Spielanalyse: FC Valencia – FC Barcelona: Barça wahrt Abstand auf direkten Verfolger

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Im Mestalla kam es 13. Spieltag zum Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Barça und dem direkten Verfolger FC Valencia. Nach einem, vor allem im zweiten Durchgang, sehr packenden Spiel, stand es 1:1, womit insbesondere die Katalanen sehr gut leben können, da sie ihren Vier-Punkte-Vorsprung auf die Fledermäuse wahren konnten. Allerdings bleibt auch ein bisschen Wehmut, schließlich wurde Lionel Messi in Halbzeit eins ein völlig reguläres Tor aberkannt.

Erste Halbzeit

In der ersten Halbzeit spielte der FC Barcelona eine seiner besten 45 Minuten dieser Saison. Man kontrollierte das Spiel auswärts beim Tabellenzweiten vollkommen dominant. Valencia kam praktisch nicht aus der eigenen Hälfte heraus und war somit offensiv nicht präsent. Barça hatte gerade im Mittelfeld eine sehr gute Raumaufteilung, wodurch man den Ball sehr gut laufen ließ. Valverde ließ seine Mannschaft mit nominell vier Mittelfeldspielern auflaufen, zudem ließ sich Messi gewohnt oft tief fallen, während die Außenverteidiger Semedo und Alba munter aufrückten. Valencia kam dadurch immer mehrere Schritte zu spät und hatte keinerlei Zugriff auf den Ball. Erst am eigenen Strafraum kamen sie in die Zweikämpfe, einfach auch, weil sie dort numerisch klar überlegen waren und Barça diese totale Kontrolle unter anderem auch nur deshalb hatte, weil man bereitwillig auf etwas mehr Durchschlagskraft verzichtete. Nichtsdestotrotz gab es ein paar offensive Szenen, ganz besonders einen sehr schnell und direkt vorgetragenen Angriff, der eigentlich zum 1:0 durch einen Patzer von Neto führte, doch obwohl der Ball mindestens einen halben Meter hinter der Linie war, gab der Schiedsrichter den Treffer nicht. 
Die optimale Raumaufteilung im Mittelfeld sorgte nicht nur mit Ball für Spielkontrolle, sondern auch ohne Ball. Verlor man den Ball, waren direkt mehrere Spieler in Ballnähe und griffen engagiert an. Auf diesem Wege wurde Valencia in viele Zweikämpfe verwickelt. Festzuhalten ist außerdem, dass auch dann, wenn man diese Zweikämpfe nicht gewann, dafür gesorgt wurde, dass die Gastgeber den Ball zu ungenau spielten und wieder verloren. Das Pressing der Katalanen war überragend und schnürte den Fledermäusen förmlich die Luft zum Atmen ab. Auswärts im Mestalla so aufzutreten, wie Barça das im ersten Durchgang machte, ist extrem schwierig und verdient höchste Anerkennung.

Zweite Halbzeit

Nach der Pause war es ein anderes Spiel. Valencia rückte deutlich nach vorne und versuchte schon beim Spielaufbau Barças Mittelfeldspieler, allen voran Busquets, zu decken, sodass der Ball entweder lang gespielt oder zu den Außenverteidigern gehen sollte. Außen wurde der ballführende Spieler dann intensiv gepresst, sodass sich nun auch aufseiten der Gäste Fehler einschlichen, auch weil die eigene Raumaufteilung nicht mehr optimal war und man allgemein ungenauer spielte. Es war nun ein offeneres Spiel als noch vor der Pause. Beide Mannschaften fanden einige Räume vor, doch gerade Barça nutzte diese nur unzureichend. Suárez stand gefühlt – bis auf zwei Szenen – ununterbrochen im Abseits, was gar nicht nötig war, da die Räume auch bei einem späteren Loslaufen noch da gewesen wären. Außerdem kamen die Bälle in die Spitze zu ungenau. Gerade Messi zeigte ungewohnt wenig Genauigkeit in seinen Zuspielen im zweiten Durchgang, bis auf eine Ausnahme: Sein sensationelles Zuspiel auf Jordi Alba zum Ausgleich.
Valencia rannte gut an in der zweiten Halbzeit, hatte aber auch nicht allzu viele klare Chancen, unter anderem deswegen, weil die Gäste am eigenen Strafraum sehr gefällig verteidigten. Eine Chance vergab Zaza, eine weitere parierte ter Stegen sehr stark und die dritte war das 1:0. Hier stand Semedo alleine gegen zwei, schaffte es dann nicht den Pass nach außen abzufangen, wodurch Valencia zu einer sehr gefährlichen Hereingabe kam. Nun passierten zwei weitere Fehler: Zum einen ließ Vermaelen seinen Gegenspieler, den Torschützen Rodrigo, an ihm vorbeilaufen, wodurch er letztlich hinter ihm stand und nicht mehr aktiv eingreifen konnte, zum anderen spekulierte Umtiti auf ein Zuspiel in den Rückraum und machte einen Schritt in diese Richtung. Erst dadurch wurde der Weg zu Rodrigo frei. Bleibt Umtiti am kurzen Pfosten stehen, fällt das Tor nicht. Natürlich muss auch der Rückraum abgedeckt werden und Umtitis Idee ist verständlich, auch weil Valencia kurz zuvor den Pass in den Rückraum versuchte, doch eigentlich sind die nachrückenden Mittelfeldspieler dafür zuständig den Rückraum abzudecken.

Fazit

Beide Mannschaften zeigten völlig verschiedene Halbzeiten. Barça wird gerade mit dem ersten Durchgang sehr zufrieden sein und das zu Recht. Es war eine hervorragende Hälfte, mit viel Ruhe, viel Kontrolle und einem unheimlich guten Pressing. Es war extrem bitter, nicht mit der verdienten und eigentlich erzielten 1:0-Führung in die Pause zu gehen, gerade wenn man sieht, wie sich das Spiel drehte. Nach der Pause ließ man sich von Valencia zu sehr den Schneid abkaufen und machte zu viele Fehler, wenngleich man über weite Strecken des zweiten Durchgangs immer noch das Spiel kontrollierte. Allerdings verlor man mehr Bälle und kam dann nicht mehr so gut ins Pressing wie noch zuvor, auch weil Valencia mit Ball deutlich besser spielte und aufrückte.
Alles in allem ist es kein unverdientes Remis, wenngleich Barça sicherlich mehr Argumente für einen Sieg auf seiner Seite hat als Valencia. Nichtsdestotrotz ist ein Unentschieden beim Tabellenzweiten ein ordentliches Ergebnis. Barça ist weiterhin vier Punkte vor Valencia und jeweils acht vor Real und Atlético Madrid. Zudem hat man schon die schwierigen Auswärtsspiele bei Athletic Bilbao, Altético Madrid und eben beim FC Valencia abgehakt.

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