FC Barcelona gegen Atlético Madrid: Mannschaftsanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Am 16. Spieltag war es endlich soweit, der Tabellenerste Barcelona empfing den Tabellenzweiten Atlético Madrid. Viele rechneten mit einem engen Spiel und gerade im Lager von Real Madrid hat man sich sicherlich Hoffnungen gemacht, dass die Katalanen Federn lassen werden. Zumindest in den ersten 30 Minuten sah es auch so aus, aber im weiteren Spielverlauf konnte Barcelona sich steigern und am Ende das Spiel mit 4-1 für sich entscheiden.

Defensivleistung

Gegen Atlético Madrid stand für die Defensive von Barcelona eine echte Bewährungsprobe an. Radamel Falcao und Arda Turan gehören sicherlich zu den besten Offensivspielern, die es aktuell in der Primera Divisón gibt; das belegen nicht nur Falcaos bisherige 16 Saisontore. Zu Beginn des Spiels schaffte es Atlético auch sehr gut Barcelona vor große Probleme zu stellen. Bereits in der neunten Minute gab es die erste Großchance für die Gäste: Koke kann unbedrängt flanken und findet Falcao, der jedoch per Kopf am Pfosten scheitert. Falcao hat sich in dieser Situation sehr geschickt in die Lücke zwischen Piqué und Busquets bewegt, wobei es hier an Piqué gewesen wäre, ihn zu stellen.

Wenig später gab es die nächste sehr gute Chance für die Hauptstädter und wieder war es Falcao, der sie vergab. Atlético führte einen Freistoß im Mittelfeld schnell aus und schickte Falcao mit einem Steilpass. Dieser setzte sich im Laufduell gegen Piqué und Puyol durch, schoss am Ende aber am Tor vorbei. In dieser Situation wirkten die beiden Innenverteidiger von Barcelona nicht ganz auf der Höhe des Geschehens und ließen sich von einem schnellen Freistoß überraschen. Eventuell rechneten sie nicht mit einem solchen schnellen Abspiel, da der Ball noch nicht ruhte, dennoch kam diese Chance viel zu einfach zustande.

Aller guten Dinge sind drei – das dachte sich wohl auch Falcao und so war es seine dritte große Chance, die er zum verdienten 1-0 für die Gäste aus Madrid verwandelte. Xavi spielte einen Pass auf Messi zu kurz, wobei dieser auch zu zaghaft an den Ball ging, was dazu führte, dass Diego Costa dazwischengehen konnte. Dieser wiederum spielte Falcao an, der nach einer Körpertäuschung an Busquets vorbei war und den Turbo zündete. Alleine vor Victor Valdés behielt er die Nerven und überlupfte den Barça-Keeper zum überfälligen 1-0 aus Sicht von Atlético.

Kurz darauf erzielte Barcelona den Ausgleich, von dem sich Atlético ziemlich beeindruckt zeigte. In Folge dessen wurde auch ihr Spiel deutlich schwächer, weshalb auch Barcelonas Abwehr besser stand. Gerade Adriano, der bis zu seinem Tor zum Ausgleich einige Male wackelte, war nach seinem Tor sehr stark. Wie der Rest der Defensive zeigte er sich sehr zweikampfstark und eroberte auch viele Bälle durch seine gute Antizipation. Auch der Rest der katalanischen Defensive, sprich Puyol, Piqué und Jordi Alba zeigten sich nach dem 1-1 sehr gut und halfen dabei, Atlético zu keiner weiteren Torchance kommen zu lassen.

Hervorheben muss man an dieser Stelle noch den Mann, der Barcelona unmittelbar vor der Pause in Führung brachte: Sergio Busquets. Er zeigte wieder einmal eine herausragende Leistung und war einer der Hauptgründe, dass Altético Madrid im zweiten Durchgang offensiv komplett abgemeldet war. Barças Sechser wusste wie immer durch seine brilliante Antizipation zu überzeugen, aber ebenso in direkten Zweikämpfen und mit seinem Stellungsspiel. Das Tor hat den Abend für ihn zudem noch veredelt.

Insgesamt hatte Barcelona in der ersten halben Stunde einige Probleme, Atléticos Offensive in den Griff zu bekommen. Gerade Falcao wusste sich sehr gut gegen die katalanische Defensive zu behaupten. Nach dem 1-1 schaffte es Barcelona aber Atlético komplett zahm zu halten und zu keiner weiteren Torchance kommen zu lassen. Von da an war es eine sehr starke Defensivleistung der Katalanen.

Offensivleistung

Wie schon einige Male zuvor in dieser Saison zeichnete sich Barcelonas Offensivspiel nicht durch eine hohe Chancenquantität aus, dafür aber durch Effektivität. In der ersten halben Stunde kamen die Gastgeber zu keiner einzigen Chance. Dies lag zum einen an einer gut geordneten Mannschaft von Atlético Madrid und zum anderen an fehlender Kreativität und Laufbereitschaft bei Barcelona. Den Weckruf gab es durch Adrianos wundervolles Tor zum Ausgleich. Er zog von außen parallel zum Strafraum nach innen und hämmerte den Ball unhaltbar an die Unterkante der Latte, von wo aus er ins Tor ging.

Danach wirkte Barcelona deutlich gefährlicher und spielfreudiger. Xavi und gerade Iniesta hatten mehr zündende Ideen, Sánchez konnte den Ball besser halten und weiterleiten, Alba wurde besser und effektiver und man traf das Tor. Nach einer Ecke kam der Ball irgendwie zu Sergio Busquets. Dieser schoss aber nicht direkt auf das Tor, sondern stoppte den Ball noch einmal ab, was dazu führte, dass sich vor ihm eine große Lücke auftat und auch Courtois schon am Boden lag. Den Ball dann ins Tor zu befördern, war keine Herausforderung mehr für Barcelonas Sechser.

Schon vor dem Tor kam Barcelona einige Male gefährlich vor das Tor, vornehmlich nach Standardsituationen. Lediglich einmal wurde man aus dem Spiel heraus gefährlich. Iniesta spielt einen langen Ball in den Sechzehner, wo er mit Adriano einen Abnehmer findet. Der Brasilianer will per Kopf auf den ganz freien Pedro ablegen, köpft den Ball aber zu weit. Apropos Pedro: Dieser machte wie schon in den beiden letzten Partien kein gutes Spiel. Seine Laufwege und sein Einsatz stimmten zwar, aber mit dem Ball war das allerhöchstens passabel. Gefährlich konnte er selbst nie werden. Dies liegt natürlich auch an seiner Rolle, dass er dem Spiel Breite geben und Spielern wie in diesem Fall Adriano Platz verschaffen soll, dennoch sind 23 Spiele ohne Tor zu wenig.

In der zweiten Halbzeit spielte nur noch Barcelona. Die Katalanen ließen Ball und Gegner gut laufen, kamen aber kaum zu Chancen. Dies lag aber auch daran, dass man gar nicht versuchte, zwingend nach vorne zu kommen. Man wartete geduldig darauf, dass sich eine Lücke auftut und diese versuchte man dann zu nutzen. In der 57. Minute gelang dann Lionel Messi der Treffer zum vorentscheidenden 3-1. Sánchez hat auf der Außenbahn mal ein wenig Platz und dann auch die Übersicht um Messi zu finden. Der kleine Argentinier nahm den nicht ganz perfekt gespielten Pass gut mit und vollendete flach in die rechte untere Ecke.

Kurz vor Schluss war es dann wieder Messi, der mit seinem 90. Treffer in diesem Kalenderjahr das 4-1 erzielte. Nach einem Blackout von Godin schnappte er sich den Ball und überlupfte Gäste-Keeper Courtois ohne Probleme. Obwohl er gegen Atlético ein eher unscheinbares Spiel machte, schaffte er es dennoch zwei Tore zu erzielen. Ansonsten war er gerade in der ersten Halbzeit nie gefährlich geworden, auch weil Atlético ihn sehr gut überwachte. Im zweiten Durchgang hatte er dann mehr Platz und machte insgesamt ein ordentliches Spiel, aber die ganz großen Geistesblitze blieben aus. Bezeichnend war der Fehlpass in Richtung Sánchez während einer sehr guten Konterchance.

Alles in allem kann man sagen, dass Barcelona zunächst einmal offensiv nicht stattfand. Durch das Traumtor von Adriano zum 1-1 wurde Barcelona sicherer und spielbestimmend. Spätestens mit dem 3-1 war klar, dass die Katalanen auch dieses Spiel gewinnen würden, einfach weil sie offensiv diese Saison bisher so unglaublich effektiv spielen.

Fazit

Atlético war in den ersten 30 Minuten der erwartet harte Gegner. Die Gäste standen defensiv sehr gut, was dazu führte, dass Barcelona offensiv zu Beginn nicht zur Entfaltung kam. Auch defensiv hatten die Katalanen einige Probleme, vor allem dank Radamel Falcao. Jener Falcao brachte die Gäste dann auch in Führung. Nur kurze Zeit später gelang aber Adriano der Ausgleich, der das Spiel auch kippen ließ. Von nun an spielte nur noch Barcelona. Offensiv kam Atlético Madrid gar nicht mehr zur Geltung, was an einer sehr guten Defensivleistung der Katalanen lag, insbesondere aber auch an Sergio Busquets. Barcelona hingegen spielte offensiv nun sehr gut und ließ den Ball sehr gut laufen. Zwingende Torchancen gab es nicht viele für die Gastgeber, aber die wenigen konnte man fast alle nutzen, weshalb man letztlich verdient als Sieger vom Platz ging.

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