Endspiel um den Titel: Barça bei starkem Villarreal unter Zugzwang

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Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen sind für den FC Barcelona beim Gastspiel in Villarreal drei Punkte Pflicht, wenn die Mannen von Trainer Quique Setién noch eine Chance im Kampf um die Meisterschaft haben wollen.

Barça in Villarreal unter Druck

Möglicherweise haben wir die Entscheidung im spanischen Meisterschaftskampf bereits gesehen. Nachdem Barça gegen Atlético nur Unentschieden spielen konnte und Real Madrid gleichzeitig den Nachbarn aus Getafe geschlagen hat, beträgt der Rückstand der Katalanen auf die Königlichen nun vier Punkte. Da der direkte Vergleich ebenfalls zugunsten der Madrilenen ausfällt, müsste die Blaugrana nun in den verbliebenen fünf Partien noch fünf Punkte mehr holen als der Erzrivale.

Allzu hoch sind die Chancen dafür auf dem Papier nicht. Immerhin hat Real alle seine sechs Partien seit dem Restart gewonnen, Barça konnte bei seinen letzten vier Auftritten hingegen nur einmal als Sieger den Platz verlassen. Und mit dem FC Villarreal trifft die Mannschaft von Quique Setién jetzt auch noch auf Spaniens Team der Stunde (neben den Madrilenen selbst).

Dabei wäre ein Sieg nicht nur mit Hinblick auf die Meisterschaft, sondern auch für Setiéns Jobsicherheit essentiell. Bereits nach dem Gastspiel bei Celta Vigo wurde berichtet, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht gerade das Beste sei. Sollten dann jetzt auch noch weiterhin die Ergebnisse ausbleiben, könnte die Amtszeit des 61-Jährigen beim FC Barcelona bald schon wieder vorbei sein.

Setién selbst sagte auf der Pressekonferenz am Samstag dazu: „Ich habe das schon einmal erlebt, es gehört zum Zirkus, in dem wir uns befinden. Ich weiß, dass es um mich herum viel Lärm gibt, aber ich höre dem nicht zu. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Trainer eine Situation wie diese erlebt, wenn er ein paar Spiele nicht gewinnt.“

 

Welche Formation wählt Setién?

Wenngleich der Kantabrier auf der Pressekonferenz betonte, dass man hoffe, „das Niveau aus diesem Spiel [gegen Atlético] beizubehalten“, so ist es dennoch fraglich, ob dies am Sonntag reichen würde. Gegen die Rojiblancos zeigten die Katalanen wieder einmal eine zähe Offensivleistung, bei der auch Setiéns sehr späte Auswechslungen nicht halfen.

Dabei wird beim Gastspiel im Estadio de la Cerámica interessant zu sehen sein, ob der 61-Jährige seine Mannschaft erneut in einer 4-4-2-Formation aufs Feld schicken wird. Diese Aufstellung könnte Antoine Griezmann zugute kommen, da er dort etwas zentraler spielen könnte und nicht mehr auf den linken Flügel ausweichen müsste.

Bei der Partie gegen seinen Ex-Klub Atlético saß der Franzose allerdings 90 Minuten auf der Bank und wurde lediglich für die Nachspielzeit eingewechselt. „Er ist ein großartiger Profi, ein Spieler, der diese Situation verstehen kann. […] Wir werden uns zu 100 Prozent auf ihn verlassen können wenn er wieder auf den Platz zurückkehrt“, bekräftigte Setién am Samstag.

Beginnt Griezmann gegen Villarreal?

Doch Griezmann ist nicht der einzige Franzose im Kader der Blaugrana, der den Verantwortlichen derzeit Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Sein Weltmeister-Kollege Samuel Umtiti hat sich nämlich am Freitag zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit verletzt, dieses Mal am linken Knie.

Wie lange der 26-Jährige ausfallen wird, ist noch unklar. Laut Pressemitteilung der Katalanen heißt es nur, er wolle sich einer „konservativen Behandlung unterziehen“. Somit dürfte Ronald Araújo vorerst zum Back-Up von Gerard Piqué und Clément Lenglet aufsteigen. Und möglicherweise könnte der 21-jährige Uruguayer dann sogar bald zum Einsatz kommen, denn Piqué steht mit seinen derzeit 14 Gelben Karten kurz vor einer weiteren Sperre.  

 

Villarreal in blendender Form

Hat die Corona-Pause dem FC Barcelona erst einmal keinen offensichtlichen Vorteil gebracht, so sieht dies beim FC Villarreal ganz anders aus. Das Submarino Amarillo ist so etwas wie das Team der Stunde in La Liga. Fünf Siege (allesamt zu Null) und ein Unentschieden stehen für die Mannen von Javier Calleja seit dem Restart zu Buche. Durch die Patzer der Konkurrenz ist Villareal vom 9. auf den 5. Tabellenplatz geklettert.

Dabei kam die Corona-Unterbrechung aus ihrer Sicht wohl zum perfekten Zeitpunkt. Denn in den drei Spielen vor der Pause musste das gelbe U-Boot drei Niederlagen hinnehmen, unter anderem gegen den damaligen Tabellenvorletzten CD Leganés.

Wenngleich die Abwehr seit der Wiederaufnahme des Ligabetriebs äußerst sicher steht (erst zwei Gegentore), so ist Villarreals eigentliches Prunkstück der Angriff. Mit 53 Toren stellt man hier die drittbeste Offensive der Liga. Herausragend dabei ist Gerard Moreno (15 Saisontore), der in dieser Saison auch seine Premiere in der spanischen Nationalelf geben durfte.

Santi Cazorla blüht auf

Der eigentliche Star des Teams spielt jedoch ein bisschen weiter hinten und heißt Santi Cazorla. Dass der mittlerweile 35-Jährige noch auf dem Platz stehen kann, gleich dabei einem Wunder. Eine Knöchelinfektion fraß sich durch seine Achillessehne, sodass diese rekonstruiert werden musste.

Eine gefährliche Situation, denn stellenweise drohte Cazorla sogar die Amputation seines Fußes. Doch der zweifache Europameister kämpfte sich zurück und feierte beim FC Villarreal sein Comeback, wo er in dieser Saison mit acht Toren und ebenso vielen Vorlagen unverzichtbar geworden ist.

Paco Alcácer freut sich auf Wiedersehen

Ein ganz besonderes Spiel wird es wohl auch für Paco Alcácer werden. Der 26-Jährige stand von 2016 bis 2018 bei der Blaugrana unter Vertrag, ehe es ihn zu Borussia Dortmund zog. Von dort wechselte er im Januar diesen Jahres zum FC Villarreal, wo er in zwölf Einsätzen bereits sechs Scorerpunkte sammelte. „Es stimmt, es ist ein besonderes Spiel für mich“, sagte Alcácer unter der Woche. „Ich freue mich gegen sie zu spielen und erwarte die Partie mit Spannung.“

Und Javier Calleja dürfte es auch nicht schwer fallen, seine Mannschaft zu motivieren, denn er selbst zeigte sich auf der Pressekonferenz bereits hochmotiviert. „Ich würde kein Unentschieden unterschreiben. Wir gehen raus, um zu gewinnen – egal, wie der Gegner heißt. Wir wollen den Sieg. Sie [den FC Barcelona, Anm. d. Red.] zu schlagen ist sehr schwierig, du musst viel investieren und ein komplettes Spiel hinlegen.“

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