Real Betis Sevilla gegen FC Barcelona – Ein Sieg aus dem Nichts

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Vor der Länderspielpause stand für den FC Barcelona noch der traditionell schwere Gang zu Real Betis an. Wie erwartet lieferten die Gastgeber den Katalanen einen harten Kampf, verloren am Ende aber dennoch mit 4-1.

Tata Martino setzte auf folgende Startelf:

Einwechslungen:

19. Iniesta für Messi
73. Tello für Neymar
79. Sergi Roberto für Fàbregas

Betis mutig und offensiv

Real Betis hatte sich für dieses Spiel einiges vorgenommen und setzte davon das Meiste prinzipiell auch gut um. Sie gingen sehr offensiv zu Werke, standen hoch und pressten schon sehr früh gegen Barça. Dadurch kam es zu einigen unkontrollierten Befreiungsschlägen aufseiten der Katalanen, welche Betis leicht verteidigen konnte. Durch das gute Pressing gelang es den Gastgebern über weite Strecken des Spiels, Barcelonas Spielaufbau zu stören und kaum Chancen zuzulassen.
Die Mannschaft aus Sevilla hatte zudem eine gute Balance in ihrem Spiel, anders als beispielsweise Rayo Vallecano, bei denen sich defensiv regelmäßig Lücken auftaten. Pepe Mels Team verstand es ziemlich gut, diese Lücken zu schließen und ihre offensive Gangart durch eine zunächst sichere Defensive zu stabilisieren.

Mit der Zeit kam Barça aber zu Chancen, und zwei der vier guten ersten Möglichkeiten wurden dann auch genutzt. Nach diesen beiden Gegentoren innerhalb von zwei Minuten, rund zehn Minuten vor der Pause, war Betis sichtlich geschockt. Sie standen nun zu weit weg von den Gegenspielern und zeigten kaum noch nützliche Gegenwehr.

Nach der Pause wurden die Gastgeber wieder stärker, letztlich lief es aber genauso wie im ersten Durchgang: Betis vergibt die Chancen und Barça schlägt eiskalt zu. Die Andalusier müssen sich vorhalten lassen, offensiv nicht effektiv genug gewesen zu sein und defensiv mit der Zeit zu naiv verteidigt zu haben. Es ging den Gastgebern mit fortlaufender Spieldauer sichtlich Konzentration und Souveränität verloren, womit sie es den Katalanen deutlich vereinfachten, weitere Tore zu erzielen.

Bei den ersten beiden Gegentoren machten die Andalusier einfach die Lücken nicht richtig zu und gingen dann auch noch zu zaghaft in die Zweikämpfe. Bei den letzten beiden Toren waren sie zu weit weg von ihren Gegenspielern und störten diese im Angriff zu wenig, beziehungsweise gingen den nötigen Weg mit jenen gar nicht erst mit. So kann man nicht verteidigen, wenn man etwas Zählbares aus dem Spiel mitnehmen möchte.
Dazu kam dann noch jene offensive Ineffizienz, die Betis an den Tag legte, sodass am Ende eine 4-1-Niederlage zu Buche steht, welche definitiv zu hoch ausgefallen ist. Betis schaffte es, einige gute Konter zu spielen – auch durch ihr gutes Pressing -, vergab aber praktisch alle Chancen. Entweder hielt Valdés bravourös oder aber es warf sich noch ein Verteidiger, vornehmlich Marc Bartra, in den Schuss hinein. Und war das nicht der Fall, dann stand der Pfosten im Weg. Es war so ein Spiel, in dem Betis schlicht das nötige Glück fehlte.

Barça defensiv mit viel Arbeit und nur halb souverän

Die Gäste schafften es durch das Offensivpressing seitens Betis lange Zeit nicht, das Spiel zu kontrollieren. Sie verloren viele Bälle, welche ihnen – wie man sprichwörtlich zu sagen pflegt – dann um die Ohren flogen. Es gab zu viele Lücken im Mittelfeld und in der Rückwärtsbewegung arbeitete Barça nicht effektiv genug. Die Spieler gingen zwar mit nach hinten, waren in den Zweikämpfen aber nicht bissig genug und schafften es zu selten, ihre Gegenspieler wirklich zu fassen. Dadurch kam viel Arbeit auf die Viererkette und Alex Song zu.
Song machte seine Sache mit dem Ball sehr gut, ohne Ball jedoch stimmte sein Positionsspiel nicht immer. Man merkt bei ihm gerade in solchen Spielen sehr gut, wie konzentriert er versucht, sich richtig zu positionieren. Es wirkt aber teilweise einfach etwas unbeholfen und ist kein Vergleich zu einem Busquets, der das einfach intuitiv macht, auch weil er dieses Spielsystem seit seiner Jugend kennt.

Dani Alves und Martin Montoya machten ihre Sache defensiv gut. Offensiv konnten beide eine Vorlage verbuchen und zudem legte Alves Neymar noch eine Riesenchance auf. Ansonsten war Alves offensiv quantitativ sehr gut, qualitativ eher weniger. Er war einer der Spieler mit den meisten unnötigen Ballverlusten, machte einiges davon aber defensiv wieder wett.
Puyol war über weite Strecken des Spiels sehr sicher, hatte dann aber doch noch zwei bis drei Wackler, bei denen aber Bartra klasse aushalf. Der junge Katalane bestätigte seine gute Form und zeigte, dass er auch in einer schweren Auswärtspartie seinen Job erfüllen kann.

Offensiv mit Geduld und Effektivität gespielt

Barça hatte in der ersten Halbzeit, vor allem aber im zweiten Durchgang, in der Offensive vor den Toren praktisch nichts zustande gebracht. Man war bemüht, kein Tor zu bekommen und versuchte irgendwie das Spiel zu kontrollieren. Das gelang aber erst durch die Treffer, die quasi aus dem Nichts kamen. Betis war nach den ersten beiden Toren geschockt und nach den letzten beiden geschlagen. Von da an wurde es, bis zum Ende der jeweiligen Halbzeit, besser aus Sicht der Katalanen. Sie ließen den Ball jetzt gut laufen und spielten den Sieg locker herunter. Die Gastgeber brachten nicht mehr die Kraft und die Motivation auf, ihr Pressing weiter durchzuziehen und ließen Barça dann einfach gewähren.
Es war ein zähes Spiel des FC Barcelona, das lange auf der Kippe stand. Ohne Bartra und Valdés hätte ein solches Spiel ganz anders laufen können. Es war wichtig, lange kein Gegentor zu bekommen und dann selbst in Führung zu gehen. Der Doppelschlag hat zudem noch dafür gesorgt, dass Barça nicht nur mit einem Tor führte, sondern auch ein gewisses Polster hatte, was zumindest ein wenig den Druck aus der ganzen Sache nahm.

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