Brennpunkte: Fehlender Matchplan, kapitale Abwehrfehler und kein Aufbäumen nach Rückstand

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Gegen die UD Levante zeigte der FC Barcelona wieder sein Auswärtsgesicht aus den ersten Spielen. Barça agierte über weite Strecken ideen- und planlos, hinzu kamen kapitale Fehler in der Defensive. Insbesondere Piqué konnte seine starke Form gegen Levante nicht unter Beweis stellen. Nach dem Rückstand war bei den Katalanen kein Aufbäumen zu erkennen. Die Brennpunkte zur 1:3-Pleite in Levante.

Barça ideenlos und ohne Matchplan

Insbesondere in der zweiten Halbzeit, aber auch bereits in Hälfte eins schien es den Katalanen im Auswärtsspiel gegen die UD Levante an einem klaren Matchplan zu fehlen. Die Offensivaktionen wirkten – wenn nicht gerade Lionel Messi seine Füße im Spiel hatte – oftmals wie Zufallsprodukte. Eine klare Strategie, wie Ernesto Valverde die Defensive Levantes überspielen wollte, war nicht zu erkennen. 

Bezeichnendstes Beispiel hierfür war (einmal mehr) Antoine Griezman – der Franzose bewegte sich zwar extrem viel und arbeitet auch in der Defensive extrem fleißig, allerdings merkte man ihm auch oftmals an, dass er nicht wusste, wohin er laufen sollte. Sowohl auf der Position auf dem linken Flügel, als auch nach der Suárez-Auswechslung im Sturmzentrum. 

Und auch allgemein waren im Offensivspiel nur wenige Optionen zu erkennen. Ab und an starteten mal die Außenverteidiger Richtung Grundlinie (wie Semedo vor dem Elfmeter, der zum 1:0 resultierte) – abgesehen davon hatte die Blaugrana kaum Tiefe im Spiel nach vorne. Dies änderte sich auch nicht dadurch, dass mit Carles Pérez nach rund 40 Minuten ein „echter“ Flügelstürmer eingewechselt wurde. 

 

Kapitale (Stellungs-)Fehler in der Defensive 

Trotz aller Ideenlosigkeit führte Barça zur Halbzeit mit 1:0 – kassierte dann jedoch zwischen der 60. und 68. Minute drei Gegentore. Hauptverantwortlich für diese Gegentore waren insbesondere die Nachlässigkeiten der Defensivspieler – zeigten sich Lenglet und Piqué im Spiel gegen Valladolid noch kompromisslos und hellwach, agierte insbesondere Letzterer gegen Levante extrem sorglos. Den ersten Gegentreffer leitete der Innenverteidiger durch einen laschen hohen Ball ins Mittelfeldzentrum quasi direkt ein und rückte danach zu langsam auf seine Position. Beim zweiten Gegentreffer gewährte Piqué seinem Gegenspieler Borja Mayoral rund 18 Meter vor dem eigenen Tor viel zu viel Platz, sodass dieser in Ruhe aufdrehen und abschließen konnte. 

Ebenfalls auffällig bei den Gegentoren ist die extrem hohe Positionierung der beiden Außenverteidiger. Sowohl Nélson Semedo als auch Sergi Roberto konnten bei den ersten beiden Gegentoren nicht mehr eingreifen, da sie sehr früh nach vorne gerückt waren und so nicht mehr rechtzeitig umschalten konnten, um den beiden Innenverteidigern zu helfen. Statt mit einer Viererkette agierte Barça so oftmals mit einer „Zweierkette“, was das Verteidigen gegen eine Doppelspitze nicht wirklich einfacher macht.

Ebenfalls wenig Unterstützung erhielten die beiden Innenverteidiger von Frenkie de Jong, der gegen Levante den defensiven Part im Mittelfeld übernahm. Gerade wenn der Gegner ein 4-4-2 spielt, sollte der defensive Mittelfeldspieler zumindest in der Nähe der Innverteidiger stehen, um bei Bedarf eingreifen zu können. De Jong hingegen stand jedoch oftmals im luftleeren Raum herum – ohne die Möglichkeit, wirklich ins Verteidigungspiel eingreifen zu können. 

Kein Aufbäumen nach dem Rückstand

Der FC Barcelona liegt gegen den UD Levante nach einer Führung nach 68. Minuten mit 1:3 zurück – eine wütende Schlussoffensive mit zahlreichen und wuchtigen Angriffswellen und dem unbedingten Willen, dieses Spiel noch zu drehen, war aber keineswegs zu sehen. Ganz im Gegenteil, ein Großteil der Mannschaft schien sich recht früh mit der drohenden Niederlage abzufinden. Außer Messi, der sich in solchen Situationen wie gewohnt tief Fallen lässt und versucht, das Spiel aus der Tiefe anzurkurbeln, war wenig Wille und Kreativität zu sehen. 

 

Auch agierte die Mannschaft erschreckend körperlos – bestes Beispiel hierfür war Arturo Vidal. Der chilenische Krieger, der in der Fußballszene für seinen unbändigen Willen und Kampfgeist bekannt ist, mied den ein oder anderen Zweikampf. Auch die beiden hochgelobten Mittelfeldakteure Arthur und de Jong schafften es in dieser schwierigen Phase nicht, Verantwortung zu übernehmen und das Spiel zu ordnen. Und so stand (mal wieder) eine Mannschaft auf dem Platz, die sich gegenseitig die Verantwortung zuschob und darauf wartete, dass La Pulga das Spiel quasi im Alleingang dreht. 

Bezeichnend für das fehlende Aufbäumen und auch die Ideenlosigkeit der Mannschaft war auch die Ratlosigkeit Ernesto Valverdes nach dem Schlusspfiff. Angesprochen auf die fehlende Reaktion sagte der Übungsleiter: „Ich weiß es nicht…ich nehme an, ihnen ist nichts mehr gelungen.“ 

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