Barça gegen Espanyol – Wieder Probleme gegen den ‚Bus‘

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In einem zähen und über weite Strecken unspektakulären Stadt-Derby setzte sich Barça gegen Espanyol verdient mit 1-0 durch. Die Gastgeber taten sich lange Zeit sehr schwer gegen einen tiefstehenden Gegner. Aber warum eigentlich?

 Tata Martino schickte folgende Elf ins Spiel:

Einwechslungen:

82. Pedro für Sánchez
86. Fàbregas für Iniesta
89. Bartra für Mascherano

Espanyol – klassisch den Bus geparkt

Gegen Barça lassen sich viele Gegner immer neue Taktiken einfallen und probieren viele Varianten aus, um ihnen wehzutun. Es gab dabei schon einige taktische Besonderheiten zu sehen, von Manndeckung bis hin zum Offensivpressing. Espanyol spielte aber relativ altmodisch gegen den FC Barcelona. Die Gäste standen sehr tief und versuchten, kein Tor zu kassieren. Hierbei machten sie aber nichts wirklich Ausgefallenes oder Besonderes, sie verteidigten einfach nur. Das Auffälligste an ihrem Defensivverhalten war die Fünferkette, die vor der Abwehr stand. Diese war nämlich sehr fluide und verteilte sich jeweils der Situation angepasst über das Spielfeld, jedoch ohne zu weit aufzurücken. Pressing sah man nämlich kaum von den Gästen. Bezeichnend war die Tatsache, dass Espanyols Spieler teilweise zurücktrabten, wenn der Ball zu den Barça-Verteidigern kam. Es ging ihnen nicht darum, das Spiel der Gastgeber zu stören und selbst gefährlich zu werden, es ging vor allem darum, nichts zuzulassen. Erst nach dem Gegentor wurden die Gäste aggressiver und ging intensiver gegen den ballführenden Spieler. Wirklich effektiv war dies aber nicht.

Dafür, dass Espanyol in der Defensive prinzipiell nichts Besonderes machte, ging diese Taktik sehr lange auf. Ein einziges Tor machte am Ende den Unterschied, und – wie die meisten Tore – war auch dieses vermeidbar. Zuerst einmal darf es nicht sein, dass Busquets den Ball so leicht nach außen zu Neymar spielen kann. Vier der fünf Mittelfeldspieler standen in der Nähe des Passweges, aber dieser wurde nicht zugestellt. Der äußerste Mittelfeldspieler deckte Barças Martin Montoya, während die anderen drei viel zu zentral standen. Dadurch klaffte eine Lücke in Espanyols Mittelfeld und durch genau diese ging Busquets‘ Pass.
Wenn man Neymar schon zu zweit stellt, dann muss jeder der beiden Abwehrspieler eine andere Aufgabe übernehmen. Es darf eigentlich nicht sein, dass sich beide einfach nur vor ihn stellen und sich dann auch noch jeweils tunneln lassen. Einer der beiden Spieler hätte eventuell agieren und Neymar angreifen müssen. Das taten sie womöglich nicht, weil sie Angst hatten, dann vom jungen Brasilianer ausgedribbelt zu werden. Aber mit so offenen Beinen darf man Neymar natürlich nicht gegenübertreten, schon gar nicht nach dem Clásico und seinem Tor nach einem Doppel-Tunnel.

Offensive kaum vorhanden

Zu Spielbeginn dachte man vielleicht noch, dass Espanyol auch offensiv mitspielen will. In den ersten Minuten starteten die Gäste einige Angriffe, durch die sie Ballverluste von Barça gut ausnutzten. Richtig gefährlich wurde Espanyol aber nur einmal, ansonsten waren sie voll auf die Defensive konzentriert. Thievy schickt Victor Sanchez in Barcelonas Strafraum, wo dieser erst an Alves vorbeikommt und dann an Valdés scheitert. In dieser Szene stimmte zum einen die Abstimmung zwischen Barças Torwart und dem Rechtsverteidiger nicht, und zum anderen war Alves wohl einfach zu unentschlossen. Er hätte entweder einfach den Ball klären oder aber den Gegner abdrängen können, sodass Valdés den Ball aufnehmen kann. Letztlich wollte Alves scheinbar zuerst den Gegner abdrängen, den Ball am Ende aber doch klären, wodurch eine missratene Kombination dieser beiden Optionen entstand.
Nach dem Gegentor wurde Espanyol mutiger, aber nur einmal kam noch ein etwas gefährlicherer Schuss in Richtung Barça-Tor. Sergio Garcia drang in den Strafraum ein, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Valdés.

Barça – defensiv gut, offensiv zu wenig Intensität

Defensiv präsentierte sich der FC Barcelona sehr sicher und ließ – wie schon beschrieben – kaum etwas zu. Offensiv hingegen taten sie sich lange sehr schwer. Sie erspielten sich zwar einige Chancen, aber man merkte dem Team einfach an, wie zäh es ihnen erging. Es fehlte zum Teil die Bewegung in Barças Offensivspiel, aber noch entscheidender war, dass Tempo fehlte. Die Gastgeber spielten zu langsam, wodurch man es Espanyol vergleichsweise leicht machte, die Räume eng zu machen und die Lücken zu stopfen. Mit mehr Tempo in den Offensivaktionen wäre es sicherlich deutlich leichter gewesen, diesen Defensivriegel der Gäste, der zwar gut aber nicht überragend war, zu knacken.

Dass die Führung erst so spät fiel, lag an mehreren Faktoren. Zum einen hielt Kiko Casilla sehr stark und zum anderen verbaute sich Barça zweimal selbst die mögliche Führung. In der Entstehung zu Neymars Abseitstor hätte Xavi den Ball früher auf Alves spielen können. Dann wäre dieser nicht im Abseits gewesen und das mögliche Tor hätte gezählt. In einer anderen Szene wollte Messi aus dem Zentrum heraus den relativ frei stehenden Neymar in der linken Strafraumhälfte bedienen. Jedoch ließ Alexis Sánchez den Ball nicht durch, sondern stoppte ihn selber, wahrscheinlich, weil er nicht wusste, dass Neymar noch hinter ihm stand.

Der Faktor Müdigkeit

Man sollte nicht unterschätzen, welche Rolle die Müdigkeit der Spieler in diesem Match gespielt haben könnte. Nach fünf Spielen in 14 Tagen ist man einfach körperlich erschöpft, bei aller Rotation. Da fällt es den Spielern schon mal schwerer, die nötigen Meter zu machen, und vor allem dann in einem Derby auch physisch bis an die Grenzen zu gehen. Die Spieler haben alles gegeben, vor allem ein Dani Alves ist die Außenlinie auf und ab gerannt, als hätte er gerade sein Debüt gegeben. Aber der physische Verschleiß nach einem so strammen Programm ist nun mal da und wird wohl mit ein Grund für die zu geringe Intensität und das fehlende Tempo gewesen sein.

Gerade einem Sergio Busquets sah man die Müdigkeit an. Er verlor einige Bälle, die er sonst im Schlaf behauptet hätte, und spielte auch einige Fehlpässe oder zumindest einmal riskante Pässe. Natürlich hatte er auch wie gewohnt seine guten Aktionen, aber es war schon auffällig, wie viele Fehler er, gerade für seine Verhältnisse, machte. Eventuell wäre es besser gewesen, Song spielen zu lassen.

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