Barças Noten gegen Sevilla: Dembélé arbeitet, Pedri zaubert

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Das Spiel um den zweiten Tabellenplatz war für den FC Barcelona lange Zeit eine Geduldsprobe gegen insgesamt zu passive Andalusier. Eine magische Einzelaktion Pedris brachte die verdiente Führung, neben ihm glänzte besonders Dembélé durch Wille und Einsatz. Die Spielerkritik und Noten.

FC Barcelona 1:0 FC Sevilla: Die Spielerkritik der Barça-Akteure

 Marc-André ter Stegen

Der Deutsche erlebte anfänglich einen sehr ruhigen Abend; bekam in Hälfte eins bei einer Ecke lediglich einmal etwas zu tun. Ter Stegen strahlte die gewohnte Sicherheit aus, vor allem mit dem Ball am Fuß wusste der Torhüter sowohl zu entschärfen als auch einzuleiten. Er wurde von seinen Vorderleuten gern in das katalanische Kombinationsspiel mit eingebunden. Kurz vor Schlusspfiff musste er doch noch einen eigenen Fehler wieder ausbügeln: nachdem er eine Flanke nicht wie gewünscht wegfaustete, reagierte ter Stegen blitzschnell und schnappte sich den Ball im Fallen. Barçawelt-Punkte: 7

 Dani Alves

Viele Angriffe in der ersten Halbzeit liefen über die rechte Seite und Dani Alves hatte seinen Anteil daran. Oft ließ er sich im zentralen Mittelfeld blicken, wo er klug für Überzahlsituationen sorgte und Angriffe unterstützte. Defensiv wirkte er leider nicht so spritzig wie sein Äquivalent Jordi Alba und war das schwächste Glied in Barcelonas Abwehrkette; wurde u.a. einige Male im Eins-gegen-Eins ausgetanzt. Kurz nach Wiederanpfiff ließ er sich am Mittelkreis überrumpeln und verlor den Ball leichtfertig. Nach etwas mehr als einer Stunde trat Dani erneut negativ in Erscheinung, als er kurz vor dem eigenen Strafraum zu ungestüm in den Zweikampf ging und seinem ehemaligen Kollegen Ivan Rakitic eine gute Freistoßposition bescherte. Unterm Strich dann doch ein paar Unsicherheiten zu viel. Barçawelt-Punkte: 4

 Ronald Araújo

Araújo knüpfte an seine starke Leistungen von vor der Länderspielpause an, wirkte hinten in gewohnt bissiger Manier und war bei Eckbällen Barcelonas der Hauptakteur. Hinderte Ocampos bereits nach zehn Minuten am ersten Schuss von Sevilla und bereitete diesem auch nach knapp einer Stunde bei einem Angriff Sevillas keine Freude. Araújo wurde kein einziges Mal überwunden und war über die volle Partie hinten eine sichere Bank. Vor allem der defensiv wacklige Dani Alves profitierte immer wieder vom guten Stellungsspiel Araújos. Eine Partie ohne Fehler! Barçawelt-Punkte: 8

 Gerard Piqué

Der zweite Grund für die 0 bei „Gegentore“ heißt Gerard Piqué. In einer kurzen Offensivphase Sevillas nach gut einer halben Stunde zeigte Piqué, dass er wieder zurecht das Prädikat „Abwehrchef“ trägt. Allein zwischen der 30. und der 40. Minute trat der Altmeister dreimal in Erscheinung, klärte u.a. einen Angriff auf dem linken Flügel und bügelte einen Stellungsfehler von Ferran aus, der bei Albas Offensivausflug nicht ausreichend absicherte. Zwar machte er in Minute 55 einen Stellungsfehler und fehlte hinten, wodurch sich ein Angriff Sevillas ergab, doch mit einem Lattentreffer nur eine Viertelstunde später ließ er diesen Lapsus in Vergessenheit geraten. Sah in der 85. Minute Gelb nach einem taktischen Foul. Rundum eine gute Partie, die wieder unterstreicht, wie wichtig Piqué noch immer für Barcelona ist. Barçawelt-Punkte: 7

 Jordi Alba

Alba war über große Teile des Spiels hinweg hinten ein Anker und vorne an fast allen Angriffen beteiligt. Das Zusammenspiel mit Ferran hätte hier und da noch besser sein können, doch Albas Agilität und Aufmerksamkeit bescherte Barcelona viele Angriffe und vereitelte einige Offensivaktionen Sevillas. Jordi kann man wenig vorwerfen, lediglich bei manch einem Angriff hätte er durchaus weniger überhastet sein können; spielte seine Hereingaben zu schnell und damit zu ungenau. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau, unterm Strich ging Alba hier als einer der besten Akteure vom Platz. Barçawelt-Punkte: 8

 Sergio Busquets

Busquets fiel bereits nach 50 Sekunden erstmalig auf, als er nach einem Luftzweikampf zu Boden sackte. Glücklicherweise konnte er weitermachen, doch die Partie sollte eher durchwachsen werden. Vom Mittelfeld Sevillas permanent zugestellt und verfolgt, konnte er nicht wie so oft in den letzten Wochen glänzen. In der zweiten Hälfte des Spiels wirkte Busquets befreiter und fand gut das Gleichgewicht zwischen Ballzirkulation mit Warten auf die Lücke und der Antizipation Sevillas beim Lauern auf Konter. In Minute 61 stoppte er einen solchen und sah dafür Gelb. Alles in allem eine solide, aber unauffällige Partie des Altmeisters. Barçawelt-Punkte: 6

 Frenkie de Jong

Ähnlich wie Busquets konnte Frenkie in der ersten Halbzeit nur wenig in Erscheinung treten, auch wenn er die erste große Chance hatte, als er schon nach zwölf Minuten einen Kopfball nach Flanke von Dembélé nur knapp am Tor vorbeibeförderte. Auch kurze Zeit später setzte er wie viele seiner Mitspieler am gegnerischen Strafraum nach und eroberte den Ball vorbildlich zurück. Machte viele kraftraubende vertikale Läufe in die Spitze, wurde aber nur allzu selten gefunden. Mit Ball am Fuß war er kein Faktor. In der zweiten Hälfte der Partie wirkte der Niederländer blass und wurde in der 74. Minute, wohl im Hinblick auf die Europa League am Donnerstag, für Gavi ausgewechselt. Barçawelt-Punkte: 6

 Pedri

Die neue Nummer 10 der spanischen Nationalmannschaft spielte einmal mehr wie eine. So gut wie jeder Angriff lief über Pedri, im Gegensatz zu seinen beiden Kollegen im Mittelfeld konnte er nur selten gestoppt werden und dirigierte das Angriffsspiel ideenreich. In der 72. Minute ließ er wieder all seine Klasse aufblitzen und schoss sehenswert das 1:0, indem er an der Strafraumkante zwei Sevilla-Spieler per Haken stehen ließ und unhaltbar flach ins lange Eck traf. Die anschließenden Pedri-Sprechchöre klangen ähnlich wie die „Messi Messi“-Sprechchöre früher und das ist kein Zufall. Zweifelsfrei ist Pedri unser Man of the Match! Barçawelt-Punkte: 9, MOTM

 Ousmane Dembélé

Nach Pedri der zweite Akteur, der mit seiner Leistung Sprechchöre bekam und das nicht minder verdient. Zwar wirkte das Flügelspiel zu Beginn der Partie noch etwas schleppend, da die Stürmer nicht schnell Unterstützung bekamen, doch neben Pedri war Dembélé der auffälligste Offensivakteur. Wie schon im Clásico wusste der Franzose gut einzuschätzen, wann ein Dribbling, eine Flanke oder ein Rückpass die beste Option ist – er hätte heute gut und gern zwei weitere Vorlagen auf seinem Konto sammeln können. Zwar leistete er sich zwei leichte Fehlpässe in der gegnerischen Hälfte, doch wirkte er auch nach Pedris Führungstreffer eifrig an Balleroberungen mit. Sah in der 82. Minute noch einmal Gelb fürs Meckern. Wurde in Minute 90+1 für Nico ausgewechselt und erntete Standing Ovations – zurecht! Barçawelt-Punkte: 8

 Pierre-Emerick Aubameyang

Bei einer derartigen Defensivleistung Sevillas tat sich der Gabuner größtenteils schwer, dennoch zeigte er mit klugen Bewegungen zwischen den Linien und Zuspielen auf seine Mitspieler Einsatz. Besonders lobenswert war das ständige hohe Pressing bereits wahlweise auf den gegnerischen Torhüter oder Innenverteidiger, das sogar ein- bis zweimal zu einem Ballgewinn führte. Hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff eine gute Torchance nach Pass von Dembélé; man merkte auch heute wieder, dass die beiden Ex-Dortmunder nach wie vor auf dem Platz harmonieren. In der zweiten Hälfte tauchte Aubameyang dennoch etwas ab und machte in der 81. Minute Platz für Memphis. Barçawelt-Punkte: 5

 Ferran Torres

Torres gehörte die erste Torchance des Spiels nach einem sehenswerten Solo an der linken Strafraumgrenze, nach dem der Ball nur knapp über das Tor flog. Wie schon in den letzten Wochen präsentierte sich der Winterneuzugang sehr agil und emsig, wollte unbedingt sein Torkonto weiter in die Höhe schrauben. Das Zusammenspiel mit Jordi Alba hätte jedoch besser laufen können, so vergaß er nach einer halben Stunde, den Rückraum abzusichern. In der zweiten Hälfte tauchte Ferran immer wieder im gegnerischen Strafraum auf, wurde jedoch meist am Abschluss gehindert oder scheiterte an Bono. Alles in allem eine auffällige und solide Partie, die leider nicht mit einem Treffer belohnt wurde. Barçawelt-Punkte: 6

 Gavi (ab 74.)

Die katalanische Wühlmaus kam für Frenkie de Jong in die Partie, sollte für die Schlussviertelstunde die Führung verteidigen und tat dies mit gewohnt giftig-ruppigem Spiel. Gavi trieb die Ballbesitzstatistik souverän noch ein bisschen in die Höhe und kreierte kurz nach Einwechslung sogar einen Angriff selbst, der jedoch vereitelt werden konnte. Machte das, was er in den letzten 16 Minuten + Nachspielzeit tun sollte, ohne Fehl und Tadel. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Memphis (ab 81.)

Barcelonas bester Torschütze wurde für den zuletzt ausgelaugt wirkenden Pierre-Emerick Aubameyang eingewechselt, um vor dem Europa-League-Spiel gegen Eintracht Frankfurt noch ein paar Minuten zu sammeln. Sofort schaltete sich der Niederländer ein, wirkte sehr fit und trieb die Pressingmaschine weiter an, um Sevilla keine Luft zum Atmen zu geben. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Nico (ab 91.)

Nico kam in der Nachspielzeit ebenfalls für die Verteidigung der Führung und damit Dembélé sich seinen verdienten Sonderapplaus abholen konnte. Der Youngster leistete sich kurz vor Abpfiff in der Nähe des Mittelkreises einen Ballverlust, der jedoch ohne Konsequenzen blieb. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Xavi Hernandez

Trainer Xavi hatte mit diesem Topspiel um Tabellenplatz zwei nach der Länderspielpause und vor der Europa League keine einfache Aufgabe, was er vor allem in der ersten Hälfte durch immer wiederkehrenden Unmut an der Seitenlinie zeigte. In der Pause fand die Barcelona-Legende offensichtlich die richtigen Worte an seine Mannschaft, denn in der zweiten Hälfte spielte Barcelona besser, weil das Mittelfeld nun mehr in Erscheinung trat und man zu mehr Torabschlüssen kam. Sah in Minute 56 Gelb, da er mit einer Entscheidung des Schiedsrichters nicht zufrieden war. Dennoch eine rundum gelungene Kraftprobe; Xavi zeigte direkt nach dem Clásico erneut, dass er Topspiele gewinnen und Barcelona wieder die Null halten kann. Insofern darf man zu vier Monaten ohne Niederlage in LaLiga gratulieren! Barçawelt-Punkte: 8

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

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Clemens Wustmann
Blaugrana im Herzen seit 2001 | Darf jetzt auch darüber schreiben

7 Kommentare

    • Nein könnte er nicht. Er möchte entweder nur noch die restlichen Spiele abwarten um niemanden aufzuregen oder er will mehr Handgeld von Real und sie mit dieser Nachricht unter Druck setzen. Er wird zu 100% zu Real gehen. Eher verlängert er bei PSG all zu Barca zu wechseln. Barca ist keine Option für ihn. Aber er ist schon ein geiler Kicker. 10 mal besser als Haaland, der selbst von Nkunku vorgeführt wird.

    • sun

      Muss unserem aggressiven Freund Melo recht geben. Wenn er nicht zu Real wechselt, verlängert er eben bei PSG. Er hat das ja vor paar Monaten schon gesagt, dass für ihn nur Real in Frage kommt, wenn er PSG verlässt. Ich habe mir die Highlights von PSG gestern angeschaut. Was für ein unglaublicher Kicker er doch ist. Der spielt wirklich auf einem ganz anderen Level. Und genau den wird ausgerechnet Real wohl kriegen.

      Erwähnen muss man hier, dass wir wohl damals 2017 die Wahl zwischen ihm und Mbappé hatten. King Barto hat sich für Dembélé entschieden….

  1. ich hoffe wirklich, dass ferran wird nicht quasi der timo werner barcas wird; er macht bis zum letzten schuss fast immer alles richtig (tolle läufe mit oder ohne ball, gutes gegen/pressing, steckpässe) und dann haut er den schuss irgendwie hart daneben; manche seiner torschüsse kommen nicht mal aufs gehäuse an.

    de jong war gestern richtig stark, aber in der rolle der 8er, der mit dauernd mit vertikal- und diagonal-sprints nach vorne stösst, wurde er kaum bedient, um selber zum abschluss zu kommen; da sind die tiefer stehenden spieler gefragt ihn anzuspielen.

  2. Dembele hat wieder mal eine klasse Partie gespielt – Xavi weiß anscheinend wirklich, welche Knöpfe man bei ihm drücken muss. Alleine beim Torjubel hat man gesehen, dass er sich hier richtig wohl fühlt im Moment. Ich hoffe, dass sie eine Möglichkeit finden, um Dembele zum verlängern zu bewegen.

    Schade finde ich es irgendwie für Traore, weil er aufgrund der guten Form von Dembele zu sehr wenigen Einsätzen kommt. Ich hoffe, dass Xavi hier die richtige Balance zwischen den beiden findet, damit keiner unzufrieden wird.

    Pedri zuzusehen ist immer ein Genuss – ich hoffe, dass er weiter auch Abschlüsse sucht, er ist einer der wenigen Leute, die dort freie Räume finden, wo andere nichtmal suchen.

    De Jong fand ich auch richtig gut, mir gefallen seine Läufe in die Spitze, leider sieht ihn kaum jemand. Wenn er ab und zu mal den Ball bekommen hätte, wäre er oft fast alleine vor dem Tor gestanden. Aber auch so sind seine Läufe immer wichtig, weil sie einfach an anderen Stellen Räume schaffen.

    • Wenn Torres jetzt auch noch das Tor treffen würde, wäre das toll. Er rackert immer so viel, macht so wichtige Zweikämpfe, arbeitet auch immer gut nach hinten und vorne, aber die Abschlüsse wollen ihm einfach nicht gelingen (es passiert leider so oft, dass er das Tor überhaupt nicht trifft oder genau auf den Torwart schießt)

      Aubameyang hat auch ein super Spiel gemacht, auch wenn er kaum Abschlüsse hatte, seine Laufbereitschaft hat der Mannschaft insgesamt ungemein geholfen.

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