FC Barcelona – Real Madrid: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Nach dem souveränen Sieg gegen Inter Mailand in der Champions League und der schwachen Form von Real Madrid, waren viele Leute in Barcelona sehr optimistisch vor dem Clásico und das obwohl Lionel Messi ausfiel. Madrid konnte sich glücklich schätzen, dass der Argentinier fehlte, denn auch ohne ihn kassierten sie eine heftige Packung, wobei sie direkt nach der Pause kurz vor dem Ausgleich waren. Ansonsten war es aber eine hervorragende Leistung des FC Barcelona, der hoch verdient gewann.

Die Trainer

Ernesto Valverde stellte sein Team fantastisch ein. Das Positionsspiel funktionierte sowohl mit als auch ohne Ball glänzend. Man verteilte sich gut auf dem Spielfeld und machte es den Gegenspielern schwer eine klare Zuordnung zu finden. So orientierte man sich beispielsweise meistens an Coutinho, der aber sehr oft nach innen zog. So entstand dann auch das 1-0, als Jordi Alba den frei gewordenen Platz auf der Außenbahn nutzte und Coutinho mustergültig bediente. Auch das Gegenpressing war perfekt einstudiert. Barça störte sehr früh und machte durchgehend schnellstmöglich den Raum im Zentrum sehr eng. Ging es auf die Außen arbeiteten Coutinho und Rafinha sehr gut mit nach hinten und halfen dabei, nicht in Unterzahl zu geraten. Interessant war erneut zu sehen, dass sich Busquets und Arthur als zweiter hoch pressender Spieler neben Suárez abwechselten. Die Abstimmung dahingehend funktionierte super und da sie sich abwechselten, konnte der jeweils andere in dieser Zeit mal kurz durchschnaufen.
Madrid spielte im ersten Durchgang abwartend. Sie versuchten tief sicher zu stehen und dann zu kontern, was kaum einmal wirklich funktionierte. Nach der Pause stellte Lopetegui auf eine Dreierkette um und brachte Lucas Vazquez, der dabei half, das Spiel offener zu gestalten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit zog sich die Blaugrana zu weit zurück, während Madrid anfing gut und hoch zu pressen. Nach dem Anschlusstreffer hätte durchaus auch der Ausgleich fallen können, allerdings vergab Barça ebenfalls weitere gute Chancen. Selbst in Madrids Drangphase hatten die Gastgeber weitere Chancen. Ernesto Valverde drehte das Spiel dann wieder mit seinen Einwechslungen. Der schnelle Semedo sollte die rechte Seite dicht machen, während Sergi Roberto nun weiter vorne agieren durfte und auch prompt zwei Tore vorbereitete. Auch Ousmane Dembélé wurde eingewechselt und seine Geschwindigkeit machte sich gegen die müden Gegenspieler mehr als bezahlt. Er leitete das 3-1 ein und bereitete das 5-1 wunderbar vor. Der dritte Joker Arturo Vidal war der Nutznießer dieser Vorlage.

Die Neuner

Dieser Sieg der Blaugrana hatte viele Gründe und sie machten schließlich einfach mehr richtig, als ihre Gegner aus der Hauptstadt. Es lässt sich aber durchaus argumentieren, dass einer der Hauptunterschiede die beiden Mittelstürmer waren. Karim Benzema versuchte viel, ließ sich auch immer wieder auf außen treiben, blieb aber glücklos. Zudem vergab er eine Riesenchance zum 2-2 und eine weitere Großchance in den letzten Minuten, wobei das Spiel da schon lange entschieden war. Luis Suárez auf der anderen Seite war deutlich präsenter und sehr viel klinischer vor dem Tor. Seine drei Tore machten den Unterschied und auch abseits dieser Treffer, zeigte er eine sehr gute Leistung. Er war viel unterwegs, immer anspielbar, machte die Bälle fest, verteilte sie in der Regel gut weiter und schaffte wie gewohnt Räume für seine Mitspieler.
Er startete sehr schwach in die Saison, drehte in den letzten Spielen allerdings merklich auf. Jetzt, nach Messis Ausfall, war er noch mehr gefordert als sonst und er lieferte einen Hattrick im größten Spiel der Welt.

Das Mittelfeld

Noch letzte Saison war nach dem Supercup die Rede davon, dass Madrid zum ersten Mal seit Jahren ein ballsichereres und dominanteres Mittelfeld als der FC Barcelona hätte. In den beiden Aufeinandertreffen in der Liga sah das dann schon anders aus, diesmal war Barcelona aber auf einem gänzlich anderen Level. Alle drei nominellen Mittelfeldspieler zeigten hervorragende Leistungen, doch man muss vor allem Arthur hervorheben. Der junge Brasilianer kam vor dieser Saison erst nach Europa und durfte nun in einem Clásico starten. Das Faszinierende: Er spielte so, als wäre es schon sein Zehnter. Er spielte einfach so wie immer. Er bot sich durchgehend an, verlor gefühlt nur einen Ball, hatte eine Passquote von über 90% und zeigt sich von Spiel zu Spiel mutiger, was steile Pässe nach vorne angeht. Er scheint wirklich das Mosaik zu sein, dass Barça im Mittelfeld seit Xavis Abgang gefehlt hat. Seit er Stammspieler ist, sind die Mannen von Ernesto Valverde deutlich pressingresistenter und treten sichtbar dominanter auf, als vorher. Zudem ist sein Pressingverhalten auch schon richtig gut, sowohl was die Motivation zur Mitarbeit, als auch die direkten Zweikämpfe angeht. An diesem Brasilianer dürften alle Culés noch sehr viel Freude haben, viele Jahre.

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