Spielanalyse | Leganés – FC Barcelona: Barça siegt dank MSN

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Vor dem Spitzenspiel gegen Atlético Madrid am kommenden Mittwoch gastierte der FC Barcelona bei Leganés. Die Katalanen mussten nach der Niederlage gegen Alavés in der Vorwoche eine Reaktion zeigen und drei Punkte einfahren. Luis Enrique verzichtete diesmal auf eine allzu große Rotation, überraschte aber mit einer taktischen Umstellung, die die neue Flexibilität des Kaders betonte und mit zum 1:5-Sieg beitrug.

Leganés mutig aus der Fünferkette heraus

Als die Aufstellung der Gastgeber gezeigt wurde, sah man eine defensive 5-4-1-Formation, wie sie auch schon von Alavés und Celtic Glasgow gespielt wurde. Doch Leganés überraschte mit einer sehr forschen Spielweise und einer 5-3-2-Formation. Direkt mit dem Anpfiff versuchten die Hausherren Barça früh zu stören und die drei Innenverteidiger immer anzulaufen. Gleichzeitig deckte man die Mittelfeldspieler des spanischen Meisters sehr eng und rückte immer mit mindestens einem weiteren Spieler auf den ballführenden Gegner. Dadurch wollte man die Blaugranas zu Fehlern im Spielaufbau zwingen und hoffte dabei sicherlich auch auf einige Abstimmungsprobleme durch die zuvor nicht genutzte 3-4-3-Formation Barças. Leganés‘ Plan ging nur teilweise auf. Barça tat sich im Spielaufbau schwer und schaffte es kaum einmal den Ball über einen längeren Zeitraum zirkulieren zu lassen. Das Problem an einer solchen Herangehensweise gegen die Mannschaft von Luis Enrique ist allerdings, dass ein einziger Fehler reichen kann, damit Messi, Neymar und Suárez viel Freiraum vor sich finden. Gerade Fehler im eigenen Ballbesitz waren tödlich für Leganés, da sie in diesen Phasen mit einer Dreierkette in der Abwehr spielten und somit die nötige Absicherung fehlte. So fielen dann auch das zweite und das fünfte Gegentor. Beide Mal verlor man den Ball leichtfertig und hatte dadurch nicht genügend Spieler hinter dem Ball, um die Gäste zu stoppen.

Leganés arbeitete gut gegen den Ball, wird sich im Nachhinein aber über die Fehler vor den Toren ärgern. Kleine Details hätten beispielsweise das 0:1, was in solchen Spielen oft als „Dosenöffner“ bezeichnet wird, verhindern können. Allerdings sieht man alleine daran schon, wie schwer es ist Messi, Neymar, Suárez sowie die gesamte Mannschaft von Barcelona über 90 Minuten zu stoppen.

Nach einem geklärten Angriff von Leganés bringt Barcelona den Ball zu Lionel Messi. Im Prinzip ist der Argentinier gut zugestellt. Allerdings lässt er den Ball in dieser Szene direkt weiter zu Luis Suárez laufen, wodurch eine drei zu eins Situation für Barça entsteht. Um selbst mit dem Ball gehen zu können, hätte Messi mindestens zwei Gegenspieler abschütteln müssen. Da er jedoch direkt seinen Sturmpartner in Szene setzt, nimmt er so die um ihn herumstehenden Gegner aus dem Spiel. Eventuell hätte der Leganés-Verteidiger, der in dieser Szene noch am tiefsten steht, weiter herausrücken müssen, um Messi schon bei der Ballannahme zu stören. Natürlich hätte auch dann das Risiko bestanden, dass Messi Suárez freispielt, doch man hätte Messi dazu gezwungen schneller zu agieren und möglicherweise hätte genau diese Aktion das Tor verhindert. Jedoch muss man klar sagen, dass diese Aktion von Messi einfach super war und sehr schwer zu verteidigen ist.

Nachdem Messi Luis Suárez freigespielt hatte, entstand eine drei gegen eins Situation für Barça. In dieser Szene spekulierte der Verteidiger von Leganés darauf, dass Suárez den Ball direkt quer zu Messi oder Neymar spielt, und macht deshalb den Schritt nach innen. Doch der Uruguayer geht stattdessen die Linie entlang, schüttelte den wegen seines Schrittes nach innen zu spät kommenden Verteidiger ab und spielt erst danach den Querpass zu Messi, der dann das 1:0 erzielte. Auch hier ist es für den Verteidiger extrem schwer, alleine etwas auszurichten. Letztlich wäre es wohl cleverer gewesen, den Laufweg von Suárez zu blockieren. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob Suárez auf eine solche Bewegung des Verteidigers anders reagiert hätte und in diesem Fall direkt den Querpass gespielt hätte. 

Beim 3:0 sah man Ähnliches wie vor dem 1:0. Wieder wird Messi eigentlich von genug Gegenspielern umstellt und bearbeitet. Dabei geht man jedoch viel Risiko, was der viele Freiraum um Suárez und Neymar zeigt. Da Messi diesen Zweikampf gewann, war es für ihn und seine Kollegen ein Leichtes aus dieser Situation heraus ein Tor zu erzielen. Leganés verteidigte gut, aber eben auch mit viel Risiko, was gegen Barças Offensive nur sehr selten gut geht, einfach weil diese drei Spieler da vorne so eine unglaubliche Qualität haben.

Barças 3-4-3

Der FC Barcelona startete in einem 3-4-3 in eigenem Ballbesitz. Mascherano, Piqué und Umtiti spielten als Verteidiger. Davor agierten zentral Iniesta und Rakitić. Links außen spielte Alba, während rechts Rafinha auflief. Die Speerspitze bildeten Neymar, Messi und Suárez. Gegen den Ball spielte Barça ein 4-4-2 mit Mascherano als Rechtsverteidiger und Rakitić als Sechser. Die Mannschaft brauchte ein bisschen, um sich in dieser ungewohnten Formation einzuspielen, machte dies aber letztlich relativ gut. Die gesamte Mannschaft arbeitete gut mit nach hinten, sodass auch mal Iniesta oder Rafinha im eigenen Sechzehner klärten. Mascherano hatte einige gute Aktionen, aber auch einige Probleme als halbrechter Verteidiger, was sicherlich auch daran lag, dass Leganés gerade seine Seite besonders oft angriff. Der Grund hierfür war sicherlich, dass Rafinha im Vergleich zu Alba auf der anderen Seite kein nomineller Verteidiger ist.

Diese Formation scheint Luis Enriques Antwort auf das offensive Verteidigen von Leganés gewesen zu sein. Dadurch, dass die ganze Zeit drei Verteidiger hinten blieben, war die Gefahr ausgekontert zu werden geringer, als dies mit einer Viererkette der Fall gewesen wäre. Mit Alba und Rafinha hatte man dennoch Spieler, die über die Außen angreifen konnten. Lediglich ein zentraler, offensiver Mittelfeldspieler ging dem Spiel dadurch verloren, dass Iniesta und Rakitić oftmals weiter weg vom gegnerischen Tor standen, als sie das sonst tun. In diesem Spiel war das aber kein Problem, da Leganés‘ hohes Pressing Barças Sturm in die Karten spielte. Man musste es schaffen den Ball gegen dieses Pressing zu halten und dann einen der drei Stürmer anzuspielen, sodass „MSN“ den vielen Freiraum nutzen konnte, was letztlich auch gelang. Barça verteidigte gut als Einheit, trug den Ball nach vorne zu ihren Stürmern, durch das gegnerische Pressing hindurch, und die drei Südamerikaner erledigten den Rest.

Fazit

Leganés hatte einen mutigen und durchaus guten Spielansatz, der allerdings eine Menge Konzentration erfordert. Zudem kann jeder kleine Fehler schon sehr kostbar sein. Barça schaffte es gegen dieses Pressing anzukämpfen und den Gegner zu bestrafen. Die Blaugranas spielten gut als Einheit und schafften es immer wieder sehr gut ihre drei Stürmer in Szene zu setzen, was schlussendlich reichte, um die drei Punkte mit nach Barcelona zu nehmen.

Das 3-4-3 von Luis Enrique war sehr interessant und hat Potenzial für die Zukunft. Dies liegt vor allem auch daran, dass viele Spieler in Barças Kader mehrere Positionen in diesem System übernehmen können. So agierte Rafinha gegen Leganés als rechter Außenspieler und später als zentraler Mittelfeldspieler. Arda Turan und Denis Suárez spielten beide phasenweise ebenfalls auf diesen beiden Positionen. Luis Enrique scheint gewillt zu sein, die taktischen Variationsmöglichkeiten seines Kaders auszuloten, was dabei helfen kann, für den Gegner noch unberechenbarer zu werden.

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