Athletic Bilbao gegen FC Barcelona: Die Blauroten marschieren weiter

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Nach der Niederlage von Real Madrid am Vortag ergab sich für den FC Barcelona die große Chance, durch einen Sieg bei Atheltic Bilbao bis auf einen Punkt an die ‘Königlichen’ heranzurücken. Die Gastgeber spielten, wie gewohnt, intensiv, waren den Katalanen aber dennoch deutlich unterlegen.

 

Bilbao startet gut, verliert aber zu früh den Faden

Die Gastgeber gingen vom Anpfiff weg ein sehr hohes Tempo und pressten Barcelona sehr früh. In ihrem 4-4-1-1-System liefen die beiden Stürmer immer wieder Barcelonas Verteidiger und auch Torhüter Claudio Bravo an. Dadurch spielte Barça zu Beginn sehr viele lange Bälle, mit denen Bilbao zunächst noch sehr gut zurecht kam. Man eroberte die Bälle schnell und konnte dann selbst wieder versuchen, Angriffe zu initiieren. Doch schon relativ früh im Spiel gelang es den Katalanen, deutlich besser den Ball zu behaupten. Suárez und Neymar schafften es, die Bälle zu verteidigen, die ihnen zugeleitet worden sind, und so der ganzen Mannschaft die Möglichkeit zu geben, geschlossen aufzurücken. Dadurch ergaben sich kurze Phasen, in denen Barcelona den Ball laufen lassen konnte, jedoch ergab sich daraus zunächst keine Gefahr, da die Mannen von Ernesto Valverde defensiv sicher standen.

Bilbaos Problem war aber, dass sich Barcelona mittlerweile sehr gut darin versteht, ohne Ball zu spielen. Da die Basken ohnehin ein Team sind, welches gerne agiert, speziell zu Hause, ergaben sich daraus viele Kontermöglichkeiten für Barcelona, dank derer die Mannschaft für einige gefährliche Momente sorgen konnten.

Nach dem 0-2 verlor Athletic Bilbao den Faden und zog sein Spiel nicht mehr konsequent genug durch. Es wurde nur noch halbherzig gepresst und es fehlte dabei auch die zuvor gezeigte Intensität, wodurch es Barcelona leichter fiel, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren. Bis auf einen Pfostentreffer, der vor allem aus der mangelnden Absprache zwischen Gerard Piqué und Claudio Bravo entstand, brachten die Gastgeber im ersten Durchgang nichts mehr zustande.

Die zweite Halbzeit startete so, wie die erste endete: Barça stand gut und kontrollierte das Spiel. Dabei kamen sie auch zu Chancen, die aber nicht genutzt wurden. Danach ließen es die Katalanen etwas ruhiger angehen, wodurch Bilbao wieder seine Chance witterte und das Tempo nochmals erhöhte. Prompt fiel das 1-2, das die ganze Mannschaft sowie das Stadion neu belebte. Nachdem Messi im Gegenzug beinahe das 1-3 erzielte, verpassten die Basken den Ausgleich nur ganz knapp. Kurz darauf traf Barcelona dann aber doch und legte nur wenig später sogar noch einen Treffer nach. Bei den Gastgebern war nun die Luft raus, woran auch das Tor zum zwischenzeitlichen 2-4 nichts mehr änderte.

Insgesamt blieben die Basken ihrer Linie nicht treu und waren nach dem 0-2 zu verunsichert. Man ging nun nicht mehr die nötigen Wege, störte Barça deutlich später und spielte mit viel weniger Tempo, was eigentlich dasjenige ist, das Valverdes Team auszeichnet. Zudem machte Bilbao zu viele Fehler in der Rückwärtsbewegung, wie beispielsweise vor dem 0-2, als Laporte nur auf Messi und den Ball achtet, obwohl schon drei Mitspieler bei Messi und Neymar standen, dabei aber nicht sieht, wie Luis Suárez sich in seinem Rücken positioniert, um dann kurz darauf das Tor zu erzielen.

Wenn man mit einer solch offensiven Grundeinstellung in ein Spiel geht, dann muss man diese auch solange durchziehen, wie es noch etwas zu holen gibt. Es ist wenig schlüssig, sich nach Gegentoren eher defensiv zu orientieren, weil man auf diese Weise den Rückstand nicht aufholen kann. Aber genau das taten die Gastgeber nicht, sie blieben ihrer Linie nicht treu, was wohl auch an der schwierigen Gesamtsituation lag.

Barça fühlt sich auch ohne Ball wohl

Luis Enrique erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass Barcelona anfängt, sich auch ohne Ball wohlzufühlen. Das gab es vereinzelt zwar auch schon in der letzten Saison, jedoch überforderte das die Mannschaft physisch gesehen, gerade auf längere Sicht. Diese Saison jedoch haben die Katalanen das Spielermaterial, um auch ohne den Ball gut zu spielen. Die Defensive steht überwiegend sicher und schafft es immer wieder, das Spiel schnell zu machen und den Ball dem Mittelfeld zu übergeben. Dort präsentiert sich ein Xavi absolut mannschaftsdienlich und ist nicht primär darauf fokussiert, Kontrolle ins Spiel zu bringen, sondern, wenn nötig, auch einfach mal Tempo, Vertikalität und Risikobereitschaft. Dass sein kroatischer Nebenmann das ebenfalls sehr gut beherrscht, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.

Wenn man dann gegen einen solch hochstehenden Gegner spielt, ist eine stabile Abwehr eine ideale Voraussetzung, um diesen Gegner zu schlagen, weil man selbst schnell nach vorne spielen kann, wenn die gegnerische Mannschaft noch ungeordnet ist. Und genau das gelang Barcelona im San Mamés einige Male sehr gut, wenngleich die Katalanen bei der Menge an erspielten Chancen eigentlich mehr Tore hätten erzielen müssen.

Die drei Stürmer harmonieren sehr gut miteinander, gehen die richtigen Wege und sind zusammen, wie auch individuell eine enorme Gefahr für jeden Gegner der Welt. Das Mittelfeld arbeitet gut mit nach hinten, geht die richtigen Wege in der Offensive und bringt Ruhe ins Spiel, wenn jene gebraucht wird. Dani Alves und Gerard Piqué konnten erneut ihre starke Form bestätigen. Jérémy Mathieu war in den direkten Zweikämpfen solide, speziell in der Luft, zeigte sich teilweise aber verbesserungswürdig, was seine Pässe angeht. Hier muss er wieder eine Schippe drauflegen, denn teilweise waren seine Pässe in diesem Spiel viel zu ungenau und brachten die eigene Mannschaft in Bedrängnis. Dasselbe Problem hatte auch Jordi Alba. Er fällt durch viele Aktionen in den meisten Spielen positiv auf, spielt aber immer noch zu oft den ‘falschen’ Ball. Das heißt, dass er oftmals die falsche Entscheidung trifft, wenn es darum geht, zu entscheiden, wohin er den Ball als nächstes passen soll.

Claudio Bravo zeigte insgesamt eine ordentliche Leistung und machte mit zwei Paraden in der ersten Halbzeit auf sich aufmerksam. Das Gegentor zum zwischenzeitlichen 4-2 geht aber auf seine Kappe. Einen solchen Schuss in die kurze Ecke muss er haben, vor allem dann, wenn in der Mitte nicht mal im Ansatz Gefahr besteht.

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