CA Osasuna – FC Barcelona: Spielbericht und Einzelkritik

StartLa LigaCA Osasuna - FC Barcelona: Spielbericht und Einzelkritik
- Anzeige -
- Anzeige -
- Advertisement -

Bildquelle: fcbarcelona.com

Arbeitssieg, dreckiger Sieg, glücklicher Sieg – passt eigentlich alles zum ersten Auswärtsauftritt des FC Barcelona in der noch jungen Saison. Es war ein ziemlich schwaches Spiel der Katalanen, welche aber Moral bewiesen und das Spiel nach Rückstand noch drehen konnten, vor allem dank Lionel Messi.

Osasuna war vom Anpfiff an sehr frech und versuchte die Gäste aus Katalonien früh zu stören und gute Konter zu fahren. Dies gelang ziemlich gut, was auch an der ungewohnt hohen Anzahl von Fehlpässen auf Seiten von Barcelona lag. Aber gerade zu einem Zeitpunkt in dem es schien, als habe der 21-malige Meister die Kontrolle über das Spiel erobert, ging Osasuna nicht unverdient in Führung. In der Folge versuchten die Schützlinge von Tito Vilanova viel, waren aber im Abschluss glücklos und zu unpräzise. Doch Osasuna blieb trotzdem gefährlich und kam vor der Pause noch zu einer weiteren guten Chance, welche zum wiederholten Male Victor Valdés vereiteln musste. Bitter für die Katalanen war eine sehr knappe Abseitsentscheidung gegen Cristian Tello, welcher womöglich nicht im Abseits stand und so einer sehr großen Chance beraubt wurde.

Im zweiten Durchgang war von Barcelona kaum noch etwas zu sehen. Die Offensivbemühungen waren nicht erwähnenswert und defensiv hatte man mit einem sehr starken Osasuna große Probleme und war weiterhin auf die Klasse von Valdés angewiesen, um das Spiel nicht schon sehr früh in der zweiten Halbzeit zu verschenken. Nach den Einwechslungen von Pedro Rodriguez, Xavi und David Villa wirkte das Spiel der Gäste um einiges erfrischender und dynamischer und sogleich kamen sie zum Ausgleich durch Lionel Messi, wenngleich Alexis Sanchez zuvor knapp im Abseits stand. Wegen zu heftigem Protest flog dann auch Osasunas Kapitän Punal mit rot vom Platz. Nur vier Minuten später wurde Osasuna dafür bestraft, Messi im Sechzehner ungedeckt zu lassen und kassierte den entscheidenden Treffer zum 1-2.

Damit bleibt der FC Barcelona weiterhin auf dem ersten Tabellenplatz und hat zudem schon fünf Punkte Vorsprung auf Real Madrid, das bei Getafe eine 1-2 Niederlage einstecken musste. Jedoch sollte dieser Sieg nicht über das größtenteils schwache Spiel von Barça hinwegtäuschen. Man wird sich bei solchen Leistungen nicht immer aus der Affäre ziehen können, auch mit Lionel Messi nicht!

Einzelkritik:

Victor Valdés: Barcelonas Schlussmann war einer der Hauptgründe dafür, dass es noch zu einem Sieg reichte. Beim 1-0 durch Joseba Llorente war er machtlos, doch sowohl zuvor, als auch danach musste er einige Fehler seiner Vorderleute ausbügeln und weitere Tore der Gastgeber verhindern. Bei Rückpässen ging er heute des Öfteren dazu über den Ball hoch weiterzuspielen, wohl vor allem wegen dem hohen Pressing von Osasuna sowie dem geschickten Zustellen der direkten Passoptionen. Insgesamt eine mehr als souveräne Vorstellung von Barcelonas Nummer eins, welche gezeigt hat, dass es keinen Grund gibt, an ihr zu zweifeln.

Dani Alves: Wie gewohnt war Alves einer der Aktivsten. Defensiv machte er seine Sache ordentlich, war aber nicht so stabil wie gewohnt. Dafür war er offensiv mal wieder sehr präsent und versuchte immer wieder Osasunas Defensive auseinanderzuziehen und vor Probleme zu stellen. Er hatte auch einige Fehlpässe und weniger gute Aktionen in seinem Spiel, jedoch war er im Vergleich zu den meisten anderen Spielern noch einer der Besten. Ihm merkte man am meisten an, dass er das Spiel noch drehen will.

Carles Puyol: Hat gekämpft wie immer, war aber lange nicht so sicher wie sonst. Schon nach 30 Sekunden wurden sein Nebenmann Piqué und er das erste Mal viel zu einfach ausgespielt und im weiteren Verlauf des Spiels leistete sich der Barça-Kapitän einige Fehler. So spielte er dann Ball zweimal kurz vor den Strafraum, wo beide Male ein Osasuna-Spieler stand und einer von ihnen zu einem guten Schuss kam. Ein weiteres Mal versäumte er es rechtzeitig nach außen zu rücken, wodurch der Gegenspieler ziemlich lange unbehindert laufen durfte und am Ende auch Valdés zu einer sehr guten und wichtigen Parade zwang. Gegen Ende des Spiels wurde Puyol dann kurz behandelt, konnte aber weitermachen. Wie sich nun herrausstellte, hat er sich einen Jochbeinbruch zugezogen und fällt evtl. drei bis vier Wochen aus. Gute Besserung von dieser Stelle aus.

Gerard Piqué Piqué war zwar auch davon entfernt ,unüberwindbar zu wirken, wirkte aber deutlich sicherer als Puyol. Er war es auch, der noch vor der Halbzeit das 2-0 durch Llorente verhinderte ,indem er sich klasse in dessen Schuss warf. Seine Leistung war nicht so gut wie noch am Donnerstag im Clásico, aber dennoch war er defensiv der beste Katalane.

Jordi Alba: Der Neuzugang war im ersten Durchgang defensiv nicht immer voll auf der Höhe. Beim Gegentreffer hat er nicht aufgepasst und Llorente einfach gewähren lassen. Offensiv war er bemüht, brachte aber nichts wirklich Effektives zustande. Im zweiten Durchgang wurde er defensiv weniger gefordert, was seinem Offensivspiel, gerade gegen Ende sehr entgegenkam. Ihm gelang zwar zunächst offensiv immer noch recht wenig, jedoch war er letzlich derjenige, welcher Messis entscheidenden Treffer zum 2-1 mustergültig vorbereitete. Man muss aber festhalten, dass es noch viel Luft nach oben gibt bei Alba.

Sergio Busquets: Er gehörte noch zu jenen Spielern, die einen ganz ordentlichen Eindruck machen. Allerdings war er derjenige, der vor dem Gegentreffer nicht entschlossen genug versuchte, die Flanke zu verhindern. Ansonsten war er wie gewohnt passsischer und wusste auch größtenteils mit seiner Antizipation zu überzeugen. Ein Querschläger, welcher aber keine Folgen hatte, fällt da nicht weiter ins Gewicht. Sein Ballverlust in der zweiten Halbzeit verursachte zwar fast das 2-0, jedoch muss hierbei angemerkt werden, dass er dabei gefoult wurde, was dem Unparteiischen entgangen ist.

Cesc Fàbregas: In der ersten Halbzeit war er sehr unauffällig und brachte offensiv nichts Ernstzunehmendes zustande. Seine beste Szene hatte er, als er Alexis Sanchez freispielte und dieser sodann quer auf Iniesta legte, was eigentlich zum Ausgleich hätte führen müssen. Im zweiten Durchgang wurde er dann präsenter und versuchte das ein oder andere Mal den Ball sowie das Spiel nach vorne zu tragen, wobei er aber nur mäßigen Erfolg hatte. Er wurde dann auch folgerichtig gegen Pedro ausgewechselt.

Andres Iniesta: Eine ungewohnt fehlerhafte Partie von Iniesta. Er hatte ungemein viele unnötige Ballverluste in seinem Spiel und auch ansonsten war er nicht immer voll auf der Höhe des Geschehens. Er vergab zwei sehr gute Chancen, von welchen er unter normalen Umständen mindestens eine verwerten musste. Entschuldigend sei aber erwähnt, dass der Ball nach dem Querpass von Sanchez noch einmal tückisch aufsprang; dennoch muss er in dieser Szene eigentlich treffen. Seine zweite Chance erhielt er nach einem Distanzschuss von Messi, den der Torhüter nach vorne abprallen ließ und welchen Iniesta mit der Innenseite in die Arme von Osasunas Schlussmann schob. Neben diesen beiden vergebenen Chancen spielte er aber auch zwei sehr gute Pässe. Einmal schickte er Alexis Sanchez, welcher an Andres Fernandez scheiterte und einmal Tello, der wegen vermeintlichem Abseits zurückgepfiffen wurde. Nach unauffälliger Leistung in Hälfte zwei ging er für Xavi hinaus.

Alexis Sanchez: Der Chilene wirkte sehr bemüht, gleichzeitig aber auch die meiste Zeit glücklos. Er bot sich immer wieder für Zuspiele an und versuchte diese dann stets zu behaupten oder weiterzuleiten, wobei zweiteres besser funktionierte. Er hatte insgesamt zwei Chancen, bei welchen er bedrängt auf das Tor von Osasuna zulief, jedoch fand er beide Male in Andres Fernandez seinen Meister. Als Vorbereiter zeigte er sich zwei Mal. Einmal bei der schon angesprochenen Riesenchance von Iniesta und einmal bei Messis Ausgleich. So war er es, der in der 74. Minute den Ball uneigennützig auf Messi querlegte, sodass dieser den wichtigen Ausgleich markieren konnte.

Lionel Messi: Eine eher beschiedene Leistung des dreimaligen Weltfußallers. In der ersten Halbzeit war er noch sehr aktiv und probierte viel. Im zweiten Durchgang gelang ihm jedoch erst einmal gar nichts. So gut wie jeder Dribblingversuch schlug fehl und auch seine Pässe waren nicht so präzise, geschweige denn so gefährlich wie gewohnt. Er wirkte teilweise auch vom Kopf her nicht so schnell wie im Normalfall. Es bot sich einmal eine sehr gute Möglichkeit Alexis Sanchez zu schicken, sodass dieser alleine vor dem Tor stehen würde, doch Messi entschied sich dafür mit dem Ball weiterzulaufen und verlor ihn schließlich. Trotz dieser schwachen Leistung war es am Ende wieder Messi, der Barça rettete und beide Tore schoss.

Cristian Tello: Auch Tello war in der ersten Halbzeit sehr aktiv und auch einer der gefährlichsten Spieler der Katalanen. Er machte das Spiel breit und hat es meistens auch geschafft die Zuspiele gut zu verarbeiten und weiterzuleiten. Er bewies auch Zug zum Tor, wurde dafür aber dank dem Pfosten und einer guten Parade von Fernandez nicht belohnt. Im zweiten Durchgang baute er deutlich ab. Ihm gelang fast nichts mehr und selbst seine Pässe fanden immer seltener ihr Ziel. So war es auch kein Wunder, dass er für David Villa weichen musste.

Pedro Rodríguez: Pedro kam erst in der zweiten Halbzeit für den eher enttäuschenden Fàbregas und war direkt ein belebendes Element im Spiel von Barcelona. Er bot sich auf den Außen immer wieder an und zeigte sich auch durchsetzungsstark. Vor dem Ausgleich hat er fast noch den Ball vertendelt, schaffte es jedoch, ihn zu behaupten, was letzlich mit dem zugegebnermaßen glücklichen Tor belohnt wurde.

Xavi: Genau wie Pedro wirkte auch Xavi sehr erfrischend auf Barças Spiel. Er gab dem Spiel mehr Struktur und wusste mal wieder mit seinem Passspiel zu überzeugen. Er war es auch, der den Siegtreffer mit einem Pass auf Jordi Alba einleitete.

David Villa: Auch der dritte Wechsel von Tito Vilanova entpuppte sich als sehr wirkunsgvoll. Villa versuchte sich direkt ins Spiel einzubringen und bot seinen Mitspielern eine sichere Anspielstation auf der linken Außenbahn, welche den Ball gut weiterleiten konnte. Er war es auch, der den Ball zu Xavi spielte, bevor dieser den Siegtreffer einleitete.

- Anzeige -
- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE