Spielanalyse | FC Getafe – FC Barcelona: Barça mit Arbeitssieg dank zweier Joker-Tore

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Ernesto Valverde verzichtete nach dem Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin auf große Rotationen und ersetzte lediglich Nélson Semedo durch Sergi Roberto. Dies schien sich lange nicht auszuzahlen, da die Blaugranas sichtlich nicht frisch waren und daher ein sehr zähes Spiel entstand. Nach der Pause war eine kleine Steigerung zu sehen, den Sieg brachten letztlich aber zwei Einwechselspieler.

Barça ohne die nötige Frische

Die Mannen von Ernesto Valverde begannen das Spiel eigentlich ganz ordentlich und ließen den Ball gut laufen. Man schaffte es allerdings nicht, sich selbst Chancen herauszuspielen, weil im letzten Drittel die Bewegung fehlte. Getafe stand oftmals mit acht bis neun Spielern hinter dem Ball und gegen eine solch dichte Defensive muss ohne Ball mehr Bewegung an den Tag gelegt werden, um Räume zu schaffen, was Barça aber nicht gelang. Dadurch wurde das Spiel mit der Zeit immer schleppender und zäher. Getafe merkte dies und begann etwas höher zu stören, sodass einige Ballverluste provoziert wurden, wodurch es ihnen gelang, selbst ein paar gute Angriffe zu fahren und schließlich auch in Führung zu gehen. Die Gäste schoben sich den Ball insgesamt zu sehr ohne Zug zum Tor hin und her und wenn doch mal Tempo aufgenommen wurde, so war das Spiel der Katalanen von Ungenauigkeiten geprägt.
Im Nachhinein ist man immer schlauer, doch es wäre wahrscheinlich besser gewesen, etwas mehr zu rotieren. Andrés Iniesta hat nun bereits das fünfte Spiel in Folge im Dreitages-Rhythmus gestartet. Gerade er sollte mehr Pausen kriegen, damit er regelmäßig – so wie gegen Juventus Turin unter der Woche – aufspielen kann. Man merkte direkt nach der Einwechslung von Denis Suárez, dass das Spiel der Blaugranas mehr an Fahrt aufnahm und dass frische Beine sehr belebend wirken können. Von Beginn an versuchte der junge Spanier nach vorne zu spielen und das Spiel anzutreiben. Das kam dem Spiel Barcelonas sehr zu Gute, wenngleich es weiterhin zu viele Phasen gab, wo man zu langsam spielte und das Tempo verschleppte. Durch sehr gutes Nachsetzen von Deulofeu und Sergi Roberto entstand in der 62. Minute der Ausgleich, wenig überraschend von Denis Suárez erzielt, der sich sehr gut im Rückraum löste. Dass später mit Paulinho ein weiterer Joker den Siegtreffer erzielte, ist kein Zufall. Er war bereit mal den Lauf in die Spitze mitzugehen, was insgesamt viel zu wenig geschah. Natürlich kam er, als auch die Gegenspieler schon erschöpfter waren, dennoch ist seine Leistung nicht zu unterschätzen gewesen. Luis Suárez band mit seinem Laufweg einen Innenverteidiger, während Denis Suárez auf links einen weiteren Gegenspieler aus dem Zentrum zog. In genau diese Lücke marschierte Paulinho, wurde dort von Messi gefunden, setzte sich physisch sehr stark gegen einen Gegenspieler durch und vollendete mit einem strammen Schuss.

Luis Suárez bleibt weiter ein kleines Problemkind für Ernesto Valverde. Er kommt auf außen nicht wirklich gut zur Geltung, aber selbst auf seiner angestammten Position im Zentrum gelingt ihm kaum etwas. Ihm unterlaufen sehr viele technische Fehler und auch im Kombinationsspiel ist er momentan nicht nützlich. Viele gute Angriffsmöglichkeiten endeten beim sehr schlampig spielenden Uruguayer, der dem Team in der Form nur durch seine Laufwege einen Mehrwert bietet. Es bleibt zu hoffen, dass er sich bald wieder fängt.
Sergi Roberto hatte defensiv einen schweren Stand, was die Frage erlaubt, warum er nun schon zum zweiten Mal in dieser Saison als Rechtsverteidiger auflaufen musste. Ob Semedo physisch so sehr beansprucht war, dass er geschont werden musste, während ein Iniesta fünfmal in Folge starten kann, sei mal dahingestellt, aber für solche Fälle sollte eigentlich Aleix Vidal da sein. Dieser ist zwar defensiv auch nicht über jeden Zweifel erhaben, trainiert allerdings täglich diese Position und ist daher mehr mit ihr vertraut. Es ist nicht hilfreich für Sergi Roberto, wenn er von Position zu Position geschoben wird. Man sollte ihn fest im Mittelfeld spielen lassen, wo er seine Stärken am besten einbringen kann, speziell seine dynamischen Vorstöße. 

Fazit

Luis Enrique wurde oft dafür kritisiert, zu viel zu rotieren und so gerade auswärts zu viele Punkte leichtfertig hergeschenkt zu haben. Ernesto Valverde kann man heute sicherlich zu Recht für zu wenig Rotation kritisieren, was zu einem sehr schwachen Spiel seiner Mannschaft führte. Seine Wechsel funktionierten allerdings sehr gut und eventuell wird dieses Spiel ihm zeigen, dass man bei einem so vollen Spielkalender etwas mehr rotieren sollte. Wahrscheinlich wollte und wird er am Dienstag gegen Eibar mehr rotieren, weil Heimspiele prinzipiell leichter sein sollten, allerdings kann zu spät angesetzte Rotation auch eher negative Folgen haben. Es ist noch früh in der Saison. Ernesto Valverde kann hoffentlich die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel ziehen und es in den kommenden Wochen etwas besser handhaben, was die Frische seiner Spieler angeht. Das Wichtigste waren heute die drei Punkte, die man dank zweier frischer Spieler glücklich einfahren konnte.

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