Brennpunkte | Spieleröffner ter Stegen, Barças Mittelfeldplan und das katalanische Konterspiel

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Nicht viel los im Clásico. Der FC Barcelona und Real Madrid neutralisierten sich weitgehend. In den Brennpunkten behandeln wir Marc-André ter Stegens Spieleröffnung, den Plan (respektive die Planlosigkeit) des FC Barcelona im Mittelfeld sowie den Fokus aufs Konterspiel seitens der Gastgeber.

Ter Stegen als Spieleröffner

In der Aufstellung des FC Barcelona gab es mit dem Fehlen von Sergio Busquets zunächst einmal eine Überraschung. Konnte man mit einem Einsatz von Frenkie de Jong und dem zuletzt starken Ivan Rakitić rechnen, war es durchaus überraschend, dass Sergi Roberto anstelle von Vereinslegende Busquets startete.

Was aber fehlt den Katalanen in der Regel, wenn Busquets einmal nicht auf dem Platz steht? Zu den Stärken des spanischen Nationalspielers zählen vor allem die Spieleröffnung, eine Zweikampf- und nach wie vor unerreichte Antizipationsstärke, sowie eine extrem intelligente Spielorganisation vor dem gegnerischen Strafraum.

In Busquets’ Absenz wurde die Spieleröffnung dabei auf mehrere Schultern verteilt, im Fokus stand jedoch eine Variante, bei der Torhüter Marc-André ter Stegen die Bälle weit und flach hinten heraus spielte, was sicherlich aus der Not geboren war, da Real Madrid hoch stand und jeden Spieler in Manndeckung nahm.

Die Barça-Mittelfeldspieler platzierten sich in diesen Situationen etwas weiter außerhalb, zogen die gegnerischen Mittelfeldspieler mit sich und sorgten so dafür, dass das Zentrum frei wurde. Somit war die Bahn für ter Stegen frei, einen Ball ins Sturmzentrum auf Luis Suárez oder auf den hereinziehenden Antoine Griezmann zu spielen – Anspiele, die man normalerweise von Sergio Busquets gewohnt ist.

 

Barças Plan im Mittelfeld

Was aber machte das Mittelfeld selbst ohne Busquets? Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass Barça vor allem daran gelegen war, dass Mittelfeld schnell zu überspielen, was Real Madrids extremem Pressing geschuldet war, dass bereits bei Barcelonas Innenverteidigern begann. Entweder wurde dies über die Bälle von ter Stegen oder durch Pässe auf die Außen erreicht, die zu den aufrückenden Verteidigern gespielt wurden. Die Bälle auf die Außen waren vor allem über die rechte Seite das ein oder andere Mal erfolgreich, konnten doch sowohl Rechtsverteidiger Nélson Semedo als auch der nominell im Mittelfeld aufgestellte Roberto über diese Seite durchstarten beziehungsweise dort für eine Überzahl- oder Gleichzahlsituation gegenüber dem gegnerischen Außenverteidiger und einem rausrückenden Mittelfeldspieler sorgen.

Ansonsten sollten Rakitić, Roberto und de Jong vor allem eines tun: Die Kreise der Mittelfeldspieler von Real einengen und Platz für die drei vorderen Stürmer, vor allem den sich nach innen fallen lassenden Messi schaffen. War der Ball im vorderen Drittel angekommen, schob das gesamte Mittelfeld nach und versuchte den Blancos, das Herausspielen aus der eigenen Hälfte zu erschweren. Das funktionierte angesichts der hohen technischen Qualität des Gegners allerdings so gut wie nie, womit das Spiel in weiten Teilen an den Auswärtsauftritt gegen Real Sociedad am letzten Spieltag erinnerte.

Der Fokus aufs Konterspiel

Gleichbedeutend mit dem Überlassen des Balles und der damit verbundenen defensiven Ausrichtung Barças entstand ein Fokus aufs Konterspiel, wobei man hier eher vom Versuch sprechen muss. Sobald die Katalanen den Ball erobert hatten, suchten sie de Jong oder Messi, die den Ball auf die durchstartenden Suárez und Griezmann spielen sollten. Vor allem die Rolle von Griezmann gestaltete sich hier interessant, war dieser doch deutlich zentraler platziert, als dass in vergangenen Spielen der Fall war. Für die nötige Breite im Spiel sorgte der nach vorne stürmende Jordi Alba, der den rechten Außenverteidiger Reals, Ferland Mendy, herauszog und dafür sorgte, dass sich Raphael Varane nach außen orientieren musste.

Dadurch, dass sich zunächst Semedo, und später Roberto, auf der anderen Seite allerdings nicht oder nur sehr selten mit einschaltete, konnte Real das Zentrum mit der anderen Hälfte der Viererkette allerdings gut verengen, wodurch die Stürmer in den meisten Fällen in Unterzahl auf die gegnerische Abwehr zuliefen. Das war für eine Verteidigung mit einer derart großen individuellen Qualität meist zu leicht zu verteidigen, was Barcelonas mangelnde Gefahr vor dem Gehäuse von Thibaut Courtois erklärte.   

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