Koeman bangt nicht um Barça-Job: “Sehe mich hier nächste Saison”

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Ronald Koeman geht davon aus, auch nächste Saison Trainer des FC Barcelona zu sein – unabhängig vom Ausgang des Titelrennens in der Liga. Der Niederländer bewertete bei der Pressekonferenz zudem das torlose Remis gegen Atlético und kommentierte die Proteste von Real Madrid gegen den Schiedsrichter und den VAR. 

Kaum ein Durchschnaufen in La Liga! Nach dem Topspiel-Wochenende geht es für Barça im heißen Titelkampf am Dienstag bereits auswärts gegen UD Levante weiter (22 Uhr, live im Ticker auf Barçawelt.de). Vor diesem 36. Spieltag stand Trainer Ronald Koeman den Journalisten am Montagnachmittag bei der Pressekonferenz Rede und Antwort.

Ronald Koeman…

…über den Umstand, am 36. Spieltag vor Real Madrid und Atlético im Einsatz zu sein:

“Wenn du gewinnst, machst du den anderen mehr Druck, denn nach dem morgigen Spiel kannst du Tabellenführer sein. Es kommt ja immer auf das Ergebnis an. Mir ist es egal, ob wir vor ihnen oder nach ihnen spielen. Wir wissen, dass es ein schweres Spiel wird.”

…über den Meisterkampf in La Liga: “Die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir tun uns aus vielen Gründen schwer, die Saison gut zu beenden: die Physis der Spieler, die vielen Partien, der Erfolgsdruck. Wir haben in den vergangenen Spielen versucht, unser Bestes zu geben. Auch die anderen Teams haben Schwierigkeiten. Man muss das überstehen, analysieren und die Partien vorbereiten. Es sind immer weniger Spiele, von daher kommen wir dem Ende immer näher.”

…über die am Wochenende möglicherweise abhanden gekommene Meisterschaft: “Nein, denn wir befinden uns nach diesen beiden Unentschieden immer noch in der gleichen Situation wie zuvor. Natürlich war Atlético ein direkter Rivale und natürlich ist es jetzt ein Spiel weniger, sodass Atlético weiterhin mit zwei Punkten Vorsprung an der Spitze steht. Ich denke aber, man darf nicht noch mehr an die anderen denken. Es hängt zuallererst von einem selbst ab, die Spiele zu gewinnen. Wir glauben immer noch daran, die Meisterschaft zu gewinnen und werden bis zur letzten Sekunde kämpfen. Wir haben es nicht in der eigenen Hand, daher dürfen wir keine Fehler machen.”

…über das 0:0 am Samstag gegen Atlético: “Das Spiel hatte zwei verschiedene Seiten. Wir sind nicht gut reingekommen und haben uns schwer getan, Druck aufzubauen. Atlético kreierte in der ersten Halbzeit etwas mehr Gefahr. In der zweiten Halbzeit waren wir besser, wir hatten unsere Chancen auf Tore. Es war sehr umkämpft. Wir haben gegen eine defensiv und körperlich sehr starke Mannschaft gespielt. Auf der einen Seite stand ein Team, das viel erfahrener war als unseres. Wir haben mit zwei 18-jährigen Jungs im Mittelfeld und zwei 20-Jährigen in der Abwehr gespielt. Man muss alles analysieren, nicht nur das Ergebnis und wissen, woher wir kommen. Wir haben bereits einen Titel gewonnen und kämpfen um einen weiteren. Drei Spieltage verbleiben. Es geht immer darum, sich zu verbessern. In der ersten Halbzeit waren wir nicht in Top-Form, wir sind ziemlich besorgt in die Partie gegangen. Das ist immer die Verantwortung des Trainers.”

…über die von der UEFA angekündigten Strafe für Barça, Real Madrid und Juventus: “Ich weiß nicht, ob es logisch ist, denn ich kann zu diesem Thema keine Meinung abgeben, weil ich in diese ganze Angelegenheit der Super League nicht verwickelt war und auch nicht mit der UEFA zusammensaß. Es ist eine Sache der UEFA, weiß aber nicht, ob sie in der Lage dazu ist oder nicht, Sanktionen zu erteilen. Jetzt gerade interessiert es mich auch nicht.”

…über Real Madrids 2:2 gegen den FC Sevilla: “Ich habe die ersten 20 Minuten gesehen, danach habe ich mir Milan gegen Juventus angesehen. Ich wurde nämlich bei dem Spiel zwischen Real Madrid und Sevilla etwas nervös, daher habe ich es bevorzugt, gelassen zu bleiben, eine andere Partie zu schauen und mir das Ergebnis nach dem Spiel anzuschauen.”

…über Real Madrids VAR-Beschwerde bei dem Duell mit Sevilla: “Wenn jemand lieber nicht über Schiedsrichter sprechen sollte, dann bin ich das. Zuletzt sagte ich das, was ich denke. Diese Meinung hat sich nicht geändert. Wenn Madrid meint, sich benachteiligt von Entscheidungen des Schiedsrichters zu fühlen, ist das ihr Problem. Als Trainer weißt du aber nicht, was ein Handspiel ist. Selbst die Schiedsrichter haben Zweifel bei ihren Entscheidungen, ob es ein Elfmeter ist oder nicht. Wir Trainer und Spieler wissen nicht genau, wann es ein Handspiel ist. Manchmal wird gepfiffen, manchmal nicht. Das passiert in allen Ländern, nicht nur hier.”

…über das körperliche Limit, das die Mannschaft offenbar erreicht hat: “Ich denke, es ist für alle Teams so. Vor allem für diejenigen, die international gespielt haben, in Endspiele gekommen sind, die Supercopa absolviert haben. Viele Spieler waren bei ihren Nationalmannschaften im Einsatz. Es ist eine Vielzahl an Spielen, die ihre Auswirkungen haben. Hinzu kommt dann auch noch, dass du ohne Zuschauer spielst, weswegen du du noch schwerer tust. Du hast nicht die Unterstützung deiner Fans in komplizierten Momenten im Spiel. Deswegen haben wir Zuhause mehr Punkte verloren, aber das haben auch viele andere Mannschaften. Es ist schwer. Die Anzahl an Spielen ist nicht normal. Die Mannschaft, die mental und körperlich am stärksten ist, wird mit Sicherheit erfolgreich sein.”

…über seine Zukunft und die Frage, ob eine Entlassung seiner Person im Falle der Meisterschaft unfair wäre: “Ich würde darauf gerne nach der letzten Partie antworten. Man muss nicht nach Dingen suchen, die es nicht gibt. Der Präsident hat mir von seinem ersten Tag an sein Vertrauen entgegengebracht. Er ist derjenige, der entscheidet. Nach der Saison wird es sicherlich einen Moment geben, um über die Zukunft zu sprechen. Für mich ist die Zukunft aber nichts, worüber ich mich sorgen müsste. Ich habe nämlich für zwei Jahre unterschrieben, von daher sehe ich mich hier nächste Saison als Trainer. Wenn nicht, dann wird der Präsident sicher auf mich zukommen, um mit mir zu reden. Es verbleiben noch zwei Wochen mit drei sehr wichtigen Spielen, was gerade wichtiger ist, als über meine Zukunft zu sprechen.”

 

…über öffentliche Trainerdebatten nach Rückschlägen: “Ich denke nicht, dass es nur bei mir so ist. Auch bei anderen Trainern wird viel über deren Zukunft geredet. Ich kann das nicht ändern und habe auch nicht das Recht dazu. Jeder hat seine Meinung und ich respektiere jedermanns Meinung.”

…über Barça B, das um den Aufstieg kämpft, zuletzt aber einige Spieler an die Profis verloren hat: “Die erste Mannschaft ist am Wichtigsten. Wenn wir Barça B helfen können, in die Segunda División aufzusteigen… Ich habe mit keinem darüber geredet, vom Klub hat mir dazu auch niemand etwas gesagt. Bis zu dem Tag, an dem wir immer noch Meister können werden und wir kämpfen, ist die erste Mannschaft am Wichtigsten. Wenn der Tag kommt, wo wir dem B-Team helfen, dann helfen wir.”

…über Ronald Araújo und ob dieser sich in einer Viererkette wohler fühle als in der Dreierkette: “Ronald war eine Zeit lang verletzt. Er tat sich schwer, in seine körperliche Form zu kommen. Gegen Atlético hat er aber eine großartige zweite Halbzeit gespielt. Er kann in der Defensive auf einigen Positionen gespielen. Nach seiner Verletzung brauchte er etwas länger Zeit, wieder in Form zu kommen, was aber auch normal ist. Er spielt eine tolle Saison.”

…über die jungen Spieler: “Man muss Araújo hervorheben, Óscar Mingueza hervorheben, genauso Pedri, Ilaix. Zu Saisonbeginn hätte sich niemand vorstellen können, dass diese vier Spieler auf so viele Einsätze kommen würden. Sie haben die Chancen genutzt und sind die Zukunft. Dieses Barça ist ein Team für die Zukunft. Aber wenn du mit vielen jungen Spielern antrittst, bedeutet das in einigen Aspekten immer: es fehlt etwas. Es fehlt Reife, Erfahrung. Diese Saison ist für die jungen Spieler mit Blick auf die kommenden Spielzeiten sehr wichtig.”

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist
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