenzial, aber für seine sportliche Entwicklung wäre eine Leihe wohl besser, eventuell auch eine etwas länger angelegte oder ein Verkauf mit Rückkaufoption. Wenn Piqué seine Karriere beendet braucht Barça neben de Ligt noch einen weiteren Innenverteidiger und da könnte Todibo dann als gestandener Profi zu Barça kommen. Falls man ihm dieselbe Entwicklung wie Umtiti zutraut, könnte man das Risiko durchaus eingehen und de Ligt nicht holen, aber de Ligt gilt aktuell eben als der Prototyp des spielstarken Innenverteidigers.

# 7 – Philippe Coutinho => Éver Banega: Mit nur vier gelernten Mittelfeldspielern in die Saison zu gehen ist möglich, aber ein Risiko. Riqui Puig und Oriol Busquets stünden auf Abruf bereit, aber Rückschläge können die Entwicklung auch nachhaltig behindern und große Spiele können schnell Rückschläge bedeuten. Da ich Rakitić und Vidal abgeben würde (zu Vidal mehr bei Trikotnummer 22), fände ich einen Transfer von Éver Banega durchaus sinnvoll, sollte Ernesto Valverde Barça-Trainer bleiben. Ich persönlich würde das Risiko eingehen, auf die Verpflichtung eines Routiniers im Mittelfeld zu verzichten, da ich Riqui für einen besonders außergewöhnlichen Spieler halte und meiner Meinung nach auch Arthur gezeigt hat, dass er schon wie ein Routinier spielen kann und außerdem auch de Jong schon Erfahrung auf Profiniveau mitbringt. In diesem Zusammenhang darf natürlich auch die steile Entwicklung von Aleñá nicht vergessen werden. Auf der Gegenseite kann ich aber natürlich den Wunsch nach einem weiteren erfahrenen Spieler im Mittelfeld verstehen und würde Éver Banega in diesem Fall als geeigneten Kandidaten sehen, da sein Vertrag 2020 ausläuft, er nicht auf lange Sicht geholt werden würde und für ein Jahr eine gute Überbrückung darstellen würde und er spielerisch einfach stärker ist als Arturo Vidal.

Nun zum Abgang bei der Nummer 7 – Philippe Coutinho. Barças Gehaltsstruktur ist ohnehin schon sehr üppig, Coutinho ist ein Vielverdiener und bei Barça noch absolut nicht angekommen. Das wird sich auf absehbare Zeit, befürchte ich, aber auch nicht ändern. Einerseits wirkt Coutinho nicht wie ein Spieler, der sich aus schwierigen Situationen bzw. Formtiefs selbst befreien kann, andererseits gibt es für ihn in Barças System einfach keinen Platz, wenn man davon ausgeht, dass das System im Großen und Ganzen gleich bleiben soll. Für einen echten Flügelspieler bringt er zu wenig Dynamik und Explosivität mit und ist auch einfach nicht schnell genug. Neymar war in diesem Zusammenhang eine andere Hausnummer. Im Mittelfeld agiert er zu passiv und undiszipliniert und hält den Ball viel zu lange, wenn es überhaupt nicht notwendig ist. Es wirkte in den vergangenen Partien nicht so, als würde er irgendwie aus seiner Situation lernen. Die Ballverluste waren nämlich nach wie vor dumm und unnötig. Das hat dann auch nichts mit einer Formkrise zu tun, weil die Basics einfach immer klappen müssen. Coutinho wird immer das Preisschild vor Augen haben und es ist einfach unrealistisch, dass er zu so einer Schlüsselfigur werden kann, dass die 160 Mio. berechtigt sind. Insofern sollte man es, wie ich finde, getreu dem Sprichwort “lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende” handhaben und ihn im Sommer abgeben. Chelsea würde wohl großes Interesse an einem Ersatz für Eden Hazard haben, der vermutlich zu Real Madrid wechseln wird. Auch Paris SG streckte in der Vergangenheit die Fühler nach Coutinho aus, wenn man Medienberichten glauben darf. Insofern sollte Barça sich einfach bemühen, von den 160 Mio. möglichst viel wieder zu bekommen, um aus dem Transfer möglichst ohne Schaden hervorzugehen. Es gab immer wieder Fehlkäufe und bei Coutinho geht es einfach um besonders viel Geld.

#8 – Arthur Melo: Der Brasilianer hat sämtliche Erwartungen übertroffen und zeigt sich bei Barça als Schlüsselfigur. Ein Abgang steht nicht zur Debatte.

#9 – Luis Suárez: Der Uruguayer wirkt heuer insgesamt weitaus besser, hat aber immer wieder Spiele, in denen gar nichts klappt. Insgesamt ist er aber wohl immer noch die beste Nummer 9 der Welt und dementsprechend müssen wir über einen Abgang gar nicht reden.

#10 – Lionel Messi: GOAT.

#11 – Ousmane Dembélé: Wenn seine Entwicklung so weiter geht, dann kann Dembélé bei Barça wirklich eine großartige Karriere machen. Hoffentlich bleibt er von Verletzungen verschont.

#12 – Rafinha: Rafinhas Karriere bei Barça wird sich wohl oder übel dem Ende zuneigen. Man kann ihm nur Verletzungsfreiheit wünschen und hoffen, dass er bei einem neuen Club durchstarten kann. Dabei sollte man ihm keine Steine in den Weg legen, aber eine angemessene Ablösesumme einfordern.

#13 – Jasper Cillessen => Pepe Reina: Jasper Cillessen ist einfach zu gut, um dauerhaft als Nummer 2 auf der Bank zu sitzen. Bei einem entsprechenden Angebot sollte man ihn ziehen lassen, um ihm die Spielzeit zu gewähren, die ihm zusteht. An ter Stegen gibt es zurecht kein Vorbeikommen, aber Cillessen verdient es, bei einem Top-Club Nummer 1 zu sein. Pepe Reina ist schlichtweg der Name, der mir als erstes als Ersatz eingefallen ist. Er hat Erfahrung, spricht die Sprache und hat offensichtlich kein Problem damit, Nummer 2 zu sein. Ich persönlich halte vom “Pinto-Konzept”, also einen wesentlich älteren und insgesamt auch schwächeren Torwart auf der Bank sitzen zu haben, wesentlich mehr als jüngeren Torhütern bzw. welchen im besten Fußballalter die Chancen auf Minuten zu nehmen. Iñaki Peña wird als mögliche Nummer 2 gehandelt, aber da täte er mir etwas leid, da die Copa-Minuten auf Dauer relativ unbefriedigend sind. Klar hatte Reina immer wieder Slapstick-Einlagen in seinem Spiel, aber insgesamt ist er als Nummer 2 meiner Meinung nach vertretbar. Ich habe aber auch kein Problem damit, irgendeine andere Nummer 2 zu holen. Selbst ein Comeback von Pinto fände ich, um es überspitzt zu formulieren, okay – oder einen kurzen Gastauftritt von Buffon …

#14 – Malcom => Dries Mertens: Auch wenn Malcom sich im Clásico in guter Form präsentiert hat und über die richtige Einstellung zu Verfügen scheint, fände ich einen Abgang sinnvoll. Malcom ist ein junger Spieler, der aber nicht über das Potenzial von Ousmane Dembélé verfügt. Letzterer ist bei Barça wohl die Zukunft in der Offensive und als Kaderspieler ist Malcom einfach zu schade – noch dazu, wo er wenig Erfahrung auf Top-Niveau hat. Außerdem ist er nicht polyvalent, sondern funktioniert im Prinzip nur auf der rechten Außenbahn, wo aber auch Dembélé seine stärksten Spiele gemacht hat. Barça hat für Luis Suárez keinen ernsthaften Ersatz und Malcom kann diese Position nicht spielen. Ihn nur einzusetzen, wenn Dembélé verletzt ist oder man mit Messi auf der False 9 spielen will, ist einfach zu wenig. Dries Mertens wäre hierfür insofern optimal geeignet als dass er auf der linken Seite wirklich gut einsetzbar ist und eigentlich im Zentrum beheimatet ist. Zusätzlich hat Mertens Erfahrung und könnte Suárez entlasten, wäre aber auch mit ihm kompatibel und könnte somit auf mehr Minuten kommen. Insgesamt würde er bei nur einem Jahr Restvertrag und auch aufgrund seines Alters wohl weniger kosten als der Verkauf von Malcom einbringen würde. Viele fordern, dass sich Barça bereits jetzt auf lange Sicht über die Zeit nach Suárez Gedanken machen soll, aber das hat, wie ich finde, keinen Sinn. Man wird auf der Position keinen Spieler finden, der sich im jungen Alter mit der Position als zweite Geige zufrieden gibt und sich gleichzeitig noch prächtig entwickeln kann. In zwei Jahren sieht der Stürmermarkt anders aus und bei Barça eventuell auch die finanzielle Situation. Dementsprechend wäre ein Transfer von Mertens zum jetzigen Zeitpunkt der logische Schluss.

#15 – Clément Lenglet: Lenglet hat diese Saison wirklich starke Leistungen gebracht und dementsprechend sollte, auch wenn Umtiti wieder fit ist, ein Verkauf nicht zur Debatte stehen.

#16 – Sergi Samper: Es ist bereits durchgesickert, dass Barcelona den Vertrag nicht verlängern wird und auch wenn ich persönlich immer ein großer Samper-Fan war, ist es wohl für beide Seiten das Beste, das Kapitel zu beenden. Hoffentlich bleibt Samper verletzungsfrei und kann bei einem anderen Verein noch richtig durchstarten.

#17 – Jeison Murillo: Unabhängig davon wie Murillo in der Rückrunde spielen wird, sollte man das Kapitel nach der Saison beenden und in der Innenverteidigung auf lange Sicht planen.

#18 – Jordi Alba: Der wohl beste Linksverteidiger der Welt wird hoffentlich bald seinen Vertrag verlängern.

#19 – Kevin-Prince Boateng: Da Mertens vielseitiger einsetzbar ist, würde ich Boateng, auch unabhängig von seinen Leistungen in dieser Saison, am Ende der Spielzeit wieder abgeben.

#20 – Sergi Roberto: Barças vierter Kapitän ist so vielseitig einsetzbar wie kaum ein zweiter und wird dementsprechend immer auf Minuten kommen. So eine Allzweckwaffe ist für jeden Kader ein Gewinn und dementsprechend darf über einen Abgang auch nicht nachgedacht werden.

#21 – Carles Aleñá: Der 21-jährige La-Masia-Absolvent zeigte in den vergangenen Spielen, dass sehr viel Potenzial in ihm steckt. Gerade durch seine Offensivstärke könnte er, natürlich in anderer Form, auch Messi hin und wieder entlasten und auch ansonsten im Mittelfeld auf seine Minuten kommen, da er auch mit Arthur kompatibel ist. Fazit: Unbedingt behalten.

#22 – Arturo Vidal => Filipe Luís: Vidal würde ich, wenn man unbedingt einen Routinier haben will, wie bereits erwähnt, durch Banega ersetzen, da dieser einfach spielstärker ist und meiner Meinung nach spielerisch besser zum FC Barcelona passt. Vidal mag seine Sache durchaus ordentlich machen, aber mit seiner Art und Weise, Fußball zu spielen, kann ich mich einfach nicht anfreunden. Das ist eine persönliche Empfindung, aber das ist ja auch ein Kommentar.

Filipe Luís wäre im Sommer ablösefrei und mit seiner Erfahrung für die Rolle eines Backups optimal. Auch wenn er gegen Barça oft spielerisch hässliche Seiten aufgezeigt hat, sollte man ihm eine faire Chance geben, wenn er denn kommt. Mir fällt auf der Position, um ehrlich zu sein, keine leistbare Alternative ein und Ferland Mendy von Lyon oder Júnior Firpo von Betis sind zu jung, um auf Dauer Albas Backup zu sein. Das würde ihre Entwicklung blockieren und am Ende weder ihnen noch Barça etwas bringen. Der Markt für Linksverteidiger sieht in einigen Jahren sicher wieder völlig anders aus.

#23 – Samuel Umtiti: Das Knie des Franzosen macht Sorgen, aber man sollte dennoch nicht über einen Abgang nachdenken, weil die Leistungen vor der Verletzung einfach insgesamt zu gut waren. Hoffentlich haben die Knieprobleme bald ein Ende.

#24 – Thomas Vermaelen: Auch bei Vermaelen klingt es danach, als würde der Vertrag nicht verlängert werden. Die Leistungen waren zwar immer ordentlich, aber bei der Verletzungshistorie kann Vermaelen einfach kein solider Backup sein.

#25: Diese Trikotnummer ist nicht besetzt und sollte auch nicht besetzt werden, da in großen Notfällen statt eines dritten Torwarts einfach auf das B-Team zurückgegriffen werden kann, gerade, falls Iñaki Peña noch ein weiteres Jahr dort verweilen sollte.

Zugänge im Überblick

  • Matthijs de Ligt (oder Jean-Clair Todibo bleibt)
  • Frenkie de Jong
  • Éver Banega
  • Pepe Reina
  • Dries Mertens
  • Filipe Luís

Abgänge im Überblick

  • Ivan Rakitić
  • Denis Suárez
  • evtl. Jean-Clair Todibo (wenn, dann Leihe bzw. Rückkaufoption!)
  • Philippe Coutinho
  • Rafinha
  • Jasper Cillessen
  • Malcom
  • Sergi Samper
  • Jeison Murillo
  • Kevin-Prince Boateng
  • Arturo Vidal
  • Thomas Vermaelen

Milchbubenrechnung

Mir ist klar, dass etwaige Milchbubenrechnungen die Ablösesummen betreffend in der Regel völlig realitätsfremd sind. Der Zweck davon ist lediglich, zu zeigen, dass es bei einer derartigen Kaderplanung realistisch ist, dass Barça insgesamt mehr einnimmt als es ausgibt bzw. auch die Handgelder der Transfers und evtl. sogar die Variablen bei Frenkie de Jongs Transfer damit finanzieren könnte, wenn man die Abschreibung etc. außer Acht lässt. Die Gehaltsstruktur würde aufgrund der Tatsache, dass der Kader kleiner wird und mit Rakitić und vor allem mit Coutinho zwei gut bezahlte Spieler den Verein verlassen würden, auch etwas gesünder werden. Im Folgenden also eine kleine Milchbubenrechnung.

Zugänge

Anzumerken ist, dass hierbei etwaige Handgelder außer Acht gelassen wurden.

Spieler Ablösesumme
Matthijs de Ligt  90 Mio. Euro
Frenkie de Jong  86 Mio. Euro (inklusive Variablen)
Éver Banega  20 Mio. Euro
Pepe Reina   1 Mio. Euro
Dries Mertens  30 Mio. Euro
Filipe Luís   0 Mio. Euro
  227 Mio. Euro

Abgänge

Spieler Ablösesumme
Ivan Rakitić  60 Mio. Euro
Denis Suárez  20 Mio. Euro
Jean-Clair Todibo   0 Mio. Euro (falls Leihe)
Philippe Coutinho 100 Mio. Euro
Rafinha  10 Mio. Euro
Jasper Cillessen  30 Mio. Euro
Malcom  40 Mio. Euro
Sergi Samper   0 Mio. Euro
Jeison Murillo   0 Mio. Euro
Kevin-Prince Boateng   0 Mio. Euro
Arturo Vidal  15 Mio. Euro
Thomas Vermaelen   0 Mio. Euro
  275 Mio. Euro

Der Kader im Überblick

#1 – Marc-André ter Stegen
#2 – Nélson Semedo
#3 – Gerard Piqué
#4 – Matthijs de Ligt
#5 – Sergio Busquets
#6 – Frenkie de Jong
#7 – Éver Banega
#8 – Arthur
#9 – Luis Suárez
#10 – Lionel Messi
#11 – Ousmane Dembélé
#13 – Pepe Reina
#14 – Dries Mertens
#15 – Clément Lenglet
#18 – Jordi Alba
#20 – Sergi Roberto
#21 – Carles Aleñá
#22 – Filipe Luís
#23 – Samuel Umtiti

Der Altersdurchschnitt wäre mit 25,3 Jahren absolut angemessen und würde ohne Pepe Reina sogar auf 24,7 fallen, was deutlich niedriger als die 27,2 Jahre wäre, die ein Barça-Spieler aktuell im Durchschnitt alt ist.

Analyse der einzelnen Positionen

Tor: Marc-André ter Stegen ist die klare Nummer 1 und mit Reina hat man Erfahrung auf der Bank sitzen, während man, sofern Iñaki Peña ein weiteres Jahr bei der zweiten Mannschaft bleibt, eine wirklich gute dritte Option auf Abruf hat.

Rechte Verteidigung: Semedo wird sich, sollte er sich so weiter entwickeln, wohl als Stammkraft etablieren. Mit Sergi Roberto hat man einen Allrounder in der Hinterhand, der aufgrund seiner Vielseitigkeit sicher auf ähnlich viele Minuten wie Semedo kommen wird. Da Semedo und Roberto in ihren Stärken relativ unterschiedlich sind, kann man die Aufstellung sogar sehr gut auf die jeweiligen Gegner zuschneiden. Wagué wird auf Dauer für die zweite Mannschaft nicht zu halten sein, eventuell wäre eine Leihe sinnvoll, ansonsten müsste man ihn entsprechend mit Minuten im ersten Team ködern. Einen fixen Kaderplatz in der ersten Mannschaft halte ich für verfrüht, da es mit den Minuten schwer sein wird, sich zu entwickeln. Wie die genaue Konstellation mit Emerson sein wird, bleibt abzuwarten.

Innenverteidigung: Mit Piqué und de Ligt hätte man zwei rechtsfüßige und mit Umtiti und Lenglet zwei linksfüßige Innenverteidiger. Alterstechnisch sind zwischen den vier Verteidigern ähnlich große Sprünge, die auch die Erfahrung ziemlich gut abbilden. Mit Todibo hätte man übrigens auch einen Rechtsfuß, falls man sich gegen einen Transfer von de Ligt und für das Vertrauen in Todibo entscheidet. Barça hat, wie oben bereits angeschnitten, jahrelang mit zwei rechtsfüßigen Innenverteidigern gespielt. Insofern gibt es nicht nur vier Kombinationsmöglichkeiten, sondern sechs, da man auch mit zwei linksfüßigen Innenverteidigern starten kann.

Linke Verteidigung: Alba sollte, sofern seine Leistungen so großartig bleiben wie heuer, weiterhin Stamm sein, während Filipe Luís aber für die nötige Absicherung sorgen soll. Man könnte es sogar einmal mit beiden gemeinsam auf der linken Seite probieren.

Defensives Mittelfeld: Zugegeben, mit Sergio Busquets gibt es nur einen absoluten Spezialisten auf der Position, aber damit hätte man die Möglichkeit, auch Oriol Busquets aus dem B-Team reichlich Minuten zu geben. Ernesto Valverde ist laut Medienberichten ein großer Fan des Namensvetters. Arthur, de Jong und sogar Éver Banega könnten im Notfall auf der Sechs aushelfen, während es für Sergi Roberto sogar seine mutmaßlich stärkste Position ist. Insofern gibt es massig Möglichkeiten, Busquets zu schonen.

Zentrales Mittelfeld: Mit Arthur und de Jong hat man zwei absolute Spezialisten auf der Position, die vermutlich die meisten Minuten erhalten würden. Aleñá, der etwas offensiver veranlagt ist, würde auch auf ausreichend Minuten kommen, wobei er sogar in einem Vierer-Mittelfeld mit Busquets und den beiden funktionieren würde. Riqui könnte man ebenfalls schon entsprechend in die Mannschaft rotieren. Mit Banega hätte man einen Routinier zur Unterstützung und auch Sergi Roberto kann diese Position gut spielen.

Offensives Mittelfeld: Aleñá hat hier mit Sicherheit seine stärkste Position, während auch de Jong etwas weiter vorne spielen kann. Auch Riqui ist als gestaltende Acht einsetzbar. Im Prinzip kann man aus den Mittelfeld-Optionen fast frei wählen und immer eine sehr starke Aufstellung basteln, die gut abliefert. Auch Arthur wird offensiv immer stärker, Roberto war ja sogar bereits noch weiter vorne im Einsatz. Banega kennt die Rolle ebenfalls sehr gut.

GOAT: Messi.

Flügel: Messi auf dem rechten Flügel ist eigentlich verschenkt, kann diese Rolle aber spielen. Dembélé hat auf rechts wohl seine stärkste Seite, während Mertens vermehrt auf links gespielt hat. Sergi Roberto und Semedo kann man sogar weiter vorne einsetzen und auch Alba könnte auf der anderen Seite mit Filipe Luís gemeinsam funktionieren. Im Prinzip ist die Aufteilung in der Offensive sowieso sehr variabel und mit Messi als Freigeist ist man sowieso nicht ausrechenbar. Dembélé kann man aber auch problemlos auf links einsetzen. Pep hat zu seiner Barça-Zeit bekanntlich ebenfalls sehr erfolgreich mit Seitenwechseln etc. experimentiert. Der obige Kader würde es anbieten und gleichzeitig allen Spielern entsprechende Minuten bieten.

Mittelstürmer: Luis Suárez ist natürlich nach wie vor die tragende Größe im Angriffszentrum, mit Dries Mertens hätte man aber eine Option auf der Bank, die sogar mit Suárez kompatibel ist und ihn aber auch entlasten könnte. Man kann sogar ohne echten Mittelstürmer spielen und Messi etwas weiter nach vorne versetzen. Das könnte sogar besser funktionieren als gegenwärtig, da aus dem Mittelfeld mit de Jong und Arthur endlich wieder ausreichend Bälle kommen würden und er selbst nicht immer für Unterstützung benötigt werden würde. Mit Messi, Dembélé und Mertens hätte man vorne de facto völlige Rotationsfreiheit und könnte im Spiel die Ausrichtung fast beliebig variieren.

Fazit

Die obige Analyse zeigt, dass ein ausgeglichener Kader, der genug Platz für die Entwicklung der jungen Spieler bietet, transfertechnisch nicht wirklich schwer zu erreichen ist. Der Vorstand müsste an den richtigen Schrauben drehen und hätte eine gute Richtung vorgegeben. Die Linksverteidigerposition und die Position des Mittelstürmers sind neben der Rechtsverteidigerposition und natürlich der des Torwarts die mit den schwierigsten Übergängen, da Spieler für diese Positionen meist nicht polyvalent einsetzbar sind, während man in der Innenverteidigung oder im Mittelfeld entsprechend verschiedene Kombinationen ausprobieren könnte. Daher macht es keinen Sinn, sie schon jetzt mit dem Potenzial der Zukunft zu besetzen, wenn man mit Jordi Alba und Luis Suárez die zwei wohl besten ihres Faches auf der Position hat, Form hin oder her. Insofern sollte man hier abwarten, was der Markt dann hergibt, wenn ein Ersatz wirklich notwendig ist. Bis dahin muss man mit Spielern arbeiten, die auch gerne auf der Bank Platz nehmen oder so wie Dries Mertens entsprechend auch mit Suárez kompatibel sind. Im Mittelfeld könnte man sogar von der Verpflichtung von Banega absehen. Ich persönlich würde das Absehen sogar befürworten, aber den Vorstand und Ernesto Valverde schätze ich in dieser Hinsicht nicht so wagemutig ein. Banega müsste dann eben auch mit weniger Minuten zufrieden sein, um Riqui Puig und Oriol Busquets entsprechend Einsatzzeit zu geben. Wenn sich Carles Aleñá weiterhin in diesem Tempo entwickelt und im Verlauf der restlichen Saison eine wirkliche Stütze wird, traue ich sogar dem Vorstand und Valverde zu, von der Verpflichtung eines Routiniers abzusehen. Man darf gespannt sein.

 

Wie seht ihr diese Einschätzung? Teilt ihr meine Meinung und falls nein, wo seid ihr anderer Meinung? 

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