Rayo Vallecano gegen FC Barcelona – Spielanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Nach dem Auftaktspiel in der Champions League gegen Ajax Amsterdam ging es für den FC Barcelona in der Liga weiter. Die Katalanen gastierten bei dem Team, welches nach ihnen den meisten Ballbesitz in Spanien hat, nämlich Rayo Vallecano. In einem wie gewohnt sehr temporeichen Spiel lief es quasi wie immer ab: Rayo stellte Barça vor einige Probleme, hatte aber selbst Schwierigkeiten und verlor letztlich relativ deutlich. Aber es gab auch Unterschiede zu den letzten Begegnungen zwischen diesen Teams.

 Tata Martino rotierte wieder ein wenig und stellte folgende Elf auf:

Vallecano – Offensivpressing wie gewohnt, aber diesmal konservativer

Man ist es von Rayo Vallecano mittlerweile gewohnt, dass sie ein unglaublich aufwendiges Pressing gegen Barcelona spielen und den Katalanen damit auch ordentlich zusetzen. Jedoch schafften es die Hauptstädter bisher nicht, aus eigenem Ballbesitz genug Kapital zu schlagen, um Barça wirklich wehzutun. Zudem hat Rayo durch dieses Offensivpressing defensiv viele Räume offenbart, die der FC Barcelona in den vorherigen Aufeinandertreffen knallhart bestrafte.

Diesmal war es aber anders: Rayo spielte zwar prinzipiell so wie immer, jedoch versuchten sie nun, Barça nicht so viel Platz zum Angreifen zu geben. Dies gelang den Gastgebern, indem sie ein Stück weiter hinten anfingen, richtig zu pressen. Die Stürmer betrieben das Pressing schon ganz vorne, aber der Rest der Mannschaft half dabei noch nicht mit. Während die Stürmer pressten, organisierte sich das restliche Team, um dann ungefähr in Höhe der Mittellinie zu pressen. So verlagerte man das eigene „Pressingzentrum“ weiter nach hinten, wodurch man näher am eigenen Tor spielte. Dies hat den Vorteil, dass es kaum noch ,,neutrale Fläche“ – also einen Teil des Platzes, wo weder Abwehrspieler noch Torwart eingreifen können – gibt.
Hierbei ist es natürlich auch wichtig, dass man einen offensiv spielenden Torhüter in den eigenen Reihen hat, der viele Bälle abfängt, bevor sie gefährlich werden, und genau so einen hat Rayo mit Rubén auch gehabt.

Dass Vallecano trotzdem wieder vier Tore kassierte, lag an verschiedenen Fehlern, die vor den Toren gemacht wurden. Vor dem 1-0 konzentrieren sich zu viele Spieler auf Messi, sodass Pedro völlig frei stand, während man beim 2-0 und 4-0 einfach nur dumme Fehler im Aufbauspiel beging. Das 3-0 resultierte aus einer schönen katalanischen Kombination, bei der letztlich Rayos Abwehrspieler sowohl Neymar als auch Pedro aus den Augen verloren, was dann auch prompt bestraft wurde.
Es fiel insgesamt auf, dass Vallecanos Abwehrkette teilweise sehr unorganisiert agierte und sich des Öfteren sehr schlecht postierte. Diese einzelnen kettentaktischen Fehler haben Rayo zum großen Teil die Punkte gekostet, obwohl die mannschaftstaktische Leistung diesmal stärker war als in den letzten Spielen gegen Barça.

Offensiv dieses Mal mit echten Ideen und produktiven Angriffen

Rayo verteidigte nicht nur besser, als man es im Vergleich zu den letzten Spielen gegen den FC Barcelona gewohnt war, sie griffen auch gezielter an. Im Vergleich zur letzten Saison wirkten die Gastgeber nicht die ganze Zeit übermotiviert und spielten überhastet. Nein, sie hatten einen Plan und versuchten, sich an diesen zu halten, um Barça damit wehzutun. Vallecano versuchte nach Ballgewinn schnell über außen nach vorne zu kommen, wobei oft sehr viele Spieler mit nach vorne marschierten.
So kamen sie im ersten Durchgang auch zu zwei guten Chancen, die beide der wieder einmal glänzend aufgelegte Valdés zunichtemachte. Darüber hinaus kamen sie auf dieselbe Weise – um genauer zu sein, im Anschluss an eine der beiden eben genannten Chancen – noch zu einem Elfmeter. Aber auch diesen konnte Valdés parieren.

Durch das frühe 2-0 in der zweiten Halbzeit war die Luft im Spiel ziemlich schnell raus. Das merkte man den Gastgebern an, die nach drei Niederlagen in Folge nun auch mental relativ erledigt wirkten. Sie gaben sich nicht auf und versuchten weiterhin mutig nach vorne zu spielen, aber das gelang nur noch phasenweise. Zu oft verfielen sie nun wieder in das gewohnte alte Muster und spielten überhastet und ungenau, was Barça das Verteidigen nicht allzu schwer machte.

Barcelona – Mehr lange Bälle, wegen Rayo und den Platzverhältnissen

Barça ging in diesem Spiel mehr dazu über, Angriffe über lange Bälle zu initiieren. Dies lag zum einen an Rayos hohem Pressing und zum anderen an den schlechten Platzverhältnissen, wie Martín Montoya nach dem Spiel offenbarte. Es fing bei Valdés an – der ungewohnt viele lange Bälle nach vorne schlug – und ging mit den Verteidigern weiter. Barça wollte schnell große Teile des Spielfeldes überbrücken und dann versuchen, die zweiten Bälle zu gewinnen.
Das ist prinzipiell eine Taktik, die einfach nicht zu Barcelona passt. Den Katalanen fehlen allein aufgrund der Physis schon die passenden Spieler. Des Weiteren fühlen sich die Spieler von Barça am wohlsten, wenn sie den Ball am Fuß haben und das Spiel über kurze Pässe kontrollieren und lenken können. Bei Rayo kann man die Taktik schon mal etwas ändern – so war es ja auch in der letzten Saison – aber die in diesem Spiel angewandte Taktik sollte nicht zum Standard werden, weil man Barcelona somit vieler Stärken berauben würde.

Die Tore fielen auch alle entweder nach krassen Aussetzern von Rayo oder nach Kurzpass-Kombinationen. Die langen Bälle brachten also nicht wirklich viel, bis auf die Tatsache, dass der Ball weit vom eigenen Tor entfernt war.

Defensiv – Piqué erstarkt, Mascherano wackelt

Defensiv hatte Barça zunächst einige Probleme, vor allem bei der Zuteilung im eigenen Strafraum bei gegnerischen Angriffen. So war es Víctor Valdés zu verdanken, dass man nicht in Rückstand geriet oder den Ausgleich kassierte. Gerard Piqué zeigte eine insgesamt souveräne Leistung, während Javier Mascherano zum ersten Mal in dieser Saison etwas unsicherer wirkte. Sein Zweikampfverhalten war in Ordnung, aber mit Ball zeigte er einige Unsicherheiten und verlor das Leder nicht nur einmal in ungünstiger Position.

Martín Montyoa brauchte etwas Zeit, um ins Spiel zu kommen, machte seine Sache dann aber souverän. Auch auf Adriano war wieder Verlass, bis auf eine Phase, in der er mit mehreren unnötigen Fouls auffiel, so auch vor dem Elfmeter.

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