UD Levante gegen FC Barcelona: Mannschaftsanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

4-0 setzte sich der FC Barcelona bei Levante durch und vergrößerte den Abstand auf Real Madrid auf nunmehr elf Punkte, während man weiter drei Zähler vor Reals Stadtrivalen Atlético liegt.

Bei Levante taten sich die Katalanen eine Halbzeit lang ziemlich schwer gegen eine gut organisierte Heimmannschaft, aber in Durchgang zwei sorgten vor allem Messi und Iniesta für einen letztlich verdienten und ungefährdeten Sieg Barcelonas.

 Tito Vilanova schickte folgende elf Spieler aufs Feld:

Erwähnenswert hierbei ist die Tatsache, dass zehn dieser elf Spieler aus Barcelonas eigener Jugend kommen. Nachdem Alves verletzt vom Spielfeld musste und durch Montoya ersetzt wurde, war es sogar die komplette Elf, die aus La Masia kommt – eine beachtliche Leistung von Barcelona.

Defensivleistung

Zum zweiten Mal in Folge konnte Barcelona bei Levante ohne Gegentor bleiben, was zunächst einer guten Defensivleistung, später aber auch Victor Valdés zu verdanken war. Barcelona verteidigte insgesamt sehr gut, nicht nur die Abwehrspieler sondern wirklich das gesamte Team. Beispielhaft hierfür sind zwei Szenen aus der ersten Halbzeit wo Fàbregas den Ball einmal in und einmal in der Nähe des eigenen Sechzehners klärte. 

Barcelona verschob taktisch klug und ließ Levante so nur sehr wenig Platz. Zudem störte man die Gastgeber teilweise sehr früh, was zu einigen schnellen Ballgewinnen führte, bevor Levante wirklich etwas mit dem Ball anfangen konnte. Nach Ballverlust überfiel man den Gegner teilweise, um ihn entweder zu Fehlern zu zwingen oder aber den Ball direkt zurück zu gewinnen. Konnte Levante sich aus diesen Situationen befreien – was meistens nur mit Rückpässen gelang – so zog sich Barcelona etwas weiter zurück um sich neu zu formieren und dann so etwa auf Höhe der Mittellinie nochmals gegen den Ball zu arbeiten. Insgesamt erinnerte dieses Pressingverhalten zumindest teilweise an das famose Pressing unter Pep Guardiola.

Auch in den defensiven Zweikämpfen in Strafraumnähe zeigten sich alle vier Verteidiger sehr gut in Valencia, vor allem Piqué und Puyol kann man hier nennen. Beide kommen nach ihrer jeweils langen Verletzungspause immer besser in Form und helfen somit dabei das ganze Team weiter zu stabilisieren, wie man gegen Levante sehr gut sehen konnte. Beide wirkten sehr bissig in den Zweikämpfen und konnten den Großteil davon für sich entscheiden.

Nachdem es bereits 4-0 stand und Barcelona sich im “Auslauf-Modus” befand, schlichen sich einige Fehler und Ungenauigkeiten in das Spiel der Katalanen, was noch zu zwei sehr guten Chancen für Levante führte. Beim ersten Mal rutschte ein Ball von Piqué bis zu Martins durch, der aber alleine vor Valdés am glänzend aufgelegten Barça-Keeper scheiterte. Minuten vor dem Ende gab es nach einem Konter der Hausherren Elfmeter für dieselbigen. Erst rutschte Piqué aus und nachdem Puyol dann eigentlich den Ball schon geklärt hat, trifft er den Gegner am Boden liegend mit seinem Arm, woraufhin der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied; eine sehr harte Entscheidung. Den schwach getretenen Strafstoß konnte Victor Valdés aber ebenso parieren wie den abgefälschten Nachschuss, was dazu führte, dass Barcelona zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb.

Insgesamt wirkte Barcelonas Defensive größtenteils hellwach und ließ kaum etwas zu. Man war stark in den Zweikämpfen und drängte Levante durch gutes Pressing zu Fehlern. Kam Levante dann doch mal vors Tor war Valdés zur Stelle, der sich in den letzten Wochen sehr stabilisiert hat und nun wieder der gewohnt starke Rückhalt der Katalanen ist.

Offensivleistung

Auch offensiv gab es einen Aspekt, der ein wenig an die Guardiola-Ära erinnerte, was in dieser Saison bis dato nicht ganz der Fall war. Aktuell wirkt es so, dass Barcelona etwas direkter spielt als noch unter Guardiola, was auch zu weniger Ballbesitz führt. Gegen Levante jedoch hatte Barcelona phasenweise um die 80% Ballbesitz, wodurch sie das Spielgeschehen sehr gut kontrollieren konnten. Das lag aber auch daran, dass Levante sich hauptsächlich relativ weit hinten rein stellte, woraus logischerweise solch ein Ballbesitzwert folgt.

Personell sah es offensiv bei Barcelona so aus, dass Alba den linken Flügel bearbeitete, dabei in der Regel von Iniesta oder Fàbregas unterstützt wurde, einmal auch von Pedro – und Pedro sich in Zusammenarbeit mit Montoya um den rechten Flügel kümmerte. Zentral agierten Messi, Xavi, Fàbregas und der teilweise sehr hoch stehende Busquets. Messi ließ sich wie gewohnt einige Male zurückfallen, was Fàbregas und Xavi dazu nutzten sich in Richtung Strafraum zu bewegen, um so für Gefahr zu sorgen – was gerade Ersterem bei seinem Treffer zum 4-0 bestens gelang.

In der ersten Halbzeit wirkte Barcelonas Offensivspiel noch nicht wirklich durchschlagskräftig, was vor allem an zu vielen Ungenauigkeiten beim letzten Pass lag. Auch die Bewegung fehlte teilweise, weshalb Barcelona sich den Ball über weite Strecken nur hin und her spielte und mal auf die Lücke wartete; jedoch wurde das in Form von guten Läufen hinter die Abwehr zu selten praktiziert.

In der zweiten Halbzeit wurde das deutlich besser, ebenso die Präzision beim letzten Pass. Innerhalb von 16 Minuten, von der 47. bis zur 63. erzielte Barcelona alle vier Tore. Das erste entstand weil die Abwehr von Levante mal etwas höher stand als sonst, wodurch Messi einen Lauf hinter eben jene starten konnte und nach einem klasse Pass von Iniesta dann auch Torhüter Munúa per Lupfer überwinden konnte. Kurz darauf wieder ein typischer Barça-Angriff: Messi spielt den Ball raus zu Iniesta, der in den Strafraum und dann zur Grundlinie zieht und Messi den Ball mustergültig zurücklegt, der Rest ist nur Formsache für den kleinen Argentinier. Das 3-0 besorgte Iniesta dann selbst. Nach einem Zuspiel von Pedro zog er in den Strafraum und hämmerte den Ball an die Unterkante der Latte ins Tor. Den Schlusspunkt setzte wie erwähnt Cesc Fàbregas, welcher nach einem Pass von Iniesta Munúa umkurvte und dann locker einschob.

Alles in allem eine gute Offensivleistung der Katalanen in der zweiten Halbzeit, während man sich im ersten Durchgang noch sehr schwer tat. Ein überragend aufgelegter Iniesta und ein zielsicherer Messi sorgten dann aber für die Tore, welche Barcelona zum Sieg brachten.

Fazit

Barcelona zeigte bei Levante eine überwiegend gute Leistung, weshalb sie das Spiel letztlich auch verdient gewinnen konnten. Defensiv ließ man nicht sehr viel zu und konnte sich im Notfall auf Victor Valdés verlassen. Die Mannschaft wirkte wie schon in Moskau stabiler, was sicherlich nicht zuletzt auf die Rückkehr von Piqué und Puyol zurückzuführen ist.

Offensiv tat sich Barcelona eine Halbzeit lang sehr schwer, was vor allem an fehlender Präzision und zu wenig Bewegung in der gegnerischen Hälfte lag. Im zweiten Durchgang änderte sich dies aber schlagartig, gerade durch einen groß aufspielenden Iniesta, welcher an allen vier Toren beteiligt war.

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