Pleite im Top-Spiel! Schwaches Barça unterliegt eiskaltem Atlético – auch Suárez trifft

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Der FC Barcelona kann kein Ausrufezeichen setzen. Im Gegenteil: Die Katalanen verlieren das Spitzenspiel in La Liga gegen Atlético Madrid 0:2 und werden in der Tabelle damit wieder nach unten durchgereicht. Auch dieser Rückschlag bleibt für Ronald Koeman offenbar ohne Folgen.

Barça verliert bei Atlético – wohl keine Folgen für Koeman

Jetzt setzt es auch in der Liga wieder eine Niederlage. Nach dem deftigen 0:3 in der Champions League bei Benfica Lissabon hat der FC Barcelona die Top-Partie des 8. Spieltags am Samstagabend bei Meister Atlético Madrid mit 0:2 verloren.

Allein in der Primera División haben die Katalanen in dieser Saison damit schon zum vierten Mal nicht gewonnen. Barça rutscht damit in der Tabelle wieder ab, ist mit 12 von 21 möglichen Punkten nur noch Neunter.

Trotz alledem war Ronald Koeman, der die 90 Minuten wegen seiner Zwei-Spiele-Sperre von der Tribüne aus verfolgen musste, schon vor dem Auswärtsspiel im Estadio Wanda Metropolitano in seinem Amt bestätigt worden. Präsident Joan Laporta sagte nachmittags: „Unabhängig vom Ergebnis wird Koeman weiterhin der Trainer bleiben.“

Laporta: “Koeman wird Trainer bleiben”

Koeman wählt 4-2-3-1 – De Jong und Gavi auf den Außen

Koeman bot im nahezu komplett mit Zuschauern gefüllten und somit stimmungsvollen Estadio Wanda Metropolitano vor Keeper Marc-André ter Stegen in der Vierer-Abwehrkette Óscar Mingueza, Ronald Araújo, Gerard Piqué und Sergiño Dest auf, die Doppelsechs im Mittelfeld bildeten Sergio Busquets und Nico González, während Frenkie de Jong (rechts) und Gavi (links) im 4-2-3-1 über die Außen kamen. Philippe Coutinho agierte als Spielmacher hinter Angreifer Memphis Depay.

Barça erwartete gegen die Rojiblancos ein intensives und zweikampfbetontes Duell. Nach dem Anstoß spielte sich das Geschehen in der Anfangsphase fast ausschließlich zwischen den Strafräumen ab, den ersten nennenswerten Schuss setzte setzte Atlético nach 17 Minuten in Person von João Félix ab. Der Portugiese verfehlte den linken Pfosten der Katalanen.

Während Barça das runde Leder in der ersten Hälfte des ersten Durchgangs öfter in den eigenen Reihen hatte (61 Prozent Ballbesitz), besann sich das Team von Diego Simeone in erster Linie auf zügige Gegenstöße nach Eroberung des Spielgeräts.

Coutinho durfte wieder von Anfang an ran. Foto: IMAGO / Shutterstock

Lemar bringt Atlético in Führung

Bitter für die Gäste: Mit dem ersten Torschuss überhaupt in der Begegnung gerieten sie gleich in Rückstand. Mario Hermoso spielte den Ball aus der eigenen Hälfte in die gegnerische zu Félix, woraufhin für die Defensive von Barça alles einfach zu schnell ging. Félix zog mit einer guten Bewegung in die Mitte, löste sich von dem zu weit herausgerückten Araújo, der daraufhin nach Vorlage von Suárez hinten fehlte. Der Ex-Stürmer der Blaugrana setzte den sprintenden und sträflich unbewachten Thomas Lemar mustergültig in Szene – Tor (23.).

Eiskaltes Atlético! Suárez erhöht – Barça ohne Torschuss

Barça bäumte sich nach dem Rückstand auf, kam in den Gefahrenbereich. Coutinho probierte es zentral aus dem Rückraum per Dropkick, der nur haarscharf am linken Pfosten vorbeizischte (27.), kurze Zeit später erreicht de Jong eine Kopfballvorlage von Memphis in bester Position nur knapp nicht (30.).

Doch noch vor der Pause der erneute Schock: 0:2 – und das ausgerechnet durch Suárez. Atlético machte es nach Balleroberung in der eigenen Hälfte schnell, Félix schickte Lemar auf die Reise, der im Zwei-gegen-Eins wiederum mit einem hohen Pass auf Suárez querlegte. Der Uruguayer nahm sich noch einen Moment Zeit, blieb cool und ließ das runde Leder im linken Eck einschlagen (44.). Torschüsse: 2:0. Spielstand: 2:0. Atlético präsentierte sich zweimal eiskalt.

Die Abwehr der Katalanen gab beim zweiten Gegentor eine noch schlechtere Figur ab, stand viel zu hoch, wirkte so total überrumpelt. Als Lemar von Félix bedient wurde, befand sich mit Piqué lediglich ein einziger Barça-Feldspieler in der eigenen Hälfte. Sieben Sekunden später zappelte es im Netz. Das Ensemble von Koeman kam nach 45 Minuten auf 68,7 Prozent Ballbesitz, zeigte sich offensiv gegen eine gewohnt starke Atlético-Verteidigung aber nicht griffig und ideenreich genug und gedanklich im Vergleich sichtlich unterlegen.

Wechsel bleiben wirkungslos

Koeman beauftragte seinen Assistenten Alfred Schreuder damit, zum Seitenwechsel bereits personell zu reagieren. Sergi Roberto kam für Nico Gonzalez in die Partie, de Jong rückte dafür in die Mitte. Die Blaugrana agierte nach dem Wiederanpfiff bemüht, sich mit einem schnellstmöglichen Anschlusstreffer zurückkämpfen und womöglich auch noch etwas Zählbares mitnehmen zu können, tat sich aber nach wie vor sehr schwer, ernsthafte Gelegenheiten zu kreieren.

Seinen ersten Torschuss in diesem Spiel setzte Barça erst in der 60. Minute ab. Coutinho gelang es in vielversprechender Position im Strafraum jedoch nicht, Jan Oblak zu überwinden. Der Schlussmann der Hausherren fing den Ball sogar direkt. Eine ausgelassene Großchance, die den Glauben an ein zufriedenstellendes Resultat bei dem einen oder anderen Barça-Profi fast schon zunichte machte.

Für Coutinho war der Arbeitstag wenig später beendet, Ansu Fati ersetzte ihn (64.). Der zuletzt erst nach langer Zwangspause zurückgekehrte Youngster konnte die Pleite jedoch nicht mehr abwenden – ebenso wie die später noch eingewechselten Luuk de Jong (ab 75. für Mingueza) und Riqui Puig (ab 75. für Gavi). Barça war auch im zweiten Durchgang bestimmend, was die Ballanteile angeht, kam im Endeffekt aber auch nur auf zwei Torschüsse – offensiv präsentierte sich die Blaugrana einmal mehr viel zu harm- und ideenlos, sodass die Feldüberlegenheit verpuffte. Atlético selbst musste und wollte sich nicht verausgaben und brachte den 2:0-Heimsieg ungefährdet über die Zeit.

Mit weiterer Pleite in die Länderspielpause

Es kriselt in Barcelona. Ein Zustand, der so allein schon wegen der nun anstehenden Länderspielpause noch ein wenig anhalten wird. Weiter geht es am 17. Oktober im Camp Nou gegen den FC Valencia. Ob es dann bergauf geht und Koeman wirklich noch im Amt ist?

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist

9 Kommentare

  1. Fand die erste Halbzeit gar nicht so verkehrt. Nico muss beim 0:1 durchlaufen, das Tor geht ganz klar auf seine Kappe. Aber sowas kann halt passieren bei so jungen Spielern.
    Auf der einen Seite wollen wir die jungen Spieler sehen, aber gewinnen müssen wir trotzdem. Ist schwer da eine Mitte zu finden. Ein pijanic wäre in so einer Phase vielleicht gar nicht so verkehrt gewesen.
    Heute hat man einfach gemerkt das atletico eingespielt ist und wir nicht.
    Im Prinzip haben nur busquets und de Jong letztes Jahr in der Startelf gestanden ab Mittelfeld aufwärts. Wie sollen wir da eingespielt sein? Zudem spielen Spieler auf Positionen auf Grund von fehlenden Alternativen.

    Sicherlich macht Koeman Fehler, gar keine Frage, aber so mega schlecht wie er hier teilweise gemacht wird kann ich nicht nachvollziehen. Wir spielen meiner Meinung nach nicht schlechter als unter Valverde, und da hatten wir gestandene Profis.
    Den einzigen Vorwurf den ich an Koeman mache ist, dass wir keinen guten fitnesszustand haben, ich glaube das hat er letztens sogar mal im Interview gesagt. Da frag ich mich wieso? Wieso kriegen wir es seit Jahren nicht hin mal fitter zu sein?

  2. Das Spiel heute empfand ich als gar nicht so schlecht. Uns fehlen die Mittel vorne, da muss man erkennen. Aber wir brauchen halt jetzt jemanden, der aus der Mannschaft 200% rausholt. Das ist Koeman selbstredend nicht. Seine Taktik, seine Spielerwahl erinnert wieder an seine ersten Wochen. Er ist einfach überfordert wenn’s nicht läuft. Ich kann mir nur Xavi als neuen Coach vorstellen. Aber dem scheint Laporta nicht zu vertrauen. Für mich muss die Entscheidung schon Montag getroffen werden. Die nächsten Spiele werden schwer und sind überlebensnotwendig.

  3. Koeman sagt Laporta angeblich ständig, dass alles wieder besser wird, wenn Fati mal eingespielt und Aguero, Dembélé zurück sind, aber das ist irgendwie total banal! Aguero und Dembélé sind beide verletzungsanfällig und werden nicht plötzlich einfach mal die Saison ohne eine weitere Verletzung durchspielen, Fati und Depay könnten ein starkes Duo bilden, aber unsere Probleme sind viel tiefgründiger!

    Man scheint sich Koemans Abfindung nicht leisten zu können, anders kann ich mir nicht erklären, weshalb man Koeman weiterhin behält.

    • Da gebe ich die absolut Recht, @mercer_007.
      Hinzu kommt, was viele auch scheinbar schon vergessen haben, dass Dest und Dembele in der letzten Saison nicht harmonierten. Das funzte erst, als Dest auf Rechts und Dembele auf Links spielten. Also auf Dembeles Genesung zu setzen und zu glauben, dann läufts besser, ist blauäugig.
      Auch Aguero wir nicht sehr hervorstechen können, solange man ihm keinen Spieler an die Seite stellt, der seinen Spielstil versteht. Und das können weder Depay noch LDJ. Ein klein wenig hoffe ich da auf Fati-Pedri-Aguero, das könnte klappen, um Chancen zu kreieren. Muss man eben auch erstmal gesehen haben, hatten wir ja leider noch nicht.
      Fati und Depay könnten ein starkes Duo bilden, wenn Depay lernt, auch in Strafraumnähe oder im Strafraum nicht alles allein machen zu wollen. Wird er aber nicht lernen, weil Koeman im bestimmt ganz andere Anweisungen mit ins Spiel gibt, scheint zumindest so und er eben auch nicht das ist, was ich einen typischen Barcaspieler nennen würde. Sein Spiel erinnert mich an Dembele’s, der es ganz genau so macht: ein Haken, noch ein Haken und noch einen und schon sind’s nicht mehr 1 oder 2 Gegenspieler, sondern 4 und zack ist der Ball weg. Klar sieht das schick aus, bei Dembele sogar noch spektakulärer als bei Depay, aber das Ergebnis ist das selbe: Ballverlust und vertane Zeit und am Ende sogar noch Lücken für die Gegnerstürmer, weil das Team hoffnungsvoll nachgerückt ist und dann plötzlich viel zu hoch steht. Spektakuläre Miniskills sind absolut bedeutungslos, wenn sie dem Team im Spiel nicht helfen und machen damit auch keinen guten Spieler aus, ganz im Gegenteil sogar.

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