SD Huesca – FC Barcelona: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Ernesto Valverde rotierte beim Tabellenletzten SD Huesca nahezu sein komplettes Team durch, die fehlerbehaftete Partie endete letztlich wenig überraschend torlos. Besonders interessant war Valverdes taktische Ausrichtung.

Dreierkette – Ein Ausblick auf die nächste Saison?

Ernesto Valverde ließ sein Team in einem 3-5-2-System auflaufen. Durch die beiden Wing-Backs ist dauerhaft für ausreichend Breite im Spiel gesorgt, was gerade gegen tiefstehende Gegner sehr wichtig ist und den Katalanen teilweise zu sehr abgeht, vor allem wenn Coutinho als Angreifer agiert. In dieser Formation liegt gleichzeitig auch ein hoher Fokus auf dem Mittelfeld, das immer wieder durch einen der beiden nominellen Stürmer unterstützt werden kann, weil diese eben nicht nach außen ausweichen müssen, um das Spiel breit zu machen. Vor allem aber ermöglich dieses System aber den gleichzeitigen Einsatz von drei Innenverteidigern, was gerade in der nächsten Saison sehr wichtig werden könnte.

Sollte Barcelona tatsächlich Matthjis De Ligt verpflichten und Umtiti behalten, hätte man vier Innenverteidiger auf allerhöchstem Niveau. Keiner von ihnen wäre mit einer Rolle wie sie aktuell beispielsweise Thomas Vermaelen inne hat, zufrieden. Valverde müsste sich also überlegen, wie er allen genügend Spielzeit geben kann, eine Dreierkette wäre da eine ideale Möglichkeit. Es ist eine Aufstellung, die der Mannschaft durchaus liegen könnte. Messi könnte als hängender Stürmer immer wieder das Mittelfeld unterstützten, so wie er es aktuell auch schon tut, ohne aber dadurch eine Außenbahn verwaisen zu lassen. Die interessantesten Fragen diesbezüglich drehen sich um die Wing-Backs. Ist Alba genauso effektiv, wenn er höher positioniert spielt, wo er nicht so extrem aus der Tiefe nach vorne stoßen kann, oder ist er dazu mit dem Ball möglicherweise nicht gut genug? Ist Dembélé defensiv gut genug, um die Rolle auch gegen Top-Gegner ausfüllen zu können?
Das 3-5-2 könnte auf jeden Fall eine Überlegung wert sein und zumindest als Alternativ-System eine interessante Option werden.

 

Valverde und seine perfekte Rotation

Valverde rotiert deutlich weniger, als noch sein Vorgänger Luis Enrique. Diesmal entschied sich der Trainer des FC Barcelona aber dafür, komplett durch zu rotieren und das auch aus gutem Grund. Die Mannschaft hat schon viele Spiele in den Knochen, hat die Liga praktisch gewonnen und muss am Dienstag ein sehr wichtiges Champions-League-Spiel bestreiten. Es macht extrem viel Sinn den Spielern deshalb mal eine Pause zu geben und dafür andere Spieler ran zu lassen, die bisher weniger oder sogar gar nicht gespielt haben. Valverde wurde in seiner Zeit bei den Blaugrana oftmals für seine mangelnde Rotation kritisiert und gerade letzte Saison auch zu Recht. Auch diese Saison hätte es Spiele gegeben, wo er hätte mehr rotieren können, insgesamt zeigt er aber, dass er sich dahingehend weiterentwickelt hat und sich dem vollen Kalender seiner Mannschaft mehr angepasst hat. Dieses Spiel gegen Huesca ist ein weiterer, vielleicht sogar der größte Beleg dafür. Valverde konnte so Spieler wie Malcom, der wenig spielte, aber nie motzte und weiterarbeitete, belohnen und andere Spieler wie Moussa Wagué, Jean-Claire Todibo und Riqui Puig mal auf höchstem Niveau unter Wettkampfbedingungen testen.

Ousmane Dembélé und der Weg zur alten Frische

Dembélé ist endlich wieder fit und das zur entscheidenden Phase der Saison. Im Hinspiel gegen Manchester United durfte er noch nicht ran, im Rückspiel könnte er aber mit seiner Geschwindigkeit und seinem Zug zum Tor ein entscheidender Faktor werden. Doch dafür muss er zuerst wieder in Spiel-Rhythmus kommen, wofür er logischerweise Minuten benötigt. Die bekam er gegen Huesca und konnte einige Male andeuten, zu was er imstande ist. Teilweise hielt er zwar zu oft den Ball und wollte mit dem Kopf durch die Wand, allerdings ist es ein gutes Zeichen, dass er dieses Selbstvertrauen hat, um in Dribblings zu gehen und auch mal schwierige Dinge versucht. Nach seiner letzten Verletzung spielte er etwas zögerlich, gerade in den Clásicos, was aber natürlich auch am Gegner gelegen hat. Nichtsdestotrotz ist es gut zu sehen, dass er viel versucht. In der Regel wird er auch auf dem Flügel zum Einsatz kommen und nicht wie gegen Huesca im Zentrum. Dort ist es weniger eng und er kann sein Tempo mehr zur Geltung bringen. Gerade gegen Ende eines Spiels könnte er eine echte Waffe sein. Gegen Manchester United gab es in den letzten 15 Minuten sehr viel Freiraum auf außen, doch Valverde brachte in der Schlussphase Sergi Roberto, weil er Dembélé noch nicht riskieren wollte. In solchen Phasen kann der Franzose der entscheidende Faktor sein, ebenso wie natürlich von Beginn an, sobald er wieder die nötige Fitness hat.

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