Espanyol Barcelona – FC Barcelona: 3 Brennpunkte

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Nachdem der FC Sevilla zuvor bei Valencia patzte, bestand für den FC Barcelona auswärts im Stadtderby die Chance den Vorsprung auf den Verfolger zu vergrößern. Dabei waren die Derbys in den letzten Jahren oftmals keine leichte Angelegenheit, weshalb man im Lager der Blaugrana wusste, dass der Gegner nicht zu unterschätzen ist, auch weil Espanyol bisher eine gute Saison spielt und unter anderem weniger Gegentore hinnehmen musste als der Stadtrivale. Was sich entwickelte, war dann aber eine sehr einseitige Partie, die der FC Barcelona hochverdient mit 4-0 gewinnen konnte.

Lionel Messi

Laut France Football ist er nur der fünftbeste Spieler der Welt, doch was Lionel Messi gegen Espanyol zeigte, wäre für jeden anderen Spieler das absolute Highlight seiner Karriere. Der Argentinier zeigte eine fabelhafte Leistung und war von Espanyol nicht zu stoppen. Neben seinen zwei Freistoßtoren, wovon der erste nicht schöner zu treten war, legte er noch Ousmane Dembélés 2-0 auf und war auch ansonsten stets ein Gefahrenherd. Durch Suárez’ Rückkehr konnte er sich wieder tiefer fallen lassen, da er durchgehend eine Anspielstation vorne hatte, die er bedienen und mit der er kombinieren konnte. Das kommt seinem Spiel sehr entgegen, da er so weniger darauf angewiesen ist Bälle von seinen Mitspielern am Strafraum zu bekommen, sondern sie sich selbst tief abholen und selbst das Spiel vorantreiben kann.
Eine interessante Nebenbetrachtung ist die Tatsache, dass Espanyols Trainer Rubi ein Jahr Assistent bei den Blaugrana unter Tata Martino war (geholt wurde er noch von Tito Vilanova) und dort jeden Tag Messi trainieren sah. Zudem analysierte er stundenlang Videomaterial, was damals sein Job war. Er sollte Messi also eigentlich komplett durch analysiert haben, aber dennoch fand er keinen Weg um den kleinen Argentinier zu stoppen. Allerdings ist er nicht der erste, dem das passierte, man frage bei Pep Guardiola nach.

Nélson Semedo

Der Portugiese bekommt diese Saison mehr Spielzeit als noch im vergangenen Jahr, auch begünstigt durch verschiedene Verletzungen. Dies hat zur Folge, dass er sich immer besser zurecht findet und immer stabiler wird. Gegen Espanyol war er defensiv sehr zuverlässig und auch offensiv, wie so oft, immer präsent und eine Hilfe für seine Mitspieler. Was die defensive Stabilität angeht, sind die Außenverteidiger immer auch auf die gesamte Balance des Teams angewiesen, dennoch zeigt sich bei Semedo eine klare Steigerung in diesem Bereich und es ist sicherlich diskutabel, ob er hier stärker als Sergi Roberto ist. Der wiederum ist aber offensiv effektiver. Semedo ist technisch zwar etwas sauberer, allerdings legt er nur sehr wenige Tore auf. Er ist offensiv immer dabei und spielt auch durchaus gelungene Hereingaben, diese werden in der Regel aber geklärt. So sorgt er zwar dafür, dass Mitspieler mehr Platz haben, da er das Spiel breit macht und immerhin so präsent ist, dass die Gegner ihn nicht ignorieren können, doch es fehlt immer noch zu oft das Endprodukt. Er spielt wie gesagt gut, doch wenn seine Offensivläufe jetzt auch noch für mehr Tore, statt “nur” für Gefahr sorgen würden, würde er sein Spiel auf ein noch höheres Level bringen.

Intensität

Es ist eine etwas seltsame Saison für den FC Barcelona. Die großen Gegner dominiert man teilweise komplett, während man sich oftmals gegen kleinere Team schwer tat. Viele Experten meinen, dass dies etwas damit zu tun hat, dass der Fokus mehr auf der Champions League liegen würde, es waren teilweise aber auch einfach taktische Mängel, die man nicht einfach nur mental begründen kann. Was aber außer Frage steht, ist die Tatsache, dass die Blaugrana in diesen Spielen zu oft zu wenig Intensität an den Tag legten, sei es beim Pressing, beim Kontern, beim Angreifen – in allen Bereichen. Gegen Espanyol sah man ein Musterbeispiel, wie man spielen sollte. Nach Ballverlusten presste man direkt in einem sehr hohen Tempo und ließ dem Gegner kaum Zeit sich etwas Spielerisches einfallen zu lassen. Mit Ball suchte man konsequent den Weg nach vorne, man rückte mit vielen Spielern auf, agierte schnell und besetzte die Räume geschickt, sodass Espanyol viel Fläche abdecken musste. Zudem ruhte man sich nicht auf der eigenen Führung aus, was schon zu oft ein Problem unter Ernesto Valverde war. Man verwaltete das Ergebnis nicht nach dem ersten oder den ersten beiden Toren, sondern spielte immer weiter offensiv und entschied somit das Spiel sehr früh.

Natürlich ist es möglich, dass das auch einfach daran lag, dass es ein Derby war, aber selbst wenn das der Fall war, liegt es jetzt an Valverde und auch der Mannschaft selbst, dafür zu sorgen, dass man jedes Spiel so angeht. Und es ist ja nicht so, dass das mehr Kraft kosten und die Spieler mehr schlauchen würde. Statt dann 90 Minuten komplett fokussiert das Ergebnis zu verwalten, würde man so viele Spiele, eben wie gegen Espanyol, schon frühzeitig entschieden haben und könnte die restliche Zeit dann ein paar Gänge herunterfahren, um Kräfte zu sparen.

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