Brennpunkte | Zu viel Abstand, aber ein verbesserter Spielaufbau

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Nach dem komfortablen 4:0-Sieg des FC Barcelona beim RCD Mallorca am 28. Spieltag La Ligas blicken wir in unseren Brennpunkten auf das Defensivverhalten der Blaugrana, den verbesserten Spielaufbau und Mallorcas Schlafmützigkeit.

Sicherheitsabstand

Dank der Corona-Pandemie hat es sich wohl mittlerweile bei jedem eingebrannt, dass man im Alltag 1,50 Meter Sicherheitsabstand halten soll. Scheinbar hat sich das auch bei den Mannen von Quique Sétien zu sehr eingebrannt, anders lässt es sich schwer erklären, wieso man dem Gegner vom RCD Mallorca stellenweise so viel Platz gab.

Gerade über Jordi Albas Defensivseite war immer wieder zu beobachten, wie unbedrängt die Spieler Mallorcas ihre Hereingaben vorbereiten konnten. Auch vor dem Strafraum ließ man den Gastgebern phasenweise zu viel Platz und ließ sie unbedrängt Halbflanken in den Strafraum spielen. Natürlich konnte die Blaugrana letztlich alle dieser Aktionen verteidigen, auch weil die Positionierung im Strafraum – bis auf zwei Szenen – sehr gut war, gegen stärkere Gegner könnte sich ein solches Abwehrverhalten dennoch rächen.

Mallorca fehlte in diesem Spiel die Genauigkeit, um diese Räume in bessere Hereingaben umzumünzen. Nichtsdestotrotz muss Sétien seinen Spielern klar machen, dass sie griffiger in den Zweikämpfen sein müssen, sowohl über die Außen, aber auch in den direkten Duellen, in denen gerade Ronald Araujo zweimal viel zu passiv war. 

 

Verbesserter Spielaufbau

Natürlich ist es schwer, nach einem solchen Kaltstart Schlüsse zu ziehen, dennoch lässt sich festhalten, dass sich der Spielaufbau des FC Barcelona verbessert hat. Die Spieler positionierten sich offensiver als sonst, auch beide Mittelfeldspieler rückten weit mit auf. Das alleine hilft nur wenig, doch auch die Ballorientierung in der Positionierung der Spieler hat sich sichtbar verbessert. Im Spielaufbau gab es jederzeit mehrere Anspielstationen, die Spieler bewegten sich mit und ohne Ball gut und schafften es so immer wieder, sich Platz zu verschaffen und Chancen zu erspielen.

Besonders die beiden Außenverteidiger hatten endlich mal verschiedene Optionen für ihre Hereingaben, einfach weil ihre Mitspieler sich klug im und um den Strafraum positionierten. Konnte man Sétien bisher durchaus vorhalten, dass seine Mannschaft die Spiele zwar oftmals gut kontrolliert, aber gleichzeitig zu steril war, so scheint er genau daran während der Corona-Pause gearbeitet zu haben.

Man kann mit schnellen Pässen und guten Bewegungen sehr viel erreichen und viel Gefahr erzeugen, dennoch braucht man auch andere Mittel, wie zum Beispiel einen echten Flügelspieler, der mit seinen Dribblings gegnerische Abwehrreihen aufbrechen kann. Das Duo Griezmann-Braithwaite, das sich situativ auf dem Flügel abwechselte, liefert dahingehend eher wenig Impact. Ein Ansu Fati kann von der linken Seite so jemand sein, ebenso natürlich auch ein Ousmane Dembélé, der aber in dieser Liga-Saison nicht mehr zum Einsatz kommen kann.  

Mallorca verpennt drei Starts

Schon in der zweiten Minute ging der FC Barcelona in Führung. Mallorca hatte den Beginn komplett verschlafen. Sie kamen nicht in die Zweikämpfe, begleiteten die Gegenspieler nur und vertändelten dann noch den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum. Die Blaugrana hingegen war von Beginn an hellwach und agierte zielgerichtet in Richtung des gegnerischen Tores. Interessanterweise wiederholte sich das Ganze noch zwei weitere Male während der Partie. Es gab in beiden Halbzeiten jeweils eine Trinkpause und nach beiden Trinkpausen dauerte es nur wenige Minuten bis zum zweiten beziehungsweise dritten Tor. 

Es schien so, als bräuchte Mallorca nach den Pausen immer etwas Zeit, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, während die Gäste aus Katalonien immer direkt voll da waren und die Schlafmützigkeit ihres Gegners gnadenlos auszunutzen wussten. 

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