Real Sociedad – FC Barcelona: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Nach der Länderspielpause stand der vierte Spieltag in der Primera División an. Der FC Barcelona gastierte im Estadio Anoeta bei Real Sociedad, wo im letzten Jahr zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit wieder ein Liga-Sieg errungen werden konnte. Selbiges Kunststück sollte auch diesmal wieder glücken, doch es war eine Menge Glück dafür nötig oder anders gesagt: ein überragender Torhüter in Person von Marc-André ter Stegen. Doch das ist nur einer unserer drei Brennpunkte zum vierten Spieltag.

Torhüter: ter Stegen vs. Rulli

Zugegeben, das 0:1 sollte ter Stegen an guten Tagen eigentlich verhindern können. Der Ball ist zwar perfekt geschossen, doch ein Schritt weiter Richtung kurzer Pfosten und die Ecke ist komplett zu. Die meisten Spieler schießen in dieser Situation in die lange Ecke, was das Handeln von ter Stegen erklärt, doch wie gesagt: eigentlich sollte er dieses Tor verhindern. Im Endeffekt ist dies aber kaum der Rede wert, da der deutsche Nationaltorhüter in der zweiten Halbzeit zum Matchwinner avancierte. Sociedad kam zu drei sehr guten Chancen, von denen der Schlussmann zwei im Eins-gegen-eins fantastisch vereitelte (einmal war es sowieso Abseits). Praktisch im Gegenzug erzielte Barça innerhalb von drei Minuten zwei Tore, drehte damit die Partie und gewann schließlich. Beide Tore fielen nach Ecken und beide Male patzte Rulli in Sociedads Tor bei hohen Bällen und konnte diese nur ungenügend, wenn überhaupt, klären.

In der Phase als die Gastgeber am 2:0 schnupperten, war ter Stegen da und hielt die Blaugrana im Match, während auf der anderen Seite Rulli den Katalanen ebenfalls dabei half, das Spiel zu gewinnen. Jeder Culer weiß, was Barça an ter Stegen hat, nicht zuletzt wegen seiner herausragenden Saison 2017/18. Doch in diesem Spiel konnte man einmal mehr sehen, welchen Einfluss und welchen Unterschied ein sehr guter oder auch ein nicht ganz so sicherer Torhüter machen können. Der Unterschied zwischen Real Sociedad und dem FC Barcelona an diesem vierten Spieltag? Die Torhüter!

Rotation

Sie wurde bereits vor der Länderspielpause vehement gefordert und nun war sie da: die Rotation. Viele Spieler verbrachten die Länderspielpause in Barcelona und hatten keinerlei zusätzliche Belastung. Daher rechneten auch viele Leute damit, dass Lenglet Umtiti in der Innenverteidigung vertreten würde. Ernesto Valverde entschied sich dagegen und rotierte nur im Mittelfeld. Sergi Roberto, der auf rechts von Nélson Semedo vertreten wurde, und Rafinha vertraten Sergio Busquets und Philippe Coutinho. Ivan Rakitić war der einzige nominelle Stammspieler im Mittelfeld, spielte aber auf Busquets‘ Sechser-Position. Das kann er und das war auch nicht das Problem gegen Sociedad. Das Problem war, dass man nicht das ganze Mittelfeld auf einmal auseinander rotieren kann. Valverdes Gedankengang war verständlich und irgendwo auch logisch, da Coutinho viel reiste sowie, genauso wie Busquets, zwei Länderspiele bestritt.

Barça hat allerdings schon immer mindestens einen Ankerpunkt im Mittelfeld gebraucht, da ansonsten das Herzstück dieser Mannschaft einfach nicht funktioniert. Das waren Spieler wie Xavi, Iniesta oder eben Busquets. Coutinho könnte dazu ebenfalls teilweise in der Lage sein. Aber so spielte das Mittelfeld zu leblos und zu einfallslos. Rotation ist wichtig, Rotation macht Sinn und Valverdes Hintergrundgedanke war vollkommen logisch und schlüssig, doch in so einem schweren Auswärtsspiel sollte ein Sergio Busquets dann doch spielen und dann lieber unter der Woche gegen PSV Eindhoven pausieren.

Busquets und Coutinho

Bleiben wir doch bei den beiden Super-Jokern des vierten Spieltags. Beide beeinflussten das Spiel direkt und verhalfen Barça zum Sieg. Busquets war, wie schon gesagt, der Ankerpunkt im Spiel der Katalanen. Das Aufbauspiel beschleunigte sich, wurde sicherer und insgesamt einfach besser. Auch die Absicherung bei Kontern wurde besser, auch die gesamte Raumaufteilung im Mittelfeld. Coutinho hingegen brachte etwas, das gerade gegen solch gut gestaffelte Defensivverbunde essentiell ist: die Fähigkeit und den Mut, ins Dribbling zu gehen. Vor seiner Einwechslung versuchte die Blaugrana, nur mit Pässen Lücken zu kreieren. Natürlich ist das möglich, aber wenn man im Laufe des Spiels merkt, dass das nicht funktioniert, muss man auch andere Werkzeuge zur Hand haben. Damit bleibt man auch schwerer auszurechnen für den Gegner. Coutinho hat nach seiner Einwechslung immer wieder die direkten Duelle gesucht, um so Gegner auf sich zu ziehen. Ist er erfolgreich im Dribbling, entsteht Raum und zudem muss ein weiterer Gegenspieler sich zu ihm orientieren, was wiederum Platz für mindestens einen von Coutinhos Mitspielern schafft. Man bringt so die gesamte Ordnung des Gegners in ein Ungleichgewicht und muss dieses wankende Konstrukt dann „nur“ noch zu Fall bringen. Das klingt natürlich deutlich leichter als es eigentlich ist, nichtsdestotrotz ist es essentiell, solch einen Spieler zu haben, der aus der Tiefe des Mittelfelds die direkten Duelle sucht, um auch dann mal Gefahr zu erzeugen, wenn es nicht so gut läuft.

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