FC Barcelona – Atlético Madrid: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Am 31. Spieltag stand das letzte große Spitzenspiel dieser Saison an – Atlético Madrid gastierte im Camp Nou. Ein Sieg der Hauptstädter hätte das Titelrennen wieder spannend gestalten können, doch in einem hochwertigen Spiel setzte sich der FC Barcelona verdient mit 2:0 durch und hat nun mehr als eine Hand am Meisterpokal. Die drei Brennpunkte zum Spiel.

Valverde mit mutiger Systemänderung

Barcelona begann gut, war aber nicht allzu bestrebt mehr Ballbesitz zu haben. Gerade in den ersten 30 Minuten, als auch kurz während der zweiten Halbzeit, ließ man Atlético den Ball. Die Gäste schoben dadurch etwas nach vorne, wurden aber nie wirklich gefährlich. Zwei gute Möglichkeiten wurden geblockt und eine dritte souverän von Marc-André ter Stegen vereitelt. Es schien als wollte Valverde versuchen wie schon gegen Real Betis Sevilla zum Erfolg kommen – den Gegner aufrücken lassen, um dann nach Balleroberung schnell zu kontern und die Freiräume hinter den gegnerischen Reihen nutzen. Es war bemerkenswert, wie oft Barça zu Kontermöglichkeiten kam, gerade wenn man bedenkt, dass der Gegner Atlético Madrid hieß. Diego Simeone ließ für seine Verhältnisse sehr offensiv spielen und wechselte auch sehr offensiv, was nur allzu verständlich war, da nur ein Sieg den Titelkampf offen halten würde.

Nichtsdestotrotz hatte Barcelona dennoch insgesamt mehr vom Ball und dominierte das Spiel, wenngleich man nicht durchweg die absolute Bereitschaft sah ein Tor zu erzielen. Auch ein Remis hätte das Titelrennen mehr oder weniger beendet, zudem steht am Mittwoch das wichtige Champions-League-Spiel im Old Trafford gegen Manchester United an. Wenn das Tempo erhöht wurde, dann zumeist von Lionel Messi, der immer wieder mit Tempodribblings auf die Abwehr zulief und dadurch immer wieder zum Abschluss kam oder Chancen für seine Mitspieler auflegte. 

Valverde selbst zeigte während des Spiels, dass er den Sieg wollte, indem er Malcom für Arthur brachte, auf ein 4-2-3-1 umstellte, hierbei Messi ins Zentrum zog und Malcom auf den rechten Flügel platzierte. Valverde wollte dadurch mehr Druck erzeugen und die Entscheidung herbeiführen. Danach brachte er Alenya für Coutinho, um wieder geordnetere Strukturen im Mittelfeld zu schaffen und in der Schlussphase nicht zu offen zu stehen.

 

Piqué und die stabile Defensive

Das 4:4 in Villarreal zeigte zuletzt, dass Barcelona möglicherweise auch äußerst stark von Gerard Piqué abhängig ist. Die Defensive, die unter der Woche noch vier Tore kassiert hatte und nun nur auf einer Position verändert wurde – Piqué kam für Umtiti in die Mannschaft – zeigte eine völlig andere Leistung. Alba und Sergi Roberto waren defensiv deutlich stabiler, Lenglet wirkte individuell so viel gefestigter und die gesamte Defensivstruktur der Mannschaft war schlicht besser. Natürlich lag dies auf der einen Seite auch an der erhöhten Konzentration, aber zu großen Teilen auch an Gerard Piqué, der die Mannschaft schon seit Monaten defensiv herausragend anführt. Lenglet wurde die ganze Saison – zu Recht – gelobt, doch wenn man sieht, wie er ohne Piqué an seiner Seite spielt, sollte man dessen Einfluss nicht unerwähnt lassen. Der Spanier startete wacklig in die Saison, wurde aber besser und besser und spielt insgesamt auf einem unglaublich hohen Niveau.
Atlético Madrid kam zu einem Kopfball nach einem Freistoß, zwei geblockten Schüssen und einem harmlosen Schuss durch Antoine Griezmann. Ansonsten schafften es Piqué und seine Kollegen den Tabellenzweiten komplett kalt zu stellen.

 

Malcom wirbelt auf rechts

Nicht zuletzt durch Dembélés Verletzung kommt Malcom mittlerweile auf mehr Einsatzminuten. Nach seinen guten Leistungen gegen Espanyol und Villarreal, wurde er gegen Atlético eingewechselt, um den Sieg zu bringen und konnte erneut überzeugen. Er sorgte für mehr Breite im Spiel und erlaubte Messi mehr im Zentrum zu bleiben, ohne dass dadurch die rechte Außenbahn verwaist wurde. Er zog dadurch die gegnerische Abwehr auseinander und sorgte mit seiner Geschwindigkeit und seinem Dribbling für mehr Gefahr nach vorne. Auch seine Entscheidungen waren sehr gut. Er hatte schnelle und zielgerichtete Ballaktionen, versuchte nichts zu kompliziertes und ließ den Ball gut in den eigenen Reihen laufen.
Malcom wird womöglich nie ein Starter für Barcelona werden, aber er kann ein extrem wichtiger Kaderspieler sein, den man zum Rotieren bringen kann oder wenn man noch unbedingt ein Tor braucht. Abgesehen von Dembélé besitzt der Kader keinen weiteren echten Flügelstürmer, weshalb ein Spieler wie Malcom von unschätzbarem Wert sein kann. Die letzten drei Spiele haben gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann, wenn er gebraucht wird. Es bleibt zu hoffen, dass Ernesto Valverde das genauso sieht und ihm weiterhin Chancen geben wird.

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