Spielanalyse | FC Barcelona – Valencia CF: Barça scheitert an sich selbst

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Nach dem Aus in der Champions League gegen Atlético Madrid geht es für den FC Barcelona nun darum, in der Liga endlich wieder zu punkten, um die Tabellenführung zu behaupten. Gegen den Valencia CF zeigten die Blaugranas eine erheblich verbesserte Leistung, verloren aber dennoch, weil sie zu viele gute Chancen vergaben und gleichzeitig zwei unnötige Gegentore erhielten.

 {spielstand h:FC Barcelona a:FC Valencia e:1:2}

Barça schlägt sich selbst

Von Spielbeginn an waren die Gastgeber die deutlich aktivere und bessere Mannschaft. Alleine in den ersten zwölf Minuten hatte Barça vier gute Möglichkeiten, das 1:0 zu erzielen, vergab sie aber alle mehr oder weniger leichtfertig.

Valencia verteidigte in einer sehr variablen taktischen Ausrichtung. Begann der Spielaufbau bei Barça in der eigenen Hälfte versuchten die Gäste in einem 4-3-3 zu stören. Je weiter das Spiel sich aber in Valencias Hälfte verschob, desto defensiver wurde die Ausrichtung, wenn es ihnen gelang schnell genug wieder hinter den Ball zu kommen. Oftmals war es dann so, dass Valencia in einem 4-4-2 oder sogar einem 4-5-1 gegen den Ball arbeitete, um so die Räume vor dem eigenen Strafraum möglichst eng zu machen.

Dies gelang ihnen durchweg nicht allzu gut. Speziell bis zum 0:1 war Valencia defensiv sehr anfällig, weil man zu oft ballorientiert verteidigte und auch zu viele direkte Duelle verlor. Nach der Führung wurde es bis zur Halbzeit etwas besser, was aber mehr an Barça lag, die nun ungenauer wurden. Im zweiten Durchgang spielten die Blaugranas teilweise zu hektisch, was Valencia natürlich entgegenkam. Dennoch hatten die Katalanen weiterhin viele gute Möglichkeiten, die sie aber einfach nicht nutzen konnten.

Valencia ließ sehr oft die Außenbahnen relativ frei, was letztlich auch zu Barças einzigem Tor durch Lionel Messi führte. Der Argentinier spielte auf außen Jordi Alba frei und der Katalane legte zurück auf Messi, der problemlos einschob. Valencia war scheinbar der Auffassung, dass man durch den quantitativen Vorteil im Strafraum die Hereingaben der Außenverteidiger abwehren könnte. Das klappte oftmals auch gut, jedoch gab es einige Situationen, wo Jordi Alba und Sergi Roberto mehr hätten draus machen müssen und ein Tor relativ einfach möglich gewesen wäre. Valencia ging mit dieser Herangehensweise ein gewisses Risiko ein, was zwar am Ende belohnt wurde, aber eben nicht nur wegen der guten Umsetzung der Gäste, sondern vor allem aufgrund der Ungenauigkeit der Blaugranas.

Valencias Tore

Das 0:1 war gleich auf mehreren Ebenen unnötig und ärgerlich für die Katalanen, alleine schon weil es ein Eigentor von Ivan Rakitić war und der Ball ohne sein Zutun niemals den weg in das Tor von Claudio Bravo gefunden hätte.

In der Entstehung hätte schon Sergi Roberto energischer André Gomes angehen müssen, um diesem nicht zu viel Zeit für seine Aktion zu lassen. Schwerwiegender war jedoch, dass Ivan Rakitić zu spät schaltete und Siqueira erst verfolgte, als dieser schon an ihm vorbei war. Schon in der gezeigten Szene war ersichtlich, dass Valencias Linksverteidiger in die Lücke hinter Sergi Roberto laufen würde, doch Rakitić begann die Verfolgung erst, als Siqueira schon an ihm vorbei war. Daher kam er auch nur noch so an den Ball, dass dieser in das eigene Tor flog.

 

Dem 0:2 ging eine Ballstafette von über einer Minute voraus. Alleine schon das darf Barça unter keinen Umständen zulassen. Gleichzeitig ließ man sich kurz vor dem Tor mit seinem gesamten Mittelfeld an die Außenlinie locken, wodurch das gesamte Zentrum offen war. Parejo bekam den Ball und nutzte Sergi Robertos Orientierungslosigkeit aus, um Santi Mina den Ball perfekt aufzulegen. Sergi Roberto hätte in dieser Situation Piqué vertrauen müssen und sich in erster Linie auf seinen eigenen Gegenspieler konzentrieren müssen. Gleichzeitig hob Javier Mascherano durch eine viel zu tiefe Stellung das Abseits auf. Und auch Claudio Bravo hätte bei dem Schuss von Santi Mina durchaus besser aussehen können, denn unhaltbar schien dieser nicht zu sein.

Fazit

Dieses Spiel war kein Spiel, das man aufgrund von schlechter Taktik oder einfach wegen einer schlechten Leistung verlor. Natürlich kann man die beiden unnötigen Gegentore und die jeweiligen Fehler in der Entstehung kritisieren, aber der gesamte Auftritt der Mannschaft war eigentlich ziemlich gut. Sicherlich war man im Abschluss sehr ineffizient und sicherlich war gerade Neymar im zweiten Durchgang sehr schwach und traf meistens die falschen Entscheidungen, doch insgesamt war es eine dominante und gute Partie des FC Barcelona. Nach den durchwachsenen Leistungen zuvor macht diese Leistung zumindest Hoffnung, da die Mannschaft gezeigt hat, dass sie immer noch gut spielen kann. Nach den beiden Gegentoren zeigte das Team zudem, dass es, wie man so schön sagt, lebt. Barça hat alles gegeben und wenn man in den nächsten Spielen ähnlich gut spielt, wird man auch gewinnen, zumindest wenn man vor dem Tor endlich wieder kaltschnäuziger wird.

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